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| | ''Salzburg den 6/3 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren. Vor allen bringe ich der Fani meine herzlichsten gewiß aufrichtigen Glückswünsche zum Nammensfeste Der liebe Gott wolle dir alles schenken was dich beglücken kann – was dein Glück erhöht – da ich gar nicht weiß was du dermalen brauchen könntest und es so schwer ist mit schücken, so habe ich den Franz in die Kasse 2 fl [Gulden] gelegt und Franz m[ö]ge sie der Fany geben vieleicht ist beim altags Kaffee geschier etwas nach zu kauffen, wo dir dieß geld grade recht kömmt. Dan weiß ich nicht ob ich Euch gratolieren oder Contolieren soll zu der Versetzung nach Wien – grade jetzt wo die Wohnungen so schwer zu bekomen sind, und aber auch diese so theuer / ist das sich das Hin und herfahren nebst der theuren Wohnung nicht lohnen wird. Presedet [?] Baby [?] hat es den Landesgerichtsrath Schmelzing<ref>Von "Schmelzing" ist in diesen Briefen mehrfach die Rede. Hier handelt es sich um Joseph Ritter von Schmelzing (* 17. Feburar 1807 in Wernstein am Inn; † 8. Juni 1873 in der Stadt Salzburg). 1861 ist "Josef Ritter von Schmelzing Landesgerichtsrat und Gemeinderat" in Salzburg; vgl. zu [[Anton Neumüller senior]].</ref> geschrieben das du nun endlich auch nach Wien kommen wirst. Mir wäre viel lieber geweßen, es'' [wäre] ''noch bis auf den Herbst hinauß gezogen worden, aber man kann nichts machen XX'' [und?] ''muß die Sache nehmen wie sie ist. Uberleget die Sache genau, wie Ihr am leichtesten zukommt, das die Außgaben nicht die Einnahmen überschreiten – im Oktober wird es mit allen beßer werden. Ich bin fast erschrocken wie es mir der Schmelzing gesagt weil jetzt würklich die ungelegenste Zeit ist. Die Famile Mates bleibt bis über die Weltaußstellung hier. Bey Schmelzing geht es mit der Beßerung sehr langsamm, er sieht oft sehr schlecht auß. Kanst dir denken was sie oft für eine Angst / hat.'' | | ''Salzburg den 6/3 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren. Vor allen bringe ich der Fani meine herzlichsten gewiß aufrichtigen Glückswünsche zum Nammensfeste Der liebe Gott wolle dir alles schenken was dich beglücken kann – was dein Glück erhöht – da ich gar nicht weiß was du dermalen brauchen könntest und es so schwer ist mit schücken, so habe ich den Franz in die Kasse 2 fl [Gulden] gelegt und Franz m[ö]ge sie der Fany geben vieleicht ist beim altags Kaffee geschier etwas nach zu kauffen, wo dir dieß geld grade recht kömmt. Dan weiß ich nicht ob ich Euch gratolieren oder Contolieren soll zu der Versetzung nach Wien – grade jetzt wo die Wohnungen so schwer zu bekomen sind, und aber auch diese so theuer / ist das sich das Hin und herfahren nebst der theuren Wohnung nicht lohnen wird. Presedet [?] Baby [?] hat es den Landesgerichtsrath Schmelzing<ref>Von "Schmelzing" ist in diesen Briefen mehrfach die Rede. Hier handelt es sich um Joseph Ritter von Schmelzing (* 17. Feburar 1807 in Wernstein am Inn; † 8. Juni 1873 in der Stadt Salzburg). 1861 ist "Josef Ritter von Schmelzing Landesgerichtsrat und Gemeinderat" in Salzburg; vgl. zu [[Anton Neumüller senior]].</ref> geschrieben das du nun endlich auch nach Wien kommen wirst. Mir wäre viel lieber geweßen, es'' [wäre] ''noch bis auf den Herbst hinauß gezogen worden, aber man kann nichts machen XX'' [und?] ''muß die Sache nehmen wie sie ist. Uberleget die Sache genau, wie Ihr am leichtesten zukommt, das die Außgaben nicht die Einnahmen überschreiten – im Oktober wird es mit allen beßer werden. Ich bin fast erschrocken wie es mir der Schmelzing gesagt weil jetzt würklich die ungelegenste Zeit ist. Die Famile Mates bleibt bis über die Weltaußstellung hier. Bey Schmelzing geht es mit der Beßerung sehr langsamm, er sieht oft sehr schlecht auß. Kanst dir denken was sie oft für eine Angst / hat.'' |
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| − | ''Vor 2 Tagen war die Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''Nachmittag bey mir, was mich recht gefreut hat, sie sieht ganz gut auß. Mit denen 39 Loos'' [Aktienanteile, Anm.] ''ist es wohl schade das wir sie nicht verkauft hätten wir doch bey 600 fl bekommen so sinds 184 ungefähr, wir hätten schon lieber das größere gehabt – Die Louise war nun auf 3 tag im Bett, ist aber wider wohl. Die Koch geht zwar auß aber mit ihren Fußschlag ist es doch noch nicht gut. Die Arme weint oft vor Schmerz, und beißen. Heute war die Bamberger hier, sie ist Nachmmittag mit ihren Gemahl nach [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno|St Zeno]] gefahren um die Pepi zu besuchen. Die Bamberger sind immer sehr lieb.<ref>"Bamberger" sind auch erwähnt im folgenden Brief vom 6. Oktober 1873. In einem Brief vom 15. Juli 1876 werden ein "Vetter Bamberger" und "Rudolf und Maria" erwähnt. Unter den gesammelten Todesanzeigen zu "[[Sauter]]" ([[Kobler-Spängler-Briefe]] Hauptartikel / Mehrfach-Anmerkungen) befindet sich eine Todesanzeige von Philomena Bamberger, geborene Sauter (* 1836; † 1897).</ref> Wie wird es sein mit Euern hieher kommen, vieleicht kann Franz jetzt dann leichter für 1 Monnath einen Urlaub bekommen, wie würde uns dieses freuen. Wen dan die Wittrung gut wäre soließe sich / mancher Außflug unternehmen die Louise, sagt öfter wen doch Franz und Fany länger hier bleiben könten, daß man was rechtes machen könnte.'' | + | ''Vor 2 Tagen war die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''Nachmittag bey mir, was mich recht gefreut hat, sie sieht ganz gut auß. Mit denen 39 Loos'' [Aktienanteile, Anm.] ''ist es wohl schade das wir sie nicht verkauft hätten wir doch bey 600 fl bekommen so sinds 184 ungefähr, wir hätten schon lieber das größere gehabt – Die Louise war nun auf 3 tag im Bett, ist aber wider wohl. Die Koch geht zwar auß aber mit ihren Fußschlag ist es doch noch nicht gut. Die Arme weint oft vor Schmerz, und beißen. Heute war die Bamberger hier, sie ist Nachmmittag mit ihren Gemahl nach [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno|St Zeno]] gefahren um die Pepi zu besuchen. Die Bamberger sind immer sehr lieb.<ref>"Bamberger" sind auch erwähnt im folgenden Brief vom 6. Oktober 1873. In einem Brief vom 15. Juli 1876 werden ein "Vetter Bamberger" und "Rudolf und Maria" erwähnt. Unter den gesammelten Todesanzeigen zu "[[Sauter]]" ([[Kobler-Spängler-Briefe]] Hauptartikel / Mehrfach-Anmerkungen) befindet sich eine Todesanzeige von Philomena Bamberger, geborene Sauter (* 1836; † 1897).</ref> Wie wird es sein mit Euern hieher kommen, vieleicht kann Franz jetzt dann leichter für 1 Monnath einen Urlaub bekommen, wie würde uns dieses freuen. Wen dan die Wittrung gut wäre soließe sich / mancher Außflug unternehmen die Louise, sagt öfter wen doch Franz und Fany länger hier bleiben könten, daß man was rechtes machen könnte.'' |
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| | ''Ich bin mit meinen Gedanken recht viel bey Euch. Wie geht es den bey Langer ist das Kindlein schon recht brav. Die Louise ist bey Otto schon sehr sehr lieb, und versteht alles sprechen thut sie recht viel einige Worte, aber sie kann sich recht gut verstandlich machen Otto ist schon ein kleiner Rachen'' [? Racker? Anm.] ''er kann schon allerlei. Auch die Paula ist gescheid, der kleine Moritz ist ein zartes – liebes Kindlein, der liebe Gott erhalte alle gesund. <ref>Die Kinder von [[Otto Spängler]] zu diesem Zeitpunkt: Otto (* 1868); Paula (* 1869); Aloisia "Louise" (* 1871); Moritz "Moriz" (* 12. Dezember 1872; † 22. April 1873). Vgl. Brief vom 6. Mai 1873.</ref> Hier sterben recht viele Kinder die Keuch-Husten geht so herum. Lebt alle recht wohl, der Fany noch 1000 Glükwünsche<ref>Sonst schreibt sie "Glückswünsche".</ref> zum Nammenstag auch von vielen Bekanten Es küßt Euch inig Eure treue Mutter Spángler.'' | | ''Ich bin mit meinen Gedanken recht viel bey Euch. Wie geht es den bey Langer ist das Kindlein schon recht brav. Die Louise ist bey Otto schon sehr sehr lieb, und versteht alles sprechen thut sie recht viel einige Worte, aber sie kann sich recht gut verstandlich machen Otto ist schon ein kleiner Rachen'' [? Racker? Anm.] ''er kann schon allerlei. Auch die Paula ist gescheid, der kleine Moritz ist ein zartes – liebes Kindlein, der liebe Gott erhalte alle gesund. <ref>Die Kinder von [[Otto Spängler]] zu diesem Zeitpunkt: Otto (* 1868); Paula (* 1869); Aloisia "Louise" (* 1871); Moritz "Moriz" (* 12. Dezember 1872; † 22. April 1873). Vgl. Brief vom 6. Mai 1873.</ref> Hier sterben recht viele Kinder die Keuch-Husten geht so herum. Lebt alle recht wohl, der Fany noch 1000 Glükwünsche<ref>Sonst schreibt sie "Glückswünsche".</ref> zum Nammenstag auch von vielen Bekanten Es küßt Euch inig Eure treue Mutter Spángler.'' |
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| | ''Morgen geht Otto in die Hamerau'' [Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''auf 2 Tag sie nehmen eine Schätzung vor. Denke dir heute haben wir den 28 t[en] und ich komme erst dazu weiter zu schreiben. Otto ist mittlerweil schon wider zurück. die Ebeln war nun schon in Folge einer sehr schweren Entbindung dem Tode sehr nahe geweßen, es geht aber seit gestern Gottlob man hoft nun sie wird geneßen, es hatte nemlich sie und das Kind im Mutterleib die Wassersucht das Kind war daher 2 mal so groß als ein anderes es wäre also nicht möglich geweßen ein solches Kind zur Welt zu bringen es mußte daher das Kind angebort werden und im den Schultern und Leib aufgeritz werden damit das Wasser wegfließen konnte, und endlich kamm es natürlich Tod zur Welt das eine Frau dabey viel leidet ist sehr begreiflich. /'' | | ''Morgen geht Otto in die Hamerau'' [Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''auf 2 Tag sie nehmen eine Schätzung vor. Denke dir heute haben wir den 28 t[en] und ich komme erst dazu weiter zu schreiben. Otto ist mittlerweil schon wider zurück. die Ebeln war nun schon in Folge einer sehr schweren Entbindung dem Tode sehr nahe geweßen, es geht aber seit gestern Gottlob man hoft nun sie wird geneßen, es hatte nemlich sie und das Kind im Mutterleib die Wassersucht das Kind war daher 2 mal so groß als ein anderes es wäre also nicht möglich geweßen ein solches Kind zur Welt zu bringen es mußte daher das Kind angebort werden und im den Schultern und Leib aufgeritz werden damit das Wasser wegfließen konnte, und endlich kamm es natürlich Tod zur Welt das eine Frau dabey viel leidet ist sehr begreiflich. /'' |
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| − | ''Der Doktor Kuhn sagte es ist ihm dieser Fall erst zum 2 te[n] mal vorgekommen, ihre Mutter wachte Täglich von 12 Uhr Nachts bis Früh, und der Ebeln blieb bis 12 auf. Hier haben wir jetzt wunderschöne Tage, aber es ist die Luft besonders im Schatten doch Rauh. Die Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''freut sich schon recht auf Euch wen Ihr es genau schreibt wan Ihr kömmt, so gehe ich Euch auf die Bahn entgegen. Otto und Paula freuen sich auch schon auf Onkl Franz und Tante Fany. Lebt recht wohl seid recht herzlich geküßt von Euerer Euch herzlich küßenden Mutter Spángler.'' | + | ''Der Doktor Kuhn sagte es ist ihm dieser Fall erst zum 2 te[n] mal vorgekommen, ihre Mutter wachte Täglich von 12 Uhr Nachts bis Früh, und der Ebeln blieb bis 12 auf. Hier haben wir jetzt wunderschöne Tage, aber es ist die Luft besonders im Schatten doch Rauh. Die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''freut sich schon recht auf Euch wen Ihr es genau schreibt wan Ihr kömmt, so gehe ich Euch auf die Bahn entgegen. Otto und Paula freuen sich auch schon auf Onkl Franz und Tante Fany. Lebt recht wohl seid recht herzlich geküßt von Euerer Euch herzlich küßenden Mutter Spángler.'' |
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| | ''An die Bekannten alles Schöne besonders an die Langer<ref>Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verheiratet mit Bertha "Betti" Langer; früher in Linz, jetzt in Wien. Julius ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.</ref> das Kindlein wird schon recht lieb seyn. An C[K]athi viel schönes sie möge ja gut sper[r]en wen sie allein ist, dammit ihr nichts geschieht.'' | | ''An die Bekannten alles Schöne besonders an die Langer<ref>Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verheiratet mit Bertha "Betti" Langer; früher in Linz, jetzt in Wien. Julius ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.</ref> das Kindlein wird schon recht lieb seyn. An C[K]athi viel schönes sie möge ja gut sper[r]en wen sie allein ist, dammit ihr nichts geschieht.'' |
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| | ''Meine Lieben noch einmal danke ich Euch recht herzlich für Eure freundliche Einladung Euch zu besuchen. Aber für dießmal lehne ich es für bestimmt ab den es sind viele Gründe dagegen – was würde ich mit der Pepi machen das Madchen ist viel zu jung und unerfahren um sie allein in der Wohnung zu lassen, und auch sich selbst zu überlassen, und nach Hauße könnte sie nicht, weil auch die Kathi und Toni zu Hauße sind dan will ich entschiden nicht in die Weltaußstellung<ref>"Die Weltausstellung 1873 fand vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien statt. Sie war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum." (Wikipedia.de)</ref> gehen weil ich fürchte, es greift ein die Nerven zu sehr an, viele haben schon gesagt, es hat ihnen die Nerven so sehr angegriffen das sie völig Wien wundern [?], und das verlangen ist mein nicht. Ich lebe viellieber ruhig, ich bitte Euch recht schön nemet es mir nicht übel / aber in denen jetzigen Verhältnis bin ich am liebsten zu Hauße es ist ja auch erst ½ Jahr das ich unten war, vieleicht kömmt eine Zeit wo ich Euch nützen kann, dann komme ich gerne, und auch sind es erst 7 Woch[en] seit Ihr bey uns geweßen. Ihr werdet Besuche genug erhalten während der Weltaußstellung. Noch einmal meinen herzlichen Dank, für Eure wahrhaft freundliche Einladung.'' | | ''Meine Lieben noch einmal danke ich Euch recht herzlich für Eure freundliche Einladung Euch zu besuchen. Aber für dießmal lehne ich es für bestimmt ab den es sind viele Gründe dagegen – was würde ich mit der Pepi machen das Madchen ist viel zu jung und unerfahren um sie allein in der Wohnung zu lassen, und auch sich selbst zu überlassen, und nach Hauße könnte sie nicht, weil auch die Kathi und Toni zu Hauße sind dan will ich entschiden nicht in die Weltaußstellung<ref>"Die Weltausstellung 1873 fand vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien statt. Sie war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum." (Wikipedia.de)</ref> gehen weil ich fürchte, es greift ein die Nerven zu sehr an, viele haben schon gesagt, es hat ihnen die Nerven so sehr angegriffen das sie völig Wien wundern [?], und das verlangen ist mein nicht. Ich lebe viellieber ruhig, ich bitte Euch recht schön nemet es mir nicht übel / aber in denen jetzigen Verhältnis bin ich am liebsten zu Hauße es ist ja auch erst ½ Jahr das ich unten war, vieleicht kömmt eine Zeit wo ich Euch nützen kann, dann komme ich gerne, und auch sind es erst 7 Woch[en] seit Ihr bey uns geweßen. Ihr werdet Besuche genug erhalten während der Weltaußstellung. Noch einmal meinen herzlichen Dank, für Eure wahrhaft freundliche Einladung.'' |
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| − | ''Eben war die Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''bey mir sie ist wohl, und läßt Euch recht herzlich grüßen, sie sagt wohl auch es ist beßer das du die Marie auf genohmen hast, so darfst du dich doch nicht mehr um ein Mädchen sorgen. Otto läßt dich herzlich grüßen und dir sagen du sollst lieber deine Hamerau'' [Aktien von der [[Hammerau]]; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''behalten den noch mehr als 200 fl [Gulden] getraue er sich nicht zu verlangen. Lebt recht wohl seid recht herzlich gegrüßt und geküßt von Euerer treuen Mutter Spángler Von Otto und allen viele herzliche grüße. '' | + | ''Eben war die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''bey mir sie ist wohl, und läßt Euch recht herzlich grüßen, sie sagt wohl auch es ist beßer das du die Marie auf genohmen hast, so darfst du dich doch nicht mehr um ein Mädchen sorgen. Otto läßt dich herzlich grüßen und dir sagen du sollst lieber deine Hamerau'' [Aktien von der [[Hammerau]]; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''behalten den noch mehr als 200 fl [Gulden] getraue er sich nicht zu verlangen. Lebt recht wohl seid recht herzlich gegrüßt und geküßt von Euerer treuen Mutter Spángler Von Otto und allen viele herzliche grüße. '' |
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| | ''Salzburg den 21/6 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Für Eure lieben Glückswünsche meinen herzlichsten Dank. 23 t[en] Ich wünsche von ganzen Herzen das sie mögen in Erfühlung gehen, behaltet mir Eure Liebe, wie bisher dan bin ich glücklich. Meinen Nammenstag brachte ich recht angenehm zu Vormittag in der C[K]irche<ref>K und ein C stark darübergeschrieben; auch bei "Cathi" und "Kathi" wechselt die Schreibweise.</ref> dan kammen wie gewöhnlich sehr viele Leute, Nachmittag war ich bey Duregger geladen – abends bey Otto, wo auch die Koch war, und wir fleißig spielten. Es war recht angenehm. Am Sontag darauf war ich bey der Toda geladen, mit Fany Spángler und Maria Weitzner, am Nammenstag hatte die Toda die 2 Abrela [?] Fräulein geladen. Meine lieben Theuren rechnet mir es nicht übel wen ich es Euch für dießmal würklich abschlagen muß hinab<ref>nach Wien "hinunter"</ref> zu kommen aber es geht dermalen durchhauß / nicht, ich kann die Pepi nicht, nach 8 Monathen hier sein wider nach hauße senden, wo seit her mit der Kathi 3 Schwestern zu Hauße kammen – im nächsten Jahr hoffe ich sie schon irgend wo unterzubringen für die Zeit als ich bey Euch bin.<ref>Auch im vorigen Brief vom 9. Juni sind diese drei Schwestern Kathi, Pepi und Toni erwähnt. Pepi ist Dienstmagd in Salzburg, Kathi in Mödling. Sie sind offenbar in Steyr zu Hause (vgl. Brief vom 24. Jänner 1873), und man kann den Eltern nicht zumuten, dass sie alle drei zu Hause sind. Erwachsene Töchter mussten sich als Dienstboten und Mägde verdingen, um der Familie nicht mehr zur Last zu fallen. Bemerkenswert scheint mir [O. H.], mit welch fürsorglichen Gedanken die Briefschreiberin immer wieder an die Mägde denkt und sie versorgt und beschützt wissen möchte. Von der Hausangestellten "Kathi" ist seit dem Brief vom 16. Mai 1870 häufig die Rede; an sie gehen Grüße und sie lässt Grüße ausrichten. Von "Pepi" ist zuerst in den Briefen vom 20. April 1872 und vom 6. Mai 1872 die Rede.</ref> Allein kann ich die Pepi durchauß nicht zu Hauße lassen, sie würde so träge werden und alles vergeßen was ich ihr mit Mühe gelernt habe, das ich es nur bereuen müßte, dieses gethan zu haben. Gang zur Eitelkeit hat sie auch, ich darf nur immer zurück halten – und so wäre ihr nur Nahrung dazu gegeben – man muß in der Welt alles in Erwegung ziehen bevor man einen Schritt macht. So gott will mochte ich im Frühjahr recht bald kommen, und dan einige Zeit bey Euch bleiben. Ich denke es wird auch jetzt gar heiß sein in Wien, die Hitze thut nur immer mehr weh als die Kälte. / Also ich bitte Euch recht schön nehmt es mir nicht übel, daß ich dießmal recht herzlich danke für die so freundliche Einladung.'' | | ''Salzburg den 21/6 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Für Eure lieben Glückswünsche meinen herzlichsten Dank. 23 t[en] Ich wünsche von ganzen Herzen das sie mögen in Erfühlung gehen, behaltet mir Eure Liebe, wie bisher dan bin ich glücklich. Meinen Nammenstag brachte ich recht angenehm zu Vormittag in der C[K]irche<ref>K und ein C stark darübergeschrieben; auch bei "Cathi" und "Kathi" wechselt die Schreibweise.</ref> dan kammen wie gewöhnlich sehr viele Leute, Nachmittag war ich bey Duregger geladen – abends bey Otto, wo auch die Koch war, und wir fleißig spielten. Es war recht angenehm. Am Sontag darauf war ich bey der Toda geladen, mit Fany Spángler und Maria Weitzner, am Nammenstag hatte die Toda die 2 Abrela [?] Fräulein geladen. Meine lieben Theuren rechnet mir es nicht übel wen ich es Euch für dießmal würklich abschlagen muß hinab<ref>nach Wien "hinunter"</ref> zu kommen aber es geht dermalen durchhauß / nicht, ich kann die Pepi nicht, nach 8 Monathen hier sein wider nach hauße senden, wo seit her mit der Kathi 3 Schwestern zu Hauße kammen – im nächsten Jahr hoffe ich sie schon irgend wo unterzubringen für die Zeit als ich bey Euch bin.<ref>Auch im vorigen Brief vom 9. Juni sind diese drei Schwestern Kathi, Pepi und Toni erwähnt. Pepi ist Dienstmagd in Salzburg, Kathi in Mödling. Sie sind offenbar in Steyr zu Hause (vgl. Brief vom 24. Jänner 1873), und man kann den Eltern nicht zumuten, dass sie alle drei zu Hause sind. Erwachsene Töchter mussten sich als Dienstboten und Mägde verdingen, um der Familie nicht mehr zur Last zu fallen. Bemerkenswert scheint mir [O. H.], mit welch fürsorglichen Gedanken die Briefschreiberin immer wieder an die Mägde denkt und sie versorgt und beschützt wissen möchte. Von der Hausangestellten "Kathi" ist seit dem Brief vom 16. Mai 1870 häufig die Rede; an sie gehen Grüße und sie lässt Grüße ausrichten. Von "Pepi" ist zuerst in den Briefen vom 20. April 1872 und vom 6. Mai 1872 die Rede.</ref> Allein kann ich die Pepi durchauß nicht zu Hauße lassen, sie würde so träge werden und alles vergeßen was ich ihr mit Mühe gelernt habe, das ich es nur bereuen müßte, dieses gethan zu haben. Gang zur Eitelkeit hat sie auch, ich darf nur immer zurück halten – und so wäre ihr nur Nahrung dazu gegeben – man muß in der Welt alles in Erwegung ziehen bevor man einen Schritt macht. So gott will mochte ich im Frühjahr recht bald kommen, und dan einige Zeit bey Euch bleiben. Ich denke es wird auch jetzt gar heiß sein in Wien, die Hitze thut nur immer mehr weh als die Kälte. / Also ich bitte Euch recht schön nehmt es mir nicht übel, daß ich dießmal recht herzlich danke für die so freundliche Einladung.'' |
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| − | ''Die Richter ist also richtig gestorben, wurde gestern begraben, und heute war der Gottesdienst. Gränze mit bedruckten Bändern, waren maßenhaft vertretten. Von allen Vereinen, ich denke wo der [!] Fany Vorstand ist dan von denen Studenten, wo er in den Klassen vorträgt dan waren gestern und Heute beim Gottesdienst 16 Studenten mit weissen Krenzen in 2 Reihen beim Kathafrick'' [-falk?] ''. Die Zeller wird auch in wenigen Tagen ihr nachfolgen sie ist sehr schwach, sie schlägt die Augen nur selten auf, nimmt beynahe gar nichts mehr, nur Durst hat sie sehr. Sie kent auch die Leute oft gar nicht, und sieht wie eine Leiche auß. Auch der Junge Spatzenegger ist schlecht – / so sagten mir heute seine Schwestern zu bedauern sind immer die zurückgebliebenen am meisten. Die Großmutter sieht recht gut auß Richart Schlegel'' [[[Richard Franz Schlegel]], Anm.] ''geht es recht gut er ist sehr zufrieden mit seiner neuen Stellung auch Otto ist mit ihm zufrieden. Die Schne[e]berger wirst du vieleicht schon gesprochen haben, sie sind zur Kunstaußstellung nach Wien – die freut sich schon recht sehr dich zu sehen. Ich bin schon sehr begier[i]g zu hören wie es dir mit der neuen Magd geht, ich wäre für dich sehr froh, wenn sie dir genügen würde. Die Kathi hat noch nicht geschrieben wan sie kömmt, nun geht es ja ohnehin schon gegen Ende des Monath zu. Ich wünsche dir von ganzen Herzen Glück zu der Gehaltserhöhung für das nächste Monath. Lebt alle recht wohl seid inig geküßt und gegrüßt von Eurer Euch treu liebenden Mutter Spángler.'' | + | ''Die Richter ist also richtig gestorben, wurde gestern begraben, und heute war der Gottesdienst. Gränze mit bedruckten Bändern, waren maßenhaft vertretten. Von allen Vereinen, ich denke wo der [!] Fany Vorstand ist dan von denen Studenten, wo er in den Klassen vorträgt dan waren gestern und Heute beim Gottesdienst 16 Studenten mit weissen Krenzen in 2 Reihen beim Kathafrick'' [-falk?] ''. Die Zeller wird auch in wenigen Tagen ihr nachfolgen sie ist sehr schwach, sie schlägt die Augen nur selten auf, nimmt beynahe gar nichts mehr, nur Durst hat sie sehr. Sie kent auch die Leute oft gar nicht, und sieht wie eine Leiche auß. Auch der Junge Spatzenegger ist schlecht – / so sagten mir heute seine Schwestern zu bedauern sind immer die zurückgebliebenen am meisten. Die Großmutter sieht recht gut auß Richart Schlegel'' [ [[Richard Franz Schlegel]], Anm.] ''geht es recht gut er ist sehr zufrieden mit seiner neuen Stellung auch Otto ist mit ihm zufrieden. Die Schne[e]berger wirst du vieleicht schon gesprochen haben, sie sind zur Kunstaußstellung nach Wien – die freut sich schon recht sehr dich zu sehen. Ich bin schon sehr begier[i]g zu hören wie es dir mit der neuen Magd geht, ich wäre für dich sehr froh, wenn sie dir genügen würde. Die Kathi hat noch nicht geschrieben wan sie kömmt, nun geht es ja ohnehin schon gegen Ende des Monath zu. Ich wünsche dir von ganzen Herzen Glück zu der Gehaltserhöhung für das nächste Monath. Lebt alle recht wohl seid inig geküßt und gegrüßt von Eurer Euch treu liebenden Mutter Spángler.'' |
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| − | ''Salzburg den 24/9 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich habe heute früh schon den Vorsatz gefast, Euch Heute Nachmittag zu schreiben, und fing [an] nach Tisch kam die Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''und sagte mir sie gehe übermorgen nach Mödling dieß bestärkte mich noch mehr, da sie mir den Brief mitnimmt Ich danke Euch für den letzten lieben Brief und den Tags darauf die Heute. Ich bins von Herzen froh, das Ihr gesund seid, Gott gebe das Ihr es bleibet. Sehr unangenehm hat es mich berührt das deine Magd dich so bald schon verläßt, es ist dieß nicht schön – nachdem du die Reise ihr hinunter'' [nach Mödling, Wien] ''bezahltest. Ich möchte wohl wünschen daß Ihr unten eine finden würdest, damit ihr doch nicht / immer die Umkösten der Reise zu bestreitten habt. Das Wechseln ist schon so unangenehm. Denke dir lieber Franz mit dem Verkauf von Hohenaschau wird es leider dermalen nichts werden<ref>vgl. voranstehenden Brief vom 31. August und 3. September 1873</ref> den die Kammer hat den Preis zu hoch gefunden, ob sie noch in weiteren Verhandlungen tretten, ist noch nicht beschloßen. Morgen gehen sie wider nach Achthal und beschließen, das Weitere. Verkauft wird nun die Herschaft jeden Fall, wen da nichts wird, so ist wider ein anderer Großer Herr, welcher auch eine Herrschaft wünscht, vieleicht gelingt es dort.'' | + | ''Salzburg den 24/9 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich habe heute früh schon den Vorsatz gefast, Euch Heute Nachmittag zu schreiben, und fing [an] nach Tisch kam die Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''und sagte mir sie gehe übermorgen nach Mödling dieß bestärkte mich noch mehr, da sie mir den Brief mitnimmt Ich danke Euch für den letzten lieben Brief und den Tags darauf die Heute. Ich bins von Herzen froh, das Ihr gesund seid, Gott gebe das Ihr es bleibet. Sehr unangenehm hat es mich berührt das deine Magd dich so bald schon verläßt, es ist dieß nicht schön – nachdem du die Reise ihr hinunter'' [nach Mödling, Wien] ''bezahltest. Ich möchte wohl wünschen daß Ihr unten eine finden würdest, damit ihr doch nicht / immer die Umkösten der Reise zu bestreitten habt. Das Wechseln ist schon so unangenehm. Denke dir lieber Franz mit dem Verkauf von Hohenaschau wird es leider dermalen nichts werden<ref>vgl. voranstehenden Brief vom 31. August und 3. September 1873</ref> den die Kammer hat den Preis zu hoch gefunden, ob sie noch in weiteren Verhandlungen tretten, ist noch nicht beschloßen. Morgen gehen sie wider nach Achthal und beschließen, das Weitere. Verkauft wird nun die Herschaft jeden Fall, wen da nichts wird, so ist wider ein anderer Großer Herr, welcher auch eine Herrschaft wünscht, vieleicht gelingt es dort.'' |
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| | ''Die Spángler Tini, Auer [?], und August, und Leogolo [?] sind nach Wien am Dinstag wohnen aber in einen PrivatHauß, und bleiben nicht lange dort. Die alten Sattlerwaren auf diese Tage hier, sind aber am Monntag / Abends fort. Neuigkeiten giebt es sehr wenige hier die großmutter wird sie Euch erzählen. Das es hier sehr theuer ist, und immer von Woche zu Woche aufschlagt, ist sehr unangenehm – es sagen viele das es Hier am theuersten ist, weit und breit. Den Franz Franzl'' [Fenzl?] ''thut es auch sehr weh, gegen Rind – janun es ist nahe bei Wien – und da geht es jeden so. Wie ich auß denen Briefen sehe, habt Ihr doch immer Besuche auß Salzburg. Die Schiestl wollen auch gehen aber ob sie dazu kommen ist eine andere Frage. Papa Duregger geht es mit gehen sehr schlecht er kamm von Hof nicht einmal in die Stadt, und seit sie in der Stadt sind, ist er nur am letzten Sontag mit der Mama außgefahren damit er doch in die Luft kömmt / die Emilie ist seit 10 Tagen in Inspruck'' [Innsbruck] ''. Die Schwester Therese läßt dich recht schön grüßen sie war zimlich unwohl als sie von Bad Baumkirchen zurück kamm, jetzt geht es ihr wider beßer, es thut ihr gar sehr leid daß sie nun keine Schwester mehr in der Nähe hat, es ist wohl wahr aber ich kann nicht wegen dem hinein, und kann nicht sagen sie soll herauß gehen<ref>Wie es nach Wien "nach unten" geht, fährt man nach Hall in Tirol "hinein" und nach Salzburg "heraus".</ref> weil sie hier viel theuerer lebt als in Hall besonders was die Wohnung betrift. Die Reißigl Pepi ist nun wider in die Stadt gezogen ins Schinderhauß [!] im 4 te[n] Stock und bezahlt für 2 Zimmer 1 Küchel 180 Gulden. Gott gebe das sie diesen Zins immer bezahlen kann. Lebt recht wohl Ich vergöne Euch die Freude die Groß Mutter bey Euch zu haben. Mit 1000 küßen Eure treue Mutter Spángler.'' | | ''Die Spángler Tini, Auer [?], und August, und Leogolo [?] sind nach Wien am Dinstag wohnen aber in einen PrivatHauß, und bleiben nicht lange dort. Die alten Sattlerwaren auf diese Tage hier, sind aber am Monntag / Abends fort. Neuigkeiten giebt es sehr wenige hier die großmutter wird sie Euch erzählen. Das es hier sehr theuer ist, und immer von Woche zu Woche aufschlagt, ist sehr unangenehm – es sagen viele das es Hier am theuersten ist, weit und breit. Den Franz Franzl'' [Fenzl?] ''thut es auch sehr weh, gegen Rind – janun es ist nahe bei Wien – und da geht es jeden so. Wie ich auß denen Briefen sehe, habt Ihr doch immer Besuche auß Salzburg. Die Schiestl wollen auch gehen aber ob sie dazu kommen ist eine andere Frage. Papa Duregger geht es mit gehen sehr schlecht er kamm von Hof nicht einmal in die Stadt, und seit sie in der Stadt sind, ist er nur am letzten Sontag mit der Mama außgefahren damit er doch in die Luft kömmt / die Emilie ist seit 10 Tagen in Inspruck'' [Innsbruck] ''. Die Schwester Therese läßt dich recht schön grüßen sie war zimlich unwohl als sie von Bad Baumkirchen zurück kamm, jetzt geht es ihr wider beßer, es thut ihr gar sehr leid daß sie nun keine Schwester mehr in der Nähe hat, es ist wohl wahr aber ich kann nicht wegen dem hinein, und kann nicht sagen sie soll herauß gehen<ref>Wie es nach Wien "nach unten" geht, fährt man nach Hall in Tirol "hinein" und nach Salzburg "heraus".</ref> weil sie hier viel theuerer lebt als in Hall besonders was die Wohnung betrift. Die Reißigl Pepi ist nun wider in die Stadt gezogen ins Schinderhauß [!] im 4 te[n] Stock und bezahlt für 2 Zimmer 1 Küchel 180 Gulden. Gott gebe das sie diesen Zins immer bezahlen kann. Lebt recht wohl Ich vergöne Euch die Freude die Groß Mutter bey Euch zu haben. Mit 1000 küßen Eure treue Mutter Spángler.'' |
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| | ''Salzburg den 8/11 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Recht sehr freute mich Euer letztes Schreiben, besonders da ich darauß ersehe wie kindisch und vergnügt Ihr seid – Gott schenke Euch immer diese ungetrübte Heiterkeit. Die Fany ist halt immer neckisch aufgelegt, es wird für dich lieber Franz, oft recht gut sein, wenn dir der Kopf von der vielen Arbeit voll ist, dich die Fany ein wenig darauß bringt. Dießmal sage ich weniger das ich länger auf eine Antwort warten mußte, weil doch immerzu Bekante mir Nachricht von Euch brachten, und mir immer erzählen von Euern beiderseitigen – guten außsehen / wo für ich immer den lieben Gott dannke. Das Otto die Außstellung nur mehr oberflächlich durchschaute finde ich sehr leicht begreiflich, wen ja der Zweck der Reise eigentlich nur Geschäfte welche auf 3 Vormmittag von denen 6 Tägen welche er in Wien war, dan hätte er ja schon wegen der Louise nicht so anstrengend es beschauen können, die Schistl, und auch Leopoldine waren fast ganz matsch. Der Bamberger war so leid, das gerade die Guttenberg<ref>Vgl. Hinweis zum Brief vom 3. Jänner 1872: "Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.</ref> diesen Abend auch in dieß gastHauß gekommen, so konten sie mit Euch so wenig verkehren, und der Guttenberg ihre Unruhe hat sie sehr Nerwös berührt. Unser[e] Großmutter hat 4. Otto und die ganze gesellschaft sind schon mit den angegebenen Zug am Sontag gefahren, aber / sie sind mit Absicht auf der anderen Seite geseßen dammit, sie die Gegend beßer besichtigen konten. Gehalten hat der Zug gar keinen Augenblick. Otto schreibt Heute selbst an dich. Der kleine Otto ist schon 12 Tag an einen Tiefösen'' [typhös-, Anm.] ''Fieber krank, ist sehr schwach dabey doch die ganze Zeit nichts als lere Supen und feinen Kaffe ohne Bund und seit 3 Tagen gedünstete Apfel haben, das Fieber ist etwas müder'' [niederer?] '' – gott gebe das es bald wider sich gebe.'' | | ''Salzburg den 8/11 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Recht sehr freute mich Euer letztes Schreiben, besonders da ich darauß ersehe wie kindisch und vergnügt Ihr seid – Gott schenke Euch immer diese ungetrübte Heiterkeit. Die Fany ist halt immer neckisch aufgelegt, es wird für dich lieber Franz, oft recht gut sein, wenn dir der Kopf von der vielen Arbeit voll ist, dich die Fany ein wenig darauß bringt. Dießmal sage ich weniger das ich länger auf eine Antwort warten mußte, weil doch immerzu Bekante mir Nachricht von Euch brachten, und mir immer erzählen von Euern beiderseitigen – guten außsehen / wo für ich immer den lieben Gott dannke. Das Otto die Außstellung nur mehr oberflächlich durchschaute finde ich sehr leicht begreiflich, wen ja der Zweck der Reise eigentlich nur Geschäfte welche auf 3 Vormmittag von denen 6 Tägen welche er in Wien war, dan hätte er ja schon wegen der Louise nicht so anstrengend es beschauen können, die Schistl, und auch Leopoldine waren fast ganz matsch. Der Bamberger war so leid, das gerade die Guttenberg<ref>Vgl. Hinweis zum Brief vom 3. Jänner 1872: "Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.</ref> diesen Abend auch in dieß gastHauß gekommen, so konten sie mit Euch so wenig verkehren, und der Guttenberg ihre Unruhe hat sie sehr Nerwös berührt. Unser[e] Großmutter hat 4. Otto und die ganze gesellschaft sind schon mit den angegebenen Zug am Sontag gefahren, aber / sie sind mit Absicht auf der anderen Seite geseßen dammit, sie die Gegend beßer besichtigen konten. Gehalten hat der Zug gar keinen Augenblick. Otto schreibt Heute selbst an dich. Der kleine Otto ist schon 12 Tag an einen Tiefösen'' [typhös-, Anm.] ''Fieber krank, ist sehr schwach dabey doch die ganze Zeit nichts als lere Supen und feinen Kaffe ohne Bund und seit 3 Tagen gedünstete Apfel haben, das Fieber ist etwas müder'' [niederer?] '' – gott gebe das es bald wider sich gebe.'' |
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| − | ''Der Domherr Kapfinger<ref>Domcapitular etc. Dr. Johann Baptist Kapfinger (* 15. Juni 1809; † 9. November 1873); vgl. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe]] "K". Vgl. folgenden Brief vom 30. November 1873, beiliegendes Blatt.</ref> ist jeden Augenblück zum Sterben an Blutzersetzung. Eine ganz Junge Frau, die Schwester von Franz Fenzl seiner Frau welche erst einen Goldarbeiter geheurathet, ist Heute, nach glücklicher Entbindung, am Herz krammpf / gestorben. Hier sind sehr viele Leute an Tifösen Fieber krank. Wie lange bleibt den noch die gute Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''in Mödling ich gehe Täglich hinauf es rüchtet sich eben gar nichts bey ihr in der Wohnung. Grüßt sie recht herzlich von mir. Wie ich höre ist Hoffnung vor Handen das Ihr nun vor We[i]hnachten vieleicht kömmt würde mich sehr freuen. Euch alle recht herzlich Grüßend und Küßend verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''Von allen Bekanten viele Grüße.'' | + | ''Der Domherr Kapfinger<ref>Domcapitular etc. Dr. Johann Baptist Kapfinger (* 15. Juni 1809; † 9. November 1873); vgl. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe]] "K". Vgl. folgenden Brief vom 30. November 1873, beiliegendes Blatt.</ref> ist jeden Augenblück zum Sterben an Blutzersetzung. Eine ganz Junge Frau, die Schwester von Franz Fenzl seiner Frau welche erst einen Goldarbeiter geheurathet, ist Heute, nach glücklicher Entbindung, am Herz krammpf / gestorben. Hier sind sehr viele Leute an Tifösen Fieber krank. Wie lange bleibt den noch die gute Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''in Mödling ich gehe Täglich hinauf es rüchtet sich eben gar nichts bey ihr in der Wohnung. Grüßt sie recht herzlich von mir. Wie ich höre ist Hoffnung vor Handen das Ihr nun vor We[i]hnachten vieleicht kömmt würde mich sehr freuen. Euch alle recht herzlich Grüßend und Küßend verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''Von allen Bekanten viele Grüße.'' |
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| | ''Wegen kleinen Otto geht es wider nicht gut, er muß sich in etwas verdorben haben, er muß nun wider fest liegen darf wider gar nichts als flüßige sachen haben nur le[e]re Supe und fe[i]nen Kaffe ohne Bund – Gott gebe das es bald beßer wird er hat wider starkes Fieber. Gott gebe das es bald beßer wird, sonst habe ich große Angst, den er ist ganz ab gemagert, und ganz blaas. Wie froh bin ich für Euch das endlich ein Ende heraußgegangen ist mit der Weltaußstellung, du hast es schon auf das äußerste getrieben so oft hinein / und dan noch bis auf den letzten Augen blück zu bleiben, es ist ein Unsinn die Fany soll es recht angegriffen haben, bleibt nun schön ruhig in Mödling, und lasse sie recht außruhen – es leidet ja auch der Beutel bey solchen gelegen heiten, dan ist wider die fretten [?] da – man soll sich in allen mäßigen könen. Morgen ist hier großes Kaiser Consert wo Otto den Prolog deklammiren muß, der Prolog ist von einen Wiener Dichter einge schückt worden er soll sehr hübsch sein.'' [erheblich kleiner weiter:] ''Otto hat für seine Frau und mich, freykarten bekommen, so gehen wir in die gall[e]rie im Kurschloss. Abends. Soeben höre ich das Otto wider beßer ist, vieleicht gibt es sich doch bald wider. Das die Opahen [?] Judengaße am Montag Abends in Hitzing ihre Vermählung feyerte mit Her[r]n Feustln [?], sie ist schon 7 Monath in der Hoffnung, wir alle konten es kaum glauben, und doch wahr, kannst dir wohl denken was es denen Leuten zu reden machte. Die Kathi ist würklich verheurathet, es hat es Eu[ch] [?] und sie, geschrieben es geht ihnen gut, sie fühlen sich ganz glücklich, sie schrieb mir, das sie es Euch anzeigen wird.'' | | ''Wegen kleinen Otto geht es wider nicht gut, er muß sich in etwas verdorben haben, er muß nun wider fest liegen darf wider gar nichts als flüßige sachen haben nur le[e]re Supe und fe[i]nen Kaffe ohne Bund – Gott gebe das es bald beßer wird er hat wider starkes Fieber. Gott gebe das es bald beßer wird, sonst habe ich große Angst, den er ist ganz ab gemagert, und ganz blaas. Wie froh bin ich für Euch das endlich ein Ende heraußgegangen ist mit der Weltaußstellung, du hast es schon auf das äußerste getrieben so oft hinein / und dan noch bis auf den letzten Augen blück zu bleiben, es ist ein Unsinn die Fany soll es recht angegriffen haben, bleibt nun schön ruhig in Mödling, und lasse sie recht außruhen – es leidet ja auch der Beutel bey solchen gelegen heiten, dan ist wider die fretten [?] da – man soll sich in allen mäßigen könen. Morgen ist hier großes Kaiser Consert wo Otto den Prolog deklammiren muß, der Prolog ist von einen Wiener Dichter einge schückt worden er soll sehr hübsch sein.'' [erheblich kleiner weiter:] ''Otto hat für seine Frau und mich, freykarten bekommen, so gehen wir in die gall[e]rie im Kurschloss. Abends. Soeben höre ich das Otto wider beßer ist, vieleicht gibt es sich doch bald wider. Das die Opahen [?] Judengaße am Montag Abends in Hitzing ihre Vermählung feyerte mit Her[r]n Feustln [?], sie ist schon 7 Monath in der Hoffnung, wir alle konten es kaum glauben, und doch wahr, kannst dir wohl denken was es denen Leuten zu reden machte. Die Kathi ist würklich verheurathet, es hat es Eu[ch] [?] und sie, geschrieben es geht ihnen gut, sie fühlen sich ganz glücklich, sie schrieb mir, das sie es Euch anzeigen wird.'' |
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| − | [beiliegendes Blatt:] ''Wie wir immer hören soll Plachetka Ludmilla Braut sein, es sagte es sogar die alte Rosel welche bey der Fendtlouise ist aber nie hörte man den Bräutigamm nennen, nun heißt es der Radauer<ref>vgl. [[Radauer]]: Friedrich Radauer (* 1840; † 1910)</ref> sey es welcher bey Wess'' [Wöß, Anm.] ''in der Handlung ist. Wen dieß der Fall ist, so hat es bestimmt die Habel gemacht, er soll sehr geschückt sein, nun höre ich, ist wider die geldfrage ein Hinterniß, er will halt ein außmüken'' [? Auskommen? Anm.] ''der Papa, und so kann leicht sein, das wider nichts darauß wird. Nun ist endlich Richart Schlegl [[[Richard Franz Schlegel]], Anm.] auch wider im Geschäft, gott gieb das es seinen Bestand hat. Das Kapfinger<ref>vgl. vorangehenden Brief vom 3. November 1873</ref> gestorben ist wirst du wissen; der war wohl ein zu guter Obman für die gewerkschaft<ref> vgl. [[Eisengewerke Achthal]] und obigen Brief vom 31. August 1873</ref> , wohl nur zum schaden, da kömmt erst jetzt vieles an Tag, wo man sich nicht wundern darf, das oft kein geld zur Außbeute'' [Aktien-Ausschüttung] ''da war. Aber es wird für die Zukunft anders werden, weil dieser Außschusch [!] mehr nach sieht, diese sind unendlich fleißig, und mehren fleißig reich [!]. Die großmutter findet das hier gar nicht biliger zu leben ist als in Mödling. Die großmutter kömmt mir recht heiter vor, sie sagt auch, sie ist ganz ruhig wegen der Fany weil sie sieht daß sie ganz glücklich ist. Lebt alle recht wohl noch einmal meine herzlichsten glückwünsche Es küßt und segnet Euch Eure treue Mutter Spángler /'' | + | [beiliegendes Blatt:] ''Wie wir immer hören soll Plachetka Ludmilla Braut sein, es sagte es sogar die alte Rosel welche bey der Fendtlouise ist aber nie hörte man den Bräutigamm nennen, nun heißt es der Radauer<ref>vgl. [[Radauer]]: Friedrich Radauer (* 1840; † 1910)</ref> sey es welcher bey Wess'' [Wöß, Anm.] ''in der Handlung ist. Wen dieß der Fall ist, so hat es bestimmt die Habel gemacht, er soll sehr geschückt sein, nun höre ich, ist wider die geldfrage ein Hinterniß, er will halt ein außmüken'' [? Auskommen? Anm.] ''der Papa, und so kann leicht sein, das wider nichts darauß wird. Nun ist endlich Richart Schlegl [ [[Richard Franz Schlegel]], Anm.] auch wider im Geschäft, gott gieb das es seinen Bestand hat. Das Kapfinger<ref>vgl. vorangehenden Brief vom 3. November 1873</ref> gestorben ist wirst du wissen; der war wohl ein zu guter Obman für die gewerkschaft<ref> vgl. [[Eisengewerke Achthal]] und obigen Brief vom 31. August 1873</ref> , wohl nur zum schaden, da kömmt erst jetzt vieles an Tag, wo man sich nicht wundern darf, das oft kein geld zur Außbeute'' [Aktien-Ausschüttung] ''da war. Aber es wird für die Zukunft anders werden, weil dieser Außschusch [!] mehr nach sieht, diese sind unendlich fleißig, und mehren fleißig reich [!]. Die großmutter findet das hier gar nicht biliger zu leben ist als in Mödling. Die großmutter kömmt mir recht heiter vor, sie sagt auch, sie ist ganz ruhig wegen der Fany weil sie sieht daß sie ganz glücklich ist. Lebt alle recht wohl noch einmal meine herzlichsten glückwünsche Es küßt und segnet Euch Eure treue Mutter Spángler /'' |
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| | [Rückseite; der untere Teil des Blattes wurde nach dem Zusammenfalten beschrieben / Foto:] ''Die Großmutter welche sich ganz wohl befindet wünscht einstweillen Franz durch mich alles Gute wen sie nicht dazu kommen sollte zum Nammenstag zu schreiben. Die Apoteker Fetten [?] hat ein Mädchen bekommen. Der Schlegelhofer'' [Schlögelhofer, Anm.] ''geht es gar nicht gut, au[c]h die Doktor Gasteiner [?] wird nicht lange mehr dauern.'' [Faltung:] ''Recht herzliche glückwünsche von denen Lürzerischen und Spángler. Wie wird es den mit dir werden wen das Schaue [?] gericht zu stande kömmt, ob du vieleicht nach Wien Versetzt wirst oder einen ganz andern Posten bekömmst. Von der Natalie und Ludwich hat es letztere den Otto angezeugt und es mir mittheilen lassen, es wurde hier woll einmal zuvor davon gesprochen aber wir nehmen es so wie man überhaupt von etwas spricht, nun freute es uns sehr besonders für die Natalie, dan wird es wohlthuen einmal selbst-ständig zu werden. Lebt recht wohl Ich bethe recht oft für Euch.'' [wieder ausgefaltet, darunter klein:] ''Der kleine Otto ist auch heute den 1 Dezember gottlob etwas beßer Die Fräulein Rosalie Henf welche krank ist läßt dir alles gute zum Nammenstag wünschen Die Heil Meße ist Donnerstag am 4 te[n] um 10 Uhr. Der Doktor war mit Otto zufrieden'' | | [Rückseite; der untere Teil des Blattes wurde nach dem Zusammenfalten beschrieben / Foto:] ''Die Großmutter welche sich ganz wohl befindet wünscht einstweillen Franz durch mich alles Gute wen sie nicht dazu kommen sollte zum Nammenstag zu schreiben. Die Apoteker Fetten [?] hat ein Mädchen bekommen. Der Schlegelhofer'' [Schlögelhofer, Anm.] ''geht es gar nicht gut, au[c]h die Doktor Gasteiner [?] wird nicht lange mehr dauern.'' [Faltung:] ''Recht herzliche glückwünsche von denen Lürzerischen und Spángler. Wie wird es den mit dir werden wen das Schaue [?] gericht zu stande kömmt, ob du vieleicht nach Wien Versetzt wirst oder einen ganz andern Posten bekömmst. Von der Natalie und Ludwich hat es letztere den Otto angezeugt und es mir mittheilen lassen, es wurde hier woll einmal zuvor davon gesprochen aber wir nehmen es so wie man überhaupt von etwas spricht, nun freute es uns sehr besonders für die Natalie, dan wird es wohlthuen einmal selbst-ständig zu werden. Lebt recht wohl Ich bethe recht oft für Euch.'' [wieder ausgefaltet, darunter klein:] ''Der kleine Otto ist auch heute den 1 Dezember gottlob etwas beßer Die Fräulein Rosalie Henf welche krank ist läßt dir alles gute zum Nammenstag wünschen Die Heil Meße ist Donnerstag am 4 te[n] um 10 Uhr. Der Doktor war mit Otto zufrieden'' |