| Zeile 14: |
Zeile 14: |
| | In einer [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderatssitzung]] am [[7. Juni]] [[1906]] ersuchte die Sektion Salzburg des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein]] um die Genehmigung zur Errichtung eines Denkmals für den im Februar [[1905]] verstorbenen Universitäts-Professor [[Eduard Richter]] (* [[1847]]; † 1905) auf dem Mönchsberg, den Platz ''Eduard Richter Höhe'' nennen und das Denkmal in das Eigentum der [[Stadtgemeinde Salzburg]] geben zu dürfen. Die Sektion brachte noch einen zweiten Antrag zur Errichtung eines Denkmals für Dr. Alexander Potter im Park vor dem Museums-Gebäude. Dr. Potter, der sich um die Salzburger Landeskunde große Verdienste erworben hatte. Dieser Antrag wurde dann später aber abgelehnt wurde. | | In einer [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderatssitzung]] am [[7. Juni]] [[1906]] ersuchte die Sektion Salzburg des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein]] um die Genehmigung zur Errichtung eines Denkmals für den im Februar [[1905]] verstorbenen Universitäts-Professor [[Eduard Richter]] (* [[1847]]; † 1905) auf dem Mönchsberg, den Platz ''Eduard Richter Höhe'' nennen und das Denkmal in das Eigentum der [[Stadtgemeinde Salzburg]] geben zu dürfen. Die Sektion brachte noch einen zweiten Antrag zur Errichtung eines Denkmals für Dr. Alexander Potter im Park vor dem Museums-Gebäude. Dr. Potter, der sich um die Salzburger Landeskunde große Verdienste erworben hatte. Dieser Antrag wurde dann später aber abgelehnt wurde. |
| | | | |
| − | Merkwürdigerweise fanden beide Anträge, die um die Stadt Salzburg hochverdiente Männer betrafen, nicht die einstimmige Billigung des Gemeinderats, vielmehr beantragte | + | Merkwürdigerweise fanden beide Anträge, die um die Stadt Salzburg hochverdiente Männer betrafen, nicht die einstimmige Billigung des Gemeinderats, vielmehr beantragte Gemeinderat Urban, die Eingabe der Sektion des Alpenvereins erst der vorgeschriebenen Sektion zuzuweisen, da die Stadtgemeinde für den Fall der Erfüllung der Bitte zu hohe Kosten auf sich nehme. Trotzdem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Franz Berger (Bürgermeister)|Franz Berger]] erklärte, dass diese Kosten, wenn solche entstehen sollten, nur ganz geringe seien, blieb GR. Urban bei seinem Antrag, das die Eingabe betreffs des Richter-Denkmales heute in erster Lesung behandelt und der 1. Sektion zur Antragstellung zugewiesen werden solle.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19060607&query=%22Eduard-Richter-H%c3%b6he%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], (Linzer) Tages-Post, Ausgabe vom 7. Juni 1906, Seite 6</ref> |
| − | Gemeindetar Urban, die Eingabe der Sektion des Alpenvereins erst der vorgeschriebenen Sektion zuzuweisen, da die Stadtgemeinde für den Fall der Erfüllung der Bitte zu hohe Kosten auf sich nehme. Trotzdem [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Franz Berger (Bürgermeister)|Franz Berger]] erklärte, dass diese Kosten, wenn solche entstehen sollten, nur ganz geringe seien, blieb GR. Urban bei seinem Antrag, das die Eingabe betreffs des Richter-Denkmales heute in erster Lesung behandelt und der 1. Sektion zur Antragstellung zugewiesen werden solle.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19060607&query=%22Eduard-Richter-H%c3%b6he%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], (Linzer) Tages-Post, Ausgabe vom 7. Juni 1906, Seite 6</ref>
| |
| | | | |
| | Über den späteren Beschluss wurde noch keine Quelle gefunden. Die Feier der Enthüllung des Denkmales für Hofrat Professor Dr. Eduard Richter dann jedenfalls am Sonntag, den [[15. September]] [[1907]], um 11 Uhr auf der Eduard Richter-Höhe auf dem Mönchsberge statt. Die Gedenkrede hielt Hofrat Prof. Dr. 31. Penck (Berlin).<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=sgg&datum=19070004&query=((text:Eduard-Richter-H%c3%b6he))&ref=anno-search&seite=374 ANNO], Zeitschrift für Schul-Geographie, Ausgabe 1907, Hauptteil, Seite 374</ref> Auch das [[Salzburger Volksblatt]] bezeichnet in seiner Ausgabe vom [[16. September]] 1907 den Ort der Denkmal-Aufstellung explizit unter Anführungsstriche gestellt "Eduard Richter-Höhe".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19070916&query=%22Eduard-Richter-H%c3%b6he%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. September 1907, Seite 6</ref> | | Über den späteren Beschluss wurde noch keine Quelle gefunden. Die Feier der Enthüllung des Denkmales für Hofrat Professor Dr. Eduard Richter dann jedenfalls am Sonntag, den [[15. September]] [[1907]], um 11 Uhr auf der Eduard Richter-Höhe auf dem Mönchsberge statt. Die Gedenkrede hielt Hofrat Prof. Dr. 31. Penck (Berlin).<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=sgg&datum=19070004&query=((text:Eduard-Richter-H%c3%b6he))&ref=anno-search&seite=374 ANNO], Zeitschrift für Schul-Geographie, Ausgabe 1907, Hauptteil, Seite 374</ref> Auch das [[Salzburger Volksblatt]] bezeichnet in seiner Ausgabe vom [[16. September]] 1907 den Ort der Denkmal-Aufstellung explizit unter Anführungsstriche gestellt "Eduard Richter-Höhe".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19070916&query=%22Eduard-Richter-H%c3%b6he%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 16. September 1907, Seite 6</ref> |
| Zeile 24: |
Zeile 23: |
| | Der ''Falkenzwinger'' der Wehranlage wurde im Jahre [[1906]] nach [[Eduard Richter]] (* [[1847]]; † [[1905]]), einem Geografen, Historiker und Alpinisten, der von [[1871]] bis [[1886]] in Salzburg lebte, benannt. [[1907]] wurde ihm dort auch ein [[Eduard-Richter-Denkmal|Denkmal]] errichtet. | | Der ''Falkenzwinger'' der Wehranlage wurde im Jahre [[1906]] nach [[Eduard Richter]] (* [[1847]]; † [[1905]]), einem Geografen, Historiker und Alpinisten, der von [[1871]] bis [[1886]] in Salzburg lebte, benannt. [[1907]] wurde ihm dort auch ein [[Eduard-Richter-Denkmal|Denkmal]] errichtet. |
| | | | |
| − | Die Wehranlage geht auf die in der zweiten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s erbauten Wehrtürme zurück. Die Anlage wurde unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] in kleinen Teilbereichen verstärkt. Auf der Richterhöhe, genauer im ''Oberen Zwinger'' (''Falkenzwinger''), befinden sich der mittelalterliche [[Josefsturm|Josefs]]- und der [[Michaelsturm]]. Der einst zentrale und wichtigste Turm des ''Oberen Zwingers'', der alte Falkenturm (heute [[Kupelwieserschlössl]]), befindet sich samt Umfeld heute im Privatbesitz. Zum ''Falkenzwinger'' gehörte ursprünglich auch der spätmittelalterliche [[Barbaraturm]], der heute ebenfalls im privatem Besitz ist. | + | Die Wehranlage geht auf die in der zweiten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s erbauten Wehrtürme zurück. Die Anlage wurde unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] in kleinen Teilbereichen verstärkt. Auf der Richterhöhe, genauer im ''Oberen Zwinger'' (''Falkenzwinger''), befinden sich der mittelalterliche Josefs- und der [[Michaelsturm]]. Der einst zentrale und wichtigste Turm des ''Oberen Zwingers'', der alte Falkenturm (heute [[Kupelwieserschlössl]]), befindet sich samt Umfeld heute im Privatbesitz. Zum ''Falkenzwinger'' gehörte ursprünglich auch der spätmittelalterliche [[Barbaraturm]], der heute ebenfalls im privatem Besitz ist. |
| | | | |
| − | Den ''Unteren Zwinger'' (auch ''[[Bertoldszwinger]]'') begrenzen im Süden der mittelalterliche Bertoldsturm und im Norden der Lodronsche Georgsturm (Militärwachhaus, Turm beim Weingartenhaus). | + | Den ''Unteren Zwinger'' (auch [[Bertholdszwinger]] genannt) begrenzen im Süden der mittelalterliche Bertoldsturm und im Norden der Lodronsche Georgsturm (Militärwachhaus, Turm beim Weingartenhaus). |
| | | | |
| | Als Verteidigungsanlage stand das Gelände im 17. Jahrhundert im Besitz der "[[Hohe Salzburger Landschaft|Hohen Landschaft]]" des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] und kam 1816 in ärarischen (staatlichen) Besitz der [[Habsburgermonarchie]]. Von [[1724]] bis um 1800 wurden die Türme des Oberen und Unteren Zwingers, der Josefsturm und der St. Michaelsturm, als Pulvermagazin genutzt. [[1905]] kauft die [[Stadtgemeinde Salzburg]] unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Franz Berger (Bürgermeister)|Franz Berger]] das Gelände und machte es [[1906]] unter Mitwirkung des [[Stadtverein Salzburg|Stadt-Verschönerungsvereines]] der Allgemeinheit zugänglich. | | Als Verteidigungsanlage stand das Gelände im 17. Jahrhundert im Besitz der "[[Hohe Salzburger Landschaft|Hohen Landschaft]]" des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] und kam 1816 in ärarischen (staatlichen) Besitz der [[Habsburgermonarchie]]. Von [[1724]] bis um 1800 wurden die Türme des Oberen und Unteren Zwingers, der Josefsturm und der St. Michaelsturm, als Pulvermagazin genutzt. [[1905]] kauft die [[Stadtgemeinde Salzburg]] unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Franz Berger (Bürgermeister)|Franz Berger]] das Gelände und machte es [[1906]] unter Mitwirkung des [[Stadtverein Salzburg|Stadt-Verschönerungsvereines]] der Allgemeinheit zugänglich. |
| | + | |
| | + | [[1908]] errichtete der [[Stadtverein Salzburg|Stadtverschönerungsverein Salzburg]] einen Orientierungsstein, auf dem alle Berge, die man von der Richterhöhe aus sehen kann, namentlich mit der entsprechenden Himmelsrichtung eingetragen sind. In der Mittel ist ein bewegliche Winkelmesser, mit dem der jeweilige Berg anvisiert werden kann.<ref>"[[Bastei]]", Ausgabe Frühjahr 2024, Seite 31</ref> |
| | | | |
| | [[Peter Handke]] wohnte mit seiner Tochter Amina ab August [[1979]] für zehn Jahre im heute privat genutzten Raum der Wehranlage ([[Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg]] 17) im Kupelwieserschlössl seines Freundes [[Hans Widrich]]. Das historisierend über dem Fels der Stadtmauer errichtete Schlösschen war nach 1860 anstelle des uralten Falkenturmes errichtet worden. | | [[Peter Handke]] wohnte mit seiner Tochter Amina ab August [[1979]] für zehn Jahre im heute privat genutzten Raum der Wehranlage ([[Dr.-Ludwig-Prähauser-Weg]] 17) im Kupelwieserschlössl seines Freundes [[Hans Widrich]]. Das historisierend über dem Fels der Stadtmauer errichtete Schlösschen war nach 1860 anstelle des uralten Falkenturmes errichtet worden. |
| Zeile 42: |
Zeile 43: |
| | Immer wieder auf der auf Richterhöhe ein Volksliedersingen statt. So beging der [[Salzburger Volksliedchor]] unter der Leitung von [[Harald Dengg]] sein 25jähriges Bestandsjubliäum mit einem Singen am [[18. Mai]] [[1975]] auf der Richterhöhe. Sie fand dann bei strömenden Regen unter der von [[Max Gehmacher (Professor)|Max Gehmacher]] [[1931]] gepflanzten ''Volksliedlinde'' statt.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=F%2FPadPhZJcHRbI4OD8wEimBscTr8mFCDVzGrEvvpctY3I6cxod0XI88rNskWvMJwspBS98GBPcTh3Zah0jmoPyoWaN9A%2FEbO8uOxYS%2Bn8%2B2BZnHRKwyjcteTW0YMUiKx&id1=19750619_05&q=Richterh%25C3%25B6he#slide5 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 19. Juni 1975, Seite 5</ref> | | Immer wieder auf der auf Richterhöhe ein Volksliedersingen statt. So beging der [[Salzburger Volksliedchor]] unter der Leitung von [[Harald Dengg]] sein 25jähriges Bestandsjubliäum mit einem Singen am [[18. Mai]] [[1975]] auf der Richterhöhe. Sie fand dann bei strömenden Regen unter der von [[Max Gehmacher (Professor)|Max Gehmacher]] [[1931]] gepflanzten ''Volksliedlinde'' statt.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=F%2FPadPhZJcHRbI4OD8wEimBscTr8mFCDVzGrEvvpctY3I6cxod0XI88rNskWvMJwspBS98GBPcTh3Zah0jmoPyoWaN9A%2FEbO8uOxYS%2Bn8%2B2BZnHRKwyjcteTW0YMUiKx&id1=19750619_05&q=Richterh%25C3%25B6he#slide5 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 19. Juni 1975, Seite 5</ref> |
| | | | |
| − | Am Montag, den [[5. Mai]] [[1969]] war um 16 Uhr eine neue Linde gepflanzt worden, die die alte von Prof. Gehmacher ersetzen soll. Dieser war [[1967]] von einem [[Blitz]] getroffen worden und starb ab.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=9oMm4tNGqT9HT2hZV5ZM80z4Z%2Fivhd2gy3ENvbmPVmVTESHgyoFnIRjmxUGcYhmahhcVD68raGJ2s6hDoogFoRAyClTGIJWApaAD3zYoBTNedcsClynYxQaJKd29z99y&id1=19690505_03&q=Richterh%25C3%25B6he#slide3 www.sn.at], Archiv SN, 5. Mai 1969, Seite 3</ref> | + | Am Montag, den [[5. Mai]] [[1969]], war um 16 Uhr eine neue Linde gepflanzt worden, die die alte von Prof. Gehmacher ersetzen soll. Dieser war [[1967]] von einem [[Blitz]] getroffen worden und starb ab.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=9oMm4tNGqT9HT2hZV5ZM80z4Z%2Fivhd2gy3ENvbmPVmVTESHgyoFnIRjmxUGcYhmahhcVD68raGJ2s6hDoogFoRAyClTGIJWApaAD3zYoBTNedcsClynYxQaJKd29z99y&id1=19690505_03&q=Richterh%25C3%25B6he#slide3 www.sn.at], Archiv SN, 5. Mai 1969, Seite 3</ref> |
| | | | |
| | == Bilder == | | == Bilder == |