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| | [[Datei:Bockharttal 2.jpg|thumb|Das [[Bockharttal]] mit dem zugefrorenen Unteren See im Bildvordergrund]] | | [[Datei:Bockharttal 2.jpg|thumb|Das [[Bockharttal]] mit dem zugefrorenen Unteren See im Bildvordergrund]] |
| | [[Datei:Bockhartsee unterer Halden Bergbau.jpg|thumb|Unterer Bockhartsee: darüber die Halden des alten Bergbaues; darunter eine schräge Linie nach links unten: Druckwasserleitung für das Kraftwerk [[Karl Imhof|Imhofs’]].]] | | [[Datei:Bockhartsee unterer Halden Bergbau.jpg|thumb|Unterer Bockhartsee: darüber die Halden des alten Bergbaues; darunter eine schräge Linie nach links unten: Druckwasserleitung für das Kraftwerk [[Karl Imhof|Imhofs’]].]] |
| − | Der '''Untere Bockhartsee''' ist ein Hochgebirgsspeichersee uf 1 872 [[m ü. A.]] im [[Bockharttal]], einem Seitental des [[Naßfeld]]s am südlichen Ende des [[Gasteinertal]]s im südlichen [[Pongau]]. | + | Der '''Untere Bockhartsee''' ist ein Hochgebirgsspeichersee auf 1 872 [[m ü. A.]] im [[Bockharttal]], einem Seitental des [[Naßfeld]]s am südlichen Ende des [[Gasteinertal]]s im südlichen [[Pongau]]. |
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| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| − | Er ist in seinem gegenwärtigen Erscheinungsbild ein künstlich angelegter Stausee. Dieser Stausee gehört zum ehemaligen [[Bockhartrevier]], in dem bis in die Mitte des [[20. Jahrhundert]]s [[Goldbergbau]] betrieben wurde. | + | Er ist in seinem gegenwärtigen Erscheinungsbild ein künstlich angelegter Stausee. Dieser Stausee gehört zum ehemaligen [[Bockhartrevier]], in dem bis in die Mitte des [[20. Jahrhundert]]s [[Goldbergbau]] betrieben wurde. In der Hochblütezeit des Goldbergbaus in dieser Region, im [[Mittelalter]], entstand der Name ''Pochkarsee''. Dieser Name veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit zu ''Pockhart'', ''Bockhardt'' und schließlich zu dem heutigen gebräuchlichen Namen Bockhartsee.<ref>[http://www.fischerverein-gastein.at/chronik.html www.fischerverein-gastein.at/chronik.html]</ref> |
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| − | In der Hochblütezeit des Goldbergbaus in dieser Region, im [[Mittelalter]], entstand der Name ''Pochkarsee''. Dieser Name veränderte sich jedoch im Laufe der Zeit zu ''Pockhart'', ''Bockhardt'' und schließlich zu dem heutigen gebräuchlichen Namen Bockhartsee<ref>Quelle [http://www.fischerverein-gastein.at/chronik.html www.fischerverein-gastein.at/chronik.html]</ref>. | |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | 1841 wurden Wasser- und Schlammproben zur chemischen Untersuchung "aus dem Giftbrunnen von dem Gipfel der Pockhartalpe" genommen um diese chemisch zu untersuchen. Der Protomediker Dr. Wenzel Streinz verfasste eine kurze Beschreibung der topographischen und physikalischen Verhältnisse. Er stellt fest, dass die große Quelle aus einem Stollen und zu dem Bach hinunterströmt, der den kleinen mit dem großen Bockhartsee verbindet. Sie war wegen ihrer Giftigkeit für das Vieh "in der gesamten Länge ihre Strömung mit Großen und schweren Steinplatten sorgfältig bedeckt und verwahrt" und der mitgeführte ockerfarbene Schlamm zerstörte die ganze Vegetation entlang des Bachlaufes.<ref>[OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150.]</ref> | + | [[1841]] wurden Wasser- und Schlammproben zur chemischen Untersuchung "aus dem Giftbrunnen von dem Gipfel der Pockhartalpe" genommen um diese chemisch zu untersuchen. Der Protomediker Dr. Wenzel Streinz verfasste eine kurze Beschreibung der topographischen und physikalischen Verhältnisse. Er stellt fest, dass die große Quelle aus einem Stollen und zu dem Bach hinunterströmt, der den kleinen mit dem großen Bockhartsee verbindet. Sie war wegen ihrer Giftigkeit für das Vieh "in der gesamten Länge ihre Strömung mit Großen und schweren Steinplatten sorgfältig bedeckt und verwahrt" und der mitgeführte ockerfarbene Schlamm zerstörte die ganze Vegetation entlang des Bachlaufes.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150.</ref> |
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| | Das von Dipl.-Ing. [[Karl Imhof]], Direktor der [[Zweite Gewerkschaft Radhausberg|Zweiten Gewerkschaft Radhausberg]], geplante Tiefenaufschlussprogramm im Goldbergbau, das einen modernen Bergbaubetrieb mit entsprechenden technischen Einrichtungen vorsah, erforderte eine ausreichende Energieversorgung. In [[Böckstein]] bestand bereits ein kleines Elektrizitätswerk mit 37 PS, was aber für den geplanten Ausbau der Bergwerksanlagen völlig unzureichend war. Bereits im Jahr [[1912]] und [[1913]] errichtete daher Karl Imhof im Bereich [[Oberer Bockhartsee]] und Unterer Bockhartsee zwei kleine Wasserkraftanlagen. Größten Stellenwert - neben anderen Wasserkraftprojekten, die teilweise aus Geldmangel nicht realisiert werden konnten - hatte die Wasserkraftanlage aus [[1912]]–[[1913]] im Naßfeld bei Böckstein. | | Das von Dipl.-Ing. [[Karl Imhof]], Direktor der [[Zweite Gewerkschaft Radhausberg|Zweiten Gewerkschaft Radhausberg]], geplante Tiefenaufschlussprogramm im Goldbergbau, das einen modernen Bergbaubetrieb mit entsprechenden technischen Einrichtungen vorsah, erforderte eine ausreichende Energieversorgung. In [[Böckstein]] bestand bereits ein kleines Elektrizitätswerk mit 37 PS, was aber für den geplanten Ausbau der Bergwerksanlagen völlig unzureichend war. Bereits im Jahr [[1912]] und [[1913]] errichtete daher Karl Imhof im Bereich [[Oberer Bockhartsee]] und Unterer Bockhartsee zwei kleine Wasserkraftanlagen. Größten Stellenwert - neben anderen Wasserkraftprojekten, die teilweise aus Geldmangel nicht realisiert werden konnten - hatte die Wasserkraftanlage aus [[1912]]–[[1913]] im Naßfeld bei Böckstein. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * [[Brigitte Cech|Cech, Brigitte]]: ''Archäologische Forschungen zur Edelmetallgewinnung des 15. und 16. Jahrhunderts im Gasteiner Tal'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 141. Vereinsjahr 2001, Salzburg 2001 | + | * Cech, Brigitte: ''Archäologische Forschungen zur Edelmetallgewinnung des 15. und 16. Jahrhunderts im Gasteiner Tal'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 141. Vereinsjahr 2001, Salzburg 2001 |
| | * ''"Schatzkammer Hohe Tauern", 2000 Jahre Goldbergbau'', Hrsg. [[Wilhelm Günther]] und [[Werner H. Paar]], mit Beiträgen von [[Fritz Gruber]] und [[Volker Höck]], [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg | | * ''"Schatzkammer Hohe Tauern", 2000 Jahre Goldbergbau'', Hrsg. [[Wilhelm Günther]] und [[Werner H. Paar]], mit Beiträgen von [[Fritz Gruber]] und [[Volker Höck]], [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg |
| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
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