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| | == Geschichtliches == | | == Geschichtliches == |
| − | Bei der Gründung des Chorherrenstiftes [[Berchtesgaden]] in den Jahren [[1102]] bis [[1103]] haben die Grafen von [[Sulzbach]], die in der Gegend um Niederhaim, dem heutigen [[St. Georgen im Pinzgau]], einige Besitzungen hatten, dem Stift das Gut "Niederhaim" – heute [[Schloss Heuberg]] - vermacht. Der Grundbesitz, mit dem die Gründerfamilie das Stift bedacht hat, lag durchwegs mitten im Herrschaftsbereich des [[Erzbischof]]s von Salzburg. Ein Teil dieses Besitzes lag in Niederhaim, ein anderer in der Kreuztracht Prugg, ein weiterer in [[Taxenbach]] und zwar vor allem in den Weilern Thannberg und [[March]]. | + | Bei der Gründung des Chorherrenstiftes [[Berchtesgaden]] in den Jahren [[1102]] bis [[1103]] haben die Grafen von [[Sulzbach]], die in der Gegend um Niederhaim, dem heutigen [[St. Georgen im Pinzgau]], einige Besitzungen hatten, dem Stift das Gut "Niederhaim" – heute [[Schloss Heuberg]] – vermacht. Der Grundbesitz, mit dem die Gründerfamilie das Stift bedachte, lag durchwegs mitten im Herrschaftsbereich des [[Erzbischof]]s von Salzburg. Ein Teil dieses Besitzes lag in Niederhaim, ein anderer in der Kreuztracht Prugg, ein weiterer in [[Taxenbach]], und zwar vor allem in den Weilern Thannberg und [[March]]. |
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| − | Thannberg war einst auch eine der zwölf [[Rotte (Brauchtum)|Rotten]] der [[Kreuztracht]] Taxenbach. | + | Thannberg war einst auch eine der zwölf [[Rotte (Siedlung)|Rotten]] der [[Kreuztracht]] Taxenbach. |
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| | Eines der Bauerngüter am Thannberg ist [[Wiesfleck]], ein ehemaliges Knappenhaus, das im [[17. Jahrhundert]] erbaut wurde. | | Eines der Bauerngüter am Thannberg ist [[Wiesfleck]], ein ehemaliges Knappenhaus, das im [[17. Jahrhundert]] erbaut wurde. |
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| − | Zwei am Thannberg beheimatete Familien - ''Georg Möderl zu Thann am Thannberg'' und ''Adam Rieser am Thannberg'' gehörten als Protestanten zu den ''Abtrünnigen'' und verließen [[1732]] das Land ''mit Weib und Kind'' als Opfer der [[Protestantenvertreibung]]. | + | Zwei am Thannberg beheimatete Familien – Georg Möderl zu Thann am Thannberg'' und ''Adam Rieser am Thannberg'' – gehörten als Protestanten zu den ''Abtrünnigen'' und verließen [[1732]] das Land ''mit Weib und Kind'' als Opfer der [[Protestantenvertreibung]]. |
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| | == Etymologisches == | | == Etymologisches == |
| − | Wie leicht zu erraten ist, zählt der Thannberg zu jenen Siedlungsnamen, die auf die Vegetation Bezug nehmen. Neben den allgemeinen Namen für Wald – siehe [[Wald im Pinzgau]] – kommen im [[Bundesland Salzburg]] auch Bezeichnungen vor, die sich auf Baumarten beziehen. Dabei ist interessant, dass dem heutigen Waldbestand, der überwiegend aus [[Fichte]]n besteht, ein Überhang aus baumbezogenen Namen, die auf Laubbäume wie [[Rotbuche|Buche]] oder [[Grau-Erle|Erle]], sowie auf Nadelbaumarten wie die [[Tanne]] Bezug nehmen, gegenüber steht. | + | Wie leicht zu erraten ist, zählt der Name "Thannberg" zu jenen Siedlungsnamen, die auf die Vegetation Bezug nehmen. Neben den allgemeinen Namen für Wald – siehe [[Wald im Pinzgau]] – kommen im [[Bundesland Salzburg]] auch Bezeichnungen vor, die sich auf Baumarten beziehen. Dabei ist interessant, dass dem heutigen Waldbestand, der überwiegend aus [[Fichte]]n besteht, ein Überhang aus baumbezogenen Namen, die auf Laubbäume wie [[Rotbuche|Buche]] oder [[Grau-Erle|Erle]] sowie auf Nadelbaumarten wie die [[Tanne]] Bezug nehmen, gegenüber steht. |
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| − | Das trifft auch beim Thannberg zu, dessen Name sich wie auch [[Altenthann]] oder [[Lichtenthann]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Henndorf]], von der [[Tanne]] ableitet. Diese von den heutigen Gegebenheiten abweichende Zusammensetzung der vegetationsbezogenen Ortsbezeichnungen dokumentiert die Änderung des Baumbestandes der heimischen Wälder im Laufe der Jahrhunderte. | + | Das trifft auch beim Thannberg zu, dessen Name sich, wie auch [[Altentann|Altenthann]] oder [[Burgruine Lichtentann|Lichtenthann]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Henndorf]] von der [[Tanne]] ableitet. Diese von den heutigen Gegebenheiten abweichende Zusammensetzung der vegetationsbezogenen Ortsbezeichnungen dokumentiert die Änderung des Baumbestandes der heimischen Wälder im Laufe der Jahrhunderte. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * 3221 – Ost Rauris, Topographische Karte mit Wegmarkierungen, Österreichische Karte 1:25 000V, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien 2008 | | * 3221 – Ost Rauris, Topographische Karte mit Wegmarkierungen, Österreichische Karte 1:25 000V, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien 2008 |
| − | * Salzburgwikiartikel [[Schloss Heuberg]], [[Pfleggericht Taxenbach]] und [[Wiesfleck]]; | + | * Salzburgwikiartikel [[Schloss Heuberg]], [[Pfleggericht Taxenbach]] und [[Wiesfleck]] |
| | * [[Franz Hörburger|Hörburger, Franz]], [[Salzburger Ortsnamenbuch]], HG [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 1982, S. 140 | | * [[Franz Hörburger|Hörburger, Franz]], [[Salzburger Ortsnamenbuch]], HG [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 1982, S. 140 |
| | * [[Josef Lahnsteiner|Lahnsteiner, Josef]], ''Unterpinzgau'', S. 233, Eigenverlag, Hollersbach 1960 | | * [[Josef Lahnsteiner|Lahnsteiner, Josef]], ''Unterpinzgau'', S. 233, Eigenverlag, Hollersbach 1960 |