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| − | [[Datei:Braunbär 19.jpg|thumb|Braunbär im [[Zoo Salzburg]]]] | + | [[Datei:Braunbär 19.jpg|thumb|Braunbär im [[Zoo Salzburg]].]] |
| − | [[Datei:Braunbär im Wildpark Ferleiten.JPG|thumb|Braunbär im [[Wild-und Erlebnispark Ferleiten]]]] | + | [[Datei:Braunbär im Wildpark Ferleiten.JPG|thumb|Braunbär im [[Wild-und Erlebnispark Ferleiten]].]] |
| − | [[File:Goldegger Perchtenlauf 16.JPG|thumb|"Bär" mit Treiber beim Goldegger Perchtenlauf 2015]] | + | [[File:Goldegger Perchtenlauf 16.JPG|thumb|"Bär" mit Treiber beim Goldegger Perchtenlauf 2015.]] |
| | Der '''Braunbär''' (''Ursus arctos'') oder kurz '''Bär''' ist ein großer Beutegreifer, der einst im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], besonders im [[Alpen]]raum heimisch war und damit wie [[Wolf]] und [[Luchs]] einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Art wurde hierzulande ausgerottet und kommt als lebendes Tier nur mehr in [[Zoo Salzburg|Zoos]] und Wildparks und als mythische Gestalt bei Brauchtumsveranstaltungen wie dem [[Goldegger Perchtenlauf]] vor. | | Der '''Braunbär''' (''Ursus arctos'') oder kurz '''Bär''' ist ein großer Beutegreifer, der einst im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], besonders im [[Alpen]]raum heimisch war und damit wie [[Wolf]] und [[Luchs]] einst auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Art wurde hierzulande ausgerottet und kommt als lebendes Tier nur mehr in [[Zoo Salzburg|Zoos]] und Wildparks und als mythische Gestalt bei Brauchtumsveranstaltungen wie dem [[Goldegger Perchtenlauf]] vor. |
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| | Es wäre <!-st das eine objektive Aussage?!--> sehr zu begrüßen, wenn der Bär (und der Luchs, aber ebenso der Wolf) wieder eine Heimat in Salzburg erhalten würden. Experten sind sich einig, dass Luchse, Wölfe und Bären auch im Land Salzburg einen für sie geeigneten Lebensraum finden. | | Es wäre <!-st das eine objektive Aussage?!--> sehr zu begrüßen, wenn der Bär (und der Luchs, aber ebenso der Wolf) wieder eine Heimat in Salzburg erhalten würden. Experten sind sich einig, dass Luchse, Wölfe und Bären auch im Land Salzburg einen für sie geeigneten Lebensraum finden. |
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| − | [[Gudrun Pflüger]], Naturwissenschaftlerin und bedeutende Wolfexpertin ([[Radstadt]], [[Pongau]]) und Peter Sürth aus [[Deutschland]], Wissenschaftler für Tier- und Wildtiermanagement, haben die [[Alpenexpedition 2010–2012]] in das Leben gerufen, um zum Thema Großraubtiere im Alpenraum zu informieren. Auch der [[Salzburger Naturschutzbund |Österreichische Naturschutzbund]] und der [[Pinzgau]]er Arzt und Bauer [[Willi Schwarzenbacher]] setzen sich im Bundesland sehr für die Wiedereinbürgerung dieser großen aber in der Regel äußerst scheuen Beutegreifer ein. | + | [[Gudrun Pflüger]], Naturwissenschaftlerin und bedeutende Wolfexpertin ([[Radstadt]], [[Pongau]]) und Peter Sürth aus [[Deutschland]], Wissenschaftler für Tier- und Wildtiermanagement, haben die [[Alpenexpedition 2010–2012]] in das Leben gerufen, um zum Thema Großraubtiere im Alpenraum zu informieren. Auch der [[Salzburger Naturschutzbund |Österreichische Naturschutzbund]] und der [[Pinzgau]]er Arzt und Bauer Wilhelm Schwarzenbacher setzen sich im Bundesland sehr für die Wiedereinbürgerung dieser großen aber in der Regel äußerst scheuen Beutegreifer ein. |
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| | + | Der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb schätzte, dass im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etwa zehn Bären leben, die hier ohne Berücksichtigung der von Menschen auf Papier festgelegten nationalen Grenzen herumstreifen. |
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| | ==Bärensichtungen in Österreich== | | ==Bärensichtungen in Österreich== |
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| | *Im Juni [[2017]] riss ein Bär ein einen Tag altes Kalb und verletzte auch die Mutterkuh im Gemeindegebiet von Maria Rain im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor hatte dasselbe Tier einen [[Biene]]nstock geplündert. | | *Im Juni [[2017]] riss ein Bär ein einen Tag altes Kalb und verletzte auch die Mutterkuh im Gemeindegebiet von Maria Rain im Bezirk Klagenfurt-Land. Zuvor hatte dasselbe Tier einen [[Biene]]nstock geplündert. |
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| − | * Mai [[2023]]: Zunächst am Wochenende [[6. Mai|6.]]-[[7. Mai]] Spurenfunden im [[Glemmtal]]. Dann hatten auch zwei Wanderer aus [[Deutschland]] am Samstagnachmittag, 6. Mai, in der Nähe von [[Bad Fusch]] eine Bärensichtung gemeldet. Die habe sich gegen 13 Uhr auf 1 700 [[Meter über Adria|Meter Höhe]] in der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern ereignet, rund 300 Meter von der Embach-Hochalm im [[Weichselbachtal]] entfernt, schildert einer der Wanderer. Der Bär sei hinter einer großen Wildfutterstelle für rund fünf Sekunden zu sehen gewesen. "Er rannte ungefähr 100 Meter oberhalb von uns durch den Wald. Wir haben daraufhin sofort den Rückweg angetreten."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/wanderer-sichteten-einen-baeren-im-pinzgau-138436687 www.sn.at], 8. Mai 2023</ref> | + | * Mai [[2023]]: Zunächst am Wochenende [[6. Mai|6.]]-[[7. Mai]] Spurenfunden im [[Glemmtal]]. Dann hatten auch zwei Wanderer aus [[Deutschland]] am Samstagnachmittag, 6. Mai, in der Nähe von [[Bad Fusch]] eine Bärensichtung gemeldet. Die habe sich gegen 13 Uhr auf 1 700 [[Meter über Adria|Meter Höhe]] in der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern ereignet, rund 300 Meter von der Embach-Hochalm im [[Weichselbachtal]] entfernt, schildert einer der Wanderer. Der Bär sei hinter einer großen Wildfutterstelle für rund fünf Sekunden zu sehen gewesen. "Er rannte ungefähr 100 Meter oberhalb von uns durch den Wald. Wir haben daraufhin sofort den Rückweg angetreten."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/wanderer-sichteten-einen-baeren-im-pinzgau-138436687 www.sn.at], 8. Mai 2023</ref> Er hinterließ deutlich sichtbare Tatzenabdrücke in einem Schneefeld hinterlassen hatte. Ein Jäger fotografierte diese Spuren. Die Handybilder wurden von Wildtierexperten begutachtet und als Bärenspuren eindeutig identifiziert. |
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| | + | : Am [[10. Mai]] sah eine Polizeistreife einen Bären in der Nähe des Recyclinghofs in [[Grödig]]. [[Bürgermeister der Marktgemeinde Werfen|Bürgermeister]] [[Hubert Stock]] aus [[Werfen]] ist als Schafbauer, Berufsjäger und Historiker der Beauftragte des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] in Sachen Wolf und Bär. Für ihn war die Sichtung beim Grödiger Altstoffsammelzentrum, das sich am Fuß des [[Untersbergstock]]s an einem Waldrand befindet, durchaus plausibel. Der Abfall in den Recyclinghöfen enthält mitunter Essensreste, die ihrerseits wiederum Wildtiere anlocken können. Auch passe die Sichtung mit dem Bärenfoto aus einer Wildkamera vor Kurzem aus dem Raum [[Berchtesgadener Land]] zusammen. Diese Aufnahme entstand in Melleck in der [[Bayern|bayrischen]] Gemeinde [[Schneizlreuth]] an der Grenze zu Salzburg. Ein weiteres Foto soll die Wildkamera am Wetterkreuz in [[Unken]] gemacht haben. Laut bayerischen Medien wurde die Aufnahme am Montag, [[8. Mai]]. Auch damit wäre ein Zusammenhang mit der Sichtung in Grödig nachvollziehbar. Wandernde Bären schaffen nämlich Tagesstrecken von bis zu 50 Kilometern. |
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| − | Der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb schätzte, dass im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etwa zehn Bären leben, die hier ohne Berücksichtigung der von Menschen auf Papier festgelegten nationalen Grenzen herumstreifen.
| + | Die nächste gemeldete Sichtung hat es dann in der Nacht von Sonntag, [[14. Mai]], auf Montag, [[15. Mai]], im Gemeindegebiet von [[Großgmain]], ebenfalls am Fuß des Untersbergstocks gegeben. Für Stock könnte das bedeuten, dass der Bär schon wieder zurück nach Bayern gewandert ist. Eine Suche nach Bärenspuren durch die Jägerschaft war ergebnislos verlaufen. Die häufigen und ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage hätten allfällige Spuren aber auch rasch wieder weggespült. Auch [[Landesjägermeister]] [[Maximilian Mayr-Melnhof|Max Mayr-Melnhof]] hatte sich auf Spurensuche gemacht, immerhin handelt es sich ja um sein Revier.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/groedig-baer-in-der-naehe-des-recyclinghofs-von-polizeistreife-gesichtet-138861997 www.sn.at], 16. Mai 2023</ref> |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * [[Gustave Abel|Abel, Gustave]]: ''Nachweise von Braunbären im Lande Salzburg, nebst Hinweisen auf Hinweisen auf weitere ausgestorbene Säugetiere'' in: [[Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg]] (1980): Festschrift der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am [[Haus der Natur]] in Salzburg zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. [[Eduard Paul Tratz]]. (Der Beitrag wurde 1970 verfasst und 1980 veröffentlicht). | | * [[Gustave Abel|Abel, Gustave]]: ''Nachweise von Braunbären im Lande Salzburg, nebst Hinweisen auf Hinweisen auf weitere ausgestorbene Säugetiere'' in: [[Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg]] (1980): Festschrift der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft am [[Haus der Natur]] in Salzburg zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. [[Eduard Paul Tratz]]. (Der Beitrag wurde 1970 verfasst und 1980 veröffentlicht). |
| − | * [http://www.wildenatur.at Willi Schwarzenbacher] | + | * [http://www.wildenatur.at Wilhelm Schwarzenbacher] |
| | * [[Pinzgauer Nachrichten]], Seite 14, 16. September 2010, (jota) | | * [[Pinzgauer Nachrichten]], Seite 14, 16. September 2010, (jota) |
| | * Salzburgwiki-Artikel [[Wolf]] | | * Salzburgwiki-Artikel [[Wolf]] |
| − | * [[Eberhard Stüber|Stüber, Eberhard]], [[Norbert Winding|Winding, Norbert]]: ''Tierwelt'', Wissenschaftliche Schriften, [[Nationalpark Hohe Tauern]], Matrei 2007, S. 186 | + | * [[Eberhard Stüber|Stüber, Eberhard]]; [[Norbert Winding|Winding, Norbert]]: ''Tierwelt'', Wissenschaftliche Schriften, [[Nationalpark Hohe Tauern]], Matrei 2007, S. 186 |
| | * [[Salzburger Nachrichten]], 17. Mai 2016, S. 11, sowie am 18. Mai 2016 auf S. 6. | | * [[Salzburger Nachrichten]], 17. Mai 2016, S. 11, sowie am 18. Mai 2016 auf S. 6. |
| | *''Bär riss junges Kalb und attackierte die Mutterkuh'', SN, 19. Juni 2017, S. 9. | | *''Bär riss junges Kalb und attackierte die Mutterkuh'', SN, 19. Juni 2017, S. 9. |