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| | Donald Kahn studierte an der New Yorker ''Columbia University'' und diente während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] in der US-Kriegsmarine. Anschließend arbeitete er im familieneigenen Verlags- und Medienhaus, dehnte es auf den Softwarebereich der Computerindustrie aus und besaß in den Jahren 1983-1991 eine große Druckerei-Gesellschaft mit Sitz in Florida. Während der 60er und 70er Jahre war er Partner verschiedener Beratungsunternehmen und bot Computerprogramme, Service und Systemdesign an. 1985 schrieb er ein PC-''Business''-Programm für größere Verlagshäuser – zu einer Zeit, in der Computer noch wenig bekannt waren.<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " >[[Gerti Krawanja]], ''Big big spender'', [http://www.echoonline.at/index.php?option=com_content&view=article&id=1423:big-big-spender&catid=30:leute&Itemid=59 echoonline.at vom 07. Oktober 2009.]</ref> | | Donald Kahn studierte an der New Yorker ''Columbia University'' und diente während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] in der US-Kriegsmarine. Anschließend arbeitete er im familieneigenen Verlags- und Medienhaus, dehnte es auf den Softwarebereich der Computerindustrie aus und besaß in den Jahren 1983-1991 eine große Druckerei-Gesellschaft mit Sitz in Florida. Während der 60er und 70er Jahre war er Partner verschiedener Beratungsunternehmen und bot Computerprogramme, Service und Systemdesign an. 1985 schrieb er ein PC-''Business''-Programm für größere Verlagshäuser – zu einer Zeit, in der Computer noch wenig bekannt waren.<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " >[[Gerti Krawanja]], ''Big big spender'', [http://www.echoonline.at/index.php?option=com_content&view=article&id=1423:big-big-spender&catid=30:leute&Itemid=59 echoonline.at vom 07. Oktober 2009.]</ref> |
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| − | Schon nachdem die Familie in Floridas Metropole Miami gezogen war, begegnete ihm die Muse bei den ersten Konzertbesuchen; von da an begann er, die dortigen Orchester zu unterstützen.<ref name= " bbs " /> Bereits in den 1960-iger Jahren war er ein bedeutender Kunstmäzen für Musik (Orchester, Oper) und die bildende Kunst (Museen).<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " /> | + | Schon nachdem die Familie in Floridas Metropole Miami gezogen war, begegnete ihm die Muse bei den ersten Konzertbesuchen; von da an begann er, die dortigen Orchester zu unterstützen.<ref name= " bbs " /> Bereits in den 1960-iger Jahren war er ein bedeutender Kunstmäzen auf musikalischem Gebiet (Orchester, Oper) und die bildende Kunst (Museen).<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " /> |
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| | ===Millionenerbe=== | | ===Millionenerbe=== |
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| | ===Salzburg=== | | ===Salzburg=== |
| − | Kahns Liebe zu Salzburg entstand an einem Weihnachtswochenende im Jahr 1977. Da erlebten Jeanne und er im Marmorsaal bei den Schlosskonzerten das Schubert-Quintett mit zwei Celli; das sei einer dieser „Magic Moments“ gewesen, die man nicht mehr vergisst. In weiterer Folge entstanden tiefe Freundschaften mit Salzburger Bürgern: den [[Gehmacher]]s, den [[Spängler]]s und vor allem der Mäzenin [[Johanna von Mierka]] (* 1920, † 2007). Die Kahns zogen von Miami nach London und Salzburg, und in Salzburg, wo sie eine entsprechende Mietwohnung in der Innenstadt bewohnen, schlugen sie 1985 ihren Hauptwohnsitz auf. Grund dieser Wohnsitzwahl waren vor allem die Salzburger Festspiele mit ihrem künstlerischen Angebot und gesellschaftlichen Glanz. Die Kahns sind eifrige Festspielbesucher. Die „Zauberflöte“ mit [[Christian Bösch]] als Papageno hat der Opernkenner in den Jahren 1978 bis 1986 sicher hunderte Male gesehen, besonders angetan hat es ihm auch Haydn. Gerne umgeben sich die Kahns mit Künstlern und den Spitzen der Gesellschaft– im Jahr 2003 folgte etwa der [[Großbritannien|britische]] Thronfolger Prince Charles ihrer Einladung zu den Festspielen.<ref name= " bbs " /> | + | Kahns Liebe zu Salzburg entstand an einem Weihnachtswochenende im Jahr 1977. Da erlebten Jeanne und er im Marmorsaal bei den Schlosskonzerten das Schubert-Quintett mit zwei Celli; das sei einer dieser „Magic Moments“ gewesen, die man nicht mehr vergisst. In weiterer Folge entstanden tiefe Freundschaften mit Salzburger Bürgern: den [[Gehmacher]]s, den [[Spängler]]s und vor allem der Mäzenin [[Johanna von Mierka]] (* 1920, † 2007). Die Kahns zogen von Miami nach London und Salzburg, und in Salzburg, wo sie eine entsprechende Mietwohnung in der Innenstadt bewohnen, schlugen sie 1985 ihren Hauptwohnsitz auf. Grund dieser Wohnsitzwahl waren vor allem die Salzburger Festspiele mit ihrem künstlerischen Angebot und gesellschaftlichen Glanz. Die Kahns sind eifrige Festspielbesucher. Die „Zauberflöte“ mit [[Christian Bösch]] als Papageno hat der Opernkenner in den Jahren 1978 bis 1986 sicher hunderte Male gesehen, besonders angetan hat es ihm auch Haydn. Gerne umgeben sich die Kahns mit Künstlern und den Spitzen der Gesellschaft – im Jahr 2003 folgte etwa der [[Großbritannien|britische]] Thronfolger Prince Charles ihrer Einladung zu den Festspielen. Bei alledem leben die Kahns aber sehr zurückgezogen und persönlich bescheiden.<ref name= " bbs " /> |
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| | Donald Kahn ist auch Treuhänder der ''Austrian-American Foundation'', die auf [[Schloss Arenberg]] ihren Sitz hat oder hatte.<ref name= " bbs " /> | | Donald Kahn ist auch Treuhänder der ''Austrian-American Foundation'', die auf [[Schloss Arenberg]] ihren Sitz hat oder hatte.<ref name= " bbs " /> |
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| | + | ==Mäzenatentum== |
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| | + | Donald Kahn ist ein überaus großzügiger Förderer der [[Salzburger Festspiele]]: 1995 erlegte sich selbst „mit Freuden“ die Verpflichtung auf, die Salzburger Festspiele zehn Jahre lang mit weiteren 100.000 Dollar jährlich zu fördern. Er finanzierte den Umbau der Nichtraucher-Lounge im [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhaus]], die seither seinen Namen trägt und zum Ausstellungsort für Teile seiner weltweit einzigartigen Sammlung von Kunst der australischen Ureinwohner wurde. Für den Umbau des Kleinen Festspielhauses zum "Haus für Mozart" leistete er eine zweckgebundene Zuwendung an den „[[Freunde der Salzburger Festspiele|Verein der Freunde]]“ in Höhe von 4,36 Millionen Euro. Viel Geld auch für Stradivari-Instrumente an junge Künstler, für für die [[Internationale Stiftung Mozarteum]], So wurde er der größte private Kunstförderer in der Geschichte der Stadt. Das Museum der Moderne Salzburg – [[Rupertinum]], das [[SMCA|Museum Carolino-Augusteum]] und die [[Salzburger Kammerphilharmonie]] erhielten großzügige finanzielle Unterstützung zur Verwirklichung von Projekten. Der Amerikaner mit jüdischen Wurzeln ermöglichte auch den Fortbestand der Jüdischen Fakultät und unterstützte die Große Aula der [[Universität Salzburg]], die [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]]. Mit großen Summen beteiligte sich der Kunstmäzen zudem an der Renovierung der Fassade des [[Salzburger Dom]]s, des jüdischen Friedhofs und der Restaurierung der Orgel in der [[Müllner Kirche]].<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " /> |
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| | ==Aussprüche== | | ==Aussprüche== |
| | ''„Es ist leicht zu sagen, Opern könne man billiger produzieren, doch wenn man sie einmal billiger erlebt hat, dann versteht man, warum sie nicht billiger produziert werden können.“'' – ''„Mehr Geld wäre nicht schlecht, damit ich der Stadt noch mehr geben kann.“''<ref name= " bbs " /> | | ''„Es ist leicht zu sagen, Opern könne man billiger produzieren, doch wenn man sie einmal billiger erlebt hat, dann versteht man, warum sie nicht billiger produziert werden können.“'' – ''„Mehr Geld wäre nicht schlecht, damit ich der Stadt noch mehr geben kann.“''<ref name= " bbs " /> |
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| − | Donald Kahn hält er es mit dem großen amerikanischen Mäzen Andrew Carnegie, der einst sagte, dass es unehrenhaft sei, reich zu sterben.<ref name= " bbs " /> | + | Donald Kahn hält er es mit dem großen amerikanischen Menschenfreund Andrew Carnegie (* 1835, † 1919), der einst sagte: ''„Der Mensch, der reich stirbt, stirbt in Schande.“''<ref name= " bbs " /><ref>Vgl. den [[Wikipedia]]-Artikel ''"Andrew Carnegie"'' [http://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Carnegie#Stiftungen deutsch]und [http://en.wikipedia.org/wiki/Andrew_Carnegie#On_wealth englisch.] ("...the man who dies thus rich dies disgraced.")</ref> |
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| − | ==Mäzenatentum==
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| − | Donald Kahn ist ein überaus großzügiger Förderer der [[Salzburger Festspiele]]: 1995 erlegte sich selbst „mit Freuden“ die Verpflichtung auf, die Salzburger Festspiele zehn Jahre lang mit weiteren 100.000 Dollar jährlich zu fördern. Er finanzierte den Umbau der Nichtraucher-Lounge im [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhaus]], die seither seinen Namen trägt und zum Ausstellungsort für Teile seiner weltweit einzigartigen Sammlung von Kunst der australischen Ureinwohner wurde. Für den Umbau des Kleinen Festspielhauses zum "Haus für Mozart" leistete er eine zweckgebundene Zuwendung an den „[[Freunde der Salzburger Festspiele|Verein der Freunde]]“ in Höhe von 4,36 Millionen Euro. Viel Geld auch für Stradivari-Instrumente an junge Künstler, für für die [[Internationale Stiftung Mozarteum]], So wurde er der größte private Kunstförderer in der Geschichte der Stadt. Das Museum der Moderne Salzburg – [[Rupertinum]], das [[SMCA|Museum Carolino-Augusteum]] und die [[Salzburger Kammerphilharmonie]] erhielten großzügige finanzielle Unterstützung zur Verwirklichung von Projekten. Der Amerikaner mit jüdischen Wurzeln ermöglichte auch den Fortbestand der Jüdischen Fakultät und unterstützte die Große Aula der [[Universität Salzburg]], die [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]]. Mit großen Summen beteiligte sich der Kunstmäzen zudem an der Renovierung der Fassade des [[Salzburger Dom]]s, des jüdischen Friedhofs und der Restaurierung der Orgel in der [[Müllner Pfarrkirche]]. Bei alledem leben die Kahns aber sehr zurückgezogen und persönlich bescheiden.<ref name= " DerStandard " /><ref name= " bbs " />
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| | ==Ehrungen== | | ==Ehrungen== |