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[[Datei:Ansitz Judenhof Goldegg 20210326 2.jpg|thumb|Der Ansitz Judenhof.]]
[[Datei:Judenhof Goldegg1.jpg|thumb|Die Umgebung des Ansitzes Judenhof.]]
[[Datei:Ansitz Judenhof Goldegg 20230808 1 (1).jpg|thumb|Der Ansitz Judenhof.]]
[[Datei:Goldegger Stube Panorama.jpg|thumb|Goldegger Stube aus dem Judenhof]]
Der '''Ansitz Judenhof''' ist ein [[Denkmalgeschützte Objekte in Goldegg|denkmalgeschütztes historisches Gebäude]] in der Ortschaft [[March (Goldegg)|March]] in der [[Pongau]]er Gemeinde [[Goldegg]].

== Geschichte ==
Als erster Besitzer nachweisbar ist [[1441]] Konrad der alte Bründlinger, dem sein Sohn nachfolgt. Es folgten durch Einheirat Mitglieder der Familie Aman von Hundsdorf. Der berchtesgadnische Propst Veit Stöckl zu Schwarzegg erwarb dann [[1598]] den Ansitz. Veit Stöckl dürfte der Meinung gewesen sein, dass es sich um ein freies Eigen handelte oder zumindest dachte er, er könne es in ein solches umwandeln. Doch [[1619]], nach einem langen Verfahren um Zuerkennung des freien Eigens, wird entschieden, dass "dieses Judenhof khain gefreyter adeliger Sitz nit" sei. Daraufhin verkaufte Veit Stöckls Sohn Adam [[1632]] den Hof an Absalom Mayrhofer. Mit Absalom Mayrhofer begann die Reihe der bäuerlichen und bürgerlichen Besitzer (Hans Schattauer, Rupert Mayr, Zwaylinger, Johann Pauer usw.).

Um [[1930]] kam es zu einer Versteigerung des Gebäudes, die [[Salzburger Landes-Hypothekenbank AG|Salzburger Landes-Hypothekenbank]] bekam den Zuschlag. Unter Hermann v. Rautenberg aus Berlin erhielt der Hof [[1938]] kurzfristig den Namen "Sonnhof".

== Beschreibung des Gebäudes ==
Der Bau ist im Inneren mit Gewölben und Erkern von hoher Qualität ausgestattet. Von der einst reichen Ausstattung existiert nur mehr ein kläglicher Rest. Ein Teil seiner Inneneinrichtung wurde bei einem Brand [[1878]] vernichtet. Beim Wiederaufbau verschwanden die beiden Kegeldächer der Eckerker. Der gesamte Baukörper verschwand unter einem hohen, abgewalmten Satteldach. Der beste Teil der Inneneinrichtung, die sogenannte "Goldegger Stube", kam [[1883]] an das [[Museum Carolino Augusteum]] in der [[Stadt Salzburg]]. Diese [[Zirbe]]<nowiki>nholzstube</nowiki> ist [[1606]] entstanden und wurde unter [[Veit Stoß]] in den Judenhof eingebaut.

==Verkehrsanbindung==
Der Judenhof gilt aus heutiger Sicht als abgelegen, d. h. als verkehrsfern. Vor 1553, als die Straße zwischen [[Schwarzach]] und [[Lend]] (damals Hirschfurt) durch das [[Salzachtal]] gebaut wurde, führte der Weg in mehreren Strängen über die Terassen von [[St. Veit im Pongau]] und Goldegg und damit in nächster Nähe am Judendorf / Judenhof vorbei. Der ursprüngliche Weg verlief weiter nach [[Embach]] hinauf, von wo er einerseits flussaufwärts über [[Taxenbach]] in das [[Raurisertal]] hinein und andererseits weiter in den [[Pinzgau]] hinauf führte. Der Weg über das Raurisertal ist die Verbindung zum viel benutzten [[Saumweg]] über den [[Rauriser Tauern]], auch ''Heiligenbluter Tauern'' genannt. Der Saumweg führte weiter zur Straße über den Plöckenpass. Diese Straße wurde im Mittelalter als "obere Straße" bezeichnet, die parallel zum Weg über den [[Radstädter Tauern]], "untere Straße" genannt, eine wichtige Verbindung zwischen Salzburg und Italien - vor allem [[Friaul]] und [[Venedig]] – war. Die "obere Straße" teilte sich bei der "[[Fuscher Wegscheide]]" in zwei Stränge. Der Weg über das [[Seidlwinkltal]], das Raurisertal, [[Embach]], Goldegg und St. Veit im Pongau führt über den [[Pass Lueg]] nach Salzburg. Der andere Strang geht westlich davon in das [[Fuscher Tal]] hinab und weiter über [[Zell am See]] und [[Bad Reichenhall]] ebenfalls nach Salzburg.

===Nahe Märkte und römische Funde===
Nicht weit von diesem Judendorf–Judenhof liegt der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]] gegründete Markt [[St. Veit im Pongau]]. Noch näher befindet sich das Dorf Goldegg, früher >Goldeggerhof< genannt. Goldegg ist kein Markt, hatte aber als ehemalige Hofmark einen marktähnlichen Charakter. Darüber hinaus liegen mit [[Römer|römischen]] Funden in Goldegg-Weng im Umkreis des Judendorfes /Judenhofes Hinweise auf die Bedeutung als uralter Verkehrsweg vor.

== Bilder ==
{{Bildkat}}
== Quellen ==
* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike]]; [[Walter Schlegel|Schlegel, Walter]]: "[[Burgen und Schlösser in Salzburg (Zaisberger, Schlegel)|Burgen und Schlösser in Salzburg]]", Band "Pongau, Pinzgau, Lungau", 1978, Birken-Verlag, Wien, Seite 29f
* Absatz Verkehrsanbindung umkopiert aus dem [[Salzburgwiki]]-Artikel [[Judendorf]] und dortige Quellen


[[Kategorie:Pongau]]
[[Kategorie:Goldegg]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Goldegg)]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Judentum in Salzburg]]
[[Kategorie:Handel]]
[[Kategorie:Handel (Geschichte)]]
[[Kategorie:Verkehr]]

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