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| − | '''Mit dem Motorrad auf den Großglockner''', umgangssprachlich, fuhr man schon bevor [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde. | + | '''Mit dem Motorrad auf den Großglockner''' fuhr man umgangssprachlich schon bevor [[1935]] die [[Großglockner Hochalpenstraße]] eröffnet wurde. |
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| | == Fahrten vor 1935 == | | == Fahrten vor 1935 == |
| − | Auf [[Bundesland Salzburg|Salzburger]] Seite führte von [[Ferleiten]] bis 1935 lediglich ein Fußweg über das [[Hochtor (Kärnten)|Hochtor]] nach [[Heiligenblut]]. Von der [[Embachkapelle]] im [[Dorf Fusch]] gab es seit [[1905]] eine Straße bis Ferleiten. Von Ferleiten über den [[Tauern]] wurde die Straße aber erst im Zuge der Errichtung der Großglockner Hochalpenstraße gebaut. Eine erste Befahrung der Großglockner Hochalpenstraße in ihrer gesamten Länge fand erst am [[22. September]] [[1934]] über der damals noch nicht fertiggestellte [[Scheitelstrecke der Großglockner Hochalpenstraße|Scheitelstrecke]] statt. Sie erfolgte mit einem für diese Fahr extra umgebauten "Steyr 100" (siehe [[Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße]]). | + | Auf [[Bundesland Salzburg|Salzburger]] Seite führte von [[Ferleiten]] bis 1935 lediglich ein Fußweg über das [[Hochtor (Kärnten)|Hochtor]] nach [[Heiligenblut]]. Von der [[Embachkapelle]] im [[Dorf Fusch]] gab es seit [[1905]] die [[Ferleitenstraße]] bis Ferleiten. Eine erste Befahrung der Großglockner Hochalpenstraße in ihrer gesamten Länge fand erst am [[22. September]] [[1934]] über der damals noch nicht fertiggestellte [[Scheitelstrecke der Großglockner Hochalpenstraße|Scheitelstrecke]] statt, siehe [[Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße]]. |
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| − | Die unten genannten Motorradfahrer Rübelt und von Eberhorst hatten im Sommer [[1927]] eine Auffahrt von Salzburger Seite aus versucht. Sie kamen bis Ferleiten, drehten aber nach ersten Erkundungen des weiteren Weges und der Tatsache, dass sie sowieso nur bis zum Hochtor kämen, wieder um und nahmen die Auffahrt über Heiligenblut vor. Die Fahrt dorthin führte aus dem [[Fuscher Tal]] durch das [[Salzachtal]] über den [[Radstädter Tauern]], wo gerade das [[Internationales Tauernrennen|Internationale Tauernrennen]] stattfand, sowie den [[Katschberg]] nach [[Kärnten]]. | + | Die beiden Motorradfahrer Rübelt und von Eberhorst hatten im Sommer [[1927]] eine Auffahrt zum Hochtor von Salzburger Seite aus versucht. Sie kamen bis Ferleiten, drehten aber nach ersten Erkundungen des weiteren Weges und der Tatsache, dass sie sowieso nur bis zum Hochtor kämen, wieder um und nahmen die Auffahrt über Heiligenblut vor. Die Fahrt dorthin führte aus dem [[Fuscher Tal]] durch das [[Salzachtal]] über den [[Radstädter Tauern]], wo gerade das [[Internationales Tauernrennen|Internationale Tauernrennen]] stattfand, sowie den [[Katschberg]] nach [[Kärnten]]. |
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| − | Von Heiligenblut aus gab es bereits die [[Alte Glocknerhausstraße]] bis zum [[Glocknerhaus]], die auch für Automobile befahrbar war. Vom Glocknerhaus zum [[Kaiser Franz Josef Haus]] führte dann nur mehr ein besserer Weg über Stock und Stein. Diesen befuhr man bereits vor 1932 mit Motorrädern. | + | Von Heiligenblut aus gab es bereits die [[Alte Glocknerhausstraße]] bis zum [[Glocknerhaus]], die auch für Automobile befahrbar war. Vom Glocknerhaus zum [[Kaiser Franz Josef Haus]] führte dann nur mehr ein besserer Weg über Stock und Stein. Diesen befuhr man bereits vor [[1932]] mit Motorrädern. |
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| | == Fahrten im Sommer 1927 == | | == Fahrten im Sommer 1927 == |
| − | Man kann deshalb sehr genau sagen, wann wer "am Großglockner" war, weil es Eintragungen im Hüttenbuch gibt: | + | Man kann deshalb sehr genau sagen, wann wer "am Großglockner" war, weil es Eintragungen im Hüttenbuch des "Kaiser-Franz-Josef-Hauses" gibt: |
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| − | * [[23. August]] [[1927]]: [[Lothar Rübelt]], cand. ing. Wien; auf ''Brough Superior'' 680 cm³ und Robert Eberan von Eberhorst, cand. ing. Wien, auf ''Matchless'' M 3 S'' 1 000 cm³ "... vom Glocknerhaus in 11 min" [zum Kaiser Franz Josefs Haus] schreibt Rübelt in seinem Reisebericht. Resi und Cilly, die beiden Angestellten des Kaiser Franz Josef Hauses, sagten auch aus, dass 1927 nur die beiden oben erwähnten Motorräder die Höhe erklommen hätten.<ref name="M1928">"Das Motorrad", 15. September 1928, Ausgabe 82, Seite 90</ref> | + | * [[23. August]] [[1927]]: [[Lothar Rübelt]], cand. ing. [[Wien]]; auf ''Brough Superior'' 680 cm³ und Robert Eberan von Eberhorst, cand. ing. Wien, auf ''Matchless'' M 3 S'' 1 000 cm³ "... vom Glocknerhaus in 11 min" [zum Kaiser Franz Josefs Haus] schreibt Rübelt in seinem Reisebericht. Resi und Cilly, die beiden Angestellten des Kaiser Franz Josef Hauses, sagten auch aus, dass 1927 nur die beiden oben erwähnten Motorräder die Höhe erklommen hätten.<ref name="M1928">"Das Motorrad", 15. September 1928, Ausgabe 82, Seite 90</ref> |
| − | * Denn Ernst Dotzler aus Wien soll ebenfalls im Sommer 1927 von Heiligenblut kommend bis zum Kaiser Franz Josef Haus mit einer damals bereits zehn Jahre alten ''Della Frera'' gefahren sein. In einem Artikel der Quelle<ref>"Das Motorrad", 15. Jänner 1928, Ausgabe 66, Seite 33f</ref> behauptet Dotzler, er sei der Erste mit einem Motorrad dort oben gewesen und hätte Rübelt und von Eberhorst am Rückweg getroffen, die erst im Anmarsch gewesen seien. | + | * Denn Ernst Dotzler aus Wien soll ebenfalls im Sommer 1927 von Heiligenblut kommend bis zum "Kaiser Franz Josef Haus" mit einer damals bereits zehn Jahre alten ''Della Frera'' (einem Motorrad aus der norditalienischen Provinz Varese) gefahren sein. In einem Artikel<ref>"Das Motorrad", 15. Jänner 1928, Ausgabe 66, Seite 33f</ref> behauptet Dotzler, er sei der Erste mit einem Motorrad dort oben gewesen und hätte Rübelt und von Eberhorst am Rückweg getroffen, die erst im Anmarsch gewesen seien. |
| − | : Diese Behauptung widerlegt aber Rübelt in einem späteren Artikel, da im "Das Motorrad"<ref>"Das Motorrad", 1. Juli 1928, Ausgabe 77, Seite 41</ref> Lothar Rübelt schreibt, dass sein Freund und er nach gelungener Auffahrt (belegt übrigens mit einem Bild) zum Kaiser Franz Josef Haus, den Heimweg nach Wien mit der [[Tauernschleuse]] ins [[Gasteiner Tal]] antraten. Da Dotzler seinerseits schreibt, auf "seinem" Heimweg wären "drei" Motorräder auf dem Schleusenzug gestanden, die beiden von Rübelt und von Eberan sowie seine, hätten sie sich wohl oben beim Großglockner treffen müssen oder zumindest hätte man dort von "drei" Motorrädern gewusst und nicht, siehe Hüttenbucheintragung, nur von "zwei". Rübelt war dann im Sommer [[1928]] nochmals zum Kaiser Franz Josef Haus hinaufgefahren, um die eingangs erwähnte Hüttenbucheintragung zu überprüfen.<ref name="M1928"></ref> | + | : Diese Behauptung widerlegt aber Rübelt in einem späteren Artikel.<ref>"Das Motorrad", 1. Juli 1928, Ausgabe 77, Seite 41</ref> Lothar Rübelt schreibt darin, dass sein Freund und er nach gelungener Auffahrt (belegt übrigens mit einem Bild) zum "Kaiser Franz Josef Haus", den Heimweg nach Wien mit der [[Tauernschleuse]] ins [[Gasteiner Tal]] antraten. Da Dotzler seinerseits schreibt, auf "seinem" Heimweg wären "drei" Motorräder auf dem Schleusenzug gestanden, die beiden von Rübelt und von Eberan sowie seine, hätten sie sich wohl oben beim Großglockner treffen müssen oder zumindest hätte man dort von "drei" Motorrädern gewusst und nicht, siehe Hüttenbucheintragung, nur von "zwei". Rübelt war dann im Sommer [[1928]] nochmals zum "Kaiser Franz Josef Haus hinaufgefahren", um die eingangs erwähnte Hüttenbucheintragung zu überprüfen.<ref name="M1928"></ref> |
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| − | * [[1928]]: Im August fuhr R. Scheibenreiter mit einer BMW 500 cm³ über Heiligenblut bis zum Kaiser Franz Josef Haus. Auf seiner Hinfahrt wohnte er in [[Radstadt]] im Hotel Post, auf der Rückfahrt übernachtete er in [[Werfen]] im Hotel "Zur Rieseneiswelt" (nicht ''Eisriesenwelt''!). Die Kosten für die Tauernschleuse betrugen damals für das Motorrad vier [[Schilling]] und achtzig Groschen, was für damalige Verhältnisse nicht billig war<ref>"Das Motorrad", Jahrgang 1929, Ausgabe 92</ref>. | + | * [[1928]]: Im August fuhr R. Scheibenreiter mit einer BMW 500 cm³ über Heiligenblut bis zum "Kaiser Franz Josef Haus". Auf seiner Hinfahrt wohnte er in [[Radstadt]] im Hotel Post, auf der Rückfahrt übernachtete er in [[Werfen]] im Hotel "Zur Rieseneiswelt" (nicht ''Eisriesenwelt''!). Die Kosten für die Tauernschleuse betrugen damals für das Motorrad vier [[Schilling]] und achtzig Groschen, was für damalige Verhältnisse nicht billig war.<ref>"Das Motorrad", Jahrgang 1929, Ausgabe 92</ref> |
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| | == Fahrten nach 1935 == | | == Fahrten nach 1935 == |
| − | Im Eröffnungsjahr der Großglockner Hochalpenstraßen, 1935, besuchten 5 482 Motorräder die Ausflugsstraße. [[1938]] waren es bereits 15 951 Motorräder. Auch im [[21. Jahrhundert]] hat diese Straße nichts von ihrer Faszination für Zweiräder verloren. So hat auch die [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]] (GROHAG) sich darauf eingestellt und beispielsweise auf der [[Edelweißspitze]] einen ''Bikers Point'' eingerichtet. Die bisher höchste Frequenz an Motorrädern zählte die GROHAG [[2013]] mit 90 548 Motorrädern. Der Tiefstand nach [[1945]] war im Jahr [[1968]] erreicht, als lediglich 2 071 Zweiräder die Straße passierten. | + | Im Eröffnungsjahr der Großglockner Hochalpenstraßen, 1935, besuchten 5 482 Motorräder die Ausflugsstraße. [[1938]] waren es bereits 15 951 Motorräder. Auch im [[21. Jahrhundert]] hat diese Straße nichts von ihrer Faszination für Zweiräder verloren. So hat sich auch die [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]] (GROHAG) darauf eingestellt und beispielsweise auf der [[Edelweißspitze]] einen ''Bikers Point'' eingerichtet. Die bisher höchste Frequenz an Motorrädern zählte die GROHAG [[2013]] mit 90 548 Motorrädern. Der Tiefstand nach [[1945]] war im Jahr [[1968]] erreicht, als lediglich 2 071 Zweiräder die Straße passierten. |
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| | === Entwicklung der Zahlen === | | === Entwicklung der Zahlen === |
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| | |<strong>1931 - 1950</strong>|| <strong>8 033 623</strong>|| <strong>1 450 773</strong>|| <strong>112 332</strong>|| <strong>404 245</strong>||<strong>57 545</strong> | | |<strong>1931 - 1950</strong>|| <strong>8 033 623</strong>|| <strong>1 450 773</strong>|| <strong>112 332</strong>|| <strong>404 245</strong>||<strong>57 545</strong> |
| | |- | | |- |
| − | | 1960|| 1 027 986|| 246 593|| 8 897|| 19 943|| 1.166 | + | | 1960|| 1 027 986|| 246 593|| 8 897|| 19 943|| 1 166 |
| | |- | | |- |
| | | 1965|| 1 087 024|| 291 287|| 6 931|| 5 114|| 462 | | | 1965|| 1 087 024|| 291 287|| 6 931|| 5 114|| 462 |
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| | == Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt == | | == Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt == |
| − | [[Peter Krackowizer]] hat auf seinen Internetseiten "[[80 Jahre Großglockner Hochalpenstraße (Blog)]]" eine zweiteilige Reportage über "Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt" zusammengestellt: | + | [[Peter Krackowizer]] hat auf seinen Internetseiten "[[80 Jahre Großglockner Hochalpenstraße (Blog)]]" eine zweiteilige Reportage über "Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt" veöffentlicht: |
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| − | * "Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt - Teil 1": [https://grossglocknerpanoramastrasse.wordpress.com/2017/08/11/mit-dem-motorrad-auf-den-grossglockner-einst-und-jetzt-teil-1/ zum Artikel im Internet] | + | * "Mit dem Motorrad auf den Großglockner einst und jetzt, Teil 1": [https://grossglocknerpanoramastrasse.wordpress.com/2017/08/11/mit-dem-motorrad-auf-den-grossglockner-einst-und-jetzt-teil-1/ zum Artikel im Internet] |
| − | * "Cucciolo und Fuchs-HMW: Das Motorrad erobert die Großglockner Hochalpenstraße, Teil 2": [https://grossglocknerpanoramastrasse.wordpress.com/2017/09/03/cucciolo-und-fuchs-hmw-das-motorrad-erobert-die-grossglockner-hochalpenstrasse-teil-2/ zum Artikel im Internet] | + | * "Cucciolo und Fuchs-[[HMW]]: Das Motorrad erobert die Großglockner Hochalpenstraße, Teil 2": [https://grossglocknerpanoramastrasse.wordpress.com/2017/09/03/cucciolo-und-fuchs-hmw-das-motorrad-erobert-die-grossglockner-hochalpenstrasse-teil-2/ zum Artikel im Internet] |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |