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| | Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre [[1922]] wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der die Küche zentralisiert wurde. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel. | | Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre [[1922]] wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der die Küche zentralisiert wurde. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel. |
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| − | Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden musste. Hofinger beauftragte einen Architekten, neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er allerdings zufrieden. "''Man müsste die Mitte sprengen und von vorne anfangen''" sagte Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei. Hofinger akzeptierte diese Antwort aber nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauen. Es sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation. | + | Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden musste. Hofinger beauftragte einen Architekten, neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er allerdings zufrieden. "''Man müßte die Mitte sprengen und von vorne anfangen''" sagte Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei. Hofinger akzeptierte diese Antwort aber nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauen. Es sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation. |
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| | Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130 Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger Firmen ausgeführt wurden. Nach sieben Monaten Umbau, der das Eröffnen um ein Monat wegen eines Arbeiterstreikes verzögerte, wurde am [[30. Juni]] [[1928]] die große Wiedereröffnung des Hotel Münchnerhof's gefeiert. Alle Besucher waren sehr beeindruckt über Hofinger's neuen Betrieb, so sehr, dass mehrere Salzburger Hotelbesitzer ihre Häuser ebenfalls zu renovieren begannen. | | Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130 Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger Firmen ausgeführt wurden. Nach sieben Monaten Umbau, der das Eröffnen um ein Monat wegen eines Arbeiterstreikes verzögerte, wurde am [[30. Juni]] [[1928]] die große Wiedereröffnung des Hotel Münchnerhof's gefeiert. Alle Besucher waren sehr beeindruckt über Hofinger's neuen Betrieb, so sehr, dass mehrere Salzburger Hotelbesitzer ihre Häuser ebenfalls zu renovieren begannen. |
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| | Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Geländer auf vorspringenden Trägern rund um jeden Stock, mit hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante Foyer mit dessen aus Eichenholz getäfelten Wänden und verzierten Fries. Über diesem Treppenhaus wurde ein riesiges Glasdach installiert, von dem ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie mit elektrischem Strom verbunden. | | Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Geländer auf vorspringenden Trägern rund um jeden Stock, mit hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante Foyer mit dessen aus Eichenholz getäfelten Wänden und verzierten Fries. Über diesem Treppenhaus wurde ein riesiges Glasdach installiert, von dem ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie mit elektrischem Strom verbunden. |
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| − | Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und Klo. | + | Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und WC. |
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| − | Das Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser in Salzburg, das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und musste händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichenholz vertäfelt, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel an der rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde mit einer Zentralheizung beheizt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen, so dass alle Gesellschaftsräume und Speisesäle stets gefilterte reine Luft ohne Zugluft zuführt, der Rauch und Speisengerüche absaugt wurden. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser sowie ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servierpersonal, wenn der Gast Bedienung im Zimmer wünschte. | + | Das Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser in Salzburg, das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und musste händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichenholz vertäfelt, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel an der rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde mit einer Zentralheizung beheizt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen. Diese Anlage versorgte alle Gesellschaftsräume und Speisesäle stets mit gefilterter reiner Luft ohne Zugluft. Rauch und Speisengerüche wurden dabei abgesaugt.. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser sowie ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servierpersonal, wenn der Gast Bedienung im Zimmer wünschte. |
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| − | Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen Leder gepolstert mit Messingnagelköpfen. In den Zimmern gab es eine kleine Waschanlage und eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten. | + | Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen Leder gepolstert mit Messingnagelköpfen. In den Zimmern gab es eine kleine Waschanlage und einen eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten. |
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| | Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse fahren und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume, sowie Spalier mit Efeu bedeckt und blühende Kletterpflanzen, die einen Garten darstellten. | | Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse fahren und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume, sowie Spalier mit Efeu bedeckt und blühende Kletterpflanzen, die einen Garten darstellten. |
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| | == Fini, die Seele des Münchnerhof's == | | == Fini, die Seele des Münchnerhof's == |
| − | Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, Stenographieren<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Stenografie Wikipedia Stenografie]</ref> und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte sie andere Büromaschinen bedienen, war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war bei allen Gästen, wie auch beim Hotelpersonal sehr beliebt. | + | Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, Stenographieren<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Stenografie Wikipedia Stenografie]</ref> und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte sie andere Büromaschinen bedienen. Sie war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war bei allen Gästen, wie auch beim Hotelpersonal sehr beliebt. |
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| | Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am [[2. Oktober]] [[1933]] heirateten Fini und Rudolf, der älteste Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele [[Salzburger Festspiele|Festspiel]]-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger [[Richard Mayr]] ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind abgestiegen, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner. | | Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am [[2. Oktober]] [[1933]] heirateten Fini und Rudolf, der älteste Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele [[Salzburger Festspiele|Festspiel]]-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger [[Richard Mayr]] ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind abgestiegen, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner. |
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| − | Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihir möglich war. Mit großer Traurigkeit wurde sie am [[30. Oktober]] [[1940]], an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Die halbe Stadt Salzburg nahm an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden. | + | Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihir möglich war. Sie starb am 25. Oktober 1940. Mit großer Traurigkeit wurde sie am [[30. Oktober]] [[1940]], an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Viele Salzburger Bürger und prominente Geschäftsleute nahmen an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden. |
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| − | Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am [[25. Mai]] [[1944]] an einem Hirnschlag. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Otto im [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler [[ Karl Reisenbichler ]], zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am [[13. Oktober]] [[1945]] aufgehoben. | + | Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am [[25. Mai]] [[1944]] an einem Schlaganfall. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Sohn Otto im [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler [[ Karl Reisenbichler ]], zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am [[13. Oktober]] [[1945]] aufgehoben. |
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| | === Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof === | | === Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof === |
| − | Am [[14. November]] 1944 landete eine Zeitbombe im Innenhof der Küche. Das Dienstpersonal, Gäste und Arbeiter waren glücklicherweise im Bombenschutzplatz des [[Kapuzinerberg]]es. Es gab nur fünf Minuten Warnung. Drei Sträflinge wurden herangezogen, um die Bombe zu entschärfen. Bevor dies geschehen konnte, ging die Bombe in die Luft und tötete die drei Männer. Die Küche wurde dabei schwer beschädigt, sowie mehrere Hotelräume; jedoch hat das Nebenhaus den meisten Schaden abbekommen. | + | Am [[14. November]] 1944 landete eine Zeitbombe im Innenhof der Küche. Das Dienstpersonal, Gäste und Arbeiter waren glücklicherweise im Bombenschutzkeller des [[Kapuzinerberg]]es. Es gab nur fünf Minuten Warnung. Drei Sträflinge wurden herangezogen, um die Bombe zu entschärfen. Bevor dies geschehen konnte, ging die Bombe in die Luft und tötete die drei Männer. Die Küche wurde dabei schwer beschädigt, sowie mehrere Hotelräume; jedoch hat das Nebenhaus den meisten Schaden abbekommen. |
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| | Am 4. Mai 1945 marschierte die 3. US-Infanteriedivision "Rock of the Marne" der US Streitkräfte in Salzburg ein. Das Hotel Münchnerhof wurde beschlagnahmt und eines der Hauptquartiere der Besatzungstruppen. Das Personal wurde entlassen und alle Bewohner vertrieben. Als Otto aus dem Krieg zurück kam, hatte ein kein Zuhause, jedoch wurde ihm Wohnerlaubnis verliehen, als er seine Nichten aus [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] zurückholte. Die Familie durfte in die alte Privatwohnung in die Lederergasse 6 zurückziehen. Im Jahre 1948 ist die amerikanische Besatzung dann ausgezogen. | | Am 4. Mai 1945 marschierte die 3. US-Infanteriedivision "Rock of the Marne" der US Streitkräfte in Salzburg ein. Das Hotel Münchnerhof wurde beschlagnahmt und eines der Hauptquartiere der Besatzungstruppen. Das Personal wurde entlassen und alle Bewohner vertrieben. Als Otto aus dem Krieg zurück kam, hatte ein kein Zuhause, jedoch wurde ihm Wohnerlaubnis verliehen, als er seine Nichten aus [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] zurückholte. Die Familie durfte in die alte Privatwohnung in die Lederergasse 6 zurückziehen. Im Jahre 1948 ist die amerikanische Besatzung dann ausgezogen. |
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| | Da das Hotel durch den Bombenschaden keine Einkommensmöglichkeit hatte, konnte Otto um Unterstützung bei der US Regierung einreichen. Aus dem [[Marshall-Plan ]] erhielt er eine Anleihe, die nur vier Prozent Verzinsung verlangte. Neben der Küche wurde auch das Foyer verschönert und die Weinstube erneuert. | | Da das Hotel durch den Bombenschaden keine Einkommensmöglichkeit hatte, konnte Otto um Unterstützung bei der US Regierung einreichen. Aus dem [[Marshall-Plan ]] erhielt er eine Anleihe, die nur vier Prozent Verzinsung verlangte. Neben der Küche wurde auch das Foyer verschönert und die Weinstube erneuert. |
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| − | Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Anderen Hotelbetriebe hatten mehrere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der [[Obus]] durch die Dreifaltikeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind 1956 nach Kanada ausgewandert. Otto Hofinger starb am [[7. Juni]] [[1990]]. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie', ausgestorben. Das Bürohaus [[Münchnerhof]] wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer. | + | Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Andere Hotelbetriebe Salzburg's hatten viel bessere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der [[Obus]] durch die Dreifaltikeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Dies wurde am 1. Januar 1960 offiziell. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind 1956 nach Kanada ausgewandert. Otto Hofinger starb am [[7. Juni]] [[1990]]. Er blieb unverheiratet und hatte keine Nachfolger. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie', ausgestorben. Das Bürohaus [[Münchnerhof]] wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer. |
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