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| − | '''Stadtbäume''' sind wichtige Faktoren für die Lebensqualität in Städten. Salzburg ist dabei eine besonders grüne Stadt. Keine andere vergleichbare Stadt in Österreich und der näheren Umgebung von Österreich besitzt in der Innenstadt-Katastralgemeinde (mit der Bezugsgröße ist eine gute Vergleichbarkeit gegeben) sind mit über 11% einen auch nur annähernd ähnlich hohen Waldanteil wie Salzburg. Auch die großen städtischen Gartenanlagen wie der Mirabellgarten und die Salzach mit ihren randlichen Baumreihen tragen zur Verbesserung des Lokalklimas maßgeblich bei. Zudem besitzt die Stadt Salzburg vergleichsweise viel Niederschlag, was in hohem Maß ausgleichend auf das Stadtklima wirkt. | + | '''Stadtbäume''' sind wichtige Faktoren für die Lebensqualität in Städten. |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| | Das Grün gewinnt in den Städten angesichts des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Für langanhaltende Hitzeperioden wie im Sommer 2018 werden Stadtbäume z. B. als Schattenspender immer wichtiger. Die Abkühlungsleistung (im Vergleich zu einer voll besonnten Fläche) zählt zu den wichtigsten Ökosystemleistungen (Nutzen der Natur für den Menschen) von Bäumen. Wie man aus Alltagserfahrungen weiß, ist im Baumschatten (oder auch im Schatten etwa von Sonnenschirmen) die thermische Belastung für den Organismus deutlich reduziert. Dieser Effekt ist vor allem für städtische Wärmeinseln bedeutend, also für Stadtgebiete, die sich durch erhöhte Temperaturen von ihrer Umgebung abheben. Um der Überhitzung städtischer Bereiche entgegenzuwirken, sind Grünflächen essenziell. Je älter ein Baum und je größer daher die artentypische Baumkrone, umso stärker ist die Abkühlung der Oberflächen. Es ist daher für das lokale Ortsklima nachteilig, wenn alte Bäume abgeholzt und durch kleinwüchsigere Arten, die nicht so viel Laub werfen, ersetzt werden. | | Das Grün gewinnt in den Städten angesichts des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Für langanhaltende Hitzeperioden wie im Sommer 2018 werden Stadtbäume z. B. als Schattenspender immer wichtiger. Die Abkühlungsleistung (im Vergleich zu einer voll besonnten Fläche) zählt zu den wichtigsten Ökosystemleistungen (Nutzen der Natur für den Menschen) von Bäumen. Wie man aus Alltagserfahrungen weiß, ist im Baumschatten (oder auch im Schatten etwa von Sonnenschirmen) die thermische Belastung für den Organismus deutlich reduziert. Dieser Effekt ist vor allem für städtische Wärmeinseln bedeutend, also für Stadtgebiete, die sich durch erhöhte Temperaturen von ihrer Umgebung abheben. Um der Überhitzung städtischer Bereiche entgegenzuwirken, sind Grünflächen essenziell. Je älter ein Baum und je größer daher die artentypische Baumkrone, umso stärker ist die Abkühlung der Oberflächen. Es ist daher für das lokale Ortsklima nachteilig, wenn alte Bäume abgeholzt und durch kleinwüchsigere Arten, die nicht so viel Laub werfen, ersetzt werden. |
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| − | == Stadt Salzburg == | + | == Stadt Salzburg, eine grüne Stadt == |
| | + | Salzburg ist eine besonders grüne Stadt. Keine andere vergleichbare Stadt in Österreich und der näheren Umgebung von Österreich besitzt in der Innenstadt-Katastralgemeinde (mit der Bezugsgröße ist eine gute Vergleichbarkeit gegeben) sind mit über 11% einen auch nur annähernd ähnlich hohen Waldanteil wie Salzburg. Auch die großen städtischen Gartenanlagen wie der Mirabellgarten und die Salzach mit ihren randlichen Baumreihen tragen zur Verbesserung des Lokalklimas maßgeblich bei. Zudem besitzt die Stadt Salzburg vergleichsweise viel Niederschlag, was in hohem Maß ausgleichend auf das Stadtklima wirkt. Über 20.000 Bäume wstehen außerhalb des Waldes auf dem privaten und dem öffentlichen Grund der Stadt und müssen jährlich eingehend kontrolliert werden und sind auch im digitalen Baumkataster (online für alle Bürger) abrufbar. Dabei sind auch über 200 verschiedene Baumarten erfasst. |
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| | + | == Schutz des Lokalklimas: noch mehr Stadtbäume == |
| | In Salzburg können die neben den verschiedensten heimischen Baumarten in der Innenstadt auch die [[Baumhasel]] (''Corylus colurna'') und die [[Platane]] (''Platanus × acerifolia'') als Musterschüler in Bezug auf das Lokalklima regulierende Leistungengelten. Die Baumhasel besitzt eine vergleichsweise kleine Krone hat daher auch einen kleineren Wurzelraum. Die Platane ist ein besonders großkroniger Baum, der nur bei einem sehr großem Freiraum und (wegen des großen Wurzelraumes) nur in große Grünflächen gepflanzt werden kann. Die zahlreichen Platanen an der Salzach und an der Franz-Josef-Straße müssen wegen der beengten Verhältnisse regelmäßig zurückgeschnitten werden, was dauerhaft hohe Kosten verursacht. Die [[Städtische Gärtnerei Salzburg|Salzburger Stadtgärtner]] reagieren bereits auf die Klimaerwärmung, indem sie in der Innenstadt vermehrt auch etwa Baumhasel oder [[Zerr-Eiche]] (''Quercus cerris L.'') pflanzen, also nicht heimische Baumarten. Auch verschiedene Edelhölzer können aber ein wärmeres Klima sehr gut ertragen, sie besitzen als heimische Arten zusätzlich sehr wichtige ökologische Vorteile. | | In Salzburg können die neben den verschiedensten heimischen Baumarten in der Innenstadt auch die [[Baumhasel]] (''Corylus colurna'') und die [[Platane]] (''Platanus × acerifolia'') als Musterschüler in Bezug auf das Lokalklima regulierende Leistungengelten. Die Baumhasel besitzt eine vergleichsweise kleine Krone hat daher auch einen kleineren Wurzelraum. Die Platane ist ein besonders großkroniger Baum, der nur bei einem sehr großem Freiraum und (wegen des großen Wurzelraumes) nur in große Grünflächen gepflanzt werden kann. Die zahlreichen Platanen an der Salzach und an der Franz-Josef-Straße müssen wegen der beengten Verhältnisse regelmäßig zurückgeschnitten werden, was dauerhaft hohe Kosten verursacht. Die [[Städtische Gärtnerei Salzburg|Salzburger Stadtgärtner]] reagieren bereits auf die Klimaerwärmung, indem sie in der Innenstadt vermehrt auch etwa Baumhasel oder [[Zerr-Eiche]] (''Quercus cerris L.'') pflanzen, also nicht heimische Baumarten. Auch verschiedene Edelhölzer können aber ein wärmeres Klima sehr gut ertragen, sie besitzen als heimische Arten zusätzlich sehr wichtige ökologische Vorteile. |
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| | Im heißen Sommer [[2019]] wurden, besonders am neu gestalteten Salzburger [[Residenzplatz]], Wünsche nach mehr Grünflächen und Bäumen in der Innenstadt laut. Allerdings: "So gern ich es täte, aber in Salzburg ist dafür zu wenig Platz", erklärte dazu [[Christian Stadler]], Leiter des [[Städtisches Gartenamt Salzburg|Städtischen Gartenamtes]]. Die vielfältige Nutzung des Residenzplatzes im Jahresverlauf erschwert noch weiter die Gestaltung von Grünflächen. Einerseits sei auf den [[barock]]en Plätzen, die Bestandteil des [[UNESCO-Weltkulturerbe|Weltkulturerbes]] seien, nie ein Baumbewuchs vorgesehen gewesen, andererseits gebe es durch den ausgeweiteten Straßenbau sowie die breiten Radwege zu wenig Untergrund für Bäume. "Ein großer Baum, der 400 Liter [[Wasser]] pro Tag verdunstet und sicherlich etwas zum innerstädtischen Klima beitragen könnte, benötigt für sein Wurzelwerk zumindest zwölf Kubikmeter Untergrund." Ein bestehender Baum entfalte erst mit 80 Jahren seine volle Wirkung, jüngere gepflanzte werden mit 40 oder 50 Jahren eingehen. Die [[grüne]] [[Salzburger Stadtrat|Stadträtin]] [[Martina Berthold]]: "Wo es möglich ist, werde ich nach Absprache mit dem Straßen- und Brückenamt über geeignete Standorte reden. Mein Hauptaugenmerk liegt auf Spielplätzen und Straßenneubauten wie rund um das [[Quartier Riedenburg]], wo Neupflanzungen möglich erscheinen." | | Im heißen Sommer [[2019]] wurden, besonders am neu gestalteten Salzburger [[Residenzplatz]], Wünsche nach mehr Grünflächen und Bäumen in der Innenstadt laut. Allerdings: "So gern ich es täte, aber in Salzburg ist dafür zu wenig Platz", erklärte dazu [[Christian Stadler]], Leiter des [[Städtisches Gartenamt Salzburg|Städtischen Gartenamtes]]. Die vielfältige Nutzung des Residenzplatzes im Jahresverlauf erschwert noch weiter die Gestaltung von Grünflächen. Einerseits sei auf den [[barock]]en Plätzen, die Bestandteil des [[UNESCO-Weltkulturerbe|Weltkulturerbes]] seien, nie ein Baumbewuchs vorgesehen gewesen, andererseits gebe es durch den ausgeweiteten Straßenbau sowie die breiten Radwege zu wenig Untergrund für Bäume. "Ein großer Baum, der 400 Liter [[Wasser]] pro Tag verdunstet und sicherlich etwas zum innerstädtischen Klima beitragen könnte, benötigt für sein Wurzelwerk zumindest zwölf Kubikmeter Untergrund." Ein bestehender Baum entfalte erst mit 80 Jahren seine volle Wirkung, jüngere gepflanzte werden mit 40 oder 50 Jahren eingehen. Die [[grüne]] [[Salzburger Stadtrat|Stadträtin]] [[Martina Berthold]]: "Wo es möglich ist, werde ich nach Absprache mit dem Straßen- und Brückenamt über geeignete Standorte reden. Mein Hauptaugenmerk liegt auf Spielplätzen und Straßenneubauten wie rund um das [[Quartier Riedenburg]], wo Neupflanzungen möglich erscheinen." |
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| − | ==Geeignete Baumstandorte== | + | ==Geeignete Baumstandorte in der Innenstadt== |
| | In der Altstadt sind Baumpflanzungen (z.B. Pyramidenhainbuchen) nach historischen Vorbildern vor allem in der Hofstallgasse (vor dem Studiengebäude) und randlich auf dem Max-Reinhardt-Patz (einst Teil des Franziskaner-Klostergartens) sehr sinnvoll. Auch der historische Garten des Wolf Dietrich in der Dietrichsruh (derzeit eintönig gepflastert) neben der Franziskanerkirche kann durch Grün entscheidend aufgewertet werden. Randlich sind zusätzliche Baumpflanzungen auch neben der Kapitelschwemme auf dem Kapitelplatz und auf dem Residenzplatz vor dem Heimatwerk gut denkbar. | | In der Altstadt sind Baumpflanzungen (z.B. Pyramidenhainbuchen) nach historischen Vorbildern vor allem in der Hofstallgasse (vor dem Studiengebäude) und randlich auf dem Max-Reinhardt-Patz (einst Teil des Franziskaner-Klostergartens) sehr sinnvoll. Auch der historische Garten des Wolf Dietrich in der Dietrichsruh (derzeit eintönig gepflastert) neben der Franziskanerkirche kann durch Grün entscheidend aufgewertet werden. Randlich sind zusätzliche Baumpflanzungen auch neben der Kapitelschwemme auf dem Kapitelplatz und auf dem Residenzplatz vor dem Heimatwerk gut denkbar. |
| | Dem [[Kajetanerplatz]] kommt die gesteigerte Sensibilität für das Mikroklima ebenfalls zugute: Der Platz erhält im Zuge seiner Neugestaltung, bei der auch der Brunnen in die Mitte des Platzes gerückt und zusätzlich Wasser in Form von Fontänen zur lokalen Abkühlung austreten soll, anstelle der zwei bisher vorgesehenen nun wieder fünf [[Hainbuche]]n. Die Hainbuchen waren in den letzten Jahrzehnten leider immer weniger geworden. | | Dem [[Kajetanerplatz]] kommt die gesteigerte Sensibilität für das Mikroklima ebenfalls zugute: Der Platz erhält im Zuge seiner Neugestaltung, bei der auch der Brunnen in die Mitte des Platzes gerückt und zusätzlich Wasser in Form von Fontänen zur lokalen Abkühlung austreten soll, anstelle der zwei bisher vorgesehenen nun wieder fünf [[Hainbuche]]n. Die Hainbuchen waren in den letzten Jahrzehnten leider immer weniger geworden. |
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| − | == Projekt "Stadtbäume als Klimabotschafter" == | + | == Universitätsprojekt "Stadtbäume als Klimabotschafter" == |
| | Ziel des Ende 2017 gestarteten Projekts "Stadtbäume als Klimabotschafter" ist es, gemeinsam mit Schülern Stadtbäume zu erforschen, um damit bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die Ökosystemleistungen von Stadtbäumen zu schaffen. | | Ziel des Ende 2017 gestarteten Projekts "Stadtbäume als Klimabotschafter" ist es, gemeinsam mit Schülern Stadtbäume zu erforschen, um damit bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die Ökosystemleistungen von Stadtbäumen zu schaffen. |
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| | ==Altholz als CO2 Speicher und wichtiger Lebensraum== | | ==Altholz als CO2 Speicher und wichtiger Lebensraum== |
| − | | + | Alte Baumriesen sind besonders wichtige Speicher für das klimaschädliche CO2. 1 m3 Holz bindet dauerhaft Kohlenstoff von einer Tonne CO2 aus |
| − | Alte Baumriesen sind nicht nur wichtige Speicher für das klimaschädliche CO2 und nicht nur eine Augenweide für Erholungssuchende, sie sind auch ein unersetzlicher Raum für seltene holzbewohnende Käfer, für Fledermäuse, Vögel und für Baum-Flechten. Der Erhalt von stehendem Alt- und Totholz und von liegendem Holz vor allem auf den Stadtbergen sollte daher künftig noch stärker berücksichtigt werden. | + | der Atmosphäre. Der Erhalt von Alt- und Totholz stellt damit einen besonders wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. Außerdem sind sie nur eine Augenweide für Erholungssuchende. Vor allem aber sind sie ein unersetzlicher Raum für seltene holzbewohnende Käfer, für Fledermäuse, Vögel und für Baum-Flechten. Der Erhalt von stehendem Alt- und Totholz und von liegendem Holz vor allem auf den Stadtbergen sollte daher künftig noch stärker berücksichtigt werden. |
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