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==Geschichte, Verwandtschaft  und Lebensraum ==
 
==Geschichte, Verwandtschaft  und Lebensraum ==
 
Bereits im Jahr [[1600]] scheint in den Aufzeichnungen des Augsburger Kaufmannes Philipp Hainhofer ein Handel mit „Pintzger Ochsen“ auf. Trotzdem blieben die regionaltypischen Bezeichnungen bis Mitte des [[19. Jahrhundert]] erhalten. In den Salzburger Gebirgsgauen hieß das Pinzgauer Rind  Pinzgauer oder Pongauer, im österreichischen Alpenvorland Salzburger Schecken, in Kärnten nannte man sie Mölltaler, in Tirol Brixentaler oder Großachentaler, in Bayern Traunsteiner oder Berchtesgadener. An den bayrischen Grenzen zu Salzburg nannte man sie Bistumskühe und an den Grenzen zu Tirol Tiroler Rückenschecken.
 
Bereits im Jahr [[1600]] scheint in den Aufzeichnungen des Augsburger Kaufmannes Philipp Hainhofer ein Handel mit „Pintzger Ochsen“ auf. Trotzdem blieben die regionaltypischen Bezeichnungen bis Mitte des [[19. Jahrhundert]] erhalten. In den Salzburger Gebirgsgauen hieß das Pinzgauer Rind  Pinzgauer oder Pongauer, im österreichischen Alpenvorland Salzburger Schecken, in Kärnten nannte man sie Mölltaler, in Tirol Brixentaler oder Großachentaler, in Bayern Traunsteiner oder Berchtesgadener. An den bayrischen Grenzen zu Salzburg nannte man sie Bistumskühe und an den Grenzen zu Tirol Tiroler Rückenschecken.
Enge Verwandte des Pinzgauer Rindes sind das Mölltaler, das Pustertaler, das Tuxer und das Zillertaler Rind, für die sich letztlich mit „Pinzgauer“ eine gemeinsame Bezeichnung durchsetzte, die in dieser Bedeutung im Jahr [[1846]] zum ersten Mal verwendet wurde. Auch die [[Ennstaler Bergschecken]] sind mit dem Pinzgauer Rind eng verwandt.
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Enge Verwandte des Pinzgauer Rindes sind das Mölltaler, das Pustertaler, das Tuxer und das Zillertaler Rind, für die sich letztlich mit „Pinzgauer“ eine gemeinsame Bezeichnung durchsetzte, die in dieser Bedeutung im Jahr [[1846]] zum ersten Mal verwendet wurde. Auch die [[enns:Ennstaler Bergschecken]] sind mit dem Pinzgauer Rind eng verwandt.
    
== Entwicklung und Stellenwert ==
 
== Entwicklung und Stellenwert ==
 
Im Jahr [[1856]] erregten die Pinzgauer bei der Weltausstellung in Paris das erste Mal internationales Aufsehen. Die Auswahl der Ausstellungstiere traf man bei einer Landesschau in Salzburg, zu der nur Vertreter der Original-Pinzgauer-Rasse, die Rauriser eingeschlossen, zugelassen wurden. Bis München musste man die Tiere zu Fuß treiben. Ab München wurden sie per Eisenbahn nach Paris gebracht. Sieben der zwölf in Paris präsentierten Pinzgauer erhielten hohe Auszeichnungen. In der Folge wurden die großen landwirtschaftlichen Ausstellungen, [[1857]] in Wien, [[1863]] in Hamburg, [[1864]] und [[1865]] in Salzburg mit großen „Musterkollektionen des Pinzgauischen Rinderstammes“ beschickt.  
 
Im Jahr [[1856]] erregten die Pinzgauer bei der Weltausstellung in Paris das erste Mal internationales Aufsehen. Die Auswahl der Ausstellungstiere traf man bei einer Landesschau in Salzburg, zu der nur Vertreter der Original-Pinzgauer-Rasse, die Rauriser eingeschlossen, zugelassen wurden. Bis München musste man die Tiere zu Fuß treiben. Ab München wurden sie per Eisenbahn nach Paris gebracht. Sieben der zwölf in Paris präsentierten Pinzgauer erhielten hohe Auszeichnungen. In der Folge wurden die großen landwirtschaftlichen Ausstellungen, [[1857]] in Wien, [[1863]] in Hamburg, [[1864]] und [[1865]] in Salzburg mit großen „Musterkollektionen des Pinzgauischen Rinderstammes“ beschickt.  
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Die Weltausstellung in Wien im Jahr [[1873]], bei der alle Rinderrassen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie vertreten waren, brachte dem Pinzgauer Rind erneut große Anerkennung. Vor allem die weiblichen Tiere wurden in ihrem Wert hervorgehoben und die Zugleistung der Ochsen fand ebenfalls besondere Würdigung. (Aber auch Jungkühe und Kalbinnen wurden vor den Holzpflug oder die Heufuhre gespannt und waren auf Bergbauernhöfen bis in die 60er Jahre des [[20. Jahrhundert]] noch dort und da im Einsatz).  
 
Die Weltausstellung in Wien im Jahr [[1873]], bei der alle Rinderrassen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie vertreten waren, brachte dem Pinzgauer Rind erneut große Anerkennung. Vor allem die weiblichen Tiere wurden in ihrem Wert hervorgehoben und die Zugleistung der Ochsen fand ebenfalls besondere Würdigung. (Aber auch Jungkühe und Kalbinnen wurden vor den Holzpflug oder die Heufuhre gespannt und waren auf Bergbauernhöfen bis in die 60er Jahre des [[20. Jahrhundert]] noch dort und da im Einsatz).  
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Die Leichtgängigkeit, Trittfestigkeit, Ausdauer und ihre feste Klaue befähigen das Pinzgauer Rind für den sommerlichen Auftrieb auf die Almen, der umgekehrt Gesundheit, Kraft und Ausdauer des Rindes fördert.
 
Die Leichtgängigkeit, Trittfestigkeit, Ausdauer und ihre feste Klaue befähigen das Pinzgauer Rind für den sommerlichen Auftrieb auf die Almen, der umgekehrt Gesundheit, Kraft und Ausdauer des Rindes fördert.
    
==Stammzuchtbetriebe, Zuchtordnung, Züchtervereinigungen==
 
==Stammzuchtbetriebe, Zuchtordnung, Züchtervereinigungen==
 
Zur Verbesserung der heimischen Rinderrassen wurden gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s sog. Stammzuchtbetriebe mit eigener Zuchtbuchführung und Milchleistungskontrolle gegründet. Darüber hinaus durften nur gekörte Stiere zur Zucht eingesetzt werden und auch  Aufzucht und Fütterung der Jungtiere unterlagen strengen Bestimmungen. Dafür wurden schon damals Fördermittel gewährt.  
 
Zur Verbesserung der heimischen Rinderrassen wurden gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s sog. Stammzuchtbetriebe mit eigener Zuchtbuchführung und Milchleistungskontrolle gegründet. Darüber hinaus durften nur gekörte Stiere zur Zucht eingesetzt werden und auch  Aufzucht und Fütterung der Jungtiere unterlagen strengen Bestimmungen. Dafür wurden schon damals Fördermittel gewährt.  
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Bekannte Stammzuchtbetriebe waren der Landwirtschaftsbetrieb von [[Schloss Grubhof]] in [[Lofer]],  Brandlhof und Bachwinkel in [[Saalfelden]] und Widrechtshausen in [[Uttendorf]], in denen zusammen mehr als 1000 Rinder gehalten wurden.  Alle genannten Betriebe gehörten zur >Schmidtmannschen Güterdirektion<, Besitzer war Hermann Schmidtmann, Düngemittelfabrikant aus Schmalkalden in Thüringen. Der Erfolg dieser Betriebe führte zur Nachahmung, wobei neben anderen bedeutenden Gütern in den benachbarten Bundesländern besonders die Fürstlich Liechtensteinschen Besitzungen [[Schloss Fischhorn]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]], damals Bruck im Pinzgau, zu erwähnen sind. Große Stammzuchtbetriebe allein konnten die züchterische Verbesserung des Pinzgauer Rindes aber nicht auf Dauer gewährleisten.
 
Bekannte Stammzuchtbetriebe waren der Landwirtschaftsbetrieb von [[Schloss Grubhof]] in [[Lofer]],  Brandlhof und Bachwinkel in [[Saalfelden]] und Widrechtshausen in [[Uttendorf]], in denen zusammen mehr als 1000 Rinder gehalten wurden.  Alle genannten Betriebe gehörten zur >Schmidtmannschen Güterdirektion<, Besitzer war Hermann Schmidtmann, Düngemittelfabrikant aus Schmalkalden in Thüringen. Der Erfolg dieser Betriebe führte zur Nachahmung, wobei neben anderen bedeutenden Gütern in den benachbarten Bundesländern besonders die Fürstlich Liechtensteinschen Besitzungen [[Schloss Fischhorn]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]], damals Bruck im Pinzgau, zu erwähnen sind. Große Stammzuchtbetriebe allein konnten die züchterische Verbesserung des Pinzgauer Rindes aber nicht auf Dauer gewährleisten.
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[[1895]] wurde auch die erste Zuchtordnung für die Reinzucht und Veredelung des Pinzgauer Rindes erlassen und die Bauern nahmen nun die züchterische Leistung selbst in die Hand. Im Salzburger  Stammzuchtgebiet und in den umliegenden Bundesländern entstanden Viehzuchtgenossenschaften. Als Verbindungswege zwischen den Zuchtgebieten nördlich und südlich der [[Hohe Tauern]] dienten die bekannten Übergänge am [[Krimmler Tauern]] am [[Felber Tauern]] und [[Matreier Tauern]], am [[Rauriser Tauern]], am [[Fuscher Tauern]] und am [[Radstädter Tauern]].
 
[[1895]] wurde auch die erste Zuchtordnung für die Reinzucht und Veredelung des Pinzgauer Rindes erlassen und die Bauern nahmen nun die züchterische Leistung selbst in die Hand. Im Salzburger  Stammzuchtgebiet und in den umliegenden Bundesländern entstanden Viehzuchtgenossenschaften. Als Verbindungswege zwischen den Zuchtgebieten nördlich und südlich der [[Hohe Tauern]] dienten die bekannten Übergänge am [[Krimmler Tauern]] am [[Felber Tauern]] und [[Matreier Tauern]], am [[Rauriser Tauern]], am [[Fuscher Tauern]] und am [[Radstädter Tauern]].
    
=====Pinzgauer Ochsen oder „Übertäuerer“=====
 
=====Pinzgauer Ochsen oder „Übertäuerer“=====
 
Die Bezeichnung „Übertäuerer“ leitet sich vom Überschreiten der Tauern ab. Die Ochsenzucht erfolgte vor allem im [[Lungau]], in der angrenzenden [[Steiermark]], im nördlichen [[Kärnten]] und im benachbarten [[Osttirol]]. Die Pinzgauer Ochsen zogen ihre Last entweder mittels Kummetanspannung oder  mittels  Jochanspannung.  
 
Die Bezeichnung „Übertäuerer“ leitet sich vom Überschreiten der Tauern ab. Die Ochsenzucht erfolgte vor allem im [[Lungau]], in der angrenzenden [[Steiermark]], im nördlichen [[Kärnten]] und im benachbarten [[Osttirol]]. Die Pinzgauer Ochsen zogen ihre Last entweder mittels Kummetanspannung oder  mittels  Jochanspannung.  
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Pinzgauer Ochsen wurden aufgrund ihrer „Marschtüchtigkeit“ und ihrer verlässlichen Zugleistung z. B. gerne für Brauereien gekauft und waren bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft auch zahlreich in norddeutschen Zuckerrübenanbaugebieten eingesetzt. Die [[Stieglbrauerei]] in Salzburg verwendete vor dem [[Pinzgauer Noriker]]Pferd Pinzgauer Ochsen als Zugtiere. Die  Bergknappen auf dem [[Dürrnberg]] setzten sie ebenfalls für Zugarbeiten ein. Aber auch das Fleisch der Ochsen war sehr geschätzt und wurde bis Frankreich exportiert. „Nach Baron Freiherr von Crailsheim >gingen die berühmten Übertäuerer-Ochsen zur Arbeit und dann zur Mast, stets weiter nach Bayern hinein, von einer Hand zur anderen, bis sie dem Beile verfielen oder zu dem selben Zwecke nach Frankreich gebracht wurden, wo sie wegen ihres saftigen Fleisches hoch geschätzt waren.<“
 
Pinzgauer Ochsen wurden aufgrund ihrer „Marschtüchtigkeit“ und ihrer verlässlichen Zugleistung z. B. gerne für Brauereien gekauft und waren bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft auch zahlreich in norddeutschen Zuckerrübenanbaugebieten eingesetzt. Die [[Stieglbrauerei]] in Salzburg verwendete vor dem [[Pinzgauer Noriker]]Pferd Pinzgauer Ochsen als Zugtiere. Die  Bergknappen auf dem [[Dürrnberg]] setzten sie ebenfalls für Zugarbeiten ein. Aber auch das Fleisch der Ochsen war sehr geschätzt und wurde bis Frankreich exportiert. „Nach Baron Freiherr von Crailsheim >gingen die berühmten Übertäuerer-Ochsen zur Arbeit und dann zur Mast, stets weiter nach Bayern hinein, von einer Hand zur anderen, bis sie dem Beile verfielen oder zu dem selben Zwecke nach Frankreich gebracht wurden, wo sie wegen ihres saftigen Fleisches hoch geschätzt waren.<“
    
==Situation und Zuchtziel im 20. und 21. Jahrhundert==
 
==Situation und Zuchtziel im 20. und 21. Jahrhundert==
 
„Viehhandel bei Haus“ und Zuchtviehversteigerungen  trugen Wesentliches zur Vermarktung, Weiterentwicklung und Bekanntheit des Pinzgauer Rindes bei. Der wichtigste Umschlagplatz für den Viehhandel war die Stadt Salzburg und ihre Umgebung. Große Bedeutung für die Vermarktung des Pinzgauer Rindes im Salzburger Land hatten auch die Viehmärkte in [[Mittersill]], [[Maishofen]], [[Saalfelden]], [[St. Johann im Pongau]], [[Radstadt]], [[Tamsweg]], [[Mauterndorf]] und [[Abtenau]].
 
„Viehhandel bei Haus“ und Zuchtviehversteigerungen  trugen Wesentliches zur Vermarktung, Weiterentwicklung und Bekanntheit des Pinzgauer Rindes bei. Der wichtigste Umschlagplatz für den Viehhandel war die Stadt Salzburg und ihre Umgebung. Große Bedeutung für die Vermarktung des Pinzgauer Rindes im Salzburger Land hatten auch die Viehmärkte in [[Mittersill]], [[Maishofen]], [[Saalfelden]], [[St. Johann im Pongau]], [[Radstadt]], [[Tamsweg]], [[Mauterndorf]] und [[Abtenau]].
Die bayrischen Pinzgauer Züchter hatten schon [[1896]] einen Verband für die Reinzucht gegründet. Die Verbandsgründungen im gesamten Pinzgauer Zuchtgebiet erfolgten von dort an in allen Teilregionen.  
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Die bayrischen Pinzgauer Züchter hatten schon [[1896]] einen Verband für die Reinzucht gegründet. Die Verbandsgründungen im gesamten Pinzgauer Zuchtgebiet erfolgten von dort an in allen Teilregionen.
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Im Jahr [[1931]] wurden die ersten Pinzgauer Kühe in das Rinderleistungsbuch eingetragen. Basis für die Eintragung waren sog. Sonderleistungsprüfungen.  
 
Im Jahr [[1931]] wurden die ersten Pinzgauer Kühe in das Rinderleistungsbuch eingetragen. Basis für die Eintragung waren sog. Sonderleistungsprüfungen.  
 
Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer Rinderzuchtverbände erfolgte [[1950]] in [[Zell am See]] und hatte ihren Sitz in Salzburg. Trotz der schwierigen Situation in der Nachkriegszeit, die Technisierung und Motorisierung der Landwirtschaft, wurde züchterisch weiterhin an der Mehrfachnutzung in Milch, Fleisch und Arbeit festgehalten:
 
Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer Rinderzuchtverbände erfolgte [[1950]] in [[Zell am See]] und hatte ihren Sitz in Salzburg. Trotz der schwierigen Situation in der Nachkriegszeit, die Technisierung und Motorisierung der Landwirtschaft, wurde züchterisch weiterhin an der Mehrfachnutzung in Milch, Fleisch und Arbeit festgehalten:
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„Die Züchtung eines gesunden, widerstandsfähigen sowie fruchtbaren und langlebigen Rindes, das frohwüchsig und futterdankbar ist und mit diesen Eigenschaften bei hoher Milch- und Fettleistung und hervorragender Mastfähigkeit auch eine gute Anpassungsfähigkeit an Boden und Klima verbindet. Besonderer Wert wird auf mittelgroße, breite und sehr tiefrumpfige Tiere, auf ein geräumiges, schön geformtes, fest anliegendes Euter, auf volle Ausbildung der wertvollen Fleischpartien, auf kräftige, trockene, korrekte Gliedmaßen mit harten Klauen und freien, räumigen Gängen als Voraussetzung für Alpweidegang und Arbeitstüchtigkeit, aber auch für lange Stallhaltung gelegt.“  
 
„Die Züchtung eines gesunden, widerstandsfähigen sowie fruchtbaren und langlebigen Rindes, das frohwüchsig und futterdankbar ist und mit diesen Eigenschaften bei hoher Milch- und Fettleistung und hervorragender Mastfähigkeit auch eine gute Anpassungsfähigkeit an Boden und Klima verbindet. Besonderer Wert wird auf mittelgroße, breite und sehr tiefrumpfige Tiere, auf ein geräumiges, schön geformtes, fest anliegendes Euter, auf volle Ausbildung der wertvollen Fleischpartien, auf kräftige, trockene, korrekte Gliedmaßen mit harten Klauen und freien, räumigen Gängen als Voraussetzung für Alpweidegang und Arbeitstüchtigkeit, aber auch für lange Stallhaltung gelegt.“  
    
=====Einkreuzungsversuch mit Red Friesian und Mutterkuh-Haltung=====
 
=====Einkreuzungsversuch mit Red Friesian und Mutterkuh-Haltung=====
 
Neuen Marktanforderungen wollte man mit neuen Zuchtversuchen begegnen. [[1969]] wurde der Versuch der Einzüchtung mit der roten Variante der Weltmilchrasse der Holstein Friesian beschlossen. Man versprach sich davon Verbesserungen in der Milchleistung, in der Euterform und in der Melkbarkeit. In den Milchwirtschaftsbetrieben des Alpenvorlandes wurden diese Kreuzungen bevorzugt angekauft. Die Züchter der Berggebiete bezweifelten diese Maßnahme eher und sorgten sich um die Entwicklung des Pinzgauer Rindes. Tatsache ist, dass der Bestand der Reinform des Pinzgauer Rindes durch diese Einkreuzungen sehr zurück gegangen ist.  
 
Neuen Marktanforderungen wollte man mit neuen Zuchtversuchen begegnen. [[1969]] wurde der Versuch der Einzüchtung mit der roten Variante der Weltmilchrasse der Holstein Friesian beschlossen. Man versprach sich davon Verbesserungen in der Milchleistung, in der Euterform und in der Melkbarkeit. In den Milchwirtschaftsbetrieben des Alpenvorlandes wurden diese Kreuzungen bevorzugt angekauft. Die Züchter der Berggebiete bezweifelten diese Maßnahme eher und sorgten sich um die Entwicklung des Pinzgauer Rindes. Tatsache ist, dass der Bestand der Reinform des Pinzgauer Rindes durch diese Einkreuzungen sehr zurück gegangen ist.  
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In den letzten Jahrzehnten gewann auch die [[Mutterkuh-Haltung]] immer mehr an Bedeutung, da sie wesentlich weniger arbeitsintensiv ist. Diese Form der „Einnutzung“ des Pinzgauer Rindes wurde zuerst in den außereuropäischen Ländern, im afrikanischen Raum, in Nord- und Südamerika, in Australien und in Neuseeland praktiziert, wo es bereits große Bestände an Pinzgauer Rindern gab und gibt.
 
In den letzten Jahrzehnten gewann auch die [[Mutterkuh-Haltung]] immer mehr an Bedeutung, da sie wesentlich weniger arbeitsintensiv ist. Diese Form der „Einnutzung“ des Pinzgauer Rindes wurde zuerst in den außereuropäischen Ländern, im afrikanischen Raum, in Nord- und Südamerika, in Australien und in Neuseeland praktiziert, wo es bereits große Bestände an Pinzgauer Rindern gab und gibt.
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[[1989]] versuchte man durch Neuformulierung und Anpassung des Zuchtzieles eine passende  Antwort auf die Herausforderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen, die sich bis dahin radikal verändert hatten und immer noch verändern, zu finden. Die wesentlichen Punkte  kurzgefasst:
 
[[1989]] versuchte man durch Neuformulierung und Anpassung des Zuchtzieles eine passende  Antwort auf die Herausforderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen, die sich bis dahin radikal verändert hatten und immer noch verändern, zu finden. Die wesentlichen Punkte  kurzgefasst:
 
Die Weiterentwicklung  des Pinzgauer Rindes als Zweinutzungsrind, wobei der Red Friesian Anteil 25 % nicht übersteigen sollte, damit der ursprüngliche Charakter der Rasse erhalten bleibt,  
 
Die Weiterentwicklung  des Pinzgauer Rindes als Zweinutzungsrind, wobei der Red Friesian Anteil 25 % nicht übersteigen sollte, damit der ursprüngliche Charakter der Rasse erhalten bleibt,  
eine durchschnittliche Laktationsleistung von 6000 kg Milch ab der dritten Laktation,
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die Förderung der Fleischleistung als zweite wichtige Zuchtzielkomponente bei gleichzeitigem Erhalt der Fleischqualität,
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eine durchschnittliche Laktationsleistung von 6&nbsp;000 kg Milch ab der dritten Laktation, die Förderung der Fleischleistung als zweite wichtige Zuchtzielkomponente bei gleichzeitigem Erhalt der Fleischqualität, die weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch größtmöglichen Einsatz wirtschaftseigenen Futters, Erhalt guter Fruchtbarkeit, sowie Frohwüchsigkeit und Anpassungsfähigkeit. Dieses Zuchtziel wurde in der Zwischenzeit etwas adaptiert (siehe Weblink).
die weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch größtmöglichen Einsatz wirtschaftseigenen Futters, Erhalt guter Fruchtbarkeit, sowie Frohwüchsigkeit und Anpassungsfähigkeit.  
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Dieses Zuchtziel wurde in der Zwischenzeit etwas adaptiert (siehe Weblink).
      
==Ausblick==
 
==Ausblick==
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
* Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer Rinderzuchtverbände in Maishofen, Frau Christina Sendlhofer
 
* Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer Rinderzuchtverbände in Maishofen, Frau Christina Sendlhofer
   
* Emil Hoffmann, Lexikon der Steinzeit“, S. 84 – 85, becklsche Reihe, Verlag C.H. Beck, München 1999
 
* Emil Hoffmann, Lexikon der Steinzeit“, S. 84 – 85, becklsche Reihe, Verlag C.H. Beck, München 1999
   
* Hans Stöckl, „Pinzgauer“, Eine österreichische Rinderrasse mit Tradition. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft Pinzgauer Rinderzuchtverbände, Maishofen 1998
 
* Hans Stöckl, „Pinzgauer“, Eine österreichische Rinderrasse mit Tradition. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft Pinzgauer Rinderzuchtverbände, Maishofen 1998
   
* Michael Jungmeier und Judith Drapela, "Almen", [[Nationalpark Hohe Tauern]], Universitätsverlag Carinthia Klagenfurt, 2004 Nationalparkrat
 
* Michael Jungmeier und Judith Drapela, "Almen", [[Nationalpark Hohe Tauern]], Universitätsverlag Carinthia Klagenfurt, 2004 Nationalparkrat
  

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