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[[Datei:A.B. Königsegg.jpg|thumb|Anna Bertha Gräfin Königsegg]]
 
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[[Datei:Gedenktafel Anna Bertha Königsegg.jpg|thumb|Gedenktafel für Anna Bertha Königsegg im [[Salzachgässchen]]]]
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[[Datei:Gedenktafel Anna Bertha Königsegg.jpg|thumb|Gedenktafel für Anna Bertha Königsegg im Salzachgässchen]]
'''Anna Bertha Königsegg''' (* [[9. Mai]] [[1883]] in Königseggwald/Württemberg, Deutschland,  † [[12. Dezember]] [[1948]] in Salzburg) entstammte einer gräflichen, im Fürstenrang stehenden Familie aus Württemberg in Deutschland und wurde als zweites Kind in Königseggwald geboren.
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'''Anna Bertha Königsegg''' (* [[9. Mai]] [[1883]] in Königseggwald, [[Württemberg]], Deutschland,  † [[12. Dezember]] [[1948]] in [[Salzburg]]) entstammte einer gräflichen, im Fürstenrang stehenden Familie aus Württemberg in Deutschland und wurde als zweites Kind in Königseggwald geboren.
    
==Leben==
 
==Leben==
 
Sie hatte sich mit 18 Jahren den [[Barmherzige Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul|Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul]] angeschlossen und war [[1925]] als Visitatorin der Salzburger Ordensprovinz berufen worden.  
 
Sie hatte sich mit 18 Jahren den [[Barmherzige Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul|Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul]] angeschlossen und war [[1925]] als Visitatorin der Salzburger Ordensprovinz berufen worden.  
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Ihr Orden, [[1844]] vom Salzburger Fürsterzbischof ins Land geholt, betätigte sich vor allem vorbildlich im Spitalswesen und hatte sich bei der Pflege von geistig Behinderten in [[Schloss Schernberg]] große Verdienste erworben. Die Visitatorin Anna Bertha Königsegg war eine glaubensstarke, resolute Frau und entschiedene Gegnerin des Nationalsozialismus, die dem Konflikt mit dem Regime nicht auswich. Daher war es schon [[1939]] zu Angriffen in der NS-gesteuerten Salzburger und Tiroler Presse gekommen. Nach der Einführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses am [[1. Jänner]] [[1940]] in der "Ostmark" wies die Visitatorin ihre Untergebenen an, bei Zwangssterilisierungen nicht mitzuwirken, und ermutigte zugleich den offenbar schwankenden Fürsterzbischof Dr. [[Sigismund IV. von Waitz]] zu einer festen Haltung.  
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Ihr Orden, [[1844]] vom Salzburger [[Erzbischof|Fürsterzbischof]] Kardinal [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]] ins Land geholt, betätigte sich vor allem vorbildlich im Spitalswesen und hatte sich bei der Pflege von geistig Behinderten in [[Schloss Schernberg]] große Verdienste erworben. Die Visitatorin Anna Bertha Königsegg war eine glaubensstarke, resolute Frau und entschiedene Gegnerin des [[Nationalsozialismus]], die dem Konflikt mit dem Regime nicht auswich. Daher war es schon [[1939]] zu Angriffen in der NS-gesteuerten Salzburger und Tiroler Presse gekommen. Nach der Einführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses am [[1. Jänner]] [[1940]] in der "Ostmark" wies die Visitatorin ihre Untergebenen an, bei Zwangssterilisierungen nicht mitzuwirken, und ermutigte zugleich den offenbar schwankenden Fürsterzbischof Dr. [[Sigismund IV. von Waitz]] zu einer festen Haltung.  
    
====Sr. Anna Berthas Proteste gegen die NS-Euthanasie====
 
====Sr. Anna Berthas Proteste gegen die NS-Euthanasie====
   
Als im August [[1940]] ein Schreiben der Reichsstatthalterei Salzburg, Abteilung III, Gaufürsorgeamt, in der den Barmherzigen Schwestern unterstehenden Versorgungsanstalt Schernberg einlangte, in dem die Verlegung von Kranken auf Weisung des Reichsverteidigungskommissars des Wehrkreises XVIII angekündigt wurde, wusste die Visitatorin über die [[NS-Euthanasie]]maßnahmen bereits Bescheid und leistete von Anfang an Widerstand. In einem Schreiben an den Reichsverteidigungskommissar, das war der Salzburger Reichsstatthalter und NSDAP-Gauleiter [[Friedrich Rainer]], nahm sie ausdrücklich gegen die Maßnahmen Stellung: "Es ist nunmehr ein offenes Geheimnis, welches Los diese abtransportierten Kranken erwartet, denn nur zu oft langt kurz nach ihrer Überführung die Todesnachricht vieler derselben ein." Eindringlich ersuchte Anna Bertha Königsegg Gauleiter Rainer, davon Abstand zu nehmen, indem sie auf die negativen Reaktionen des Auslandes verwies und an das religiöse Gewissen des NS-Politikers appellierte. Sie bot sogar an, auf staatliche Beiträge für die Anstalt bis zum Ende des Krieges zu verzichten. Für den Fall des Abtransportes der Kranken lehnte die Visitatorin jede Mithilfe dabei entschieden ab. Sie vertrat damit jene Position, die auch die im August 1940 tagende Fuldaer Bischofskonferenz einnahm. Bei dieser Tagung verurteilten die Bischöfe des Deutschen Reiches, unter ihnen Innitzer und Waitz, die NS-Euthanasie und verboten den katholischen Pflegeanstalten die Mitwirkung.
 
Als im August [[1940]] ein Schreiben der Reichsstatthalterei Salzburg, Abteilung III, Gaufürsorgeamt, in der den Barmherzigen Schwestern unterstehenden Versorgungsanstalt Schernberg einlangte, in dem die Verlegung von Kranken auf Weisung des Reichsverteidigungskommissars des Wehrkreises XVIII angekündigt wurde, wusste die Visitatorin über die [[NS-Euthanasie]]maßnahmen bereits Bescheid und leistete von Anfang an Widerstand. In einem Schreiben an den Reichsverteidigungskommissar, das war der Salzburger Reichsstatthalter und NSDAP-Gauleiter [[Friedrich Rainer]], nahm sie ausdrücklich gegen die Maßnahmen Stellung: "Es ist nunmehr ein offenes Geheimnis, welches Los diese abtransportierten Kranken erwartet, denn nur zu oft langt kurz nach ihrer Überführung die Todesnachricht vieler derselben ein." Eindringlich ersuchte Anna Bertha Königsegg Gauleiter Rainer, davon Abstand zu nehmen, indem sie auf die negativen Reaktionen des Auslandes verwies und an das religiöse Gewissen des NS-Politikers appellierte. Sie bot sogar an, auf staatliche Beiträge für die Anstalt bis zum Ende des Krieges zu verzichten. Für den Fall des Abtransportes der Kranken lehnte die Visitatorin jede Mithilfe dabei entschieden ab. Sie vertrat damit jene Position, die auch die im August 1940 tagende Fuldaer Bischofskonferenz einnahm. Bei dieser Tagung verurteilten die Bischöfe des Deutschen Reiches, unter ihnen Innitzer und Waitz, die NS-Euthanasie und verboten den katholischen Pflegeanstalten die Mitwirkung.
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Die Antwort des Regimes bestand in der Verhaftung der mutigen Schwester durch die Gestapo am [[17. September]] [[1940]], weil Anna Bertha Königsegg ihre Informanten über die NS-Euthanasie nicht preisgeben wollte. Nach elftägiger Haft wurde sie wieder freigelassen. Diese schlechten Erfahrungen hinderten sie jedoch nicht, wenig später, im Jänner [[1941]], gegen die "Verlegung" der Pfleglinge von Mariathal in Tirol, wo die Barmherzigen Schwestern ca. 70 geistig behinderte Kinder betreuten, in einem Schreiben an Gauleiter Rainer Stellung zu nehmen. Sie wiederholte die Bereitschaft des Ordens, die Pfleglinge auf eigene Kosten zu erhalten; wiederum erfolgte keine Antwort. Als schließlich Anfang April 1941 der Abtransport der Schernberger Patienten unmittelbar bevorstand, wandte sich die Visitatorin neuerlich an den Gauleiter, um ihn von der Aktion abzubringen. An ihrer Entschlossenheit, ihre Schwestern von jeder Mitwirkung abzuhalten, ließ sie keinen Zweifel: Sie müsse den Schwestern untersagen, "irgendwie dabei mitzuhelfen, wäre es auch nur mit dem Ausfüllen von Listen und Fragebögen, denn unser Gewissen verbietet uns, in dieser Aktion mitzuwirken". Und ihren Mitschwestern erklärte sie: "... ich übernehme die Verantwortung, und sollte es auch mein Leben kosten, ich gebe es gerne für Gott und unsere lieben Armen."  
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Die Antwort des Regimes bestand in der Verhaftung der mutigen Schwester durch die Gestapo am [[17. September]] [[1940]], weil Anna Bertha Königsegg ihre Informanten über die NS-Euthanasie nicht preisgeben wollte. Nach elftägiger Haft wurde sie wieder freigelassen. Diese schlechten Erfahrungen hinderten sie jedoch nicht, wenig später, im Jänner [[1941]], gegen die "Verlegung" der Pfleglinge von Mariathal in Tirol, wo die Barmherzigen Schwestern ca. 70 geistig behinderte Kinder betreuten, in einem Schreiben an Gauleiter [[Friedrich Rainer]] Stellung zu nehmen. Sie wiederholte die Bereitschaft des Ordens, die Pfleglinge auf eigene Kosten zu erhalten; wiederum erfolgte keine Antwort. Als schließlich Anfang April 1941 der Abtransport der Schernberger Patienten unmittelbar bevorstand, wandte sich die Visitatorin neuerlich an den Gauleiter, um ihn von der Aktion abzubringen. An ihrer Entschlossenheit, ihre Schwestern von jeder Mitwirkung abzuhalten, ließ sie keinen Zweifel: Sie müsse den Schwestern untersagen, "irgendwie dabei mitzuhelfen, wäre es auch nur mit dem Ausfüllen von Listen und Fragebögen, denn unser Gewissen verbietet uns, in dieser Aktion mitzuwirken". Und ihren Mitschwestern erklärte sie: "''... ich übernehme die Verantwortung, und sollte es auch mein Leben kosten, ich gebe es gerne für Gott und unsere lieben Armen.''"  
    
Daraufhin wurde Anna Bertha Königsegg am [[16. April]] 1941 neuerlich verhaftet, und während ihrer Abwesenheit wurden die Pfleglinge von Schernberg unter Protesten der Schwestern in die Vernichtungsanstalt Hartheim deportiert. Nur eine 17köpfige Gruppe konnte rechtzeitig gewarnt werden, flüchtete in einen Wald und überlebte. Der Schernberger Pfleger Friedrich Zehentner, der sich beim Abtransport am [[21. April]] 1941 weigerte, aktiv mitzuwirken und später davon erzählte, war wegen Verbreitung unwahrer Gerüchte, einem Delikt nach dem Heimtückegesetz, sechs Monate in Haft und erlitt einen schweren Gesundheitsschaden.
 
Daraufhin wurde Anna Bertha Königsegg am [[16. April]] 1941 neuerlich verhaftet, und während ihrer Abwesenheit wurden die Pfleglinge von Schernberg unter Protesten der Schwestern in die Vernichtungsanstalt Hartheim deportiert. Nur eine 17köpfige Gruppe konnte rechtzeitig gewarnt werden, flüchtete in einen Wald und überlebte. Der Schernberger Pfleger Friedrich Zehentner, der sich beim Abtransport am [[21. April]] 1941 weigerte, aktiv mitzuwirken und später davon erzählte, war wegen Verbreitung unwahrer Gerüchte, einem Delikt nach dem Heimtückegesetz, sechs Monate in Haft und erlitt einen schweren Gesundheitsschaden.
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== Widmungen ==
 
== Widmungen ==
Der Gemeinderat der Stadt Salzburg benennt 1988 eine kurze Straße nach ihr. In den meisten Geschichten der NS-Euthanasie freilich (Ernst Klee, Henry Friedlander, Hans-Walter Schmuhl) bleibt ihr Name unerwähnt.
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Der Gemeinderat der Stadt Salzburg benennt 1988 eine kurze Straße nach ihr. In den meisten Geschichten der NS-Euthanasie freilich (Ernst Klee, Henry Friedlander, Hans-Walter Schmuhl) bleibt ihr Name unerwähnt. Im Salzburger Stadtteil [[Mülln]] erinnert im [[Salzachgässchen]] Gedenktafel Anna Bertha Königsegg.
 
      
Im Salzburger Stadtteil [[Taxham]] trägt die Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder ihren Namen ([[Anna-Bertha-Königsegg-Schule]]).
 
Im Salzburger Stadtteil [[Taxham]] trägt die Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder ihren Namen ([[Anna-Bertha-Königsegg-Schule]]).
    
==Literatur und Quellen==
 
==Literatur und Quellen==
*Wolfgang Neugebauer: "Unser Gewissen verbietet uns, in dieser Aktion mitzuwirken", Vortrag anlässlich einer Gedenkveranstaltung für Sr. Anna Bertha Königsegg, Schloß Goldegg, 12. November 1998
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*Wolfgang Neugebauer: "Unser Gewissen verbietet uns, in dieser Aktion mitzuwirken", Vortrag anlässlich einer Gedenkveranstaltung für Sr. Anna Bertha Königsegg, Schloss Goldegg, 12. November 1998
 
* [http://www.oegkv.at/uploads/media/fuerstler__malina_02.pdf Historische Pflegeforschung]
 
* [http://www.oegkv.at/uploads/media/fuerstler__malina_02.pdf Historische Pflegeforschung]
 
* [http://www.beepworld.de/members91/hriesop/koenigseggannabertha.htm Lebenslauf]
 
* [http://www.beepworld.de/members91/hriesop/koenigseggannabertha.htm Lebenslauf]

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