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| | === 19. Jahrhundert === | | === 19. Jahrhundert === |
| − | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie [[Franz Michael Vierthaler|Dr. Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). | + | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie Dr. [[Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). |
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| − | Im zweiten, dritten und vierten Koalitionskrieg, in den [[Koalitionskriege (Überblick)|Befreiungskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt. Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. | + | Im zweiten, dritten und vierten der [[Koalitionskriege (Überblick)|Kolationskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt (siehe [[Gefecht bei Unken]]). Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. |
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| − | [[1803]] wird das Erzstift Salzburg das [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen Kaisertums Österreich. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das Stift St. Zeno seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als Salzburgkreis dem Erzherzogtum Ob der Enns angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] | + | [[1803]] wird das [[Erzstift Salzburg]] das [[Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen [[Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich]]. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno|Stift St. Zeno]] seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als [[Salzburgkreis]] dem [[Oberösterreich|Erzherzogtum Ob der Enns]] angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] |
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| | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. | | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. |
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| − | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des Benediktinerstifts Salzburg und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. | + | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts Salzburg]] und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. |
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| | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. | | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. |
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| − | In den [[1870er]] Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) | + | In den [[1870er]]-Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) |
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| | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. | | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. |
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| | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== | | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== |
| − | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. | + | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. |
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