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== Einleitung ==  
 
== Einleitung ==  
Sie wurde [[1617]] bis [[1619]] erbaut und verlief von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] über [[Karlstein]] und oberhalb des Thumsees auf den Antoniberg. Von dort verlief sie am „Neuweg“ (B 305) über der [[Weißbachschlucht]] nach [[Inzell]] und von weiter nach [[Traunstein]]. Ein Drittel der in Reichenhall geförderten Sole gelangte über diese Leitung in die Traunsteiner Saline.
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Sie wurde [[1617]] bis [[1619]] erbaut und verlief von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] über [[Karlstein]] und oberhalb des Thumsees auf den Antoniberg. Von dort verlief sie am „Neuweg" (B 305) über der [[Weißbachschlucht]] nach [[Inzell]] und von weiter nach [[Traunstein]]. Ein Drittel der in Reichenhall geförderten Sole gelangte über diese Leitung in die Traunsteiner Saline.
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
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== Schwierige Bauarbeiten ==
 
== Schwierige Bauarbeiten ==
Der aufwendige Bau der Anlagen stellte hohe Anforderungen an Planer und Ausführende. So erforderte der Anstieg vom Nesselgraben westlich des Thumsees zum Antoniberg die Errichtung von zwei nur knapp 300 m voneinander entfernten Brunnhäusern. Deren Antriebswasser (Aufschlagwasser) musste über ein insgesamt über 6 km langes System von Gräben, Röhren auf Holzgestängen, und offenen Holzrinnen zugeführt werden. Damit die Pumpe im Brunnhaus Obernesselgraben bei Wasserknappheit, etwa im Winter, nicht zum Stillstand kam, wurde zusätzlich ein Tretrad angeschlossen, das von Menschen bewegt werden konnte. Im Bereich der „Hohen Wand“ über der Weißbachschlucht wurde die Soleleitung zusammen mit einem Steg an die Felswand über der Straße gehängt. Bei einer Belastungsprobe der Leitung stellte sich heraus, dass der Druck in den Deicheln zwischen den Brunnhäusern Obernesselgraben und Nagling zu groß war und die Rohre sprangen. Reiffenstuel ließ daher ein weiteres Brunnhaus in Grub bei Weißbach errichten. Während des Baus entschloss man sich, die neue Saline nicht in Siegsdorf, sondern in der Stadt Traunstein zu errichten, da die Voraussetzungen dafür dort wesentlich besser waren. Die Soleleitung wurde damit um 17 km länger und erreichte eine Gesamtlänge von 32,7 km.
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Der aufwendige Bau der Anlagen stellte hohe Anforderungen an Planer und Ausführende. So erforderte der Anstieg vom Nesselgraben westlich des Thumsees zum Antoniberg die Errichtung von zwei nur knapp 300 m voneinander entfernten Brunnhäusern. Deren Antriebswasser (Aufschlagwasser) musste über ein insgesamt über 6 km langes System von Gräben, Röhren auf Holzgestängen, und offenen Holzrinnen zugeführt werden. Damit die Pumpe im Brunnhaus Obernesselgraben bei Wasserknappheit, etwa im Winter, nicht zum Stillstand kam, wurde zusätzlich ein Tretrad angeschlossen, das von Menschen bewegt werden konnte. Im Bereich der „Hohen Wand" über der Weißbachschlucht wurde die Soleleitung zusammen mit einem Steg an die Felswand über der Straße gehängt. Bei einer Belastungsprobe der Leitung stellte sich heraus, dass der Druck in den Deicheln zwischen den Brunnhäusern Obernesselgraben und Nagling zu groß war und die Rohre sprangen. Reiffenstuel ließ daher ein weiteres Brunnhaus in Grub bei Weißbach errichten. Während des Baus entschloss man sich, die neue Saline nicht in Siegsdorf, sondern in der Stadt Traunstein zu errichten, da die Voraussetzungen dafür dort wesentlich besser waren. Die Soleleitung wurde damit um 17 km länger und erreichte eine Gesamtlänge von 32,7 km.
 
   
 
   
 
==Wartung und Unterhalt ==
 
==Wartung und Unterhalt ==
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== Verlängerung nach Rosenheim ==
 
== Verlängerung nach Rosenheim ==
Bis 1810 verlängerte man die Soleleitung (von der Abzweigung bei Hammer) nach Rosenheim. Die Leitung erreichte dadurch eine Gesamtlänge von 81 Kilometern. Dazu wurde bis zur Abzweigung eine zweite Leitung parallel neben die bestehende gelegt, die die Rosenheimer Saline versorgte. Zudem führten Salinenrat Joseph Baader und Georg von Reichenbach auch an der bestehenden Leitung Umbauten durch. Reichenbach konstruierte zur Beförderung der Sole neue Pumpen, die sogenannten „Wassersäulenmaschinen“. Gleichzeitig ersetzte man die hölzernen Brunnhäuser durch Steinbauten. Ab [[1817]] floss Sole aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden über eine [[Neue Soleleitung|neue Soleleitung]] nach Reichenhall. Damit hatte das bayerische Soleleitungssystem seine größte Ausdehnung erreicht und verband die vier südbayerischen Salinen miteinander.
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Bis 1810 verlängerte man die Soleleitung (von der Abzweigung bei Hammer) nach Rosenheim. Die Leitung erreichte dadurch eine Gesamtlänge von 81 Kilometern. Dazu wurde bis zur Abzweigung eine zweite Leitung parallel neben die bestehende gelegt, die die Rosenheimer Saline versorgte. Zudem führten Salinenrat Joseph Baader und Georg von Reichenbach auch an der bestehenden Leitung Umbauten durch. Reichenbach konstruierte zur Beförderung der Sole neue Pumpen, die sogenannten „Wassersäulenmaschinen". Gleichzeitig ersetzte man die hölzernen Brunnhäuser durch Steinbauten. Ab [[1817]] floss Sole aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden über eine [[Neue Soleleitung|neue Soleleitung]] nach Reichenhall. Damit hatte das bayerische Soleleitungssystem seine größte Ausdehnung erreicht und verband die vier südbayerischen Salinen miteinander.
 
   
 
   
 
== Ende der ersten bayerischen Soleleitung ==
 
== Ende der ersten bayerischen Soleleitung ==
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== Bedeutung ==
 
== Bedeutung ==
„Der Bau der Soleleitung mit den geringen technischen Hilfsmitteln, wie sie damals zur Verfügung standen, muss als eine Meisterleistung angesehen werden, in Planung und Durchführung einmalig in dieser Zeit“ meinte Heinrich Kurtz in seiner umfassenden Abhandlung von 1978. Tatsächlich galt die Leitung schon kurz nach ihrer Vollendung als technisches Wunderwerk. So waren die Reiseschriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts ebenfalls von den Anlagen beeindruckt. Auch der Topograph Adrian Riedl zeigte sich in seinem 1796 erschienenen Reise Atlas von Baiern begeistert: „Jeder baierische Patriot ist schuldig, ein so großes Werk der Nachwelt anzupreisen, und kennbar zu machen.
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„Der Bau der Soleleitung mit den geringen technischen Hilfsmitteln, wie sie damals zur Verfügung standen, muss als eine Meisterleistung angesehen werden, in Planung und Durchführung einmalig in dieser Zeit" meinte Heinrich Kurtz in seiner umfassenden Abhandlung von 1978. Tatsächlich galt die Leitung schon kurz nach ihrer Vollendung als technisches Wunderwerk. So waren die Reiseschriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts ebenfalls von den Anlagen beeindruckt. Auch der Topograph Adrian Riedl zeigte sich in seinem 1796 erschienenen Reise Atlas von Baiern begeistert: „Jeder baierische Patriot ist schuldig, ein so großes Werk der Nachwelt anzupreisen, und kennbar zu machen."
    
==Bildergalerie==
 
==Bildergalerie==