Änderungen

K
Zeile 146: Zeile 146:  
Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen:  
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen:  
   −
''Salzburg den 24/9 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich habe heute früh schon den Vorsatz gefast, Euch Heute Nachmittag zu schreiben, und fing [an] nach Tisch kam die Großmutter'' ([[Franziska Kobler]], Anm.) ''und sagte mir sie gehe übermorgen nach Mödling dieß bestärkte mich noch mehr, da sie mir den Brief mitnimmt Ich danke Euch für den letzten lieben Brief und den Tags darauf die Heute. Ich bins von Herzen froh, das Ihr gesund seid, Gott gebe das Ihr es bleibet. Sehr unangenehm hat es mich berührt das deine Magd dich so bald schon verläßt, es ist dieß nicht schön – nachdem du die Reise ihr hinunter'' [nach Mödling, Wien] ''bezahltest. Ich möchte wohl wünschen daß Ihr unten eine finden würdest, damit ihr doch nicht / immer die Umkösten der Reise zu bestreitten habt. Das Wechseln ist schon so unangenehm. Denke dir lieber Franz mit dem Verkauf von Hohenaschau wird es leider dermalen nichts werden<ref>vgl. voranstehenden Brief vom 31. August und 3. September 1873</ref> den die Kammer hat den Preis zu hoch gefunden, ob sie noch in weiteren Verhandlungen tretten, ist noch nicht beschloßen. Morgen gehen sie wider nach Achthal und beschließen, das Weitere. Verkauft wird nun die Herschaft jeden Fall, wen da nichts wird, so ist wider ein anderer Großer Herr, welcher auch eine Herrschaft wünscht, vieleicht gelingt es dort.''
+
''Salzburg den 24/9 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich habe heute früh schon den Vorsatz gefast, Euch Heute Nachmittag zu schreiben, und fing [an] nach Tisch kam die Großmutter'' [[[Franziska Kobler]], Anm.] ''und sagte mir sie gehe übermorgen nach Mödling dieß bestärkte mich noch mehr, da sie mir den Brief mitnimmt Ich danke Euch für den letzten lieben Brief und den Tags darauf die Heute. Ich bins von Herzen froh, das Ihr gesund seid, Gott gebe das Ihr es bleibet. Sehr unangenehm hat es mich berührt das deine Magd dich so bald schon verläßt, es ist dieß nicht schön – nachdem du die Reise ihr hinunter'' [nach Mödling, Wien] ''bezahltest. Ich möchte wohl wünschen daß Ihr unten eine finden würdest, damit ihr doch nicht / immer die Umkösten der Reise zu bestreitten habt. Das Wechseln ist schon so unangenehm. Denke dir lieber Franz mit dem Verkauf von Hohenaschau wird es leider dermalen nichts werden<ref>vgl. voranstehenden Brief vom 31. August und 3. September 1873</ref> den die Kammer hat den Preis zu hoch gefunden, ob sie noch in weiteren Verhandlungen tretten, ist noch nicht beschloßen. Morgen gehen sie wider nach Achthal und beschließen, das Weitere. Verkauft wird nun die Herschaft jeden Fall, wen da nichts wird, so ist wider ein anderer Großer Herr, welcher auch eine Herrschaft wünscht, vieleicht gelingt es dort.''
    
''Die Spángler Tini, Auer [?], und August, und Leogolo [?] sind nach Wien am Dinstag wohnen aber in einen PrivatHauß, und bleiben nicht lange dort. Die alten Sattlerwaren auf diese Tage hier, sind aber am Monntag / Abends fort. Neuigkeiten giebt es sehr wenige hier die großmutter wird sie Euch erzählen. Das es hier sehr theuer ist, und immer von Woche zu Woche aufschlagt, ist sehr unangenehm – es sagen viele das es Hier am theuersten ist, weit und breit. Den Franz Franzl'' [Fenzl?] ''thut es auch sehr weh, gegen Rind – janun es ist nahe bei Wien – und da geht es jeden so. Wie ich auß denen Briefen sehe, habt Ihr doch immer Besuche auß Salzburg. Die Schiestl wollen auch gehen aber ob sie dazu kommen ist eine andere Frage. Papa Duregger geht es mit gehen sehr schlecht er kamm von Hof nicht einmal in die Stadt, und seit sie in der Stadt sind, ist er nur am letzten Sontag mit der Mama außgefahren damit er doch in die Luft kömmt / die Emilie ist seit 10 Tagen in Inspruck'' [Innsbruck] ''. Die Schwester Therese läßt dich recht schön grüßen sie war zimlich unwohl als sie von Bad Baumkirchen zurück kamm, jetzt geht es ihr wider beßer, es thut ihr gar sehr leid daß sie nun keine Schwester mehr in der Nähe hat, es ist wohl wahr aber ich kann nicht wegen dem hinein, und kann nicht sagen sie soll herauß gehen<ref>Wie es nach Wien "nach unten" geht, fährt man nach Hall in Tirol "hinein" und nach Salzburg "heraus".</ref> weil sie hier viel theuerer lebt als in Hall besonders was die Wohnung betrift. Die Reißigl Pepi ist nun wider in die Stadt gezogen ins Schinderhauß [!] im 4 te[n] Stock und bezahlt für 2 Zimmer 1 Küchel 180 Gulden. Gott gebe das sie diesen Zins immer bezahlen kann. Lebt recht wohl Ich vergöne Euch die Freude die Groß Mutter bey Euch zu haben. Mit 1000 küßen Eure treue Mutter Spángler.''
 
''Die Spángler Tini, Auer [?], und August, und Leogolo [?] sind nach Wien am Dinstag wohnen aber in einen PrivatHauß, und bleiben nicht lange dort. Die alten Sattlerwaren auf diese Tage hier, sind aber am Monntag / Abends fort. Neuigkeiten giebt es sehr wenige hier die großmutter wird sie Euch erzählen. Das es hier sehr theuer ist, und immer von Woche zu Woche aufschlagt, ist sehr unangenehm – es sagen viele das es Hier am theuersten ist, weit und breit. Den Franz Franzl'' [Fenzl?] ''thut es auch sehr weh, gegen Rind – janun es ist nahe bei Wien – und da geht es jeden so. Wie ich auß denen Briefen sehe, habt Ihr doch immer Besuche auß Salzburg. Die Schiestl wollen auch gehen aber ob sie dazu kommen ist eine andere Frage. Papa Duregger geht es mit gehen sehr schlecht er kamm von Hof nicht einmal in die Stadt, und seit sie in der Stadt sind, ist er nur am letzten Sontag mit der Mama außgefahren damit er doch in die Luft kömmt / die Emilie ist seit 10 Tagen in Inspruck'' [Innsbruck] ''. Die Schwester Therese läßt dich recht schön grüßen sie war zimlich unwohl als sie von Bad Baumkirchen zurück kamm, jetzt geht es ihr wider beßer, es thut ihr gar sehr leid daß sie nun keine Schwester mehr in der Nähe hat, es ist wohl wahr aber ich kann nicht wegen dem hinein, und kann nicht sagen sie soll herauß gehen<ref>Wie es nach Wien "nach unten" geht, fährt man nach Hall in Tirol "hinein" und nach Salzburg "heraus".</ref> weil sie hier viel theuerer lebt als in Hall besonders was die Wohnung betrift. Die Reißigl Pepi ist nun wider in die Stadt gezogen ins Schinderhauß [!] im 4 te[n] Stock und bezahlt für 2 Zimmer 1 Küchel 180 Gulden. Gott gebe das sie diesen Zins immer bezahlen kann. Lebt recht wohl Ich vergöne Euch die Freude die Groß Mutter bey Euch zu haben. Mit 1000 küßen Eure treue Mutter Spángler.''