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| | == 1876 == | | == 1876 == |
| | Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 28.1.1876 bis 1877 und 26.12.1878; insgesamt 25 Briefe. | | Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 28.1.1876 bis 1877 und 26.12.1878; insgesamt 25 Briefe. |
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| | + | ==== Brief vom 8. Jänner 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Fanni Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt)<ref>Zu generellen Problemen mit der Übertragung der Briefe von Antonia Spängler siehe zum Brief vom 18. April 1870, Einzelnachweis; siehe [[Kobler-Spängler-Briefe von 1870]], und ebenso zu den Briefen vom 24. Jänner 1873 und vom 8. Jänner 1875.</ref>:<br /> |
| | + | ''I Salzburg den 8/1 [18]76 Meine inigstgeliebten Theuren! Was werdet ihr Euch denken, das ich so lange nicht an Euch geschrieben: Ich weiß selbst nicht wie es kamm imer habe ich so viel zu thun, das ich mir oft denke entweder möchte ich 6 Hände haben oder jeden Tag anstückeln könen, und so vergehen mir die Tage wie Augenblücke – und schnell werden die etwelchen Wochen vorüber gehen, welche ich noch hier bin, dan meine Lieben möge mir der liebe Gott helfen,'' [2 Wörter unterstrichen:] ''zu vollbringen was ich Euch'' [2 Wörter unterstrichen:] ''helfen will. Der Wille ist gewiß gut aber ob meine Kräfte außreichen, dafür kann ich nicht gutstehen, wen ich meine Jahre bedenke.'' / [dritte Seite:] ''II Ich hoffe zu Gott es wird alles recht gut von statten gehen du bist ja gut, groß gebaut, und so gesund auch nicht besonders dück wie ich höre, so werden wir mit ruhe auf den kleinen Ankömling warten können. Bist du und das Kindlein gesund, so werden wir uns leicht über diesen Strauß hinüber bringen man muß denken es geht ja mit jeden Tag wider leichter weil man sich immer beßer hinein findet, und die Liebe überwindet ja so vielles. Die Großmutter'' [ [[Fanny Kobler]], Anm.] ''sagte mir am Sontag das Sie dir geschrieben hat, du möchtest dir eine Kindsmagd nehmen, ja es wird für Dich liebe Fani gewiß eine große Erleichterung sein, den fürs erste, wird es dir wohl theuer wen du in der Nacht Ruhe'' / [vierte Seite:] ''III hast, dan kanst du doch auch ofter mit deinen lieben Mann gehen, und dich auch nicht gänzlich von den gesellschaftlichen Leben loosmachen. Wen du auch 2 Mägde hast so trieft es dich doch oft das Kind zu besorgen, den es giebt zu waschen – zu bigeln zu nähen, aufzureumen – ich sehe es ja bey Louise<ref>Familie von [[Otto Spängler]]</ref> was ein Kind braucht. Da nun aber die Großmutter schon durchauß darauf besteht du solst dir eine nehmen, so würde ich sie auch um ein Bett ersuchen den ich meine das Gastbett ist doch schade für eine Kindsmagd weil sie mit den vielen auß und einsteigen sehr runirt'' [ruiniert] ''werden. Sie hat ja glaube ich im 4 t[en] Stock<ref>in der [[Höllbräu]]</ref> noch Betten Eine ganze menge werden'' [zweite Seite:] ''IIII wir zu besprechen haben wen ich hinunter'' [nach Wien, Anm.] ''komme. Die Großmutter will den Lohn für die Kindsmagd bezahlen es ist wohl recht gut aber die Kost betragt viel mehr als der Lohn – es wird sich alles finden.'' |
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| | + | ''Fast den ganzen Monath hatte ich husten aber es ist Gottlob ohne doktor abgegangen. Ich halte mich recht sehr, damit ich bis zur Reise gesund bleibe. Die Pepi'' [Dienstmagd, Anm.] ''werde ich wen sich nichts anderes ergiebt bis Eberschwang<ref>Eberschwang im Bezirk Ried im Innkreis, Oberösterreich</ref> mitnehmen und dort, bey ihren Bruder kann sie bleiben bis ich wider zurück kome. Lebt recht wohl es küßt Euch inig Eure viel für Euch bethende Mutter Spángler'' [daneben:] ''Noch haben wir nichts gekauft vieleicht warte ich bis ich nach Wien komme.'' |
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| | + | ==== Brief vom 18. Februar 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ==== |
| | + | Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 18/2 [18]76 Meine inigst geliebten Theuren! Endlich heute kome ich dazu Euren Lieben Brief zu beantworten. Wir hatten eine schwere Woche zu bestehen, Herr von Duregger'' [ [[Alois Johann Duregger]], Anm.] ''wurde von einer leichten Lungenentzündung überfahlen, und du lieber Franz weist wohl wie er immer bey jeder[n] leichten Husten gleich mit den Schleimm sehr zu thun hatte, so war es auch da der Fall, er konnte den Schleimm nicht mehr Herr werden; er rodelte''<ref>"rodeln" = röchelnd, rasselnd atmen (Österreichisch: ostarrichi.org)</ref> ''einige Tage so fort, natürlich wurden 2 Arzte geruffen, aber er wurde immer schwächer, und endlich gestern den 17 t[en] verschied er um ½'' [Uhrzeit fehlt, Anm.] ''Zuhause, Nachts. Gott habe / ihm [!] selig. Die Mamma ist zum verwundern gefaßt Die Schistl<ref>Vielleicht Familie von Bertha Schiestl (* 1872; † 1951), Vater Josef Schiestl (ohne Daten), 1894 verheiratet mit Otto Spängler (* 19. Juni 1868; † 1922), einem Enkelkind von Alois Johann Duregger?</ref> weniger, der Schistl wird heute Nachts kommen. Die Koch<ref>Die Tochter von Alois Johann Duregger, Maria Josepha Theresia Duregger (* 3. Jänner 1846), 1868 verheiratet mit Albert Maximilian Koch (*30. Oktober 1833).</ref> ist jede stunde zum Entbinden.<ref>Ein entsprechendes (klein verstorbenes?) Kind ist nicht verzeichnet im [[Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler]], aber Geschwister davor und danach.</ref> Ich denke es geht alles recht gut bey ihr den sie war auch immer recht wohl.'' |
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| | + | ''Nun zur Beantwortung deines lieben Briefes. Liebe Fany, ich kome also nach Deinen außdrüklichen Wunsche früher als ich in meinen letzten Brief angezeugt, ich reise wen es Gottes Wille ist am 29 t[en] Februar 7 Uhr früh von hier fort, und hoffe Abends in Euren Armen zu sein, ich hoffe wenigstens Franz wird mich am Bahnhof erwarten. Ich glaube es bleibt uns dan noch Zeit genug das Nöthige in Ordnung zu bringen. Wen ich von hier noch etwas / mitbringen soll, so bitte ich es bis längstens Ende der nächsten Woche zu schreiben Ich denke wen nicht was besonderes ist nicht mehr zu schreiben Die Großmutter ist wohl und grüßt Euch recht herzlich. Ich freue mich schon Euch zu sehen und dan vieleicht das kleine Wuzerl zu erst auf meinen Armen zu bekommen. So gott will wird alles ruhig vor sich gehen. Ich bin schon sehr froh von deinen Befinden, nur immer gutes zu hören. Die Bekanten welche sich meiner erinnern bitte ich mich zu empfehlen auch ich freue mich die Leithe [?] zu sehen, ich denke wir werden beyde recht alte Mütterlein geworden sein. Wie vieles werde ich Euch zu erzählen haben, was man nicht schreiben kan. Die Zeller Vermählung habe ich auch gesehen, sie war hübsch und wohl. Lebt nun recht wohl seid recht herz lich geküßt von Euerer Euch treu liebenden Mutter Spángler'' [darunter:] ''v Otto und Louise herzliche Grüße'' |
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| | ==== Brief vom 21. Februar 1876 von Ida Schlöglhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | | ==== Brief vom 21. Februar 1876 von Ida Schlöglhofer und Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== |