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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
 
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz II. Xaver Gregor Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
    
== 1881 ==
 
== 1881 ==
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Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr.37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr.18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr.18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 25.2.1879 bis 1880 und 23.10.1881; insgesamt 20 Briefe (3 aus Baumkirchen).
 
Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr.37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr.18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr.18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 25.2.1879 bis 1880 und 23.10.1881; insgesamt 20 Briefe (3 aus Baumkirchen).
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==== Brief vom 18. Januar 1881 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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==== Brief vom 18. Januar 1881 von Fanni Spängler an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
 
[Nr. 19<ref>"Nr. 19" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:<br />
 
[Nr. 19<ref>"Nr. 19" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Fanni Spängler an [Nr. 18] Franz Spängler:<br />
 
''Salzburg den 18te Januar 1881/ Liebe Fani! Beinahe ein ganzes Mant [Monat] ist verflossen und ich habe kein Wort von Euren Befinden gehört; noch mehr wie ich findet sich dein Vater, der sehr schwer krank ist, und allein Anschein auch nicht gesund werden wird gekränkt das du dich schriftlich dich nach seinem Befinden erkundiget hast. Er sagte erst vor kurzem, von allen Bekannten kommen Nachfragen nur von der Fanni nicht. - Du hättest recht gut wie ihn vor kurzen dein Man geschrieben hat ein paar Zeilen beyfügen können. Erweun [erwähn] nichts von diesem Brief, und entschuldige so gut du kannst. Ich hoffe das ihr alle Gesund seyd seyd [!] Ich Gott sey Dank, bin zufrieden/ Lebe recht wohl, küße und grüße meine 3 Urenkeln, so auch deinen Mann. Soeben war d Opa da und sagte das dem Vater sehr schlecht ist, sie sind darauf gefaßt ihn bald nicht mehr zu haben. Lebe wohl dieß wünscht deine Großmutter Fanni''
 
''Salzburg den 18te Januar 1881/ Liebe Fani! Beinahe ein ganzes Mant [Monat] ist verflossen und ich habe kein Wort von Euren Befinden gehört; noch mehr wie ich findet sich dein Vater, der sehr schwer krank ist, und allein Anschein auch nicht gesund werden wird gekränkt das du dich schriftlich dich nach seinem Befinden erkundiget hast. Er sagte erst vor kurzem, von allen Bekannten kommen Nachfragen nur von der Fanni nicht. - Du hättest recht gut wie ihn vor kurzen dein Man geschrieben hat ein paar Zeilen beyfügen können. Erweun [erwähn] nichts von diesem Brief, und entschuldige so gut du kannst. Ich hoffe das ihr alle Gesund seyd seyd [!] Ich Gott sey Dank, bin zufrieden/ Lebe recht wohl, küße und grüße meine 3 Urenkeln, so auch deinen Mann. Soeben war d Opa da und sagte das dem Vater sehr schlecht ist, sie sind darauf gefaßt ihn bald nicht mehr zu haben. Lebe wohl dieß wünscht deine Großmutter Fanni''
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==== Brief vom 14. Mai 1881 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 14. Mai 1881 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
 
ein Bogen, Brief von [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Salzburg 14. Mai 1881, an [Nr. 19] Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br />
 
ein Bogen, Brief von [Nr. 79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Salzburg 14. Mai 1881, an [Nr. 19] Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br />
[am Rand:] ''Von der Pepi einen Handkuß.'' / ''Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl'' [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] ''sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein'' [Pottenstein] ''werden wird.<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen.''
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[am Rand:] ''Von der Pepi einen Handkuß.'' / ''Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl'' [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] ''sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein'' [Pottenstein] ''werden wird.<ref>[[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen.''
    
''Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.''
 
''Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.''
 
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==== Brief vom 22. Mai 1881 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz Xaver Gregor Spängler in Mödling<ref>Der Brief lag bei den Briefen von 1872 (und bleibt in diesem Bündel), muss aber vom Inhalt her auf 1881 datiert werden.</ref> ====
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==== Brief vom 22. Mai 1881 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling<ref>Der Brief lag bei den Briefen von 1872 (und bleibt in diesem Bündel), muss aber vom Inhalt her auf 1881 datiert werden.</ref> ====
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
 
''Salzburg den 22/5 [1881<ref>oben rechts Kleks und eine "1" </ref>]. Meine inigst geliebten Theuren! Heute war die Großmutter bey mir mit Fanys Brief, ich sagte ihr sogleich sie solle nur gleich mit das geld schücken Otto wird es schon besorgen, was sie auch sogleich that. Ich schreibe daher in eile nur ein paar Zeilen mit. Ich bedaure das Franz sein Wunsch<ref>von Mödling nach Wien versetzt zu werden</ref> nicht erfühlt wurde, ich bin nicht unglücklich darüber, wer weiß für was es gut ist, den es sey auch in Wehring [Währing] ein zimmlich arges gesindel, und sehr böse soll / es in Ottengrün'' [Wien-Ottakring] ''sein, Gott seys gedannkt, das sie dich nicht nach Ottengrüng [!] gegeben haben. Bottenstein<ref>Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich. Im Oktober 1880 wird Franz Spängler zum Bezirksrichter in Pottenstein ernannt; sie ziehen im Juni 1881 nach Pottenstein um. [[Antonia Spängler]] starb am 15. März 1882 in Salzburg "nach kurzem Leiden".</ref> soll schön und angenehm sein.''
 
''Salzburg den 22/5 [1881<ref>oben rechts Kleks und eine "1" </ref>]. Meine inigst geliebten Theuren! Heute war die Großmutter bey mir mit Fanys Brief, ich sagte ihr sogleich sie solle nur gleich mit das geld schücken Otto wird es schon besorgen, was sie auch sogleich that. Ich schreibe daher in eile nur ein paar Zeilen mit. Ich bedaure das Franz sein Wunsch<ref>von Mödling nach Wien versetzt zu werden</ref> nicht erfühlt wurde, ich bin nicht unglücklich darüber, wer weiß für was es gut ist, den es sey auch in Wehring [Währing] ein zimmlich arges gesindel, und sehr böse soll / es in Ottengrün'' [Wien-Ottakring] ''sein, Gott seys gedannkt, das sie dich nicht nach Ottengrüng [!] gegeben haben. Bottenstein<ref>Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich. Im Oktober 1880 wird Franz Spängler zum Bezirksrichter in Pottenstein ernannt; sie ziehen im Juni 1881 nach Pottenstein um. [[Antonia Spängler]] starb am 15. März 1882 in Salzburg "nach kurzem Leiden".</ref> soll schön und angenehm sein.''
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==== Brief vom 8. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler ====
 
==== Brief vom 8. Juni 1881 von Betti Katzinger an Fanny Kobler ====
 
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
 
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, "täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.") / (Sie schildert ihr Unglück, ihr "Todes Urtheil") '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den  trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat "in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut." [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.''
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''Steyeregg [!] am 8. Juni 81. Liebe Großmutter! Seit Pfingstsamstag befinde ich mich hier, die Reise hat mich sehr angegriffen obwohl das Wetter schön und warm war, aber ich bin halt so entsetzlich schwach und habe immer Fieber.'' (Auf der Reise hat in Linz der Arzt festgestellt, dass beide Lungenspitzen angegriffen sind; sie darf nicht arbeiten, muss viel Zeit in der frischen Luft verbringen, "täglich eine Flasche Gleichenbergerwasser mit Milch trinken und dieß monatelang fortsetzen, warme Einathmungen mit Terpentinöhl vermischt.") / (Sie schildert ihr Unglück, ihr "Todes Urtheil") '', den für mich ist nichts arbeiten dürfen und ein so langes Kranksein, viel schrecklicher als der baldige Tod. – Aber geht es wie immer ich muß es ertragen, Gott hat mir auch dieses Unglück auferlegt.'' […] ''Ich mußte meinen Bruder bitten, daß er mir das Goldkettchen welches ich von der Mutter habe, abkauft, er hat es auch gethan und mir 40 fl [Gulden] dafür gegeben; den  trotz Deiner Hilfe ./.'' [Zeichen zum Seitenwechsel] / ''reicht es nicht aus, die theuere Medikamente eine Flasche Gleichenbergerwasser<ref>aus Bad Gleichenberg, Steiermark</ref> kostet 25 Kr[euzer] und ich muß vielleicht 60 Flaschen oder gar mehr trinken, dan den Doktor haben wir auch noch zu bezahlen, aber in der Apotheke sind wir nichts mehr schuldig.'' […] (Sie erhielt eine Karte von den Spänglern ([[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]) in Pottenstein; es geht ihnen gut. / Sie grüßt von ihrem Mann und ihrem Bruder und dessen Frau; der Sohn Hans hat "in seinem Zeugniß in allen Gegenständen: Sehr gut." [unterstrichen]) […] ''Meine Schrift wirst Du wohl nicht lesen können, den meine Hand zittert so, daß ich kaum die Feder zu halten weis. Viele Grüße an Frau Mutter Spängler an die Theres Lisi und alle Bekante. Gott erhalte Dich gesund dieß ist mein tägliches Gebet für Dich, mit vielen Grüßen und Küßen verbleibe ich Deine arme unglückliche Betti Katzinger. Wenn Du mir schreibst adresse den Brief an meinen Bruder in Steyeregg an der Donau.''
 
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==== Brief vom 1. Dezember 1881 von Therese von Lürzer an Franz Spängler ====
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==== Brief vom 1. Dezember 1881 von Therese von Lürzer an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
ein Briefbogen mit Umschlag, Briefmarke herausgeschnitten, erkennbar noch Rundstempel "Hall in T[irol]" und auf der Rückseite "Pottenstein 3 82 [?]"; Martha Therese (Theresia, Therese) Lürzer-Zehenthal (* 28. Juli 1801 in Hallein; † 14. Dezember 1894 in Hall in Tirol), Stiftsdame in Hall<ref>Geneanet Nr. 37 c; "Nr. 37 c" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]). Sie ist eine Tochter von [[Franz Lürzer von Zechenthal]] (* 1768; † 1830). Die folgenden Briefe von 1882, 1883 und 1884 sind alle datiert, nicht aber der letzte von [angenommen] 1885 [oder später].</ref>, schreibt an den Neffen [[Franz Xaver Gregor Spängler]]; / = Seitenwechsel; [?] = unsichere Lesart:<br />
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ein Briefbogen mit Umschlag, Briefmarke herausgeschnitten, erkennbar noch Rundstempel "Hall in T[irol]" und auf der Rückseite "Pottenstein 3 82 [?]"; Martha Therese (Theresia, Therese) Lürzer-Zehenthal (* 28. Juli 1801 in Hallein; † 14. Dezember 1894 in Hall in Tirol), Stiftsdame in Hall<ref>Geneanet Nr. 37 c; "Nr. 37 c" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]). Sie ist eine Tochter von [[Franz Lürzer von Zechenthal]] (* 1768; † 1830). Die folgenden Briefe von 1882, 1883 und 1884 sind alle datiert, nicht aber der letzte von [angenommen] 1885 [oder später].</ref>, schreibt an den Neffen [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; / = Seitenwechsel; [?] = unsichere Lesart:<br />
 
''Hall am 1 Dezember'' [ohne Jahr; angenommen 1881] ''Mein lieber teuerer Franz recht herzlichen Dank für deine und deiner lieben Frau herzlichen Glückswünsche, und Votoprapien zu meinen Namenstag welche mich ser erfreiten, auch ich Wünsche dir von ganzen Herzen alles gute zu deinen kommenden Namensfest! Gott erhalte dich und all deine lieben recht Gesund und Zufrieden, und ich bitte erhaltet mich in deinen freindlichen Andenken. Es freit mich herzlich das ich aus deinen Brief / sah das ihr euch alle wohl befindet, und auch mir geht es wie es das hohe Alter erlaubt möglichst gut, so lang ich doch ausgehen kan mus ich schon Zufrieden sein mit kleinen Leiden. Recht freien tet es mich wen du einmahl nach Hall komen köntest wenn du Urlaub bekomst jetzt sind auch die Detardori [?] in Hall von Brixen heraus'' [darüber geschrieben:] ''Die Sauter Ludewika'' ''der Herr ist in Brefirn [?] und der Sohn Studirt hir in Ginasium. es ist ein Sohn und 2 Töchter / Ich Wünsche euch auch zum neien Jahr von ganzen Herzen alle gute, Gott erhalte euch alle Gesund und Zufrieden. Das glaub ich gern das die Fani froh ist wen die Kinder in der Schule sind, aber es ist ja doch gut wen sie Gesund und Lebhaft sind. Wie ich hörte von der Payr welche vor kurzen bey mir war, befindet sich der Bamberger möglichst gut, aber die Frau seyso Elend von vielen Anstrengen bereits unkennlich [?], der Herr Erlach von Hall so / unterdessen den Dienst versah und jetzt wieder in Hall ist sagte noch bedenklicher[.] Gott gebe das es sich bald bessert. Ich Danke auch der lieben Fani recht herzlich für ihre lieben Zeilen es macht mir imer ein grosses Fergnigen wen ich von niheten [?] was höre. Ich wiederhole meine herzlichsten Glückswünsche und empfele auch alle in den Schutz Gottes, im täglichen Gebethe und verbleibe euere euch trei liebente Alte Tante Therese v. Lürzer[.] Deinen Wunsch gemeß lieber Franz schick ich dir eine fotogravi von mir ich bin jetzt um zwanzig Jahr älter.''  
 
''Hall am 1 Dezember'' [ohne Jahr; angenommen 1881] ''Mein lieber teuerer Franz recht herzlichen Dank für deine und deiner lieben Frau herzlichen Glückswünsche, und Votoprapien zu meinen Namenstag welche mich ser erfreiten, auch ich Wünsche dir von ganzen Herzen alles gute zu deinen kommenden Namensfest! Gott erhalte dich und all deine lieben recht Gesund und Zufrieden, und ich bitte erhaltet mich in deinen freindlichen Andenken. Es freit mich herzlich das ich aus deinen Brief / sah das ihr euch alle wohl befindet, und auch mir geht es wie es das hohe Alter erlaubt möglichst gut, so lang ich doch ausgehen kan mus ich schon Zufrieden sein mit kleinen Leiden. Recht freien tet es mich wen du einmahl nach Hall komen köntest wenn du Urlaub bekomst jetzt sind auch die Detardori [?] in Hall von Brixen heraus'' [darüber geschrieben:] ''Die Sauter Ludewika'' ''der Herr ist in Brefirn [?] und der Sohn Studirt hir in Ginasium. es ist ein Sohn und 2 Töchter / Ich Wünsche euch auch zum neien Jahr von ganzen Herzen alle gute, Gott erhalte euch alle Gesund und Zufrieden. Das glaub ich gern das die Fani froh ist wen die Kinder in der Schule sind, aber es ist ja doch gut wen sie Gesund und Lebhaft sind. Wie ich hörte von der Payr welche vor kurzen bey mir war, befindet sich der Bamberger möglichst gut, aber die Frau seyso Elend von vielen Anstrengen bereits unkennlich [?], der Herr Erlach von Hall so / unterdessen den Dienst versah und jetzt wieder in Hall ist sagte noch bedenklicher[.] Gott gebe das es sich bald bessert. Ich Danke auch der lieben Fani recht herzlich für ihre lieben Zeilen es macht mir imer ein grosses Fergnigen wen ich von niheten [?] was höre. Ich wiederhole meine herzlichsten Glückswünsche und empfele auch alle in den Schutz Gottes, im täglichen Gebethe und verbleibe euere euch trei liebente Alte Tante Therese v. Lürzer[.] Deinen Wunsch gemeß lieber Franz schick ich dir eine fotogravi von mir ich bin jetzt um zwanzig Jahr älter.''