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| − | Die Salzburger '''Neustadt''' im engeren Sinn ist ein Synonym für den Stadtteil [[Andräviertel]]. Als ''Neustadt'' wurde ursprünglich jener größere Stadtteil der Stadt [[Salzburg]] bezeichnet, der nach der Schleifung der großen Bastionen im Raum um die Andräkirche (zwischen Ernest-Thun-Straße und Vierthalergasse) entstand (und der deshalb auch "Andräviertel" heißt). | + | Die Salzburger '''Neustadt''' im engeren Sinn ist ein Synonym für den Stadtteil [[Andräviertel]]. Als ''Neustadt'' wurde ursprünglich jener größere Stadtteil der Stadt [[Salzburg]] bezeichnet, der nach der Schleifung der großen Bastionen im Raum um die [[Andräkirche]] (zwischen [[Ernest-Thun-Straße]] und [[Vierthalergasse]]) entstand (und der deshalb auch "Andräviertel" heißt). |
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| | [[bild:neustadt2.jpg|thumb|Blick auf die Neustadt]] | | [[bild:neustadt2.jpg|thumb|Blick auf die Neustadt]] |
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| − | Zur Neustadt wird hier der angrenzende alte rechtsufrige Siedlungskern, auch "Rechte Altstadt" oder "Rechte Innenstadt" genannt, hinzugerechnet. Zu diesem inneren Siedlungskern auf der rechten Salzachseite gehört auch der [[Äußerer Stein|Äußere Stein]]. Die Neustadt samt der Rechten Altstadt und dem Äußeren Stein ([[Altstadt]])gehört mit zum Weltkulturerbe der Stadt Salzburg. | + | Zur Neustadt wird hier der angrenzende alte rechtsufrige Siedlungskern, auch "Rechte Altstadt" oder "Rechte Innenstadt" genannt, hinzugerechnet. Zu diesem inneren Siedlungskern auf der rechten Salzachseite gehört auch der [[Äußerer Stein|Äußere Stein]]. Die Neustadt samt der Rechten Altstadt und dem Äußeren Stein ([[Altstadt]])gehört mit zum Weltkulturerbe der Stadt Salzburg. |
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| − | Die Grenze der Neustadt nach Norden zum Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] hin bildet die Bahnlinie, die Grenze nach Schallmoos die Lasserstraße. Die Neustadt samt Rechter Altstadt grenzt im Westen an die [[Salzach]] und im Süden an den [[Kapuzinerberg]] sowie den Gersbach. In der Neustadt leben heute gut 4000 Bewohner. | + | Die Grenze der Neustadt nach Norden zum Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] hin bildet die Bahnlinie, die Grenze nach [[Schallmoos]] die [[Lasserstraße]]. Die Neustadt samt Rechter Altstadt grenzt im Westen an die [[Salzach]] und im Süden an den [[Kapuzinerberg]] sowie den Gersbach. In der Neustadt leben heute gut 4000 Bewohner. |
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| | == Die Kirchen der Rechten Altstadt == | | == Die Kirchen der Rechten Altstadt == |
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| | Die erste Kirche wurde hier von [[1505]] bis [[1512]] als gotische Kirche erbaut. Die [[St.-Sebastian-Kirche|Sebastianskirche]] ist heute ein spätbarocker Saalbau, die [[1749]] - [[1753]] entstand und vermutlich nach Plänen von [[Kassian Singer]] errichtet ist. Geweiht wurde die Kirche [[1754]]. | | Die erste Kirche wurde hier von [[1505]] bis [[1512]] als gotische Kirche erbaut. Die [[St.-Sebastian-Kirche|Sebastianskirche]] ist heute ein spätbarocker Saalbau, die [[1749]] - [[1753]] entstand und vermutlich nach Plänen von [[Kassian Singer]] errichtet ist. Geweiht wurde die Kirche [[1754]]. |
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| − | Sie besitzt einen leicht in die Linzergasse vorgezogenen Fassadenturm, der von einem Zwiebelhelm mit Laterne bekrönt ist. Die Portale im Turm-Erdgeschoß und im Altarraum wurden nach [[1750]] von [[Franz Anton Danreiter]] entworfen. Der Innenraum ist mit einem Tonnengewölbe versehen. Das große Deckenfresko und das alte Altarbild, beide von [[Paul Troger]], gingen beim Stadtbrand [[1818]] leider verloren. Die Wiederherstellung der Kirche nach 1818 veränderten das Bild der Kirche. Der marmorne Hochaltar wurde umgearbeitet, und das Altarbild neu angefertigt. Die Bilder der Seitenaltäre stammen teilweise von [[Johann Michael Sattler]], von Sebastian Stief oder Franz Streicher. Besonders eindrucksvoll ist das erhaltene Abschlussgitter der Kirche von [[Phillipp Hintersser]] ([[1752]]). | + | Sie besitzt einen leicht in die [[Linzer Gasse]] vorgezogenen Fassadenturm, der von einem Zwiebelhelm mit Laterne bekrönt ist. Die Portale im Turm-Erdgeschoß und im Altarraum wurden nach [[1750]] von [[Franz Anton Danreiter]] entworfen. Der Innenraum ist mit einem Tonnengewölbe versehen. Das große Deckenfresko und das alte Altarbild, beide von [[Paul Troger]], gingen beim Stadtbrand [[1818]] leider verloren. Die Wiederherstellung der Kirche nach 1818 veränderten das Bild der Kirche. Der marmorne Hochaltar wurde umgearbeitet, und das Altarbild neu angefertigt. Die Bilder der Seitenaltäre stammen teilweise von [[Johann Michael Sattler]], von Sebastian Stief oder Franz Streicher. Besonders eindrucksvoll ist das erhaltene Abschlussgitter der Kirche von [[Phillipp Hintersser]] ([[1752]]). |
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| | Die an die Kirche angebaute ältere Kapelle, die dem Heiligen Philippus Neri geweiht ist, stammt aus dem Jahr [[1684]]. | | Die an die Kirche angebaute ältere Kapelle, die dem Heiligen Philippus Neri geweiht ist, stammt aus dem Jahr [[1684]]. |
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| | === Dreifaltigkeitskirche === | | === Dreifaltigkeitskirche === |
| − | Die Dreifaltigkeitskirche ist der größte Kirchenbau aus fürsterzbischöflicher Zeit der inneren Rechtsstadt. Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]] - [[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen. | + | Die [[Dreifaltigkeitskirche]] ist der größte Kirchenbau aus fürsterzbischöflicher Zeit der inneren Rechtsstadt. Die als Zentralbau gestaltete Kirche entstand [[1694]] - [[1702]] und ist der erste Bau Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]]s in Salzburg. Als Vorbild dienten dabei römische Sakralbauten. Auffallend ist bei dieser Kirche bereits die dezente Verwendung der Schmuckelemente, die sich dem architektonischen Gesamtwerk unterordnen. |
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| | Der Bau war nicht auf den [[Makartplatz]] gerichtet, sondern in eine damals schmale Seitenstraße zwischen der äußeren Bergstraße (heute Rainerstraße) und der Linzergasse. Das gegenüber der Kirche dort stehende fürsterzbischöfliche Leihhaus wurde erst [[1907]] abgerissen. Folglich schwingt der zentrale Kirchenbau in Schaffung eines kleinen leicht erhöhten Kirchenvorplatzes in der Straßenflucht nach innen. Die ursprünglich niedrigen Kirchtürme wurden für eine bessere Erkennbarkeit der Kirche hinter dem Leihhaus erst später erhöht (Glockengeschoße [[1757]], Turmhaubenaufsätze nach [[1818]]), was aber Gesamtbild der Kirche nicht verbessern konnte. Der architektonische Mittelpunkt der weitläufigen Anlage mit den beiden großen Flügelbauten des Priesterseminars, die zusammen mit der zentralen Kirche eine einheitlich komponierte Fassade bilden, sollte vielmehr die mächtige zentrale Tambourkuppel der Kirche darstellen. Über dem äußeren Kirchportal stehen auf der Attika vor der Kuppel die Figuren der drei theologischen Tugenden und die Figur der Göttlichen Weisheit, die von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen wurden. | | Der Bau war nicht auf den [[Makartplatz]] gerichtet, sondern in eine damals schmale Seitenstraße zwischen der äußeren Bergstraße (heute Rainerstraße) und der Linzergasse. Das gegenüber der Kirche dort stehende fürsterzbischöfliche Leihhaus wurde erst [[1907]] abgerissen. Folglich schwingt der zentrale Kirchenbau in Schaffung eines kleinen leicht erhöhten Kirchenvorplatzes in der Straßenflucht nach innen. Die ursprünglich niedrigen Kirchtürme wurden für eine bessere Erkennbarkeit der Kirche hinter dem Leihhaus erst später erhöht (Glockengeschoße [[1757]], Turmhaubenaufsätze nach [[1818]]), was aber Gesamtbild der Kirche nicht verbessern konnte. Der architektonische Mittelpunkt der weitläufigen Anlage mit den beiden großen Flügelbauten des Priesterseminars, die zusammen mit der zentralen Kirche eine einheitlich komponierte Fassade bilden, sollte vielmehr die mächtige zentrale Tambourkuppel der Kirche darstellen. Über dem äußeren Kirchportal stehen auf der Attika vor der Kuppel die Figuren der drei theologischen Tugenden und die Figur der Göttlichen Weisheit, die von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen wurden. |
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| | === Die Imbergkirche „der beiden heiligen Johannes auf dem Berge"=== | | === Die Imbergkirche „der beiden heiligen Johannes auf dem Berge"=== |
| | + | Die beiden heiligen Kirchenpatrone Johannes galten nach dem frühmittelalterlichen Investiturstreit als beliebte Symbole des beschaulichen und des tätigen christlichen Lebenswandels also des Einsiedlers und des christlichen Streiters. |
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| − | Die beiden heiligen Kirchenpatrone Johannes galten nach dem frühmittelalterlichen Investiturstreit als beliebte Symbole des beschaulichen und des tätigen christlichen Lebenswandels also des Einsiedlers und des christlichen Streiters. | + | Die kleine Kirche unterhalb des [[Kapuzinerkloster]]s ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch und erstmals [[1319]] erwähnt. Von [[1594]] bis [[1599]] war die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt. [[1681]] wurde die Kirche unter Erzbischof [[Max Gandolf Graf Kuenburg]] barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm. Die Kirche war einst auch als Wallfahrtskirche und als Bruderschaftskirche von Bedeutung. |
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| − | Die kleine Kirche unterhalb des Kapuzinerklosters ist ein kleiner und außen schlichter Bau. Er ist im Kern romanisch und erstmals [[1319]] erwähnt. Von [[1594]] bis [[1599]] war die Kirche als Klosterkirche der Kapuziner genutzt. [[1681]] wurde die Kirche unter Erzbischof [[Max Gandolf Graf Kuenburg]] barockisiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm. Die Kirche war einst auch als Wallfahrtskirche und als Bruderschaftskirche von Bedeutung.
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| | Die in den letzten 15 Jahren vorgenommenen umfangreichen Restaurierungen der Kirche haben zu einer Wiederentdeckung der innen schmucken Kirche geführt. Diese Renovierungen sind vor allem dem Prälaten Dr. Johannes Neuhardt zu verdanken. | | Die in den letzten 15 Jahren vorgenommenen umfangreichen Restaurierungen der Kirche haben zu einer Wiederentdeckung der innen schmucken Kirche geführt. Diese Renovierungen sind vor allem dem Prälaten Dr. Johannes Neuhardt zu verdanken. |
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| | === Die Andräkirche === | | === Die Andräkirche === |
| − | Die ursprüngliche Andräkirche oder Kirche des Heiligen Andreas stand einst nächst dem Platzl - an der östlichen Ecke zur Dreifaltigkeitsgasse. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem Renaissancebau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas Jakob Reichsgraf von Dietrichstein ]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und barockisiert. Die Kirche wurde [[1818]] beim großen Stadtbrand arg beeinträchtigt. Die beeinträchtigte Kirche wurde nach vielen Diskussionen zwischen Bürgern mit stark gegensätzlichen Haltungen vor allem zur Schaffung einer breiteren Fahrstraße [[1861]] im Auftrag der Stadtverwaltung abgetragen, wobei einige Mauern in ein neues Bürgerhaus integriert wurden. | + | Die ursprüngliche Andräkirche oder Kirche des Heiligen Andreas stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem Renaissancebau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas Jakob Reichsgraf von Dietrichstein ]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und barockisiert. Die Kirche wurde [[1818]] beim großen Stadtbrand arg beeinträchtigt. Die beeinträchtigte Kirche wurde nach vielen Diskussionen zwischen Bürgern mit stark gegensätzlichen Haltungen vor allem zur Schaffung einer breiteren Fahrstraße [[1861]] im Auftrag der Stadtverwaltung abgetragen, wobei einige Mauern in ein neues Bürgerhaus integriert wurden. |
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| | Nun wurde der Ruf vieler Bürger nach Neubau der Kirche immer lauter. Nach Plänen von [[Josef Wessicken]] wurde die neue Kirche von Stadtbaumeister [[Jakob Ceconi]] im neugotischen Stil auf dem neu geschaffenen Platz der geschliffenen Basteien erbaut. [[1898]] wurde die neue Kirche mit ihren 61 m hohen Türmen eingeweiht. Nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nach Plänen von Michael Kurz wieder aufgebaut. Das originäre Erscheinungsbild der neugotischen Kirche ging jedoch im Zuge des Wiederaufbaus völlig verloren | | Nun wurde der Ruf vieler Bürger nach Neubau der Kirche immer lauter. Nach Plänen von [[Josef Wessicken]] wurde die neue Kirche von Stadtbaumeister [[Jakob Ceconi]] im neugotischen Stil auf dem neu geschaffenen Platz der geschliffenen Basteien erbaut. [[1898]] wurde die neue Kirche mit ihren 61 m hohen Türmen eingeweiht. Nach schweren Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nach Plänen von Michael Kurz wieder aufgebaut. Das originäre Erscheinungsbild der neugotischen Kirche ging jedoch im Zuge des Wiederaufbaus völlig verloren |
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| | == Sehenswerte historische Profanbauten == | | == Sehenswerte historische Profanbauten == |
| | === Das Schloss Mirabell === | | === Das Schloss Mirabell === |
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| | Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde [[1606]] von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, [[Salome Alt]] errichtet und als [[Schloss Altenau]] bezeichnet. [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] gab dem Schloss seinen heutigen Namen. [[1818]] durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen. | | Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde [[1606]] von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, [[Salome Alt]] errichtet und als [[Schloss Altenau]] bezeichnet. [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] gab dem Schloss seinen heutigen Namen. [[1818]] durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen. |
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| | === Das alte Borromäum === | | === Das alte Borromäum === |
| − | Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterhaus wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur erbaut und wurde [[1631]] für die Familie des Fürsterzischofs erbaut. [[1972]] wurde das Haus abgetragen, um der Hochschule Platz zu machen. Nur die Außenwände blieben dabei erhalten. Die zwei Portale tragen jeweils ein Wappen Paris-Lodrons. Im [[19. Jahrhundert]] war hier das Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem für Priesterkandidaten diente und später allgemeines Gymnasium wurde. Diese Bildungsanstalt hat heute im Raum [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] eine neue Heimat gefunden. Die dortige alte Borromäuskirche, um [[1830]] erbaut, ist heute wieder abgetragen. | + | Das monumentale Gebäude gegenüber dem Priesterhaus wurde ursprünglich als Palast der Lodronschen Primogenitur erbaut und wurde [[1631]] für die Familie des Fürsterzischofs erbaut. [[1972]] wurde das Haus abgetragen, um der Hochschule Platz zu machen. Nur die Außenwände blieben dabei erhalten. Die zwei Portale tragen jeweils ein Wappen [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]]s. Im [[19. Jahrhundert]] war hier das Borromäum untergebracht, eine katholische Privatschule, die zuerst vor allem für Priesterkandidaten diente und später allgemeines Gymnasium wurde. Diese Bildungsanstalt hat heute im Raum [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]] eine neue Heimat gefunden (siehe [[Borromäum]]). Die dortige alte Borromäuskirche, um [[1830]] erbaut, ist heute wieder abgetragen. |
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| − | Im Mozartsaal der Universität befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von [[Anton Faistauer]] mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, ein Fresko, das aus dem abgetragenen Lederer-Schlössl in Wien stammt und hierher übertragen wurde. | + | Im Mozartsaal der [[Universität]] befindet sich heute ein sehenswertes Fresko von [[Anton Faistauer]] mit der Darstellung der Heimkehr Dianas von der Jagd, ein Fresko, das aus dem abgetragenen Lederer-Schlössl in Wien stammt und hierher übertragen wurde. |
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| | === Reste alter Wehranlagen === | | === Reste alter Wehranlagen === |
| − | | + | Der Großteil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten. Der alte Ring von Basteien mit der Vitalisbastei, der Virgilbastei (heute Kurgarten), der Heinrichbastei und als Halbbastei der Sebastianbastei ist geschliffen und nur im Straßenring zwischen [[Franz-Josef-Straße]] und der [[Auerspergstraße]] noch zu erahnen. |
| − | Der Großteil der historischen Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten. Der alte Ring von Basteien mit der Vitalisbastei, der Virgilbastei (heute Kurgarten), der Heinrichbastei und als Halbbastei der Sebastianbastei ist geschliffen und nur im Straßenring zwischen Franz-Josefstraße und der Auerspergstraße noch zu erahnen. | |
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| | Aus der Zeit der '''1. Befestigung''' der Stadt (um [[1280]]) stammen: | | Aus der Zeit der '''1. Befestigung''' der Stadt (um [[1280]]) stammen: |
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| | == Bemerkenswerte historische Gassen und Plätze == | | == Bemerkenswerte historische Gassen und Plätze == |
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| − | === Die Linzergasse === | + | === Die Linzer Gasse === |
| − | | + | Die [[Linzer Gasse]] war in fürsterzbischöflicher Zeit die alte Hauptstraße der rechtsufrigen Stadt Salzburg und Ausfallstraße nach Osten gegen (Nieder-)[[Gnigl]], wo sich der historische Fahrweg gabelt und einerseits nach Graz (Grazer Reichsstraße, Teil der "Eisenstraße") und anderseits nach Linz bzw. Österreich (Linzer Reichsstraße) führte. Erste Funde in dieser Straße stammen bereits aus der Römerzeit. Sie besitzt heute einen geschlossenen Bestand mittelalterlicher Häuser und von Häusern des [[16. Jahrhundert]]s, die im Süden vielfach direkt an den Fels des [[Kapuzinerberg]]es anschließen. |
| − | Sie war in fürsterzbischöflicher Zeit die alte Hauptstraße der rechtsufrigen Stadt Salzburg und Ausfallstraße nach Osten gegen (Nieder-)Gnigl, wo sich der historische Fahrweg gabelt und einerseits nach Graz (Grazer Reichsstraße, Teil der "Eisenstraße") und anderseits nach Linz bzw. Österreich (Linzer Reichsstraße) führte. Erste Funde in dieser Straße stammen bereits aus der Römerzeit. Sie besitzt heute einen geschlossenen Bestand mittelalterlicher Häuser und von Häusern des [[16. Jahrhundert]]s, die im Süden vielfach direkt an den Fels des [[Kapuzinerberg]]es anschließen.
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| | Das dortige Sebastians-Bruderhaus wurde [[1496]] gestiftet und vermutlich [[1532]] errichtet. Nach schweren Bombenschäden wurde es [[1951]] wiederaufgebaut. Der '''Bruderhof''' war neben dem Bürgerspital und später dem Johanns-Spital die wichtigste soziale Stiftung der Stadt, die der Armenfürsorge und der Krankenpflege diente. Ab dem späteren [[19. Jahrhundert]] diente sie als Sitz der Freiwilligen Feuerwehr und deren Rettungsabteilung und danach der Berufsfeuerwehr. | | Das dortige Sebastians-Bruderhaus wurde [[1496]] gestiftet und vermutlich [[1532]] errichtet. Nach schweren Bombenschäden wurde es [[1951]] wiederaufgebaut. Der '''Bruderhof''' war neben dem Bürgerspital und später dem Johanns-Spital die wichtigste soziale Stiftung der Stadt, die der Armenfürsorge und der Krankenpflege diente. Ab dem späteren [[19. Jahrhundert]] diente sie als Sitz der Freiwilligen Feuerwehr und deren Rettungsabteilung und danach der Berufsfeuerwehr. |
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| − | Daneben stand einst das Baderhaus, das im Kern aus dem [[16. Jahrhundert]] stammt. In dem Haus wirkte auch [[Paracelsus]]. Auf der anderen Seite des Bruderhauses arbeitete im [[19. Jahrhundert]] bis [[1919]] die [[Glockengießerei Oberascher|'''Glockengießerei''' Oberascher]], die zuvor seit [[1724]] nächstgelegen in der Glockengasse ihre Betriebsstätte besaß. | + | Daneben stand einst das Baderhaus, das im Kern aus dem [[16. Jahrhundert]] stammt. In dem Haus wirkte auch [[Paracelsus]]. Auf der anderen Seite des Bruderhauses arbeitete im [[19. Jahrhundert]] bis [[1919]] die [[Glockengießerei Oberascher|'''Glockengießerei''' Oberascher]], die zuvor seit [[1724]] nächstgelegen in der [[Glockengasse]] ihre Betriebsstätte besaß. |
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| | Vor dem Linzertor (früher Ostertor), dem Stadttor am östlichen Ende der Linzergasse stand bis [[1599]] der Galgen, weshalb das Stadttor auch Galgentor hieß. | | Vor dem Linzertor (früher Ostertor), dem Stadttor am östlichen Ende der Linzergasse stand bis [[1599]] der Galgen, weshalb das Stadttor auch Galgentor hieß. |
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| | === Die Steingasse === | | === Die Steingasse === |
| − | | + | Die [[Steingasse]] ist ein sehr alter Fahrweg und war schon Teil der alten Römerstraße. Bis ins [[19. Jahrhundert]] war diese Steingasse eine schlecht gewartete Vorstadt-Fahrstraße. Es wohnten vor allem ärmere Leute in dieser Gasse. Vor allem arbeiteten hier salzachseitig bis Mitte des [[18. Jahrhundert]] die Weißgerber. Außerhalb des Steintores in der Frischluftschneise der Salzach durften se ihr geruchsintensives Handwerk betreiben. |
| − | Die Steingasse ist ein sehr alter Fahrweg und war schon Teil der alten Römerstraße. Bis ins [[19. Jahrhundert]] war diese Steingasse eine schlecht gewartete Vorstadt-Fahrstraße. Es wohnten vor allem ärmere Leute in dieser Gasse. Vor allem arbeiteten hier salzachseitig bis Mitte des [[18. Jahrhundert]] die Weißgerber. Außerhalb des Steintores in der Frischluftschneise der Salzach durften se ihr geruchsintensives Handwerk betreiben. | |
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| | Die Steingasse gliedert sich in zwei Teile: Der Innere Stein war der Straßenabschnitt samt dem dortigen Siedlungsraum zwischen den beiden Steintoren. Außerhalb des Äußeren Steintores schloss entlang der Hangkante des Kapuzinerberges der Äußere Stein an. | | Die Steingasse gliedert sich in zwei Teile: Der Innere Stein war der Straßenabschnitt samt dem dortigen Siedlungsraum zwischen den beiden Steintoren. Außerhalb des Äußeren Steintores schloss entlang der Hangkante des Kapuzinerberges der Äußere Stein an. |
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| | === Das Loretokloster der Kapuzinerinnen === | | === Das Loretokloster der Kapuzinerinnen === |
| − | Ein im Ausland vielfach sehr bekanntes Wallfahrtskloster ist das [[Loretokloster]] an der Paris-Lodron-Straße. | + | Ein im Ausland vielfach sehr bekanntes Wallfahrtskloster ist das [[Loretokloster]] an der [[Paris-Lodron-Straße]]. |
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| | Als der Schwedenkönig im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] [[1632]] in Bayern einfiel und München besetzte, flohen die Nonnen des Frauenklosters zu Landshut, die dem dritten Orden des Heiligen Franziskus angehören, nach [[Altstadt|Salzburg]] und baten hier um Schutz und Hilfe. [[1637]] konnte mit maßgeblicher Unterstützung des Erzbischofs das neue Kloster eingeweiht werden. [[1800]] war das Kloster in der Zeit der Franzosenbesatzung demonstrativ Soldatenunterkunft und Magazin. Mehrfach in der Geschichte war das Kloster von der Schließung bedroht. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg ]] durch Bomben schwer beschädigt wurde das Kloster schon [[1946]] wieder aufgebaut. | | Als der Schwedenkönig im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] [[1632]] in Bayern einfiel und München besetzte, flohen die Nonnen des Frauenklosters zu Landshut, die dem dritten Orden des Heiligen Franziskus angehören, nach [[Altstadt|Salzburg]] und baten hier um Schutz und Hilfe. [[1637]] konnte mit maßgeblicher Unterstützung des Erzbischofs das neue Kloster eingeweiht werden. [[1800]] war das Kloster in der Zeit der Franzosenbesatzung demonstrativ Soldatenunterkunft und Magazin. Mehrfach in der Geschichte war das Kloster von der Schließung bedroht. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg ]] durch Bomben schwer beschädigt wurde das Kloster schon [[1946]] wieder aufgebaut. |
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