| − | Als extremes Wildwasser (bei einer Fließgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h) ist die Schlucht bei Kanusportlern beliebt, wobei allerdings schon einige Kanufahrer ihr Leben ließen. Die erfolgreiche Erstbefahrung der Salzachöfen schaffte am [[6. September]] [[1931]] der Österreicher Adolf Anderle mit seinem selbsterbauten Eskimokajak, einem Faltkajak, das er selbst "Fram" nannte. Zeugen dieser historischen Befahrung waren Walter Bezecny und Wilhelm Örley, beide aus Wien. Bei dieser Befahrung betrug der Pegelstand Salzburg 121. Adolf Anderle war damals Mitglied beim Akademischen Kajakklub in Wien, er dokumentierte seine Erstbefahrung auch und wies hier u. a. auch auf die großen Gefahren in den Salzachöfen hin.<ref>Adolf Anderle: Kanu Sport. 13. Jahrgang, Heft 9/1932, S. 93 f.</ref><ref>Österreichischer Kajaksport 1931.</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wst&datum=19320218&query=%22Adolf+Anderle%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Wiener Sporttagblatt, Ausgabe vom 18. Februar 1932, Seite 5: ''Adolf Anderle †. Bei einer Skitour tödlich verunglückt. Der Tod hat einen der Besten, der Tüchtigsten aus den Reihen der Wiener Paddler gerissen: Adolf Anderle verunglückte bei einer Skitour auf dem Wege zur Gamperingalpe bei Liezen; Anderle wollte nachsehen, ob der Träger mit dem Gepäck nachkomme, verirrte sich, stürzte an einer vereisten Stelle über eine Felswand 60 Meter tief ab und war sofort tot. Anderle gehörte dem Wiener Akademischen Kajakklub an und war einer der hervorragendsten Wildwasserfahrer Oesterreichs, sicherlich aber auch der Tollkühnsten einer. <u>Seine Erstbefahrung der Salzachöfen im Spätsommer 1931</u> erregte nicht nur in Sport-, sondern auch in Laienkreisen allgemein Bewunderung. Anderle, der Hörer der Technischen Hochschule in Wien war, war ein Talent. Er lernte ohne Anleitung, ohne Hilfe das Eskimokunststück, baute sich seine, den Eskimokajaks ähnlichen Boote selbst und war überhaupt ein Paddler, wie es wenige gibt. Ein ruhiges, bescheidenes und aufrechtes Wesen warb ihm viele Freunde, die sein tragisches Geschick tief bedauern.</ref> | + | Als extremes Wildwasser (bei einer Fließgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h) ist die Schlucht bei Kanusportlern beliebt, wobei allerdings schon einige Kanufahrer ihr Leben ließen. Die erfolgreiche Erstbefahrung der Salzachöfen schaffte am [[6. September]] [[1931]] der Österreicher Adolf Anderle mit seinem selbstgebauten Eskimokajak, einem Faltkajak, das er selbst "Fram" nannte. Zeugen dieser historischen Befahrung waren Walter Bezecny und Wilhelm Örley, beide aus Wien. Bei dieser Befahrung betrug der Pegelstand Salzburg 121. Adolf Anderle war damals Mitglied beim Akademischen Kajakklub in Wien, er dokumentierte seine Erstbefahrung auch und wies hier u. a. auch auf die großen Gefahren in den Salzachöfen hin.<ref>Adolf Anderle: "Kanu Sport", 13. Jahrgang, Heft 9/1932, S. 93 f.</ref><ref>Österreichischer Kajaksport 1931.</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wst&datum=19320218&query=%22Adolf+Anderle%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Wiener Sporttagblatt", Ausgabe vom 18. Februar 1932, Seite 5: ''Adolf Anderle †. Bei einer Skitour tödlich verunglückt. Der Tod hat einen der Besten, der Tüchtigsten aus den Reihen der Wiener Paddler gerissen: Adolf Anderle verunglückte bei einer Skitour auf dem Wege zur Gamperingalpe bei Liezen; Anderle wollte nachsehen, ob der Träger mit dem Gepäck nachkomme, verirrte sich, stürzte an einer vereisten Stelle über eine Felswand 60 Meter tief ab und war sofort tot. Anderle gehörte dem Wiener Akademischen Kajakklub an und war einer der hervorragendsten Wildwasserfahrer Oesterreichs, sicherlich aber auch der Tollkühnsten einer. <u>Seine Erstbefahrung der Salzachöfen im Spätsommer 1931</u> erregte nicht nur in Sport-, sondern auch in Laienkreisen allgemein Bewunderung. Anderle, der Hörer der Technischen Hochschule in Wien war, war ein Talent. Er lernte ohne Anleitung, ohne Hilfe das Eskimokunststück, baute sich seine, den Eskimokajaks ähnlichen Boote selbst und war überhaupt ein Paddler, wie es wenige gibt. Ein ruhiges, bescheidenes und aufrechtes Wesen warb ihm viele Freunde, die sein tragisches Geschick tief bedauern.</ref> |
| − | Bis 1950 erfolgten insgesamt etwa knapp dreißig Befahrungen. Sowohl erfolgreiche als auch nicht erfolgreiche, darunter auch tödliche Unfälle.<ref>[https://www.kanugeschichte.net/ Kanugeschichte.net.] Abgerufen am 23. Oktober 2021.</ref> Eine erfolgreiche Befahrung unternahm beispielsweise Kurt Blanke aus Eßlingen (D) vierundzwanzig Jahre nach der Erstbefahrung, er war der dreißigste Kanute, der die Salzachöfen befuhr. Darüber wurde auch in den "Kanusport-Nachrichten" 1956 berichtet.<ref>[https://www.faltboot.org/wiki/index.php?title=Salzach%C3%B6fen,_Erstbefahrung Salzachöfen, Erstbefahrung – Faltbootwiki]. Abgerufen am 23. Oktober 2021.</ref><ref>Kanusport-Nachrichten 15/1956, S. 270.</ref> | + | Der zweite erfolgreiche Durchfahrer war Leo Frühwirth aus Hainburg an der Donau, der die Fahrt am [[27. Juni]] [[1932]] vollführte.<ref name="SV1937">[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19370806&query=%22Salzach%c3%b6fen%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 6. August 1937, Seite 7</ref> |
| | Am [[30. Oktober]] [[1971]] wurden von österreichischen Kanuten nach Ende der Wettkampfsaison die Salzachöfen bei sehr schwierigen Bedingungen befahren. Kanuten aus dem Wettkampfsport, von den österreichischen Traditionsvereinen im Kanusport ''Forelle Steyr'' (Kurt Presslmayr, Franz Zeilner), ''Kajakverein Klagenfurt'' ([[Heinz Dopsch]], Manfred Pock, Norbert Sattler, Helmar Steindl, Heimo Müllneritsch, Erich Wilhelmer) und ''Union Kanu Klub Wien'' (Michael Neudecker), trafen sich nahe dem Pass Lueg für Vorbereitungen zur Befahrung der legendären Salzachöfen. | | Am [[30. Oktober]] [[1971]] wurden von österreichischen Kanuten nach Ende der Wettkampfsaison die Salzachöfen bei sehr schwierigen Bedingungen befahren. Kanuten aus dem Wettkampfsport, von den österreichischen Traditionsvereinen im Kanusport ''Forelle Steyr'' (Kurt Presslmayr, Franz Zeilner), ''Kajakverein Klagenfurt'' ([[Heinz Dopsch]], Manfred Pock, Norbert Sattler, Helmar Steindl, Heimo Müllneritsch, Erich Wilhelmer) und ''Union Kanu Klub Wien'' (Michael Neudecker), trafen sich nahe dem Pass Lueg für Vorbereitungen zur Befahrung der legendären Salzachöfen. |