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| − | Das '''Raphael Hospiz Salzburg''', ursprünglich "Helga Treichl Hospiz“, ist eine Betreuungseinrichtung für Patienten im fortgeschrittenen Stadium unheilbarer Erkrankungen und die einzige stationäre Betreuungseinrichtung dieser Art im [[Salzburg (Bundesland)| Land Salzburg]]. | + | Das '''Raphael Hospiz Salzburg''', ursprünglich "Helga Treichl Hospiz", ist eine Betreuungseinrichtung für Patienten im fortgeschrittenen Stadium unheilbarer Erkrankungen und die einzige stationäre Betreuungseinrichtung dieser Art im [[Salzburg (Bundesland)| Land Salzburg]]. |
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| | == Leitgedanken == | | == Leitgedanken == |
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| | == Die Lage im Jubiläumsjahr 2022 == | | == Die Lage im Jubiläumsjahr 2022 == |
| | === Inanspruchnahme und Bedarf === | | === Inanspruchnahme und Bedarf === |
| − | "Wir haben pro Jahr rund 100 bis 120 Patienten, die versorgt werden“, schildert [[Ellen Üblagger]], seit [[2005]] ärztliche Leiterin. Viele sind Krebspatienten, doch in den vergangenen Jahren seien die Nicht-Tumor-Patienten mehr geworden. Im Schnitt sind die Patienten drei Wochen im Hospiz.<ref name="SN20220115"> [[Salzburger Nachrichten]], 15. Jänner 2022, S. 10: ''Wie der Tod den Schrecken verliert'' ([[Heidi Huber]])</ref> | + | "Wir haben pro Jahr rund 100 bis 120 Patienten, die versorgt werden", schildert [[Ellen Üblagger]], seit [[2005]] ärztliche Leiterin. Viele sind Krebspatienten, doch in den vergangenen Jahren seien die Nicht-Tumor-Patienten mehr geworden. Im Schnitt sind die Patienten drei Wochen im Hospiz.<ref name="SN20220115"> [[Salzburger Nachrichten]], 15. Jänner 2022, S. 10: ''Wie der Tod den Schrecken verliert'' ([[Heidi Huber]])</ref> |
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| − | Neun zu belegende Betten gibt es im Raphael-Hospiz in Salzburg, doch der Bedarf wäre vielfach größer. Die Warteliste beträgt manchmal drei, manchmal an die 20 Personen. "Es gäbe viele Patienten, die eigentlich in ein Hospiz gehören würden. Wahrscheinlich würde man ein zweites Haus betreiben können“, kommentiert [[Arno Buchmacher]], Gesamtleiter der Salzburger Barmherzigen Brüder.<ref name="SN20220115"/> | + | Neun zu belegende Betten gibt es im Raphael-Hospiz in Salzburg, doch der Bedarf wäre vielfach größer. Die Warteliste beträgt manchmal drei, manchmal an die 20 Personen. "Es gäbe viele Patienten, die eigentlich in ein Hospiz gehören würden. Wahrscheinlich würde man ein zweites Haus betreiben können", kommentiert [[Arno Buchmacher]], Gesamtleiter der Salzburger Barmherzigen Brüder.<ref name="SN20220115"/> |
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| | === Finanzierung === | | === Finanzierung === |
| | Menschenwürdiges Sterben hat seinen Preis. Ein kostendeckender Betrieb des Hospizes ist nicht möglich. Über den [[Salzburger Gesundheitsfonds|SAGES-Fonds]] der öffentlichen Hand erhält das Raphael-Hospiz derzeit 400 000 Euro. Einen Tagsatz von 61 Euro trägt die [[Österreichische Gesundheitskasse, Landesstelle Salzburg|Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)]] bei. Der Patienten-Selbstbehalt beträgt 165 Euro pro Tag. Den verbleibenden Abgang von 200 000 bis 250 000 tragen die Barmherzigen Brüder. Unterstützung erhält man vom Verein der Freunde des Raphael-Hospizes, der im Jahr [[2006]] gegründet wurde, um Patientenwünsche zu erfüllen und Anschaffungen zu tätigen, die vom Träger nicht geleistet werden können.<ref name="SN20220115"/> | | Menschenwürdiges Sterben hat seinen Preis. Ein kostendeckender Betrieb des Hospizes ist nicht möglich. Über den [[Salzburger Gesundheitsfonds|SAGES-Fonds]] der öffentlichen Hand erhält das Raphael-Hospiz derzeit 400 000 Euro. Einen Tagsatz von 61 Euro trägt die [[Österreichische Gesundheitskasse, Landesstelle Salzburg|Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)]] bei. Der Patienten-Selbstbehalt beträgt 165 Euro pro Tag. Den verbleibenden Abgang von 200 000 bis 250 000 tragen die Barmherzigen Brüder. Unterstützung erhält man vom Verein der Freunde des Raphael-Hospizes, der im Jahr [[2006]] gegründet wurde, um Patientenwünsche zu erfüllen und Anschaffungen zu tätigen, die vom Träger nicht geleistet werden können.<ref name="SN20220115"/> |
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| − | === Thema "Sterbehilfe“ === | + | === Thema "Sterbehilfe" === |
| − | Nach einer Entscheidung des [[Verfassungsgerichtshof]]s ist das Thema "Sterbehilfe“, die "Beihilfe zum Suizid“, seit Anfang 2022 gesetzlich neu geregelt. Nun gibt es die Möglichkeit, eine Sterbeverfügung zu errichten. Den Sterbewunsch Todkranker, die nicht mehr länger leiden und warten wollen, das kennt man natürlich im Hospiz. "Wir werden immer wieder danach gefragt. Aber mit dem Angebot, das wir haben, sind wir bislang immer zurechtgekommen, sodass dieser Wunsch dann wieder verschwunden ist“, sagt die ärztliche Leiterin. Vom Orden der Barmherzigen Brüder gebe es eine klare Haltung: "Dass der assistierte Suizid nicht durchgeführt wird. So etwas wird es im Raphael-Hospiz Salzburg nicht geben. Es passt auch nicht zu unserer Philosophie.“ | + | Nach einer Entscheidung des [[Verfassungsgerichtshof]]s ist das Thema "Sterbehilfe", die "Beihilfe zum Suizid", seit Anfang 2022 gesetzlich neu geregelt. Nun gibt es die Möglichkeit, eine Sterbeverfügung zu errichten. Den Sterbewunsch Todkranker, die nicht mehr länger leiden und warten wollen, das kennt man natürlich im Hospiz. "Wir werden immer wieder danach gefragt. Aber mit dem Angebot, das wir haben, sind wir bislang immer zurechtgekommen, sodass dieser Wunsch dann wieder verschwunden ist", sagt die ärztliche Leiterin. Vom Orden der Barmherzigen Brüder gebe es eine klare Haltung: "Dass der assistierte Suizid nicht durchgeführt wird. So etwas wird es im Raphael-Hospiz Salzburg nicht geben. Es passt auch nicht zu unserer Philosophie." |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |