| Zeile 4: |
Zeile 4: |
| | [[Datei:Garnitur der Schafbergbahn in der Talstation in St. Wolfgang, mit Modell des Zahnradantriebes.JPG|thumb|Garnitur der Schafbergbahn in der Talstation in St. Wolfgang, mit Modell des Zahnradantriebes.]] | | [[Datei:Garnitur der Schafbergbahn in der Talstation in St. Wolfgang, mit Modell des Zahnradantriebes.JPG|thumb|Garnitur der Schafbergbahn in der Talstation in St. Wolfgang, mit Modell des Zahnradantriebes.]] |
| | [[Datei:Alte Ansicht des Schafbergbahnhofs.jpg|thumb|Der Schafbergbahnhof zu Beginn des 20. Jh. Rechts daneben das [[Grand Hotel St. Wolfgang]].]] | | [[Datei:Alte Ansicht des Schafbergbahnhofs.jpg|thumb|Der Schafbergbahnhof zu Beginn des 20. Jh. Rechts daneben das [[Grand Hotel St. Wolfgang]].]] |
| | + | [[Datei:SchafbergBahn_am_Gipfel_um_1895.JPG|thumb|Der Schafbergbahnhof auf dem Gipfel um 1895.]] |
| | [[Datei:Schafbergbahn Lokomotive 999 106.jpg|thumb|Lokomotive 999.106 in der Talstation (vor 1970).]] | | [[Datei:Schafbergbahn Lokomotive 999 106.jpg|thumb|Lokomotive 999.106 in der Talstation (vor 1970).]] |
| | [[Datei:Schafbergbahn_Bergstation_Winter.jpg|thumb|Bergstation im Jänner 2012.]] | | [[Datei:Schafbergbahn_Bergstation_Winter.jpg|thumb|Bergstation im Jänner 2012.]] |
| Zeile 15: |
Zeile 16: |
| | | | |
| | Bereits ab [[1872]] berichteten Zeitungen vom ''Projekt Schafbergbahn''. Zunächst hatte die Salzburger Landesregierung gegen den Bau der Zahnradbahn, gab diesen Widerstand jedoch dann auf. Nach langwierigen, zähen Verhandlungen mit Behörden und der beteiligten Regierung ist die Konzession zum Bau der Zahnradbahn auf den Schafberg zustande gekommen, so dass am [[2. April]] [[1892]] die mühevollen Bauarbeiten unter dem Generalunternehmer Ing. [[Stern & Hafferl]] in Angriff genommen werden konnten. Unzählige Maultierlasten und 350 italienische Bauarbeiter bewältigten die Trassierung der Schafbergzahnradbahn, die Pionierleistung der Firma Stern & Hafferl (die es auch heute noch am Traun- und [[Attersee]] in Oberösterreich gibt) in nur einjähriger Bauzeit. Begünstigt durch das schöne Wetter, konnte am [[10. Oktober]] [[1892]] der 100 Meter lange Tunnel nahe der Schafbergspitze durchbrochen werden. Ein sehr schneereicher Winter [[1892]]/[[1893]] unterbrach die begonnenen Arbeiten bis zum nächsten Frühjahr. | | Bereits ab [[1872]] berichteten Zeitungen vom ''Projekt Schafbergbahn''. Zunächst hatte die Salzburger Landesregierung gegen den Bau der Zahnradbahn, gab diesen Widerstand jedoch dann auf. Nach langwierigen, zähen Verhandlungen mit Behörden und der beteiligten Regierung ist die Konzession zum Bau der Zahnradbahn auf den Schafberg zustande gekommen, so dass am [[2. April]] [[1892]] die mühevollen Bauarbeiten unter dem Generalunternehmer Ing. [[Stern & Hafferl]] in Angriff genommen werden konnten. Unzählige Maultierlasten und 350 italienische Bauarbeiter bewältigten die Trassierung der Schafbergzahnradbahn, die Pionierleistung der Firma Stern & Hafferl (die es auch heute noch am Traun- und [[Attersee]] in Oberösterreich gibt) in nur einjähriger Bauzeit. Begünstigt durch das schöne Wetter, konnte am [[10. Oktober]] [[1892]] der 100 Meter lange Tunnel nahe der Schafbergspitze durchbrochen werden. Ein sehr schneereicher Winter [[1892]]/[[1893]] unterbrach die begonnenen Arbeiten bis zum nächsten Frühjahr. |
| | + | |
| | + | Der Erbauer der Bahn, [[Berthold Curant]], war Ingenieur bei der [[Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] und hatte bereits [[1873]] die Linien[[Wolfgangsee-Schifffahrt|schifffahrt am Wolfgangsee]] gegründet. Dieser wollte er nun, 20 Jahre später, endlich mit der Schafbergbahn eine weitere Attraktion zur Seite stellen. Unter der Aufsicht von [[Josef Stern]] und Franz Hafferl, die neben 29 Bahnlinien auch die [[Salzkammergut-Lokalbahn]] von [[Bad Ischl]] nach Salzburg errichteten, wurde die Trasse der steilsten Zahnradbahn Österreichs in nur rund einem Jahr Bauzeit unter harten Bedingungen und mit Hilfe von 350 zumeist italienischen Arbeitern und rund 6 000 Maultierlasten fertiggestellt. |
| | | | |
| | Im Juni 1893 wurde die letzten der fünf Lokomotiven von einer Sachverständigenkommission geprüft. Die Waggons der Grazer Waggon-Firma Weizer waren bereits geliefert und standen in der Talstation. Diese solid gefertigten Waggons hatten eine Länge von 10,5 Metern und eine Höhe von 2,5 Metern. Die Waggons der ersten Klasse hatten ein Gewicht von 6,4 Tonnen, die der zweiten Klasse 6,34 Tonnen. Der erste-Klasse-"Salon"-Waggon, der besonders schön ausgestattet war, bot für 55 Personen Platz. In den Waggons der zweiten Klasse war Platz für 60 Personen.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18930608&seite=2&zoom=33&query=%22Schafbergbahn%22&ref=anno-search ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 8. Juni 1893, Seite 2ff</ref> | | Im Juni 1893 wurde die letzten der fünf Lokomotiven von einer Sachverständigenkommission geprüft. Die Waggons der Grazer Waggon-Firma Weizer waren bereits geliefert und standen in der Talstation. Diese solid gefertigten Waggons hatten eine Länge von 10,5 Metern und eine Höhe von 2,5 Metern. Die Waggons der ersten Klasse hatten ein Gewicht von 6,4 Tonnen, die der zweiten Klasse 6,34 Tonnen. Der erste-Klasse-"Salon"-Waggon, der besonders schön ausgestattet war, bot für 55 Personen Platz. In den Waggons der zweiten Klasse war Platz für 60 Personen.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18930608&seite=2&zoom=33&query=%22Schafbergbahn%22&ref=anno-search ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 8. Juni 1893, Seite 2ff</ref> |
| | | | |
| − | Am [[1. August]] [[1893]] wurde die Zahnradbahn nach dem System Abt, in einer Gesamtlänge von 5,85 km bei einer Steigung von 250 Promille nach Konzessionsbeschluss freigegeben. Um 05:50 Uhr wurde der erste fahrplanmäßige Zug von der Station "St. Wolfgang", noch auf oberösterreichischem Gebiet, über "[[Schafbergalm|Schafbergalpe]]" zur Station "Schafbergspitze" abgeblasen. | + | Am [[1. August]] [[1893]] wurde die Zahnradbahn nach dem System Abt, in einer Gesamtlänge von 5,85 km bei einer Steigung von 250 Promille nach Konzessionsbeschluss freigegeben. Um 05:50 Uhr wurde der erste fahrplanmäßige Zug von der Station "St. Wolfgang", noch auf oberösterreichischem Gebiet, über "[[Schafbergalm|Schafbergalpe]]" zur Station "Schafbergspitze" abgeblasen. Ein einheimischer Hotelier löste die erste von sieben Fahrkarten an diesem Tag, ein Jahr später fuhr der Kaiser [[Franz Joseph I.]] höchstpersönlich mit der Bahn. Bis dahin war die kaiserliche Familie stets auf die Dienste der Sesselträger angewiesen gewesen. Nun war es die steilste Zahnradbahn Österreichs, die die 1 190 Höhenmeter und knapp sechs Kilometer lange Strecke dampfend zurücklegte. Sie war ein Meisterwerk der Technik und ein Meilenstein der Mobilität in der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]]. Schon im ersten Jahr wurden 12 745 Passagiere verzeichnet. Im Rekordjahr 2019 verzeichnete die Bahn dann rund 340 000 Fahrgäste. |
| | | | |
| | [[1887]] wurde 14 238 Passagiere befördert, [[1888]] waren es 21 892.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18990414&query=%22Schafbergbahn%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 14. April 1899, Seite 3</ref> | | [[1887]] wurde 14 238 Passagiere befördert, [[1888]] waren es 21 892.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18990414&query=%22Schafbergbahn%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 14. April 1899, Seite 3</ref> |
| Zeile 54: |
Zeile 57: |
| | | | |
| | Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am Mittwochnachmittag, den [[19. April]] [[2023]] die neue Talstation samt Museumszone, Gastronomie und Souvenirshop eröffnet. [[Michael Baminger]], Vorstandssprecher der Salzburg AG: Das "ErlebnisQuartier" - wie der Neubau offiziell heißt - sei nicht nur eine "moderne Visitenkarte" der vor 130 Jahren in Betrieb gegangenen Schafbergbahn, sondern auch ein Baustein in Richtung Energiewende. Geheizt wird auch in der Remise mit Wärmepumpe, auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom im Ausmaß von 156 Kilowattpeak. Die Investitionskosten beliefen sich inklusive Gleissanierung sowie Arbeiten an der Bergstation auf rund 30 Millionen Euro. [[2022]] beförderte die Schafbergbahn 290 000 Gäste. Der Neubau sei nicht nur die Talstation der Schafbergbahn, sondern stelle auch die Verbindung zur Anlegestelle der Wolfgangsee-Schifffahrt dar, erklärte [[Salzburg AG Tourismus Management GmbH]]-Geschäftsführer [[Mario Mischelin]]. Zudem würden die Gäste im integrierten Restaurant mit 100 Innen- und 65 Außensitzplätzen auch kulinarisch versorgt. Herzstück der Museumszone ist eine alte Lokomotive aus dem Jahr 1893. Geplant wurde das Gebäude vom Salzburger Planungsbüro dunkelschwarz ZT GmbH. | | Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am Mittwochnachmittag, den [[19. April]] [[2023]] die neue Talstation samt Museumszone, Gastronomie und Souvenirshop eröffnet. [[Michael Baminger]], Vorstandssprecher der Salzburg AG: Das "ErlebnisQuartier" - wie der Neubau offiziell heißt - sei nicht nur eine "moderne Visitenkarte" der vor 130 Jahren in Betrieb gegangenen Schafbergbahn, sondern auch ein Baustein in Richtung Energiewende. Geheizt wird auch in der Remise mit Wärmepumpe, auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom im Ausmaß von 156 Kilowattpeak. Die Investitionskosten beliefen sich inklusive Gleissanierung sowie Arbeiten an der Bergstation auf rund 30 Millionen Euro. [[2022]] beförderte die Schafbergbahn 290 000 Gäste. Der Neubau sei nicht nur die Talstation der Schafbergbahn, sondern stelle auch die Verbindung zur Anlegestelle der Wolfgangsee-Schifffahrt dar, erklärte [[Salzburg AG Tourismus Management GmbH]]-Geschäftsführer [[Mario Mischelin]]. Zudem würden die Gäste im integrierten Restaurant mit 100 Innen- und 65 Außensitzplätzen auch kulinarisch versorgt. Herzstück der Museumszone ist eine alte Lokomotive aus dem Jahr 1893. Geplant wurde das Gebäude vom Salzburger Planungsbüro dunkelschwarz ZT GmbH. |
| | + | |
| | + | === Zwischenfälle === |
| | + | Wie erst am Donnerstagabend, den [[27. Juli]] [[2023]], über soziale Medien bekannt wurde ist am Montag, den [[24. Juli]], zu Mittag ein Waggon der Schafbergbahn mit rund 50 Fahrgästen entgleist. Weil niemand verletzt wurde, seien auch keine Einsatzkräfte verständigt worden, hieß es von der Salzburg AG. Eine Weiche war falsch gestellt. Der Unfall sei dank des geringen Tempos glimpflich ausgegangen. Die Züge passieren die Weichen mit nur mit 7 km/h, also etwas mehr als Schritttempo.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/schafbergbahn-entgleist-niemand-verletzt-142701907 www.sn.at], 28. Juli 2023</ref> |
| | | | |
| | ==Technik und Verlauf == | | ==Technik und Verlauf == |