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| | Mit dem Stimmbruch endeten Adlgassers Auftritte auf den beiden Schulbühnen (Kleine und [[Große Aula]]). Seine letzte Rolle hatte Adlgasser in der Finalkomödie am [[5. September]] 1746. Von nun an spielte Adlgasser vornehmlich als Organist und Komponist eine Rolle. | | Mit dem Stimmbruch endeten Adlgassers Auftritte auf den beiden Schulbühnen (Kleine und [[Große Aula]]). Seine letzte Rolle hatte Adlgasser in der Finalkomödie am [[5. September]] 1746. Von nun an spielte Adlgasser vornehmlich als Organist und Komponist eine Rolle. |
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| − | Beim Ausscheiden aus dem Kapellhaus am [[4. Juli]] [[1748]] erhielt Adlgasser, wie üblich, das sog. Ausmusterungskleid und ein "Handgeld". | + | Beim Ausscheiden aus dem [[Kapellhaus]] am [[4. Juli]] [[1748]] erhielt Adlgasser, wie üblich, das sog. Ausmusterungskleid und ein "Handgeld". |
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| | == Werdegang == | | == Werdegang == |
| | Das offizielle Anstellungsdatum als Hof- und Domorganist ist nicht verbürgt. Mit der Ernennung Eberlins durch Feb. [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] (reg. 1749–1753) Ende [[1749]] war somit die (erste) Organistenstelle im Dom und die eines "Accompagnisten" bei Hof frei geworden. Ob Adlgasser, als (unbezahlter?) "Accessist" (Anwärter) vorerst noch zu warten hatte, ist nicht bekannt. Seine Anstellung am Dom für die Hauptfeste und bei Hof als "Accompagnist" ("wenn gesungen wurde") dürfte im Laufe des Jahres [[1750]] erfolgt sein. | | Das offizielle Anstellungsdatum als Hof- und Domorganist ist nicht verbürgt. Mit der Ernennung Eberlins durch Feb. [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] (reg. 1749–1753) Ende [[1749]] war somit die (erste) Organistenstelle im Dom und die eines "Accompagnisten" bei Hof frei geworden. Ob Adlgasser, als (unbezahlter?) "Accessist" (Anwärter) vorerst noch zu warten hatte, ist nicht bekannt. Seine Anstellung am Dom für die Hauptfeste und bei Hof als "Accompagnist" ("wenn gesungen wurde") dürfte im Laufe des Jahres [[1750]] erfolgt sein. |
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| − | Der Schwerpunkt von Adlgassers kompositorischem Schaffen lag im Jahrzehnt 1750–[[1760]] im kirchenmusikalischen Bereich. Mit dem Tod Eberlins ([[1762]]) setzten Adlgassers regelmäßige Beiträge für die Universitätsbühnen (Schuldramen bzw. Finalkomödien) und die [[Residenz]] (Geistliche Singspiele) ein. | + | Der Schwerpunkt von Adlgassers kompositorischem Schaffen lag im Jahrzehnt 1750–[[1760]] im kirchenmusikalischen Bereich. Mit dem Tod Eberlins (1762) setzten Adlgassers regelmäßige Beiträge für die Universitätsbühnen (Schuldramen bzw. Finalkomödien) und die [[Residenz]] (Geistliche Singspiele) ein. |
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| | === Ehen und Kinder === | | === Ehen und Kinder === |
| − | Cajetan Adlgasser war dreimal verheiratet. In der am [[11. September]] [[1752]] im Dom geschlossene Ehe mit ''Josepha Eberlin'' (* [[1730]]; † [[1755]]), einer Tochter des Hofkapellmeisters, waren als Trauzeugen der Hofsänger ''Joseph Meisner'' (* [[1725]]; † [[1795]]) und der Hofgeiger ("chelista aulicus") [[Leopold Mozart]] zugegen. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: ''Maria Victoria Caecilia'' (* [[21. September]] [[1753]]; † [[16. Mai]] [[1821]]) und ''Joseph Cajetan Johannes Ernestus'' (* [[23. Jänner]] 1755; † [[3. März]] [[1756]]). | + | Cajetan Adlgasser war dreimal verheiratet. In der am [[11. September]] [[1752]] im Dom geschlossene Ehe mit ''Josepha Eberlin'' (* [[1730]]; † [[1755]]), einer Tochter des Hofkapellmeisters, waren als Trauzeugen der Hofsänger ''Joseph Meisner'' (* [[1725]]; † [[1795]]) und der Hofgeiger ("chelista aulicus") [[Leopold Mozart]] zugegen. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: ''Maria Victoria Caecilia'' (* [[21. September]] [[1753]]; † [[16. Mai]] [[1821]]) und ''Joseph Cajetan Johannes Ernestus'' (* [[23. Jänner]] 1755; † [[3. März]] 1756). |
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| − | Nach dem Tod von Josepha heiratete Cajetan Anton Adlgasser in der [[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä-Kirche]] am [[1. Juni]] [[1756]] ''Maria Barbara Schwab'' (* 1728; † 1768), die Tochter des feb. Obersilberdieners (und "Kammerportiers") ''Jakob Schwab'' († [[1768]]). Trauzeugen waren wiederum Meisner und Leopold Mozart, sowie Eberlin. In der zwölf Jahre währenden Ehe gab es acht Geburten, nur zwei Kinder erreichten das Erwachsenenalter: ''Maria Joseph Franz Xaver'' ([[8. Dezember]] [[1761]]; † [[3. Dezember]] [[1787]]) und ''Maria Anna Aloysia Barbara'' (* [[22. April]] [[1766]]; † [[10. Mai]] [[1838]]). Taufpaten der Kinder aus den beiden Ehen waren das begüterte Ehepaar ''Georg Joseph'' (* [[1710]]; † [[1760]]) und ''Maria Victoria'' (* [[1716]]; † [[1783]]) [[Robinig von Rottenfeld]]. | + | Nach dem Tod von Josepha heiratete Cajetan Anton Adlgasser in der [[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä-Kirche]] am [[1. Juni]] 1756 ''Maria Barbara Schwab'' (* 1728; † 1768), die Tochter des feb. Obersilberdieners (und "Kammerportiers") ''Jakob Schwab'' († [[1768]]). Trauzeugen waren wiederum Meisner und Leopold Mozart, sowie Eberlin. In der zwölf Jahre währenden Ehe gab es acht Geburten, nur zwei Kinder erreichten das Erwachsenenalter: ''Maria Joseph Franz Xaver'' ([[8. Dezember]] [[1761]]; † [[3. Dezember]] [[1787]]) und ''Maria Anna Aloysia Barbara'' (* [[22. April]] [[1766]]; † [[10. Mai]] [[1838]]). Taufpaten der Kinder aus den beiden Ehen waren das begüterte Ehepaar ''Georg Joseph'' (* [[1710]]; † [[1760]]) und ''Maria Victoria'' (* [[1716]]; † [[1783]]) [[Robinig von Rottenfeld]]. |
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| | In dritter Ehe heiratete Cajetan Anton Adlgasser am [[19. Juni]] [[1769]] in der [[St. Salvator-Kirche|Corpus-Christi-Kirche]] an der [[Kaigasse]] die "Hofsingerin" ''Maria Anna Fesemayr'' (* [[1743]]; † [[1782]]); der Vater der Braut war der feb. Hofstaller ''Matthias Fesemayr''. Trauzeugen gab es diesmal vier, nämlich den "hochf. Secretär und Hofrats Registrator" ''Nicolaus Strasser'' (* [[1734]]; † [[1804]]), die beiden Hofsänger ''Meisner'' und ''Spitzeder'', sowie den Vice-Kapellmeister ''Leopold Mozart''. Dessen Sohn, der elfjährige ''Wolfgang'', übernahm die Rolle als Brautführer ("Sponsae paranymphus"). Die Ehe blieb kinderlos. | | In dritter Ehe heiratete Cajetan Anton Adlgasser am [[19. Juni]] [[1769]] in der [[St. Salvator-Kirche|Corpus-Christi-Kirche]] an der [[Kaigasse]] die "Hofsingerin" ''Maria Anna Fesemayr'' (* [[1743]]; † [[1782]]); der Vater der Braut war der feb. Hofstaller ''Matthias Fesemayr''. Trauzeugen gab es diesmal vier, nämlich den "hochf. Secretär und Hofrats Registrator" ''Nicolaus Strasser'' (* [[1734]]; † [[1804]]), die beiden Hofsänger ''Meisner'' und ''Spitzeder'', sowie den Vice-Kapellmeister ''Leopold Mozart''. Dessen Sohn, der elfjährige ''Wolfgang'', übernahm die Rolle als Brautführer ("Sponsae paranymphus"). Die Ehe blieb kinderlos. |
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| | Fürsterzbischof [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] (reg. [[1753]]–[[1771]]) zahlte für diese Bildungsreise aus seinen "Schatullegeldern" am [[22. Jänner]] [[1764]] 500 [[Gulden]], sozusagen als Vorschuss; eine weitere Zahlung erfolgte am [[30. Juni]] über den Salzburger "Factor" (Handelsmann) ''[[Sigmund Haffner|Simund Haffner]]'' (* [[1699]]; † [[1772]]), der in [[Venedig]] eine Niederlassung hatte. Adlgasser war am Anfang dieser Reise (bis Venedig) in Begleitung seiner späteren dritte Frau, der "Hofsingerin" Fesemaier, die, wie andere begabte und aus Salzburg stammende Mädchen, in Venedig an einem der Konservatorien ihre Gesangsausbildung erhalten sollte.<ref>Siehe dazu Giuseppe Gillio: ''Cantanti mozartiane e Ospedali veneziani: spigolature d'archivio''. In: Schmid, Manfred Hermann, Hrsg.: ''Mozart Studien'' Bd. 14, S. 37–48.</ref> Sie verblieb bis in den Jänner 1766 in Venedig. Ihre Reise- und Ausbildungskosten von 610 Gulden und das Honorar für deren Lehrmeisterin in der Höhe von 100 fl. wurden ebenfalls vom Landesfürsten übernommen.<ref>Martin, Franz: ''Vom [[Salzburger Fürstenhof]] um die Mitte des [[18. Jahrhundert]]s'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19400003&zoom=2&seite=00000145 MGSLK 80, 1940, S. 145–204; S. 183ff.]</ref> Fesemaier war die letzte der Salzburger "Singerinnen", die diese Ausbildung finanziert bekam. Von nun an standen die "Hofsingerinnen", nämlich anstelle von Kastraten einer neuen Musikästhetik folgend, in der Residenz für Opern, Oratorien (= in Szene gesetzten "Geistlichen Singspielen") und in Salzburger Kirchen - mit Ausnahme des Doms! - als solistische Besetzung zur Verfügung. | | Fürsterzbischof [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] (reg. [[1753]]–[[1771]]) zahlte für diese Bildungsreise aus seinen "Schatullegeldern" am [[22. Jänner]] [[1764]] 500 [[Gulden]], sozusagen als Vorschuss; eine weitere Zahlung erfolgte am [[30. Juni]] über den Salzburger "Factor" (Handelsmann) ''[[Sigmund Haffner|Simund Haffner]]'' (* [[1699]]; † [[1772]]), der in [[Venedig]] eine Niederlassung hatte. Adlgasser war am Anfang dieser Reise (bis Venedig) in Begleitung seiner späteren dritte Frau, der "Hofsingerin" Fesemaier, die, wie andere begabte und aus Salzburg stammende Mädchen, in Venedig an einem der Konservatorien ihre Gesangsausbildung erhalten sollte.<ref>Siehe dazu Giuseppe Gillio: ''Cantanti mozartiane e Ospedali veneziani: spigolature d'archivio''. In: Schmid, Manfred Hermann, Hrsg.: ''Mozart Studien'' Bd. 14, S. 37–48.</ref> Sie verblieb bis in den Jänner 1766 in Venedig. Ihre Reise- und Ausbildungskosten von 610 Gulden und das Honorar für deren Lehrmeisterin in der Höhe von 100 fl. wurden ebenfalls vom Landesfürsten übernommen.<ref>Martin, Franz: ''Vom [[Salzburger Fürstenhof]] um die Mitte des [[18. Jahrhundert]]s'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19400003&zoom=2&seite=00000145 MGSLK 80, 1940, S. 145–204; S. 183ff.]</ref> Fesemaier war die letzte der Salzburger "Singerinnen", die diese Ausbildung finanziert bekam. Von nun an standen die "Hofsingerinnen", nämlich anstelle von Kastraten einer neuen Musikästhetik folgend, in der Residenz für Opern, Oratorien (= in Szene gesetzten "Geistlichen Singspielen") und in Salzburger Kirchen - mit Ausnahme des Doms! - als solistische Besetzung zur Verfügung. |
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| − | Als Leopold Mozart von dem Aufbruch Adlgassers nach Italien erfuhr, kommentierte er dieses Unterfangen überschwänglich: "Die Nachricht von der Reis''[e]'' des Herrn Adlgasser hat mir das größte Vergnügen gemacht." [...] Mich kann nichts mehrers rühren, als wenn ich sehe, daß ein Fürst'' [...] denen Talenten forthilft, die Gott, aus einer besonderen Gnade, in manche ehrliche Seele gepflanzet hat. So wird Salzburg ein Hof sein, der mit seinen eigenen Leuten ein erstaunliches Aufsehen in Teutschland machen wird."<ref>[https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=640&cat=1 Leopold Mozart an Lorenz und Maria Theresia Hagenauer in Salzburg, Paris, 4.–9. März 1764.]</ref> | + | Als Leopold Mozart von dem Aufbruch Adlgassers nach Italien erfuhr, kommentierte er dieses Unterfangen überschwänglich: ''Die Nachricht von der Reis''[e]'' des Herrn Adlgasser hat mir das größte Vergnügen gemacht. [...] Mich kann nichts mehrers rühren, als wenn ich sehe, daß ein Fürst [...] denen Talenten forthilft, die Gott, aus einer besonderen Gnade, in manche ehrliche Seele gepflanzet hat. So wird Salzburg ein Hof sein, der mit seinen eigenen Leuten ein erstaunliches Aufsehen in Teutschland machen wird.''<ref>[https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=640&cat=1 Leopold Mozart an Lorenz und Maria Theresia Hagenauer in Salzburg, Paris, 4.–9. März 1764.]</ref> |
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| − | Ein paar Wochen nach seiner Italienreise mit dem Ziel, dass er "einen italienischen Geschmack in der Musik von den Italienern erwürbe", war Adlsgaser zur Tafel der Universität geladen, die am [[7. März]] [[1765]] gegeben wurde. Er war über Venedig nach Salzburg zurückgekehrt und erzählte seinem Tischnachbarn P. [[Beda Hübner]] von [[St. Peter]] (* [[1740]]; † [[1811]]), er habe auf seiner Reise Parma, Trient, Mailand,<ref>[https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=830&cat=1 Leopold Mozart an Maria Anna Mozart in Salzburg, Mailand, 5. Dezember 1772, mit Nachschrift von [[Wolfgang Amadé Mozart]] an Maria Anna ([[Nannerl]]) Mozart.]</ref> Padua, Verona, Venedig, Rom, Lodi, Mantua und noch andere Orte, z.B. Bologna, den Wohnort des "Musikpapstes" Padre Martini (* [[1706]]; † [[1784]]), besucht. Besonderen Eindruck habe ihm Rom vermittelt, wo er Papst Clemens XIII. (reg. [[1758]]–[[1769]]) das feierliche Amt habe dreimal absingen gesehen, nämlich zu [[Pfingsten]], [[Fronleichnam]] und zu Peter und Paul. Neapel habe er wegen der dort herrschenden Epidemie nicht aufsuchen können, somit habe der Aufenthalt in Rom länger gedauert. | + | Ein paar Wochen nach seiner Italienreise mit dem Ziel, dass er ''einen italienischen Geschmack in der Musik von den Italienern erwürbe'', war Adlsgaser zur Tafel der Universität geladen, die am [[7. März]] [[1765]] gegeben wurde. Er war über Venedig nach Salzburg zurückgekehrt und erzählte seinem Tischnachbarn P. [[Beda Hübner]] von [[St. Peter]] (* [[1740]]; † [[1811]]), er habe auf seiner Reise Parma, Trient, Mailand,<ref>[https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=830&cat=1 Leopold Mozart an Maria Anna Mozart in Salzburg, Mailand, 5. Dezember 1772, mit Nachschrift von [[Wolfgang Amadé Mozart]] an Maria Anna ([[Nannerl]]) Mozart.]</ref> Padua, Verona, Venedig, Rom, Lodi, Mantua und noch andere Orte, z.B. Bologna, den Wohnort des "Musikpapstes" Padre Martini (* [[1706]]; † [[1784]]), besucht. Besonderen Eindruck habe ihm Rom vermittelt, wo er Papst Clemens XIII. (reg. [[1758]]–[[1769]]) das feierliche Amt habe dreimal absingen gesehen, nämlich zu [[Pfingsten]], [[Fronleichnam]] und zu Peter und Paul. Neapel habe er wegen der dort herrschenden Epidemie nicht aufsuchen können, somit habe der Aufenthalt in Rom länger gedauert. |
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| | === Die Oper "La Nitteti" (Adlgasser 12.01) === | | === Die Oper "La Nitteti" (Adlgasser 12.01) === |
| − | Am 6. April 1766, einem Sonntag, zugleich als Nachfeier des Wahltags des Fürsterzbischofs (= 5. April 1753), wurde auf der Hofbühne in der Residenz von den Hofsängerinnen Anna Fesemayr-Adlgasser (1743–1782), Magdalena Lipp-Haydn (1745–1827), Anna Braunhofer (1748–1819) und den Hofsängern Anton Spitzeder, Joseph Meisner und Felix Winter (1722–1772) eine "Opera in welscher Sprach" aufgeführt. Zwei Tage zuvor, einem Freitag, hatte ab 4:00 Uhr nachmittags die "Hauptprobe" (= Generalprobe), wie zumeist üblich, in Kostüm und in Gegenwart des Fürsten, stattgefunden. Das Libretto für "La Nitteti", entstanden 1756, stammte von dem berühmten Librettisten Pietro Metastasio (1698–1782) und war zuvor bereits mehrfach vertont worden. Die Komposition sollte wohl das Ergebnis von Adlgassers Bildungsreise unter Beweis stellen.<br/>Von der Aufführung liegt ein längerer Bericht vor: "''Die Musique hat ganz neu komponiert der berühmte Herr Caietanus Adlgasser, welcher allhier Hoforganist und auch ein Virtuos auf der Orgel, den der Erzbischof, um sich mehrers in dem Komponieren zu perfektionieren,'' [...]'' in das Welschland geschickt,'' [...]'' und durch diese Reise sehr großen Nutzen in der Musique sich zu wegegebracht. Dieser hat die Musique von der heutigen Oper'' [...] ''verfertiget. Die Komposition dieser Musique war ohne weiters ohne Ausstellung, künstlich sowohl als angenehm, und hätte darum vor einem jedweden kaiserlichen Hof dürfen produziert werden. Doch dieses hat man ausgestellt, dass die Musique und sonderbar die Arien ein wenig zu lang gedauert: Denn wenn eine Sache noch so schön und noch so künstlich und noch so angenehm ist, so muss es doch auch mit der Zeit temperiert werden, ansonsten erweckt es bei den Zuhörern einen Ekel und Verdruss, zumalen diese heutige Oper fast 5 Stund lang angehalten hat.'' [...] ''Ich kann wohl bekennen, dass, obwohl ich schon unterschiedliche Musiquen und welsche Opere gehöret, aber eine so angenehme habe ich nicht bald gehört. Alleinig es lieget auch sehr viel an denen Operisten'' [...] und ''Sänger auch sehr viel, welches aber bei dieser Oper gar nicht mangelhaft war, denn es haben sowohl die Mannspersonensänger, deren drei auf die Oper waren, nämlich'' [der Hofbassist]'' Herr Meisner, ''[der Hoftenor]'' Herr Spitzeder und'' [der Hofbassist]'' Herr ''[Felix]'' Winter, alle drei Kammervirtuosen der Hofkapelle, als auch die Weibspersonen, deren auch drei waren, nämlich die Sängerinnen Magdalena Lipp, Anna Fesemayr und Maria Anna Braunhofer, alle drei Kammervirtuosen und auch vom Erzbischof in das Welschland geschickt worden waren, ihre Stellen meisterlich und auf das Künstliche vertreten, dass sich viele Zuhörer also'' [...]'' über ein so'' [ge]''tanes Singen erstaunen mussten, wie es nur möglich sei, dass die Stimme eines Menschen so unerhörte Wirkungen könne zuwege bringen. Ich muss wohl eingestehen, dass'' [...]'' ich darob dermaßen erstaunt bin ''[geändert aus: ''seye'']'', dass ich gleichsam außer mich gesetzt worden. Unter dem anderen ''(= zweiten)'' Akt hätte ''[…]'' in Bälde ein Unglück geschehen können. Es ist das Theatrum oder die Leinwand von einer Szene ''(= Kulisse) '' brennend geworden (einige sagen, es wäre nur eitel Papier<ref>''eitel Papier'' = „weiter nichts als Papier“.</ref> gewesen) und schon in große Flammen ausgebrochen ''[war]''. Also ''[...]'' ist eine große Konfusion entstanden, und die Musique in der besten Produktion musste unterbrochen werden. Doch ist es ''[in]'' einem Augenblick wiederum eingestellt und gehemmt worden. Der Fehler kam daher, dass der Kerl neben den Lichtern und Leuchtern, welcher hätte achthaben sollen, geschlafen.'' | + | Am [[6. April]] [[1766]], einem Sonntag, zugleich als Nachfeier des Wahltags des Fürsterzbischofs (= [[5. April]] [[1753]]), wurde auf der Hofbühne in der Residenz von den Hofsängerinnen Anna Fesemayr-Adlgasser (* 1743; † 1782), [[Maria Magdalena Haydn|Magdalena Lipp-Haydn]] (* [[1745]]; † [[1827]]), Anna Braunhofer (* 1748; † [[1819]]) und den Hofsängern Anton Spitzeder, Joseph Meisner und Felix Winter (* [[1722]]; † 1772) eine ''Opera in welscher Sprach'' aufgeführt. Zwei Tage zuvor, einem Freitag, hatte ab 04 Uhr nachmittags die "Hauptprobe" (= Generalprobe), wie zumeist üblich, in Kostüm und in Gegenwart des Fürsten, stattgefunden. Das Libretto für "La Nitteti", entstanden 1756, stammte von dem berühmten Librettisten Pietro Metastasio (* [[1698]]; † 1782) und war zuvor bereits mehrfach vertont worden. Die Komposition sollte wohl das Ergebnis von Adlgassers Bildungsreise unter Beweis stellen.<br/>Von der Aufführung liegt ein längerer Bericht vor: ''Die Musique hat ganz neu komponiert der berühmte Herr Caietanus Adlgasser, welcher allhier Hoforganist und auch ein Virtuos auf der Orgel, den der Erzbischof, um sich mehrers in dem Komponieren zu perfektionieren,'' [...]'' in das Welschland geschickt,'' [...]'' und durch diese Reise sehr großen Nutzen in der Musique sich zu wegegebracht. Dieser hat die Musique von der heutigen Oper'' [...] ''verfertiget. Die Komposition dieser Musique war ohne weiters ohne Ausstellung, künstlich sowohl als angenehm, und hätte darum vor einem jedweden kaiserlichen Hof dürfen produziert werden. Doch dieses hat man ausgestellt, dass die Musique und sonderbar die Arien ein wenig zu lang gedauert: Denn wenn eine Sache noch so schön und noch so künstlich und noch so angenehm ist, so muss es doch auch mit der Zeit temperiert werden, ansonsten erweckt es bei den Zuhörern einen Ekel und Verdruss, zumalen diese heutige Oper fast 5 Stund lang angehalten hat.'' [...] ''Ich kann wohl bekennen, dass, obwohl ich schon unterschiedliche Musiquen und welsche Opere gehöret, aber eine so angenehme habe ich nicht bald gehört. Alleinig es lieget auch sehr viel an denen Operisten'' [...] und ''Sänger auch sehr viel, welches aber bei dieser Oper gar nicht mangelhaft war, denn es haben sowohl die Mannspersonensänger, deren drei auf die Oper waren, nämlich'' [der Hofbassist]'' Herr Meisner, ''[der Hoftenor]'' Herr Spitzeder und'' [der Hofbassist]'' Herr ''[Felix]'' Winter, alle drei Kammervirtuosen der Hofkapelle, als auch die Weibspersonen, deren auch drei waren, nämlich die Sängerinnen Magdalena Lipp, Anna Fesemayr und Maria Anna Braunhofer, alle drei Kammervirtuosen und auch vom Erzbischof in das Welschland geschickt worden waren, ihre Stellen meisterlich und auf das Künstliche vertreten, dass sich viele Zuhörer also'' [...]'' über ein so'' [ge]''tanes Singen erstaunen mussten, wie es nur möglich sei, dass die Stimme eines Menschen so unerhörte Wirkungen könne zuwege bringen. Ich muss wohl eingestehen, dass'' [...]'' ich darob dermaßen erstaunt bin ''[geändert aus: ''seye'']'', dass ich gleichsam außer mich gesetzt worden. Unter dem anderen ''(= zweiten)'' Akt hätte ''[…]'' in Bälde ein Unglück geschehen können. Es ist das Theatrum oder die Leinwand von einer Szene ''(= Kulisse) '' brennend geworden (einige sagen, es wäre nur eitel Papier<ref>''eitel Papier'' = "weiter nichts als Papier".</ref> gewesen) und schon in große Flammen ausgebrochen ''[war]''. Also ''[...]'' ist eine große Konfusion entstanden, und die Musique in der besten Produktion musste unterbrochen werden. Doch ist es ''[in]'' einem Augenblick wiederum eingestellt und gehemmt worden. Der Fehler kam daher, dass der Kerl neben den Lichtern und Leuchtern, welcher hätte achthaben sollen, geschlafen.'' |
| | Mehrere Wiederaufnahmen folgten in diesem und im nächsten Jahr. | | Mehrere Wiederaufnahmen folgten in diesem und im nächsten Jahr. |
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| | === Die Mozarts und Adlgasser === | | === Die Mozarts und Adlgasser === |
| − | Auf den ausgedehnten Reisen stand Leopold Mozart im Briefverkehr mit Adlgasser, allerdings blieb Leopold des Öfteren die Beantwortung schuldig. Jedoch erinnerte Leopold an den "Caietani Tag", dem 8. August, und sandte den beiden ihm bekannten Trägern dieses Namens, Adlgasser und Hagenauer (= Abt Dominicus), Glückwünsche zum Namensfest, übermittelte die Grüße gemeinsamer Bekannten nach Salzburg. Leopold Mozart war es, der die Drucklegung von zwei Klaviersonaten vermittelte und sich Kompositionen Adlgassers nachsenden ließ. Geradezu begeistert zeigte sich Leopold Mozart, als er von der einjährigen Reise Adlgassers nach Italien erfährt. | + | Auf den ausgedehnten Reisen stand Leopold Mozart im Briefverkehr mit Adlgasser, allerdings blieb Leopold des Öfteren die Beantwortung schuldig. Jedoch erinnerte Leopold an den "Caietani Tag", dem [[8. August]], und sandte den beiden ihm bekannten Trägern dieses Namens, Adlgasser und [[Dominikus Hagenauer|Hagenauer]] (= [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] Dominicus), Glückwünsche zum Namensfest, übermittelte die Grüße gemeinsamer Bekannten nach Salzburg. Leopold Mozart war es, der die Drucklegung von zwei Klaviersonaten vermittelte und sich Kompositionen Adlgassers nachsenden ließ. Geradezu begeistert zeigte sich Leopold Mozart, als er von der einjährigen Reise Adlgassers nach Italien erfährt. |
| − | Auf der Rückreise, nach fast dreieinhalbjähriger Abwesenheit von Salzburg, vertraute Leopold seinen Salzburger Freunden Adlgasser und/oder Spitzeder sein Clavichord zur Überprüfung an (Brief an L. Hagenauer): „''Bitte Sie dahin zu sorgen, dass entzwischen mein Flügl gestimmt, und wenn eine oder andere Saite gesprungen, dass solche in der nämlichen Dicke NB. aufgezogen, und das abgebrochene Teil mir zur Einsicht aufbehalten wird. ''[...]'' Übrigens soll nichts geändert, und sonderlich von den Tangenten oder von dem Dockerl weder was abgeschnitten, noch zugesetzt, sondern alles in statu quo gelassen werden. Warum ich dem ''[Rochus]'' Egedacher allein nicht traue, und bitte, dass H. Adlgasser oder H. Spitzeder dabeibleiben möchte''[n]'', wenn der Flügl in Ordnung gebracht wird, habe gründliche Ursachen, und ich habe eine abscheuliche Niederträchtigkeit von demselben auf der Reise entdecket, darüber Sie sich gewiss verwundern werden.''“ (München, 22. November 1766)
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| − | Ungeklärt bleiben muss, dass Adlgasser in Salzburg (Adlgasser 9.20) und Wolfgang (in Wien) beim überraschenden Tod der Erzherzogin Josepha am 15. Oktober 1767 den gleichen Text zur Trauerfeier zur Hand hatten. Mozarts Komposition KV 43a blieb wegen der überstürzten Flucht aus Wien, wegen des Ausbruchs der Pockenepedemie, allerdings unvollendet. | + | Auf der Rückreise, nach fast dreieinhalbjähriger Abwesenheit von Salzburg, vertraute Leopold seinen Salzburger Freunden Adlgasser und/oder Spitzeder sein Clavichord zur Überprüfung an (Brief an L. Hagenauer): ''Bitte Sie dahin zu sorgen, dass entzwischen mein Flügl gestimmt, und wenn eine oder andere Saite gesprungen, dass solche in der nämlichen Dicke NB. aufgezogen, und das abgebrochene Teil mir zur Einsicht aufbehalten wird. ''[...]'' Übrigens soll nichts geändert, und sonderlich von den Tangenten oder von dem Dockerl weder was abgeschnitten, noch zugesetzt, sondern alles in statu quo gelassen werden. Warum ich dem ''[Rochus]'' Egedacher allein nicht traue, und bitte, dass H. Adlgasser oder H. Spitzeder dabeibleiben möchte''[n]'', wenn der Flügl in Ordnung gebracht wird, habe gründliche Ursachen, und ich habe eine abscheuliche Niederträchtigkeit von demselben auf der Reise entdecket, darüber Sie sich gewiss verwundern werden.'' (München, [[22. November]] 1766) |
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| | + | Ungeklärt bleiben muss, dass Adlgasser in Salzburg (Adlgasser 9.20) und Wolfgang (in Wien) beim überraschenden Tod der Erzherzogin Josepha am [[15. Oktober]] [[1767]] den gleichen Text zur Trauerfeier zur Hand hatten. Mozarts Komposition KV 43a blieb wegen der überstürzten Flucht aus Wien, wegen des Ausbruchs der Pockenepedemie, allerdings unvollendet. |
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| | == Der überraschende Tod == | | == Der überraschende Tod == |
| − | Am [[21. Dezember]] 1777 erlitt Adlgasser während des Spieles an der [[Salzburger Dommusik#1. Prinzipal-Chor mit Hoforgel|Hoforgel]] einen Schlaganfall, der ihn vor der voll besetzten Domkirche ereilte und dramatisch verlief, s.u. Er hatte aus Anlass des [[Thomastag]]es ([[21. Dezember]]) abends zur Vesper gespielt. Wenig später verstarb er. Gemäß seiner hohen Stellung in der Hofmusik erhielt "''Caietanus Antonius Adlgasser, Hoforganist und Camera-Cembalist''" ein nächtliches Begräbnis, er wurde am [[23. Dezember]] 1777 im [[Sebastiansfriedhof]] in der Familiengruft (Nr. 63) beigesetzt.<ref>Heinz Schuler: ''Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte''. Biographien und Kommentare, Wilhelmshaven 1998, S. 140.</ref> | + | Am [[21. Dezember]] [[1777]] erlitt Adlgasser während des Spieles an der [[Salzburger Dommusik#1. Prinzipal-Chor mit Hoforgel|Hoforgel]] einen Schlaganfall, der ihn vor der voll besetzten Domkirche ereilte und dramatisch verlief, s.u. Er hatte aus Anlass des [[Thomastag]]es (21. Dezember) abends zur Vesper gespielt. Wenig später verstarb er. Gemäß seiner hohen Stellung in der Hofmusik erhielt ''Caietanus Antonius Adlgasser, Hoforganist und Camera-Cembalist'' ein nächtliches Begräbnis, er wurde am [[23. Dezember]] 1777 im [[Sebastiansfriedhof]] in der Familiengruft (Nr. 63) beigesetzt.<ref>Heinz Schuler: ''Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte''. Biographien und Kommentare, Wilhelmshaven 1998, S. 140.</ref> |
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| | Am [[22. Dezember]] 1777 schickte [[Leopold Mozart]] an seine Frau und seinen Sohn, die gerade in Mannheim waren, einen Brief, in dem von Adlgassers Schlaganfall an der Hoforgel zu lesen ist: | | Am [[22. Dezember]] 1777 schickte [[Leopold Mozart]] an seine Frau und seinen Sohn, die gerade in Mannheim waren, einen Brief, in dem von Adlgassers Schlaganfall an der Hoforgel zu lesen ist: |
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| | === Die Nachfolge === | | === Die Nachfolge === |
| − | Ein "Hof- und Domorganist" rangierte in der Salzburger Hofmusik praktisch an dritter Position. Die Jahresvergütung Adlgassers lag über der des Vize-Kapellmeisters. Diese ergab sich aus den kumulierten Dienstverpflichtungen, die Adlgasser im Laufe der Jahre erwachsen waren: Zu der Anstellung als Hofcembalist und Domorganist (hier nur an den Festtagen tätig) kamen der Unterricht im Kapellhaus und der Organistendienst in der Dreifaltigkeitskirche, dazu noch die in Geld abgelöste Hoftafel. Wolfgang Amadé Mozart erhielt, als Nachfolger Adlgassers, ebenso 450 Gulden, womit der Bezug über dem des Vaters lag. Bei Mozarts neuerlichem Eintritt in den Salzburger Hofdienst hatte das Orgelspiel in der Dreifaltigkeitskirche bereits Michael Haydn angetreten, und zur Übernahme des Unterrichts im Kapellhaus überredete Mozart den vielseitig begabten Hoftenoristen Spitzeder, der dem Klavierunterricht zwar vorerst stillschweigend nachkam, um sich dann doch an den Fürsten zu wenden mit der Bitte um eine Vergütung. | + | Ein "Hof- und Domorganist" rangierte in der Salzburger Hofmusik praktisch an dritter Position. Die Jahresvergütung Adlgassers lag über der des Vize-Kapellmeisters. Diese ergab sich aus den kumulierten Dienstverpflichtungen, die Adlgasser im Laufe der Jahre erwachsen waren: Zu der Anstellung als Hofcembalist und Domorganist (hier nur an den Festtagen tätig) kamen der Unterricht im Kapellhaus und der Organistendienst in der [[Dreifaltigkeitskirche]], dazu noch die in Geld abgelöste Hoftafel. [[Wolfgang Amadé Mozart]] erhielt, als Nachfolger Adlgassers, ebenso 450 Gulden, womit der Bezug über dem des Vaters lag. Bei Mozarts neuerlichem Eintritt in den Salzburger Hofdienst hatte das Orgelspiel in der Dreifaltigkeitskirche bereits [[Michael Haydn]] angetreten, und zur Übernahme des Unterrichts im Kapellhaus überredete Mozart den vielseitig begabten Hoftenoristen Spitzeder, der dem Klavierunterricht zwar vorerst stillschweigend nachkam, um sich dann doch an den Fürsten zu wenden mit der Bitte um eine Vergütung. |
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| | + | Die Kompositionen Adlgassers für den kirchlichen Raum sind weitgehendst erhalten und fanden weiterhin Beachtung. Das Instrumentalwerk, d.s. die Werke für den Hof ("für die Kammer"), ist im Zuge der Säkularisation des Erzstifts und der wechselnden Hoheitszugehörigkeiten (Österreich, [[Frankreich]], Bayern, Österreich) untergegangen. |
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| − | Die Kompositionen Adlgassers für den kirchlichen Raum sind weitgehendst erhalten und fanden weiterhin Beachtung. Das Instrumentalwerk, d.s. die Werke für den Hof ("für die Kammer"), ist im Zuge der Säkularisation des Erzstifts und der wechselnden Hoheitszugehörigkeiten (Österreich, Frankreich, Bayern, Österreich) untergegangen.
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| | Zu Lebzeiten Adlgassers wurden, über Vermittlung von Leopold Mozart, in der Reihe "Oeuvres melées" bei Joh. Ulrich Haffner (Nürnberg) zwei Klaviersonaten gedruckt. | | Zu Lebzeiten Adlgassers wurden, über Vermittlung von Leopold Mozart, in der Reihe "Oeuvres melées" bei Joh. Ulrich Haffner (Nürnberg) zwei Klaviersonaten gedruckt. |
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| | Der Lehrer am Kapellhaus war geschätzt, wie die Mitschrift des (theoretischen) Unterrichts von Schülern erweist. | | Der Lehrer am Kapellhaus war geschätzt, wie die Mitschrift des (theoretischen) Unterrichts von Schülern erweist. |
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| | Ein Porträt Adlgassers existiert nicht. | | Ein Porträt Adlgassers existiert nicht. |
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| | == Nachleben und Würdigungen == | | == Nachleben und Würdigungen == |
| − | * 1950 widmete die Stadt Salzburg eine Straße im Stadtteil Leopoldskron Adlgasser, allerdings versehen mit dem nachrangigen Vornamen "Anton". | + | * [[1950]] widmete die Stadt Salzburg eine Straße im [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] [[Leopoldskroner Moos]] Adlgasser, allerdings versehen mit dem nachrangigen Vornamen "Anton". |
| − | * Seit 2004 veranstaltet die Gemeinde Inzell im Rahmen des "Musiksommers zwischen Inn und Salzach" in ihrer Pfarrkirche Konzerte, die Werke von Adlgasser beinhalten. | + | * Seit [[2004]] veranstaltet die bayrische Gemeinde Inzell im Rahmen des "Musiksommers zwischen Inn und Salzach" in ihrer Pfarrkirche Konzerte, die Werke von Adlgasser beinhalten. |
| − | * Seit 2007 trägt die Musikschule in Inzell den Namen ihres Sohnes. | + | * Seit [[2007]] trägt die Musikschule in Inzell den Namen ihres Sohnes. |
| | * Werke Adlgassers wurden in die renommierten Publikationsreihen "Denkmäler der Tonkunst in Österreich" und "Denkmäler der Musik in Salzburg" aufgenommen, weitere Ausgaben, gefördert von der Gemeinde Inzell, sollen folgen. | | * Werke Adlgassers wurden in die renommierten Publikationsreihen "Denkmäler der Tonkunst in Österreich" und "Denkmäler der Musik in Salzburg" aufgenommen, weitere Ausgaben, gefördert von der Gemeinde Inzell, sollen folgen. |
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| | * ''Die wirkende Gnade Gottes'' (''David in der Buße''), Geistliches Singspiel, April 1756, Salzburg | | * ''Die wirkende Gnade Gottes'' (''David in der Buße''), Geistliches Singspiel, April 1756, Salzburg |
| | * ''Esther''(?), Geistliches Singspiel(?), ca. 1760, Salzburg | | * ''Esther''(?), Geistliches Singspiel(?), ca. 1760, Salzburg |
| − | * ''Via viri in adolescentia'' (''Dorotheus martyr''), Schuldrama (Visitation), 22. Juni 1762, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Via viri in adolescentia'' (''Dorotheus martyr''), Schuldrama (Visitation), [[22. Juni]] 1762, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| − | * ''Israel et Albertus,'' Schuldrama (Finalkomödie), 31. August 1762, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Israel et Albertus,'' Schuldrama (Finalkomödie), [[31. August]] 1762, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| − | * ''Ochus regnans'' (''Paternae poena indulgentiae''), Schuldrama (Visitation), Juni 1763, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Ochus regnans'' (''Paternae poena indulgentiae''), Schuldrama (Visitation), Juni [[1763]], Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| − | * ''Bela Hungariae princeps'', Schuldrama (Finalkomödie), 30. August 1763, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Bela Hungariae princeps'', Schuldrama (Finalkomödie), [[30. August]] 1763, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| | * ''Abraham und Isaak'', Geistliches Singspiel, ca. 1765, [[Benediktinerstift Lambach]] | | * ''Abraham und Isaak'', Geistliches Singspiel, ca. 1765, [[Benediktinerstift Lambach]] |
| | * ''Anysis Aegypti rex'', Schuldrama (Finalkomödie), 30. August 1765, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | | * ''Anysis Aegypti rex'', Schuldrama (Finalkomödie), 30. August 1765, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| − | * ''Chalcis expugnata'', Schuldrama (Finalkomödie) mit dem Singspiel ''Iphigenia mactata'', 29. August 1766, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Chalcis expugnata'', Schuldrama (Finalkomödie) mit dem Singspiel ''Iphigenia mactata'', [[29. August]] 1766, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| − | * ''Die Schuldigkeit des ersten Gebotes'', 3. Teil, Geistliches Singspiel, 26. März(?) 1767, Salzburg, feb. Residenz, Rittersaal | + | * ''Die Schuldigkeit des ersten Gebotes'', 3. Teil, Geistliches Singspiel, 26. März(?) 1767, Salzburg, feb. Residenz, [[Prunkräume der Alten Reside|Rittersaal]] |
| − | * ''Hannibal Capuanae urbis hospes'', Schuldrama (Finalkomödie), 28. August 1767, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Hannibal Capuanae urbis hospes'', Schuldrama (Finalkomödie), [[28. August]] 1767, Salzburg, Universitätstheater |
| − | * ''Freund in der Not'', Geistliches Singspiel, 21. Jänner 1768, [[Schärding am Inn|Schärding]] | + | * ''Freund in der Not'', Geistliches Singspiel, [[21. Jänner]] 1768, [[Schärding am Inn|Schärding]] |
| − | * ''Der Kampf der Buße und Bekehrung'', 1. Teil, Geistliches Singspiel, 2. April 1768, Salzburg, Residenz | + | * ''Der Kampf der Buße und Bekehrung'', 1. Teil, Geistliches Singspiel, [[2. April]] 1768, Salzburg, Residenz |
| − | * ''Philemonis cum Baucide felicitas'', 10. April 1768, Salzburg, Universität, Sacellum | + | * ''Philemonis cum Baucide felicitas'', [[10. April]] 1768, Salzburg, Universität, [[Sacellum]] |
| − | * ''Clementia Theodosii'', Schuldrama (Finalkomödie), 30. August 1768, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Clementia Theodosii'', Schuldrama (Finalkomödie), 30. August 1768, Salzburg, Universitätstheater |
| − | * ''Kaiser Constantin I.'', 1. Teil, Geistliches Singspiel, 28. Februar 1768, Salzburg, Residenz, Weißer Saal (Marcus Sitticus-Saal) | + | * ''Kaiser Constantin I.'', 1. Teil, Geistliches Singspiel, [[28. Februar]] 1768, Salzburg, Residenz, Weißer Saal (Marcus Sitticus-Saal) |
| − | * ''Synorix et Camma'', Schuldrama (Finalkomödie), 1. September 1769, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Synorix et Camma'', Schuldrama (Finalkomödie), [[1. September]] 1769, Salzburg, Universitätstheater |
| − | * ''Drei Beispiele wahrhafter Buße'', 1. Teil (''Die gereinigte Magdalena''), Geistliches Singspiel, 3. April 1770, Salzburg, Residenz | + | * ''Drei Beispiele wahrhafter Buße'', 1. Teil (''Die gereinigte Magdalena''), Geistliches Singspiel, [[3. April]] [[1770]], Salzburg, Residenz |
| | * ''Die menschliche Wanderschaft'', 1. Teil (''Der laue Christ''), Geistliches Singspiel, März 1771, Salzburg, Residenz | | * ''Die menschliche Wanderschaft'', 1. Teil (''Der laue Christ''), Geistliches Singspiel, März 1771, Salzburg, Residenz |
| − | * ''Pietas in Deum'', Schuldrama (Visitation), 8. Juli 1772, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Pietas in Deum'', Schuldrama (Visitation), [[8. Juli]] 1772, Salzburg, Universitätstheater |
| − | * ''Pietas in hospitem'', Schuldrama (Finalkomödie) mit dem Singspiel ''Die reichlich vergoltene Bewirtung'', 2. September 1772, Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] | + | * ''Pietas in hospitem'', Schuldrama (Finalkomödie) mit dem Singspiel ''Die reichlich vergoltene Bewirtung'', [[2. September]] [[1772]], Salzburg, [[Benediktinertheater|Universitätstheater]] |
| | * ''Oratorium de Passione Domini Nostri Jesu Christi'', Karfreitag, 1773(?), [[Berchtesgaden]] | | * ''Oratorium de Passione Domini Nostri Jesu Christi'', Karfreitag, 1773(?), [[Berchtesgaden]] |
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| | '''Oper''' | | '''Oper''' |
| − | * ''La Nitteti'', Oper, 7. April 1766, Salzburg, Residenz, Hoftheater | + | * ''La Nitteti'', Oper, [[7. April]] 1766, Salzburg, Residenz, Hoftheater |
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| | '''Instrumentalwerke''' | | '''Instrumentalwerke''' |