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[[Datei:Ferienhort Ried mit den Abhängen des Schafberges.jpg|thumb|Ferienhort Ried mit den Abhängen des Schafberges.]]
 
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[[Datei:Ferienhort Ried.jpg|thumb|Ferienhort Ried, Ansicht vom See.]]
 
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Der '''Ferienhort Ried''' wurde [[1910]]–[[1911]] vom [[Verein Ferienhort]] in [[Ried (St. Gilgen)|Ried]] 37 in der Gemeinde [[St. Gilgen]] nahe der Gemeindegrenze des [[oberösterreich]]ischen [[St. Wolfgang im Salzkammergut]] als Sommererholungslager für ''bedürftige Gymnasial- und Realschüler'' errichtet. Das Hauptgebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in St. Gilgen|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde.
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Der '''Ferienhort Ried''' wurde [[1910]]–[[1911]] vom Verein FERIENHORT in [[Ried (St. Gilgen)|Ried]] 37 in der Gemeinde [[St. Gilgen]] nahe der Gemeindegrenze des [[oberösterreich]]ischen [[St. Wolfgang im Salzkammergut|St. Wolfgang]] als Sommererholungslager für ''bedürftige Gymnasial- und Realschüler'' errichtet. Das Hauptgebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in St. Gilgen|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde.
    
==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
=== Baugeschichte ===
 
=== Baugeschichte ===
Am [[14. März]] [[1910]] besichtigte ein Komitee des Vereins ''Ferienhort für bedürftige Gymnasial- und Realschüler'' unter Führung von [[Karl Hoch (Lehrer)|Karl Hoch]] die 398 522 Quadratmeter große Liegenschaft [[Frauenstein am Wolfgangsee]], die es für den Verein zu erwerben beabsichtigte. Am [[1. Juli]] [[1910]] erwarb der Verein das Grundstück um 119.000 [[Krone]]n (das entspricht rund 630.000 Euro Geldwert, 2011). Der Besitzer, [[Karl Haiser]], beeindruckt von der Idee, hier einen Ferienhort zu errichten, gab das Grundstück günstiger ab. Kurz nach dem Verkauf starb Haiser.
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Am [[14. März]] [[1910]] besichtigte ein Komitee des Vereins "FERIENHORT für bedürftige Gymnasial- und Realschüler" unter Führung von [[Karl Hoch (Lehrer)|Karl Hoch]] die 398 522 Quadratmeter große Liegenschaft [[Frauenstein am Wolfgangsee]], die es für den Verein zu erwerben beabsichtigte. Am [[1. Juli]] [[1910]] erwarb der Verein das Grundstück um 119.000 [[Krone]]n (das entspricht rund 630.000 Euro Geldwert, 2011). Der Besitzer, [[Karl Haiser]], beeindruckt von der Idee, hier einen Ferienhort zu errichten, gab das Grundstück günstiger ab. Kurz nach dem Verkauf starb Haiser.
    
Da Haiser nicht das ganze Grundstück veräußert hatte, erwarb der Verein noch daneben liegende Grundstücke und hatte schließlich rund 380 000 Quadratmeter zur Verfügung. Bereits am [[20. August]] 1910 erfolgte der Spatenstich für das neu zu errichtende Hauptgebäude, das die große Fest- und Veranstaltungshalle beherbergte. Das Atelier des Architekten Franz Schönthaler zeichnete die Pläne dafür. Ziel des Vereins war es, ein funktionelles Heim für 500 Schüler zu errichten. Nur elf Monate später war dieser Zentralbau fertiggestellt.  
 
Da Haiser nicht das ganze Grundstück veräußert hatte, erwarb der Verein noch daneben liegende Grundstücke und hatte schließlich rund 380 000 Quadratmeter zur Verfügung. Bereits am [[20. August]] 1910 erfolgte der Spatenstich für das neu zu errichtende Hauptgebäude, das die große Fest- und Veranstaltungshalle beherbergte. Das Atelier des Architekten Franz Schönthaler zeichnete die Pläne dafür. Ziel des Vereins war es, ein funktionelles Heim für 500 Schüler zu errichten. Nur elf Monate später war dieser Zentralbau fertiggestellt.  
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: ... [[15. April]]: Konstituierung des Vorstandes bei der Vollversammlung im Wiener Rathaus.
 
: ... [[15. April]]: Konstituierung des Vorstandes bei der Vollversammlung im Wiener Rathaus.
 
: ...  22 Schüler erleben die erste Ferienaktion in <span style="color:green">Wildalpen </span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Wildalpen |Wildalpen ]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>.
 
: ...  22 Schüler erleben die erste Ferienaktion in <span style="color:green">Wildalpen </span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Wildalpen |Wildalpen ]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>.
* [[1890]]: In Steeg am Hallstättersee wird das "Klausaufseherhaus" erworben und adaptiert. Das k.u.k. Hafenadmiralat in Pola überlässt dem FERIENHORT zwei Beiboote der Österreichischen Marine. Torpedomeister Johann Baumgartner erhält Urlaub, damit er die Schüler auf die Boote einschulen kann.
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* [[1890]]: In Steeg am Hallstätter See wird das "Klausaufseherhaus" erworben und adaptiert. Das k.u.k. Hafenadmiralat in Pola überlässt dem FERIENHORT zwei Beiboote der Österreichischen Marine. Torpedomeister Johann Baumgartner erhält Urlaub, damit er die Schüler auf die Boote einschulen kann.
 
* [[1891]]: In einer ersten Hausordnung wird die Zielsetzung des Vereins formuliert.
 
* [[1891]]: In einer ersten Hausordnung wird die Zielsetzung des Vereins formuliert.
 
* [[1892]]: Der FERIENHORT erhält sein drittes Boot, das auf "Alfred" getauft wird und noch [[1988]] in Verwendung war.
 
* [[1892]]: Der FERIENHORT erhält sein drittes Boot, das auf "Alfred" getauft wird und noch [[1988]] in Verwendung war.
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* [[1910]]:  
 
* [[1910]]:  
 
: ... In fünf Orten können 438 Schüler einen Sommeraufenthalt verbringen.
 
: ... In fünf Orten können 438 Schüler einen Sommeraufenthalt verbringen.
: ... Erstmals besichtigt ein Komitee die Liegenschaft [[Frauenstein am Wolfgangsee]], die eine Fläche von 398&nbsp;522 Quadratmeter hat.
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: ... Am 14. März besichtigt ein Komitee erstmals die Liegenschaft [[Frauenstein am Wolfgangsee]], die eine Fläche von 398&nbsp;522 Quadratmeter hat.
 
: ... [[20. August]]: Spatenstich für den Neubau am Wolfgangsee.
 
: ... [[20. August]]: Spatenstich für den Neubau am Wolfgangsee.
 
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* [[1911]]: Nach elfmonatiger Bauzeit können 452 ihren ersten Sommeraufenthalt am Wolfgangsee antreten. Elf Boote stehen zur Verfügung. Nach 51 Tagen endet der Aufenthalt und die Schüler werden auf [[Plätte]]n nach [[Gschwendt]] übergesetzt, von wo aus sie ihre Heimreise über [[Bad Ischl]] nach Wien antreten.
  wird fortgesetzt
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* [[1912]]: Die Marine stellt wieder Boote zur Verfügung: Ein Motorboot, eine Gondel (?), zwölf große Ruderboote, zwei kleine Boote, einen Rettungskutter und zwei Plätten. Der Hort in Steeg am Hallstätter See wird verkauft.
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* [[1913]]: Ein Schiffsanladungsplatz, ein großer Tennisplatz und Turnplatz sowie eine Hütte zur Aufbewahrung der Sportgeräte werden errichtet.
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* [[1914]]: Zunächst beginnt die Sommeraktion wie gewohnt, muss aber dann wegen der [[Erster Weltkrieg|Kriegserklärung]] abgebrochen werden. Die Heimfahrt dauert dann bereits aufgrund von Einschränkungen im Zugsverkehr 22 Stunden.
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* [[1915]]: Alle 600 Betten müssen an die Reservespitäler in Bad Ischl und in der [[Stadt Salzburg]] abgeliefert werden. Der FERIENHORT wird der Marine-Akademie Fiume als Sommerübungsstätte zur Verfügung gestellt (bis 1918).
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* [[1918]]: Es können wieder 160 Schüler im Rahmen einer Aktion des Vereins "Österreich für [[Ungarn]]" untergebracht werden. 126 Schüler stammen aus Ungarn, der Rest sind Wiener Mittelschüler, die sich für Kurse zum Erlernen der ungarischen Sprache angemeldet haben.
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* [[1919]]: Die [[Salzburger Landesregierung]] bringt die [[Gendarmerieschule]] in einem Teil des FERIENHORTS unter. Es können aber noch 313 Schüler den Sommer im FERIENHORT verbringen.
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* [[1920]]: Die schwierige wirtschaftliche Nachkriegssituation zwingt den Verein zu einem Vertrag mit dem "[[Niederlande|Niederländischen]] Hilfskomitee", der drei Turnusse im FERIENHORT veranstaltet.
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* [[1921]]: Der Verein kann wieder eine eigene Ferienaktion mit Unterstützung des "[[Schweden|Schwedischen]] Roten Kreuzes" durchführen.
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* [[1922]]: Neuerlich muss der Verein die Betriebsführung in fremde Hände legen.
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* [[1923]]: Durch zahlreiche Unterstützung gelingt es dem Verein in diesem Jahr wieder eine eigene Ferienaktion zu veranstalten.
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* [[1924]]: Es kommt zur Umbenennung ist "FERIENHORT für bedürftige Mittelschüler", der Hort erhält elektrisches Licht.
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* [[1928]]: Die Schülerzahl wieder auf 560 erhöht werden.
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* [[1929]]: Der FERIENHORT wird an das Telefonnetz angeschlossen. Auch eine Radiostation wird eingerichtet.
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* [[1931]]: Bundespräsident Dr. Wilhelm Miklas besucht den FERIENHORT.
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* [[1932]]: Ab diesem Jahr gibt es einheitliche Verpflegung für Leitung, Schüler und Personal.
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* [[1933]]: Ein Verzeichnis des Gesamtinventars wird angelegt.
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* [[1934]]: Eine Vollwertversicherung für den FERIENHORT wird abgeschlossen. Weiters erfolgt die Neufassung einer Quelle und der Anschluss der Klosettanlagen an die Nutzwasserleitung.
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* [[1935]]: Der Hort wird fallweise für Erholungsaktionen österreichischer Sportler vermietet. Zwei [[Gendarmerie|Gendarmen]] schützen nun die Objekte vor Einbrüchen.
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* [[1937]]: Bundeskanzler Dr. [[Kurt Schuschnigg]] besucht in Begleitung von Unterrichtsminister Dr. Hans Pernter den FERIENHORT. Die Schülerzahl erreicht mit 562 ihren bisherigen Höchststand.
    
==Bilder ==
 
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