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| − | ==== Michaelsbogen ====
| + | Der '''Michaelsbogen''' ist ein Durchgang in der [[Salzburger Altstadt]] zwischen der dem heutigen Gebäude der [[Salzburger Landes-Hypothekenbank AG]] und der [[Filialkirche zum hl. Michael]] vom [[Waagplatz]] zum [[Residenzplatz]]. |
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| − | Der '''Michaelsbogen''' ist ein Durchgang zwischen der heutigen HYPO-Bank und der [[Filialkirche zum hl. Michael]] vom [[Waagplatz]] zum [[Residenzplatz]].
| + | == Auseinandersetzungen 1813 bis 1846 um den Durchgang == |
| | + | Auszüge aus einem ca. vier Zentimeter dicken Aktenbündel aus dem [[Archiv der Stadt Salzburg]] (AStS), worin [[Seraphin Kobler]], [[Höllbräu]]er]], gegen Wolfgang Mayr, Schiffwirt (ehemals [[Hôtel zum Goldnen Schiff]]), seit [[1919]] Sitz und Stammhaus der Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft), seit [[1814]] [bzw. [[1813]]<ref>siehe unten zum 10. Juli 1818</ref>] klagte, durch den Michaelsbogen freien Zugang zu bekommen. Er müsste sonst vom Waagplatz aus um das [[Café Glockenspiel]] und über den [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] einen Umweg nehmen. Das Höllbräu liegt in der [[Judengasse]], grenzt aber direkt an den Waagplatz. |
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| − | == Auseiandersetzungen 1813 bis 1846 um den Durchgang ==
| + | Der Michaelsbogen steht auf historischem Boden: Während sich im Kellergeschoss des Höllbräu die Grundmauern einer römischen Porta zur [[Salzach]] hin befindet, markiert gegenüber der Durchgang den Platz neben der [[Pfalz]]kapelle Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa|Friedrich Barbarossas]] um [[1170]] und die Grenze der damals befestigten Kaufmannssiedlung.<ref>''Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes'', hrsg. von [[Erich Marx]], Salzburg 1992, S. 24 und 25 mit entspr. Skizzen; vgl. auch S. 26 f.</ref> Heute ist das ein heller, freundlicher Durchgang (Residenzplatz Nr. 7). Damals, Anfang des [[19. Jahrhundert]]s, war das offenbar nicht so, und der Durchgang gehörte zum Haus des Schiffwirts. Die folgenden Akten reichen bis [[1846]]. [[Franziska Kobler]] erstritt sich schließlich das Durchgangsrecht in der letzten Instanz.<ref>Akten übertragen von [[Walter Schlegel]] (Salzburg), im Dezember 2023 überlassen an [[Otto Holzapfel]] ([[Freiburg im Breisgau]]) und von ihm geringfügig bearbeitet (/ = Zeilenwechsel; [Ergänzung]; ''Text'' kursiv wörtlich aus den Akten, sonst auch unmarkierte Zusammenfassungen bzw. Aktenbeschriftungen) und versuchsweise kommentiert. Ein Vergleich mit den Originalen war mir [O. H.] allerdings nicht möglich.</ref> |
| − | Auszüge aus einem ca. 4 cm dicken Aktenbündel aus dem Archiv der Stadt Salzburg (AStS, [[Stadtarchiv Salzburg]]), worin [[Seraphin Kobler]], Höllbräuer ([[Höllbräu]]), gegen Wolfgang Mayr, Schiffwirt (ehemals [[Hôtel zum Goldnen Schiff]]), heute HYPO-Bank (seit 1919 Sitz und Stammhaus der [[Salzburger Landes-Hypothekenbank Aktiengesellschaft]]), seit 1814 [bzw. 1813<ref>siehe unten zum 10. Juli 1818</ref>] klagte, durch den Michaelsbogen, gelegen zwischen Kirche und (heutiger) HYPO-Bank, freien Zugang zu bekommen. Er müsste sonst vom [[Waagplatz]] aus um das [[Café Glockenspiel]] und über den [[Mozartplatz]] einen Umweg nehmen. Das Höllbräu liegt in der Judengasse, grenzt aber direkt an den Waagplatz.
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| − | Der Michaelsbogen steht auf historischem Boden: Während sich im Kellergeschoss des Höllbräu die Grundmauern einer römischen Porta zur Salzach hin befindet, markiert gegenüber der Durchgang den Platz neben der Pfalzkapelle Kaiser Friedrich Barbarossas um 1170 und die Grenze der damals befestigten Kaufmannssiedlung.<ref>''Das »Höllbräu« zu Salzburg. Geschichte eines Braugasthofes'', hrsg. von [[Erich Marx]], Salzburg 1992, S. 24 und 25 mit entspr. Skizzen; vgl. auch S. 26 f.</ref> Heute ist das ein heller, freundlicher Durchgang (Residenzplatz Nr. 7). Damals, Anfang des 19. Jahrhunderts, war das offenbar nicht so, und der Durchgang gehörte zum Haus des Schiffwirts. Die folgenden Akten reichen bis 1846. [[Franziska Kobler]] erstritt sich schließlich das Durchgangsrecht in der letzten Instanz.<ref>Akten übertragen von [[Walter Schlegel]] (Salzburg), im Dezember 2023 überlassen an [[Otto Holzapfel]] (Freiburg i. Br.) und von ihm geringfügig bearbeitet (/ = Zeilenwechsel; [Ergänzung]; ''Text'' kursiv wörtlich aus den Akten, sonst auch unmarkierte Zusammenfassungen bzw. Aktenbeschriftungen) und versuchsweise kommentiert. Ein Vergleich mit den Originalen war mir [O. H.] allerdings nicht möglich.</ref> | |
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| | '''1846''' 4/1 [4. Jänner] Frau Fany Kobler mit 6 Mitstreitern hat um Bestätigung der Offenhaltung des Bogens zur Nachtzeit gebeten. / Bürgermeister Lergetporers Antwort: […] wird bestätigt, ''daß der Offenhaltung des Michaelsbogens zur Nachtzeit, wenn derselbe auf Kösten der Bittsteller durch eine Laterne beleuchtet wird'' [...] ''die Offenhaltung bei Tag, als auch zur Nachtzeit als wünschenswerth erscheinet.'' | | '''1846''' 4/1 [4. Jänner] Frau Fany Kobler mit 6 Mitstreitern hat um Bestätigung der Offenhaltung des Bogens zur Nachtzeit gebeten. / Bürgermeister Lergetporers Antwort: […] wird bestätigt, ''daß der Offenhaltung des Michaelsbogens zur Nachtzeit, wenn derselbe auf Kösten der Bittsteller durch eine Laterne beleuchtet wird'' [...] ''die Offenhaltung bei Tag, als auch zur Nachtzeit als wünschenswerth erscheinet.'' |
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| | + | == Quellen== |
| | + | <references/> |
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| − | == Einzelnachweise ==
| + | [[Kategorie:Geschichte]] |
| − | <references/>
| + | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] |
| | + | [[Kategorie:Altstadt]] |