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Auswärtiges Kapital floss nach Gastein, allen voran jenes des reichen Augsburger Handelshauses der [[Fugger]], die das hier gewonnene Gold und Silber nach [[Venedig]] verbrachten, in den berühmten "''Fondaco Dei Tedeschi''", also in das riesengroße und prächtig ausgestattete "''Haus der deutschen Kaufleute''" in Venedig.
 
Auswärtiges Kapital floss nach Gastein, allen voran jenes des reichen Augsburger Handelshauses der [[Fugger]], die das hier gewonnene Gold und Silber nach [[Venedig]] verbrachten, in den berühmten "''Fondaco Dei Tedeschi''", also in das riesengroße und prächtig ausgestattete "''Haus der deutschen Kaufleute''" in Venedig.
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In den Jahren [[1525]] und [[1526]] tobte der [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert|Bauernkrieg]], quasi als später Epilog zu den weitaus größeren Bauernaufständen in Süddeutschland. Den Anfang nahm die Gasteiner Rebellion mit einer Verschwörung der Bergwerksunternehmer bei der ''Grube Silberpfennig'' auf der Erzwies im hintersten [[Angertal]]. Die [[Gewerke]]n drohten den zu Beginn eher zum Frieden tendierenden Bauern des Tales mit Zwangsmaßnahmen gegen "''Leib und Leben''" (Folter und Tod), falls sie sich weiterhin weigern sollten, beim Aufstand mitzumachen. Nach etwa eineinhalb Monaten wendete sich das Blatt: die Gewerken zogen sich zurück und die zu Radikalität und Gewalttaten neigenden [[Pinzga]]uer Bauern fanden nun auch im Gasteinertal viele bäuerliche Mitstreiter gegen Kardinal [[Matthäus Lang]], den Salzburger Landesherrn.
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In den Jahren [[1525]] und [[1526]] tobte der [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert|Bauernkrieg]], quasi als später Epilog zu den weitaus größeren Bauernaufständen in Süddeutschland. Den Anfang nahm die Gasteiner Rebellion mit einer Verschwörung der Bergwerksunternehmer bei der ''Grube Silberpfennig'' auf der Erzwies im hintersten [[Angertal]]. Die [[Gewerke]]n drohten den zu Beginn eher zum Frieden tendierenden Bauern des Tales mit Zwangsmaßnahmen gegen "''Leib und Leben''" (Folter und Tod), falls sie sich weiterhin weigern sollten, beim Aufstand mitzumachen. Nach etwa eineinhalb Monaten wendete sich das Blatt: die Gewerken zogen sich zurück und die zu Radikalität und Gewalttaten neigenden [[Pinzgau]]er Bauern fanden nun auch im Gasteinertal viele bäuerliche Mitstreiter gegen Kardinal [[Matthäus Lang]], den Salzburger Landesherrn.
    
== Das Gasteinertal steht an der Spitze aller Edelmetallbergwerke im deutschen Sprachraum ==
 
== Das Gasteinertal steht an der Spitze aller Edelmetallbergwerke im deutschen Sprachraum ==
Ab etwa [[1520]] kamen einheimische Gewerken zu Bedeutung, die sich von ursprünglich halbbäuerlichen Existenzen zu immens reichen und überregional angesehenen Unternehmern hocharbeiteten. Die Gewerkenfamilien der [[Weitmoser]], [[Zott]] und [[Strasser]] erlebten dann den absoluten Höhepunkt der Produktion von Gold und Silber. Im Jahr [[1557]] waren das 830 kg Gold und 2.723 kg Silber, das allermeiste davon vom [[Radhausberg]] oberhalb [[Böckstein]]s. Allein im Jahr [[1560]] wurde aus dem heimischen Gold in der [[Salzburger Münze|Salzburger Münzstätte]] die riesige Summe von 170.992 Gold-Dukaten ausgeprägt. Auf der Basis von Bergarbeiterlöhnen - einst und jetzt - umgerechnet, entspricht das etwa einem heutigen Wert von ungefähr 130 bis 170 Millionen Euro, rein theoretisch-rechnerisch wären es 148,2 Millionen. Rechnet man den Wert des Goldes und den Wert des Silbers in einen übergreifenden Gulden-Gesamtbetrag zusammen, so stand Gastein um die Mitte des [[16. Jahrhundert]]s an der Spitze aller Edelmetallbergwerke im deutschen Sprachraum, noch vor den sächsischen Bergwerken, auch vor [[Schwaz]] in [[Tirol]] und anderen. [[Christoff Weitmoser|Christoff Weitmoser I.]] war der bei Weitem größte Goldgewerke im Alten Reich.  
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Ab etwa [[1520]] kamen einheimische Gewerken zu Bedeutung, die sich von ursprünglich halbbäuerlichen Existenzen zu immens reichen und überregional angesehenen Unternehmern hocharbeiteten. Die Gewerkenfamilien der [[Weitmoser]], [[Zott]] und [[Strasser]] erlebten dann den absoluten Höhepunkt der Produktion von Gold und Silber. Im Jahr [[1557]] waren das 830 kg Gold und 2.723 kg Silber, das allermeiste davon vom [[Radhausberg]] oberhalb [[Böckstein]]s. Allein im Jahr [[1560]] wurde aus dem heimischen Gold in der [[Salzburger Münze|Salzburger Münzstätte]] die riesige Summe von 170.992 Gold-Dukaten ausgeprägt. Auf der Basis von Bergarbeiterlöhnen - einst und jetzt - umgerechnet, entspricht das etwa einem heutigen Wert von ungefähr 130 bis 170 Millionen Euro, rein theoretisch-rechnerisch wären es 148,2 Millionen. Rechnet man den Wert des Goldes und den Wert des Silbers in einen übergreifenden Gulden-Gesamtbetrag zusammen, so stand Gastein um die Mitte des [[16. Jahrhundert]]s an der Spitze aller Edelmetallbergwerke im deutschen Sprachraum, noch vor den sächsischen Bergwerken, auch vor [[Schwaz]] in [[Tirol]] und anderen. [[Christoff Weitmoser|Christoff Weitmoser I.]] war der bei Weitem größte Goldgewerke im Alten [[Reich]].  
    
Bad Hofgastein, der zentrale Hauptort des Tales, erlebte gute Zeiten, doch wurde er damals nie "Goldenes Stadtl" genannt. Das ist eine Erfindung neuzeitlicher Reiseschriftsteller, natürlich in Anlehnung an das alte Prag, das lange diesen umgangssprachlichen Beinamen führte.
 
Bad Hofgastein, der zentrale Hauptort des Tales, erlebte gute Zeiten, doch wurde er damals nie "Goldenes Stadtl" genannt. Das ist eine Erfindung neuzeitlicher Reiseschriftsteller, natürlich in Anlehnung an das alte Prag, das lange diesen umgangssprachlichen Beinamen führte.

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