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Dr. iur. '''Julius Sylvester''' (* [[30. Juni]] [[1854]] in [[Wien]]; † [[13. Juli]] [[1944]] in [[Seekirchen am Wallersee]]) war Rechtsanwalt, Reichsratsabgeordneter, Präsident des Abgeordnetenhauses und Vize-[[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] der [[Stadt Salzburg]].  
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[[File:Sylvester-julius-foto-carl-seebald-gest-1941-in-1911-08-04-schwaebisches-bilderblatt-jg04-nr32-s02.jpg|thumb|Dr. Julius Sylvester, 1941.]]Dr. iur. '''Julius Sylvester''' (* [[30. Juni]] [[1854]] in [[Wien]]; † [[13. Juli]] [[1944]] in [[Seekirchen]]) war Rechtsanwalt, Reichsratsabgeordneter, Präsident des Abgeordnetenhauses und Vize[[Bürgermeister der Stadt Salzburg|bürgermeister]] der [[Stadt Salzburg]].  
    
== Leben ==
 
== Leben ==
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Von [[1894]] bis [[1898]] war er Mitglied des [[Salzburger Gemeinderat]]es, von [[1896]] bis [[1898]] unter [[Gustav Zeller]] [[Vizebürgermeister|Bürgermeister-Stellvertreter]] der [[Stadt Salzburg]].
 
Von [[1894]] bis [[1898]] war er Mitglied des [[Salzburger Gemeinderat]]es, von [[1896]] bis [[1898]] unter [[Gustav Zeller]] [[Vizebürgermeister|Bürgermeister-Stellvertreter]] der [[Stadt Salzburg]].
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Bei den Reichsratswahlen am [[17. März]] [[1897]] obsiegte er gegenüber dem Kandiaten der ''liberalen Seite'' und des ''Bürgerklubs'', [[Adalbert Fäulhammer]], und vertrat Salzburg vom [[27. Mai]] [[1897]] bis zum Ende der Monarchie als Abgeordneter der Deutsch-fortschrittlichen Partei im [[Reichsrat]], dann bis zum [[16. Februar]] [[1919]] als [[Nationalratsabgeordneter]] in der provisorischen Nationalversammlung. Er trat, als die Regierung den Gesetzesvorschlag zum Bau der [[Tauernbahn]] einbrachte, vehement für dessen Annahme ein. Als Generalberichterstatter vermochte er alle gegenteiligen Bedenken auszuräumen, wodurch der für das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] so wichtige Entwurf ohne Gegenstimme angenommen werden konnte. Daneben setzte er sich erfolgreich für den Ausbau des [[Salzburger Hauptbahnhof]]es ein.
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Bei den Reichsratswahlen am [[17. März]] [[1897]] obsiegte er gegenüber dem Kandiaten der ''liberalen Seite'' und des ''Bürgerklubs'', [[Adalbert Fäulhammer]], und vertrat Salzburg vom [[27. Mai]] [[1897]] bis zum Ende der [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] als Abgeordneter der Deutsch-fortschrittlichen Partei im [[Reichsrat]], dann bis zum [[16. Februar]] [[1919]] als [[Nationalratsabgeordneter]] in der provisorischen Nationalversammlung. Er trat, als die Regierung den Gesetzesvorschlag zum Bau der [[Tauernbahn]] einbrachte, vehement für dessen Annahme ein. Als Generalberichterstatter vermochte er alle gegenteiligen Bedenken auszuräumen, wodurch der für das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] so wichtige Entwurf ohne Gegenstimme angenommen werden konnte. Daneben setzte er sich erfolgreich für den Ausbau des [[Salzburger Hauptbahnhof]]es ein.
    
Vom [[21. Juli]] [[1911]] bis zum [[30. Mai]] [[1917]] fungierte er als Präsident des Abgeordnetenhauses. Vom [[30. Oktober]] [[1918]] bis zum [[16. Februar]] [[1919]] war er als  Staatsnotar und von 1919 bis [[1930]] als Mitglied des Verfassungsgerichtshofes tätig.
 
Vom [[21. Juli]] [[1911]] bis zum [[30. Mai]] [[1917]] fungierte er als Präsident des Abgeordnetenhauses. Vom [[30. Oktober]] [[1918]] bis zum [[16. Februar]] [[1919]] war er als  Staatsnotar und von 1919 bis [[1930]] als Mitglied des Verfassungsgerichtshofes tätig.
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Sylvester trat bereits [[1874]] der Burschenschaft Teutonia Wien bei und [[1881]] wurde er Mitglied der Burschenschaft Libertas Wien. Nach seinem Zuzug nach Salzburg im Jahr [[1886]] gelang es ihm, die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der Bewegung im Geiste Georg von Schönerer, der die Juden für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte, zu entwickeln. Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein glühender Antisemit und es ist ihm gelungen, den Antisemitismus auch in Salzburg zu verstärken. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des >Germanenbundes< und des >Kyffhäuers-Bundes<.
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Sylvester trat bereits [[1874]] der Burschenschaft Teutonia Wien bei und [[1881]] wurde er Mitglied der Burschenschaft Libertas Wien. Nach seinem Zuzug nach Salzburg im Jahr [[1886]] gelang es ihm, die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der Bewegung im Geiste Georg von Schönerer, der die [[Juden]] für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte, zu entwickeln. Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein glühender Antisemit und es ist ihm gelungen, den Antisemitismus auch in Salzburg zu verstärken. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des >Germanenbundes< und des >Kyffhäuers-Bundes<.
 
   
 
   
Nach dem Erwerb des [[Villa Sylvester|Zeller Schlössls]] in [[Zell am Wallersee|Zell]] am [[Wallersee]] in [[Seekirchen]], baute er dieses zu einer Villa mit Strandbad aus. Er besaß In Seekirchen-[[Bayerham (Seekirchen am Wallersee)|Bayerham]] besaß er auch eine Gastwirtschaft. Als Strandbadbetreiber und Gastwirt war er von der Frage der >judenreinen Sommerfrische< direkt betroffen. Die Verfolgung der jüdischen Sommergäste war in den Gemeinden rund um den Wallersee besonders ausgeprägt.<ref>Siehe dazu auch [[Sommerfrische in Mattsee]]</ref>
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Nach dem Erwerb des [[Villa Sylvester|Zeller Schlössls]] in [[Zell am Wallersee|Zell]] am [[Wallersee]] in Seekirchen, baute er dieses zu einer Villa mit Strandbad aus. Er besaß in Seekirchen-[[Bayerham (Seekirchen am Wallersee)|Bayerham]] auch eine Gastwirtschaft. Als Strandbadbetreiber und Gastwirt war er von der Frage der >judenreinen [[Sommerfrische]]< direkt betroffen. Die Verfolgung der jüdischen Sommergäste war in den Gemeinden rund um den Wallersee besonders ausgeprägt.<ref>Siehe dazu auch [[Sommerfrische in Mattsee]]</ref>
    
== Ehrungen ==
 
== Ehrungen ==
 
Die [[Internationale Stiftung Mozarteum]], der er von [[1915]] bis [[1922]] als [[Präsidenten der Internationalen Stiftung Mozarteum|Präsident]] vorstand, ernannte ihn nach seinem Rücktritt am [[7. Dezember]] [[1922]] zum Ehrenpräsidenten, von der Universität Wien erhielt er [[1927]] die Ehrendoktorwürde verliehen.  
 
Die [[Internationale Stiftung Mozarteum]], der er von [[1915]] bis [[1922]] als [[Präsidenten der Internationalen Stiftung Mozarteum|Präsident]] vorstand, ernannte ihn nach seinem Rücktritt am [[7. Dezember]] [[1922]] zum Ehrenpräsidenten, von der Universität Wien erhielt er [[1927]] die Ehrendoktorwürde verliehen.  
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Die [[Stadt Salzburg]] ernannte ihn mit Diplom vom [[11. Juni]] [[1901]] "''in dankbarer Anerkennung der vielen um die Stadt Salzburg als Reichsratsabgeordneter erworbenen Verdienste, insbesondere in Würdigung der hervorragenden und ausgezeichneten Tätigkeit für den nunmehr gesicherten Bau der für Stadt und Land Salzburg so hochwichtigen Tauernbahn''" zu ihrem [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger]] und [[1945]] zum Namensgeber der [[Dr.-Sylvester-Straße]].
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Die Stadt Salzburg ernannte ihn mit Diplom vom [[11. Juni]] [[1901]] "in dankbarer Anerkennung der vielen um die Stadt Salzburg als Reichsratsabgeordneter erworbenen Verdienste, insbesondere in Würdigung der hervorragenden und ausgezeichneten Tätigkeit für den nunmehr gesicherten Bau der für Stadt und Land Salzburg so hochwichtigen Tauernbahn" zu ihrem [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger]] und [[1945]] zum Namensgeber der [[Dr.-Sylvester-Straße]].
    
In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die [[Pongau]]er Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein|Wildbad Gastein]] und [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Schwarzach im Pongau|Schwarzach]] ihre [[Ehrenbürger]]schaft.  
 
In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die [[Pongau]]er Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein|Wildbad Gastein]] und [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Schwarzach im Pongau|Schwarzach]] ihre [[Ehrenbürger]]schaft.  
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Sylvester verstarb 1944 in seiner Villa in Zell am Wallersee und liegt auch dort begraben. [[1945]] wurde in [[Morzg]] die [[Dr.-Sylvester-Straße]] nach ihm benannt.
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Sylvester verstarb 1944 in seiner Villa in Zell am Wallersee und liegt auch dort begraben.
    
== Literatur- und Quellenangaben ==
 
== Literatur- und Quellenangaben ==
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{{Quelle Franz Martin}}
 
{{Quelle Franz Martin}}
 
*[[Robert Kriechbaumer|Kriechbaumer, Robert]] (HG), Der Geschmack der Vergänglichkeit, Jüdische Sommerfrische in Salzburg. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], Salzburg, Band 14. Böhlau Wien-Köln-Weimar, 2002
 
*[[Robert Kriechbaumer|Kriechbaumer, Robert]] (HG), Der Geschmack der Vergänglichkeit, Jüdische Sommerfrische in Salzburg. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], Salzburg, Band 14. Böhlau Wien-Köln-Weimar, 2002
*http://www.kunstfehler.at - abgerufen am 17. Juni 2014
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* [http://www.kunstfehler.at www.kunstfehler.at], abgerufen am 17. Juni 2014
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== Einzelnachweis ==
 
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