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| | Geboren wurde er im letzten Jahr des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]], [[1917]], in Münster in Westfalen. Der Vater, Aristokrat und Offizier mit Leib und Seele, erzog und unterrichtete den Knaben streng. "''Ehre, Würde, Freiheit, Recht und Gerechtigkeit''" – ein Prinzip, dem Schilgen sein Leben lang folgen wird. Die musische Mutter unterrichtete den Knaben in Musik, Literatur und Malerei. Vor den Unruhen des sich im Umbruch befindlichen und wirtschaftlich daniederliegenden Deutschlands, zog die Familie [[1923]] auf ihren Sommersitz in der [[Steiermark]] nach [[Deutschlandsberg]]. Nach Schulabschluss studierte der junge Schilgen in Graz Germanistik – er schrieb bereits für einige Zeitungen - bevor er als Deutscher zum Reicharbeitsdienst in Deutschland eingezogen wurde. | | Geboren wurde er im letzten Jahr des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]], [[1917]], in Münster in Westfalen. Der Vater, Aristokrat und Offizier mit Leib und Seele, erzog und unterrichtete den Knaben streng. "''Ehre, Würde, Freiheit, Recht und Gerechtigkeit''" – ein Prinzip, dem Schilgen sein Leben lang folgen wird. Die musische Mutter unterrichtete den Knaben in Musik, Literatur und Malerei. Vor den Unruhen des sich im Umbruch befindlichen und wirtschaftlich daniederliegenden Deutschlands, zog die Familie [[1923]] auf ihren Sommersitz in der [[Steiermark]] nach [[Deutschlandsberg]]. Nach Schulabschluss studierte der junge Schilgen in Graz Germanistik – er schrieb bereits für einige Zeitungen - bevor er als Deutscher zum Reicharbeitsdienst in Deutschland eingezogen wurde. |
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| − | Noch vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] entschied er sich Pilot zu werden, die sportlichen Stukaflugzeuge (Sturzkampfbomber) hatten es ihm angetan. Als erfolgreicher Kunstflieger erhielt er das ''Goldene Pilotenabzeichen des Königreiches [[Italien]]''. Im Krieg wurde er als Test- und Einflieger eingesetzt und führte Aufklärungs- und Überstellungsflüge durch. [[1942]] wurde er nach Berlin versetzt, unterrichtete Offiziere, gründete Radiosendungen und leitete eine Wehrmachtsbühne. Das Drehbuch "Die Station”, das mit Heinz Rühmann verfilmt wurde, schrieb von Schilgen in Berlin. Die zu Anfang des Krieges geschlossene typische Kriegsehe erwies sich über viele Jahrzehnte als glückliche Verbindung aus der drei Töchter entsprangen. Den [[Nationalsozialisten]] anfangs mit Hoffnung begegnet, wurde Schilgen – auch durch den Prozess gegen seinen Vater, welcher Juden rettete – bald zum inneren Gegner und im letzten Kriegsjahr in ein Todesbataillon versetzt. | + | Noch vor dem [[Zweiten Weltkrieg]] entschied er sich Pilot zu werden, die sportlichen Stukaflugzeuge (Sturzkampfbomber) hatten es ihm angetan. Als erfolgreicher Kunstflieger erhielt er das ''Goldene Pilotenabzeichen des Königreiches [[Italien]]''. Im Krieg wurde er als Test- und Einflieger eingesetzt und führte Aufklärungs- und Überstellungsflüge durch. [[1942]] wurde er nach Berlin versetzt, unterrichtete Offiziere, gründete Radiosendungen und leitete eine Wehrmachtsbühne. Das Drehbuch "Die Station", das mit Heinz Rühmann verfilmt wurde, schrieb von Schilgen in Berlin. Die zu Anfang des Krieges geschlossene typische Kriegsehe erwies sich über viele Jahrzehnte als glückliche Verbindung aus der drei Töchter entsprangen. Den [[Nationalsozialisten]] anfangs mit Hoffnung begegnet, wurde Schilgen – auch durch den Prozess gegen seinen Vater, welcher Juden rettete – bald zum inneren Gegner und im letzten Kriegsjahr in ein Todesbataillon versetzt. |
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| | === Ein neues Leben, eine neue Liebe === | | === Ein neues Leben, eine neue Liebe === |
| − | Nach Kriegsende wurde er, der nationalsozialistisch unbelastet war, von der russische Besatzungsmacht zum Chefredakteur der "''Weststeirischen Rundschau''" eingesetzt. Aus dieser Zeit stammt das kuriose Dokument, welches Schilgen als "''Schriftführer der Kommunistischen Partei''" ausweist und es ihm damals ermöglichte, sich außerhalb der Sperrzone zu bewegen. Bald danach wurde er Gewerkschaftsmitglied im steiermärkischen Schriftsteller- und Journalistenverband. Er gründete einige Zeitungen, den "''Staatspolitischen Informationsdienst''" und einen Verlag. Das Wirtschaftswunder brachte auch ihm Erfolg und finanzielle Sicherheit. Später wurde er Vizepräsident der Liga der Vereinten Nationen, Chef des Mundus-Weltpressedienstes und Chef des STAD ("Staatspolitischer Informationsdienst”- Völkerrechtliche Kommentare zum Zeitgeschehen für die internationalen Staatskanzleien), sowie Herausgeber beziehungsweise Chefredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Auch für die [[Salzburger Nachrichten]] war er von 1985 bis 1993 als Kolumnist tätig. | + | Nach Kriegsende wurde er, der nationalsozialistisch unbelastet war, von der russische Besatzungsmacht zum Chefredakteur der "''Weststeirischen Rundschau''" eingesetzt. Aus dieser Zeit stammt das kuriose Dokument, welches Schilgen als "''Schriftführer der Kommunistischen Partei''" ausweist und es ihm damals ermöglichte, sich außerhalb der Sperrzone zu bewegen. Bald danach wurde er Gewerkschaftsmitglied im steiermärkischen Schriftsteller- und Journalistenverband. Er gründete einige Zeitungen, den "''Staatspolitischen Informationsdienst''" und einen Verlag. Das Wirtschaftswunder brachte auch ihm Erfolg und finanzielle Sicherheit. Später wurde er Vizepräsident der Liga der Vereinten Nationen, Chef des Mundus-Weltpressedienstes und Chef des STAD ("Staatspolitischer Informationsdienst"- Völkerrechtliche Kommentare zum Zeitgeschehen für die internationalen Staatskanzleien), sowie Herausgeber beziehungsweise Chefredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Auch für die [[Salzburger Nachrichten]] war er von 1985 bis 1993 als Kolumnist tätig. |
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| | Eine weitere Ausbildung war das Studium Schauspiel und Regie unter Burgschauspieler Hans Obonja. Dies führte zu vielen Auftritte, Lesungen wie etwa in [[Finnland]], Großbritannien, [[Belgien]], [[Deutschland]], [[Österreich]], [[Schweiz]], Italien und Griechenland. | | Eine weitere Ausbildung war das Studium Schauspiel und Regie unter Burgschauspieler Hans Obonja. Dies führte zu vielen Auftritte, Lesungen wie etwa in [[Finnland]], Großbritannien, [[Belgien]], [[Deutschland]], [[Österreich]], [[Schweiz]], Italien und Griechenland. |
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| | === Weitere Funktionen waren === | | === Weitere Funktionen waren === |
| − | * Vorstandsmitglied der "Schule der Weisheit”, Archiv Innsbruck des Philosophen Graf Hermann Kayserling | + | * Vorstandsmitglied der "Schule der Weisheit", Archiv Innsbruck des Philosophen Graf Hermann Kayserling |
| − | * Seit 2006 Mentor des Programms "doctrina vitae” an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]] in Salzburg | + | * Seit 2006 Mentor des Programms "doctrina vitae" an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]] in Salzburg |
| − | * Advisory Board, Curator der "Academia Scientiarum et Artium Europaea", der "Europäische Academie der Wissenschaft und Kunst” | + | * Advisory Board, Curator der "Academia Scientiarum et Artium Europaea", der "Europäische Academie der Wissenschaft und Kunst" |
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| − | Wolf von Schilgen publizierte zahlreiche Bücher und mehr als 1 000 Beiträge in verschiedenen Print-Medien. Seine Arbeiten wurden in verschiedene deutsche und englische Lexika aufgenommen, u.a. im Lexikon der Literaten "Dictionary of International Biography” in Cambridge, England, "Salzburger Literaturhandbuch”, "Kürschners Deutscher Literaturkalender”, "Who is Who”, "Deutsches Schriftsteller-Lexikon”, ""Frankfurter Bibliothek” und "Westfälisches Autorenlexikon” "Frankfurter Edition”. | + | Wolf von Schilgen publizierte zahlreiche Bücher und mehr als 1 000 Beiträge in verschiedenen Print-Medien. Seine Arbeiten wurden in verschiedene deutsche und englische Lexika aufgenommen, u.a. im Lexikon der Literaten "Dictionary of International Biography" in Cambridge, England, "Salzburger Literaturhandbuch", "Kürschners Deutscher Literaturkalender", "Who is Who", "Deutsches Schriftsteller-Lexikon", ""Frankfurter Bibliothek" und "Westfälisches Autorenlexikon" "Frankfurter Edition". |
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| | === 2012: 95. Geburtstag === | | === 2012: 95. Geburtstag === |
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| | Ein journalistischer Beitrag von [[Peter Krackowizer]] über die 25. Lesung Wolf von Schilgen am 20. November 2010 im [[WIFI]] Salzburg. | | Ein journalistischer Beitrag von [[Peter Krackowizer]] über die 25. Lesung Wolf von Schilgen am 20. November 2010 im [[WIFI]] Salzburg. |
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| − | ''Mit den Worten "''Mein Mann ist nach einer Rückenoperation wieder voll da, und wie er da ist!”'' begrüßte [[Eva von Schilgen|Eva–Mariain von Schilgen-Arnsberg]] die mehr als 300 Gäste der 25. Lesung ihres Mannes, Wolf von Schilgen, im [[WIFI]] im Rahmen der Buchwoche. Wolf von Schilgen las aus seinem neuen Buch "Liebe, Triebe und Gefühle", sowie aus bereits von ihm publizierten Büchern. Dass er trotz seines hohen Alters von 93 Jahren noch sein Publikum begeistern konnte, bewies er neuerlich an diesem Abend.'' | + | ''Mit den Worten "''Mein Mann ist nach einer Rückenoperation wieder voll da, und wie er da ist!"'' begrüßte [[Eva von Schilgen|Eva–Mariain von Schilgen-Arnsberg]] die mehr als 300 Gäste der 25. Lesung ihres Mannes, Wolf von Schilgen, im [[WIFI]] im Rahmen der Buchwoche. Wolf von Schilgen las aus seinem neuen Buch "Liebe, Triebe und Gefühle", sowie aus bereits von ihm publizierten Büchern. Dass er trotz seines hohen Alters von 93 Jahren noch sein Publikum begeistern konnte, bewies er neuerlich an diesem Abend.'' |
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| − | ''Von Schilgen feierte an diesem Abend mehrere Jubiläen: zum einen war es das 25. Mal, dass er im Rahmen der [[Salzburger Buchwoche]] zu einer Lesung einlud, zum anderen, dass er in Kommerzialrat [[Heinz Stierle]] vom gleichnamigen Buchhandel in der Salzburger [[Kaigasse]] einen treuen Wegbegleiter seiner Bücher seit ebenfalls 25 Jahren hat. Das erste Mal, 1985, war noch [[Josef Meinrad]] dabei gewesen, als von Schilgen aus seinem Buch ''"Mir fällt kein Titel ein”'' las. [[Landeshauptmann]]-Stellvertreter [[David Brenner]] zollte dem ''lachenden Satiriker''<ref>ein Beinamen, den Wolf von Schilgen von der internationalen Fachpresse erhalten hatte</ref> Hochachtung dafür, dass dieser aus ''24 kleinen Buchstaben'' großartige Sätze schafft.'' | + | ''Von Schilgen feierte an diesem Abend mehrere Jubiläen: zum einen war es das 25. Mal, dass er im Rahmen der [[Salzburger Buchwoche]] zu einer Lesung einlud, zum anderen, dass er in Kommerzialrat [[Heinz Stierle]] vom gleichnamigen Buchhandel in der Salzburger [[Kaigasse]] einen treuen Wegbegleiter seiner Bücher seit ebenfalls 25 Jahren hat. Das erste Mal, 1985, war noch [[Josef Meinrad]] dabei gewesen, als von Schilgen aus seinem Buch ''"Mir fällt kein Titel ein"'' las. [[Landeshauptmann]]-Stellvertreter [[David Brenner]] zollte dem ''lachenden Satiriker''<ref>ein Beinamen, den Wolf von Schilgen von der internationalen Fachpresse erhalten hatte</ref> Hochachtung dafür, dass dieser aus ''24 kleinen Buchstaben'' großartige Sätze schafft.'' |
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| | ''Seine Agilität bewies der bereits vor Beginn der Lesung, als er über die Köpfe der Journalisten einen Stuhl schwang. Während der launig-heiteren Lesung zog er dann unvermutet eine Kappe hervor, als er aus seiner Satire ''"Oberaffengeil"''<ref>Sprachunterschiede zwischen einem Onkel und seinem "hippen" Neffen</ref> las und setzte sich diese jugendlich-schwungvoll auf. Seine tiefsinnige Verwechslungsgeschichte von der besorgten Ehefrau, die unwissend, was Dr. med. vet. bedeutet, Rat bei einem Veterinärarzt für die gesundheitlichen Probleme ihres Mannes einholt, sorgte für Lachsalven im bis auf den letzten Platz gefüllten Plenarsaal im WIFI. Sein philosophisches Streitgespräch mit seiner von ihm verehrten und geliebten Frau Eva über die richtige "Aufrollung" einer Zahnpastatube, die gut gemeinten Ratschläge, die man beachten sollte, wenn man zu einem Abendessen eingeladen wird, oder jene Geschichte, die von einem brillanten Festredner handelt, der allerdings die beiden Reden vertauscht, die er bei einer Firmenfeier von zwei schwulen, sich liebenden Firmeninhabern und jener, die er vor einer Hochzeitsgesellschaft am Polterabend halten hätte sollen, ließen die zwei Stunden wie im Flug vergehen. Im Anschluss an seine Lesung signierte Wolf von Schilgen noch gerne seine Bücher.'' | | ''Seine Agilität bewies der bereits vor Beginn der Lesung, als er über die Köpfe der Journalisten einen Stuhl schwang. Während der launig-heiteren Lesung zog er dann unvermutet eine Kappe hervor, als er aus seiner Satire ''"Oberaffengeil"''<ref>Sprachunterschiede zwischen einem Onkel und seinem "hippen" Neffen</ref> las und setzte sich diese jugendlich-schwungvoll auf. Seine tiefsinnige Verwechslungsgeschichte von der besorgten Ehefrau, die unwissend, was Dr. med. vet. bedeutet, Rat bei einem Veterinärarzt für die gesundheitlichen Probleme ihres Mannes einholt, sorgte für Lachsalven im bis auf den letzten Platz gefüllten Plenarsaal im WIFI. Sein philosophisches Streitgespräch mit seiner von ihm verehrten und geliebten Frau Eva über die richtige "Aufrollung" einer Zahnpastatube, die gut gemeinten Ratschläge, die man beachten sollte, wenn man zu einem Abendessen eingeladen wird, oder jene Geschichte, die von einem brillanten Festredner handelt, der allerdings die beiden Reden vertauscht, die er bei einer Firmenfeier von zwei schwulen, sich liebenden Firmeninhabern und jener, die er vor einer Hochzeitsgesellschaft am Polterabend halten hätte sollen, ließen die zwei Stunden wie im Flug vergehen. Im Anschluss an seine Lesung signierte Wolf von Schilgen noch gerne seine Bücher.'' |
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| | * [[Verdienstzeichen|Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg]], September 2002 | | * [[Verdienstzeichen|Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg]], September 2002 |
| | * [[Stadtsiegel der Stadt Salzburg]], September 2002 | | * [[Stadtsiegel der Stadt Salzburg]], September 2002 |
| − | * "Stadtsiegel in Gold der Landeshauptstadt Salzburg”, September 2007 | + | * "Stadtsiegel in Gold der Landeshauptstadt Salzburg", September 2007 |
| − | * "Golden Pin League of United Nation” | + | * "Golden Pin League of United Nation" |
| − | * "Golden Award des Königreichs Italien” | + | * "Golden Award des Königreichs Italien" |
| − | * "Member of the Athenaeum” für Kunst und Wissenschaft, London, Pall Mall | + | * "Member of the Athenaeum" für Kunst und Wissenschaft, London, Pall Mall |
| − | * [[Salzburg Engerl der Stadt Salzburg|"Salzburg Engerl” der Stadt Salzburg]] | + | * [[Salzburg Engerl der Stadt Salzburg|"Salzburg Engerl" der Stadt Salzburg]] |
| − | * "Ehrenurkunde der Internationalen Robert Stolz Gesellschaft” | + | * "Ehrenurkunde der Internationalen Robert Stolz Gesellschaft" |
| − | * "Ortswappen von Großgmain” | + | * "Ortswappen von Großgmain" |
| − | * "Internationaler Computer-Kunstpreis” | + | * "Internationaler Computer-Kunstpreis" |
| − | * "Freundschaftsbecher des Landes Salzburg” | + | * "Freundschaftsbecher des Landes Salzburg" |
| | * "Ehrenzeichen "Pro Fidelia" für Verdienste anlässlich des Ungarischen Freiheitskampfes von 1956 | | * "Ehrenzeichen "Pro Fidelia" für Verdienste anlässlich des Ungarischen Freiheitskampfes von 1956 |
| − | * "Plakette” des Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff” der Deutschen Bundeswehr | + | * "Plakette" des Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff" der Deutschen Bundeswehr |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |