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[[Datei:Severin von Noricum.jpg|thumb|Darstellung des Severin von Noricum. Detail aus dem Severinaltar in Neapel, um 1470]]
 
[[Datei:Severin von Noricum.jpg|thumb|Darstellung des Severin von Noricum. Detail aus dem Severinaltar in Neapel, um 1470]]
[[Datei:Severin Stief.jpg|thumb|"Predigt des heiligen Severin“ von [[Sebastian Stief]], 1863]]
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[[Datei:Severin Stief.jpg|thumb|"Predigt des heiligen Severin" von [[Sebastian Stief]], 1863]]
 
[[Datei:Severin Pacher.jpg|thumb|Steinguss-Statue des heiligen Severin an der [[Tauglbrücke]], die 1954 von [[Hans Pacher]] geschaffen wurde]]
 
[[Datei:Severin Pacher.jpg|thumb|Steinguss-Statue des heiligen Severin an der [[Tauglbrücke]], die 1954 von [[Hans Pacher]] geschaffen wurde]]
 
'''Severin von Noricum''' (Severinus; * um [[410]]; † [[8. Jänner]] [[482]] in Favianis, vermutlich dem heutigen Mautern bei Krems, Niederösterreich) war ein Heiliger, der als Missionar und Klostergründer in [[Noricum]] wirkte.
 
'''Severin von Noricum''' (Severinus; * um [[410]]; † [[8. Jänner]] [[482]] in Favianis, vermutlich dem heutigen Mautern bei Krems, Niederösterreich) war ein Heiliger, der als Missionar und Klostergründer in [[Noricum]] wirkte.
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==== Eugippius ====  
 
==== Eugippius ====  
Der Verfasser der Lebensbeschreibung schrieb diese 511 im Kloster  Lucullanum bei Neapel – fast 30 Jahre nach Severins Tod 482. Der wohl aus einer römischen Familie stammende Eugippius trat in die von Severin  gegründete Gemeinschaft von Favianis/Mautern (NÖ) ein und übersiedelte 488 mit der Klostergemeinschaft nach Italien, unter Mitnahme des Leichnams Severins, wie dieser es angeordnet hatte. Der Vorgänger des Eugippius als Abt der Mönchsgemeinde in Lucullanum hieß Marcianus, laut "Vita“ ein Bürger von Cucullis ([[Kuchl]]), der später Priester und Abt wurde. 902 wurde Severins Leichnam nach Neapel umgebettet, seit 1807 ruhen seine  Gebeine in Frattamaggiore nördlich von Neapel.
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Der Verfasser der Lebensbeschreibung schrieb diese 511 im Kloster  Lucullanum bei Neapel – fast 30 Jahre nach Severins Tod 482. Der wohl aus einer römischen Familie stammende Eugippius trat in die von Severin  gegründete Gemeinschaft von Favianis/Mautern (NÖ) ein und übersiedelte 488 mit der Klostergemeinschaft nach Italien, unter Mitnahme des Leichnams Severins, wie dieser es angeordnet hatte. Der Vorgänger des Eugippius als Abt der Mönchsgemeinde in Lucullanum hieß Marcianus, laut "Vita" ein Bürger von Cucullis ([[Kuchl]]), der später Priester und Abt wurde. 902 wurde Severins Leichnam nach Neapel umgebettet, seit 1807 ruhen seine  Gebeine in Frattamaggiore nördlich von Neapel.
    
==Leben==
 
==Leben==
Aus verschiedenen Indizien lässt sich schließen, dass Severin aus einer vornehmen italienischen Familie stammte. Seine Ausbildung als Mönch erhielt er im Osten des Reichs. [[453]] kam er von Pannonien nach Ufernoricum (das römische Gebiet nördlich der [[Ostalpen]] bis zur Donau), das zu jener Zeit bereits durch den Zerfall des Weströmischen Reiches infolge der Völkerwanderung bedroht war. Severin hielt sich hauptsächlich im Donauland zwischen Carnuntum im Wiener Becken und der Gegend von Passau auf. Severin sei am Ende des Weströmischen Reiches nicht nur Vertrauensperson gewesen, sondern sogar Hoffnungsträger: Im Kapitel 11 der Vita wird erwähnt, dass die einzelnen Ortschaften Severin "um die Wette zu ihrem Schutz zu sich einluden; sie glaubten nämlich, ihnen werde kein Unheil widerfahren, wenn er anwesend sei.
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Aus verschiedenen Indizien lässt sich schließen, dass Severin aus einer vornehmen italienischen Familie stammte. Seine Ausbildung als Mönch erhielt er im Osten des Reichs. [[453]] kam er von Pannonien nach Ufernoricum (das römische Gebiet nördlich der [[Ostalpen]] bis zur Donau), das zu jener Zeit bereits durch den Zerfall des Weströmischen Reiches infolge der Völkerwanderung bedroht war. Severin hielt sich hauptsächlich im Donauland zwischen Carnuntum im Wiener Becken und der Gegend von Passau auf. Severin sei am Ende des Weströmischen Reiches nicht nur Vertrauensperson gewesen, sondern sogar Hoffnungsträger: Im Kapitel 11 der Vita wird erwähnt, dass die einzelnen Ortschaften Severin "um die Wette zu ihrem Schutz zu sich einluden; sie glaubten nämlich, ihnen werde kein Unheil widerfahren, wenn er anwesend sei."
    
Severin hatte in Zeiten äußerster Not die Christen der Donauländer mit aller Kraft unterstützt – als Persönlichkeit von hoher Bildung und streng asketischer Lebensführung, als früherer Spitzenmann am römischen Kaiserhof, der 461 nach der Hinrichtung Kaiser Majorians nach Oberägypten floh, seine Bekehrung erlebte und 467 wieder nach [[Noricum]] kam, anfangs noch in amtlicher Mission.
 
Severin hatte in Zeiten äußerster Not die Christen der Donauländer mit aller Kraft unterstützt – als Persönlichkeit von hoher Bildung und streng asketischer Lebensführung, als früherer Spitzenmann am römischen Kaiserhof, der 461 nach der Hinrichtung Kaiser Majorians nach Oberägypten floh, seine Bekehrung erlebte und 467 wieder nach [[Noricum]] kam, anfangs noch in amtlicher Mission.
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==Severin und Salzburg==
 
==Severin und Salzburg==
Unter den 45 Kapiteln der "Vita Severini“ fällt auf, dass neben "Tatorten“ des Severin zwischen Passau und Wien nur zwei "Kastelle“ in "Binnennoricum“ erwähnt werden, und zwar in den Kapiteln 11 und 12 Cucullis (Kuchl) und in den Kapiteln 13 und 14 eine Klosterkirche "nahe der Stadt Juvao“ ([[Iuvavum]] - Salzburg). [[Franz Ortner]] nennt diese vier Kapitel "die schönsten Zeugnisse für das frühchristliche Leben in Salzburg“.
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Unter den 45 Kapiteln der "Vita Severini" fällt auf, dass neben "Tatorten" des Severin zwischen Passau und Wien nur zwei "Kastelle" in "Binnennoricum" erwähnt werden, und zwar in den Kapiteln 11 und 12 Cucullis (Kuchl) und in den Kapiteln 13 und 14 eine Klosterkirche "nahe der Stadt Juvao" ([[Iuvavum]] - Salzburg). [[Franz Ortner]] nennt diese vier Kapitel "die schönsten Zeugnisse für das frühchristliche Leben in Salzburg".
 
    
 
    
Die beiden Kapitel über Severin in Kuchl, er kam "gerufen durch die Verehrung, welche die Einheimischen für ihn hatten“, berichten vom "Kerzenwunder“, bei dem die Bürger, die noch an alten "frevelhaften Opferbräuchen“ festhielten, "durch ein Gottesurteil bezeichnet wurden“. Im nächsten Kapitel wird beim "Heuschreckenwunder“ über einen Bauern berichtet, der sich vom Gebet abwendet, seinen von den Heuschrecken kahlgefressenen Acker vorfindet und reumütig auf Initiative Severins die Hilfe seiner Mitbürger erfährt.
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Die beiden Kapitel über Severin in Kuchl, er kam "gerufen durch die Verehrung, welche die Einheimischen für ihn hatten", berichten vom "Kerzenwunder", bei dem die Bürger, die noch an alten "frevelhaften Opferbräuchen" festhielten, "durch ein Gottesurteil bezeichnet wurden". Im nächsten Kapitel wird beim "Heuschreckenwunder" über einen Bauern berichtet, der sich vom Gebet abwendet, seinen von den Heuschrecken kahlgefressenen Acker vorfindet und reumütig auf Initiative Severins die Hilfe seiner Mitbürger erfährt.
    
=== Wunder ===
 
=== Wunder ===
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== Im Kuchl von heute ==
 
== Im Kuchl von heute ==
Mehrfach wird in Kuchl an den heiligen Severin erinnert: In der Pfarrkirche hängt das Bild, das [[Sebastian Stief]] 1863 geschaffen hat, an der linken Wand im rechten Seitenschiff, von dem auch der Abgang in die Severin-Krypta führt. Pfarrer Gerhard Mühlthaler schätzt diese als Raum des Gebets  besonders.  [[Josef Zenzmaier]] schuf 1960 das Relief "Predigt des hl. Severin“ an der Salzachbrücke, [[Hans Pacher]] schuf 1954 die Steinguss-Statue des Heiligen an der [[Tauglbrücke]], die gerade restauriert wird.   
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Mehrfach wird in Kuchl an den heiligen Severin erinnert: In der Pfarrkirche hängt das Bild, das [[Sebastian Stief]] 1863 geschaffen hat, an der linken Wand im rechten Seitenschiff, von dem auch der Abgang in die Severin-Krypta führt. Pfarrer Gerhard Mühlthaler schätzt diese als Raum des Gebets  besonders.  [[Josef Zenzmaier]] schuf 1960 das Relief "Predigt des hl. Severin" an der Salzachbrücke, [[Hans Pacher]] schuf 1954 die Steinguss-Statue des Heiligen an der [[Tauglbrücke]], die gerade restauriert wird.   
 
   
 
   
Im [[Museum Kuchl]] wurde auf Initiative von Museumsvereins-Obmann Josef Egger ein Raum für "die [[Römer]] in Cucullis“ gewidmet, darin findet sich auch mancher Hinweis auf den hl. Severin, u.a. ein Modell der  frühchristlichen Kirche des Kastells auf dem [[Georgenberg]]. Egger ist Severins Wahlspruch "Faste, bete, sei barmherzig!besonders wichtig.   
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Im [[Museum Kuchl]] wurde auf Initiative von Museumsvereins-Obmann Josef Egger ein Raum für "die [[Römer]] in Cucullis" gewidmet, darin findet sich auch mancher Hinweis auf den hl. Severin, u.a. ein Modell der  frühchristlichen Kirche des Kastells auf dem [[Georgenberg]]. Egger ist Severins Wahlspruch "Faste, bete, sei barmherzig!" besonders wichtig.   
 
    
 
    
Severin, sein Leben und sein Werk genießen in Wien und  Mautern, in Enns/Lorch und Passau besondere Aufmerksamkeit. In der Stadt Salzburg wurde 2006 die [[Pfarrkirche St. Severin]] im Stadtteil [[Langwied]] dem "Apostel Noricums“ geweiht.
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Severin, sein Leben und sein Werk genießen in Wien und  Mautern, in Enns/Lorch und Passau besondere Aufmerksamkeit. In der Stadt Salzburg wurde 2006 die [[Pfarrkirche St. Severin]] im Stadtteil [[Langwied]] dem "Apostel Noricums" geweiht.
    
== Gedenktag und Verehrung ==
 
== Gedenktag und Verehrung ==