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[[File:BE-MK-7119c.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Köstendorf]], [[Tannberg]], vom Gipfel Richtung Lassbergweg, 2005.05.15]]
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==Allgemeine Beschreibung==
 
==Allgemeine Beschreibung==
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[[File:BE-MK-2-198a.jpg|thumb|♂: Salzburg, Flachgau, Wallersee, Seekirchen, Weng am Wallersee, 1990.05.01, coll. Michael Kurz]]
    
'''''[[Micropterix]] calthella''''' (''Tinea calthella'' Linné, 1761) ist eine Kleinschmetterlingsart aus der [[Glossar Biologie#F|Familie]] der Urmotten ([[Micropterigidae]]).
 
'''''[[Micropterix]] calthella''''' (''Tinea calthella'' Linné, 1761) ist eine Kleinschmetterlingsart aus der [[Glossar Biologie#F|Familie]] der Urmotten ([[Micropterigidae]]).
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==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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[[File:BE-HdN-bio794b.jpg|thumb|Typischer Lebensraum sind mit Hahnenfuß gemischte Hochstaudenfluren an feuchten Wald- und Gebüschrändern: Salzburg, Osterhorngruppe, St. Gilgen, Fürberg Umgebung, 2004.06.06]]
    
Obwohl ''M. calthella'' durchaus nicht zu den seltenen Urmotten-Arten in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gehört, ist sie doch meist nur relativ kleinräumig zu finden. Das liegt einerseits an ihren Biotopansprüchen, denn die Art bewohnt offene Grasflächen auf Niedermooren, Streuwiesen und am Rand von Hochmooren, aber auch feuchte Krautfluren (besonders [[Hahnenfuß]]bestände) an [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschrändern. Andererseits weist sie nur eine geringe Höhenverbreitung auf: Funde liegen im Bereich von 400 bis nur rund 1050 m Höhe vor (Kurz & Kurz 2024). Aus diesem Grund wurde sie bisher auch nur im [[Flachgau]], den [[Salzburger Kalkalpen|Kalkalpen]] und den nördlichen [[Schieferalpen]] (Zonen I, II und III), sowie im Stadtgebiet von Salzburg zweifelsfrei nachgewiesen (Embacher et al. 2024). Alte Angaben aus dem [[Pinzgau]] (Zone IV) zwischen [[Bruck an der Großglocknerstraße|Bruck]] und [[Fusch an der Großglocknerstraße|Fusch]] könnten zwar durchaus zutreffen, konnten aber bisher nicht überprüft werden und müssen wegen der Verwechslungsgefahr mit ''[[Micropterix aruncella]]'' als fraglich angesehen werden. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] fliegen in einer Generation von Ende April bis Anfang Juni (Kurz & Kurz 2024).
 
Obwohl ''M. calthella'' durchaus nicht zu den seltenen Urmotten-Arten in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gehört, ist sie doch meist nur relativ kleinräumig zu finden. Das liegt einerseits an ihren Biotopansprüchen, denn die Art bewohnt offene Grasflächen auf Niedermooren, Streuwiesen und am Rand von Hochmooren, aber auch feuchte Krautfluren (besonders [[Hahnenfuß]]bestände) an [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschrändern. Andererseits weist sie nur eine geringe Höhenverbreitung auf: Funde liegen im Bereich von 400 bis nur rund 1050 m Höhe vor (Kurz & Kurz 2024). Aus diesem Grund wurde sie bisher auch nur im [[Flachgau]], den [[Salzburger Kalkalpen|Kalkalpen]] und den nördlichen [[Schieferalpen]] (Zonen I, II und III), sowie im Stadtgebiet von Salzburg zweifelsfrei nachgewiesen (Embacher et al. 2024). Alte Angaben aus dem [[Pinzgau]] (Zone IV) zwischen [[Bruck an der Großglocknerstraße|Bruck]] und [[Fusch an der Großglocknerstraße|Fusch]] könnten zwar durchaus zutreffen, konnten aber bisher nicht überprüft werden und müssen wegen der Verwechslungsgefahr mit ''[[Micropterix aruncella]]'' als fraglich angesehen werden. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] fliegen in einer Generation von Ende April bis Anfang Juni (Kurz & Kurz 2024).
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==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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[[File:BE-HdN-2596a.jpg|thumb|Die Falter fressen gerne gesellig auf Hahnenfußblüten: Salzburg, Osterhorngruppe, Strobl, Blinklingmoos, 2004.05.30]]
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[[File:BE-MK-7119c.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Köstendorf]], [[Tannberg]], vom Gipfel Richtung Lassbergweg, 2005.05.15]]
    
Da die Art nicht ausschließlich auf Niedermoorwiesen angewiesen ist, sondern auch an feuchten, krautigen Waldwegen und -lichtungen ausreichend Lebensraum findet, kann sie derzeit in Salzburg als ungefährdet eingestuft werden (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). Zudem genügen oft wenige Quadratmeter Lebensraum zur Aufrechterhaltung einer Population. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]], die wie alle verwandten Arten von Pollenkörnern leben, wurden an zahlreichen verschiedenen Blüten bereits angetroffen, am häufigsten findet man sie aber an blühenden [[Seggen]] (''Carex'' sp.), sowie an ''Ranunculus''-Arten. ''M. calthella'' ist, neben ''M. aruncella'', die einzige Urmotte, deren gesamter Lebenszyklus bereits bekannt ist. Die Raupen leben am Erdboden oder in der obersten Erdschicht und ernähren sich von Detritus, zum Teil vermutlich aber auch von Pilzhyphen, und nahmen im Experiment auch grüne Pflanzenteile an (Zeller et al. 2007). Sie überwintern und verpuppen sich im Frühjahr. Für ihre Entwicklung ist eine ausreichende und über den gesamten Entwicklungszyklus möglichst konstante Bodenfeuchtigkeit von ausschlaggebender Bedeutung.
 
Da die Art nicht ausschließlich auf Niedermoorwiesen angewiesen ist, sondern auch an feuchten, krautigen Waldwegen und -lichtungen ausreichend Lebensraum findet, kann sie derzeit in Salzburg als ungefährdet eingestuft werden (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). Zudem genügen oft wenige Quadratmeter Lebensraum zur Aufrechterhaltung einer Population. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]], die wie alle verwandten Arten von Pollenkörnern leben, wurden an zahlreichen verschiedenen Blüten bereits angetroffen, am häufigsten findet man sie aber an blühenden [[Seggen]] (''Carex'' sp.), sowie an ''Ranunculus''-Arten. ''M. calthella'' ist, neben ''M. aruncella'', die einzige Urmotte, deren gesamter Lebenszyklus bereits bekannt ist. Die Raupen leben am Erdboden oder in der obersten Erdschicht und ernähren sich von Detritus, zum Teil vermutlich aber auch von Pilzhyphen, und nahmen im Experiment auch grüne Pflanzenteile an (Zeller et al. 2007). Sie überwintern und verpuppen sich im Frühjahr. Für ihre Entwicklung ist eine ausreichende und über den gesamten Entwicklungszyklus möglichst konstante Bodenfeuchtigkeit von ausschlaggebender Bedeutung.

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