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| | === Arbeitskräftemangel ließ den Erbauer der Straße Franz Wallack zu besonderem Zuckerl greifen === | | === Arbeitskräftemangel ließ den Erbauer der Straße Franz Wallack zu besonderem Zuckerl greifen === |
| − | Obwohl insgesamt die Besucherzahlen der Straße rasant zunahmen (1955 waren es rund 722 000 Personen, [[1958]] bereits rund 970 000) dauerte es mit der Umsetzung der Projekte noch jahrelang. Denn das "Jahrzehnt des Wiederaufbaus“, die [[1950er]]-Jahre, brauchte überall Arbeitskräfte und so waren für Bauten im Hochgebirge kaum Arbeitskräfte zu finden. | + | Obwohl insgesamt die Besucherzahlen der Straße rasant zunahmen (1955 waren es rund 722 000 Personen, [[1958]] bereits rund 970 000) dauerte es mit der Umsetzung der Projekte noch jahrelang. Denn das "Jahrzehnt des Wiederaufbaus", die [[1950er]]-Jahre, brauchte überall Arbeitskräfte und so waren für Bauten im Hochgebirge kaum Arbeitskräfte zu finden. |
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| | Wallack verfiel auf einen Köder für Baufirmen, um bis 1960 doch noch zumindest drei Parkdecks fertigzustellen. Er bot den Firmen eine Prämie an, wenn sie seinen Auftrag vorzeitig erledigten. Doch auch dieser Köder änderte nichts an dem Arbeitskräftemangel. Wallack musste weiter warten. | | Wallack verfiel auf einen Köder für Baufirmen, um bis 1960 doch noch zumindest drei Parkdecks fertigzustellen. Er bot den Firmen eine Prämie an, wenn sie seinen Auftrag vorzeitig erledigten. Doch auch dieser Köder änderte nichts an dem Arbeitskräftemangel. Wallack musste weiter warten. |
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| | === Zwei Türme im Parkhaus sorgen für reibungslose Nutzung === | | === Zwei Türme im Parkhaus sorgen für reibungslose Nutzung === |
| − | Wallack zerbrach sich den Kopf darüber, wie man den Verkehr in und aus dem Parkhaus lenken könnte, "wegen der Undiszipliniertheit der Fahrgäste“, wie er meinte. Die Lösung fand er zwei Türmen mit wendeltreppenähnlichen Auffahrtsrampen: im ersten Turm erfolgt die Auffahrt auf die einzelnen Parkdecks im Einbahnsystem und am anderen Ende der Decks steht der zweite Turm, ebenfalls mit wendeltreppenähnlicher Auffahrtsrampe. Hier aber für die Ausfahrt. | + | Wallack zerbrach sich den Kopf darüber, wie man den Verkehr in und aus dem Parkhaus lenken könnte, "wegen der Undiszipliniertheit der Fahrgäste", wie er meinte. Die Lösung fand er zwei Türmen mit wendeltreppenähnlichen Auffahrtsrampen: im ersten Turm erfolgt die Auffahrt auf die einzelnen Parkdecks im Einbahnsystem und am anderen Ende der Decks steht der zweite Turm, ebenfalls mit wendeltreppenähnlicher Auffahrtsrampe. Hier aber für die Ausfahrt. |
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| | Spätestens Sommer [[1957]] war dann endlich Baubeginn.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=GfnM68m9b6uUbDwbPvrZl13vKRT6zgcW0TQw33jCq6PgH2UjIkBI7iDQqPTgG7hGfNfHG3ExPiKvEpyJZDwrfzKulguvNguGMvDvfBXwE2vjYU%2FLwz0wBKQchdqBf7NQ&id1=19570425_03&q=Freiwandeck#slide3 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 25. April 1957, Seite 3</ref> Im Herbst [[1958]] stand schon der Großteil des Rohbaus.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=sTzytetn0VQr2hhssSMRhHu9z3Ie4rzIDv7ix4gk4thRxuMuYtrdozNjQxfoQMZZn5tuLpXFo6Wa%2B9OCutMUErgO6t5xQITF091A30nSvhKeRUZOGMzSayIlRRtKiWRC&id1=19581010_05&q=Cyclops#slide5 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten], Ausgabe vom 10. Oktober 1958, Seite 5</ref> Die erste Bauetappe mit drei Etagen war bis [[1961]] fast abgeschlossen. Daneben wurde die Aussichtsterrasse, die heute "Nationalparkplatz" bezeichnet wird, vergrößert und fertiggestellt. [[1961]] konnte das Erdgeschoß mit 80 Stellplätzen freigegeben werden. Ein [[Lawine]]<nowiki>nabgang</nowiki> auf das oberste Deck im Dezember [[1962]] bescherte den [[Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung|Räumtrupps im Frühjahr]] 1963 vier Wochen Arbeit, um das Gebäude von Schnee, Eis und Geröll zu befreien. Sicherungsarbeiten machten die Benutzung des Erdgeschoßes erst mit [[19. Juli]] 1963 möglich. | | Spätestens Sommer [[1957]] war dann endlich Baubeginn.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=GfnM68m9b6uUbDwbPvrZl13vKRT6zgcW0TQw33jCq6PgH2UjIkBI7iDQqPTgG7hGfNfHG3ExPiKvEpyJZDwrfzKulguvNguGMvDvfBXwE2vjYU%2FLwz0wBKQchdqBf7NQ&id1=19570425_03&q=Freiwandeck#slide3 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 25. April 1957, Seite 3</ref> Im Herbst [[1958]] stand schon der Großteil des Rohbaus.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=sTzytetn0VQr2hhssSMRhHu9z3Ie4rzIDv7ix4gk4thRxuMuYtrdozNjQxfoQMZZn5tuLpXFo6Wa%2B9OCutMUErgO6t5xQITF091A30nSvhKeRUZOGMzSayIlRRtKiWRC&id1=19581010_05&q=Cyclops#slide5 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten], Ausgabe vom 10. Oktober 1958, Seite 5</ref> Die erste Bauetappe mit drei Etagen war bis [[1961]] fast abgeschlossen. Daneben wurde die Aussichtsterrasse, die heute "Nationalparkplatz" bezeichnet wird, vergrößert und fertiggestellt. [[1961]] konnte das Erdgeschoß mit 80 Stellplätzen freigegeben werden. Ein [[Lawine]]<nowiki>nabgang</nowiki> auf das oberste Deck im Dezember [[1962]] bescherte den [[Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung|Räumtrupps im Frühjahr]] 1963 vier Wochen Arbeit, um das Gebäude von Schnee, Eis und Geröll zu befreien. Sicherungsarbeiten machten die Benutzung des Erdgeschoßes erst mit [[19. Juli]] 1963 möglich. |
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| | 2,5 Millionen Euro wurden 2018 für die Erneuerung (Vollverglasung samt Außengestaltung und Besucherleitsystem, Eigenstromversorgung mit 800 m² PV-Anlagen, Sprinkleranlage mit 150 m³ Löschwasserbehälter, wichtige Verbesserungen im Brandschutz u.d.gl.) des vor einem halben Jahrhundert errichteten und seither höchstgelegenen Parkhauses in Europa samt Besucherzentrum investiert. | | 2,5 Millionen Euro wurden 2018 für die Erneuerung (Vollverglasung samt Außengestaltung und Besucherleitsystem, Eigenstromversorgung mit 800 m² PV-Anlagen, Sprinkleranlage mit 150 m³ Löschwasserbehälter, wichtige Verbesserungen im Brandschutz u.d.gl.) des vor einem halben Jahrhundert errichteten und seither höchstgelegenen Parkhauses in Europa samt Besucherzentrum investiert. |
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| − | Die Gesamtfläche der Verglasung beträgt etwa 3 000 m², dazu sorgen 800 m² Photovoltaik-Module für eine komplette Eigenstromversorgung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (erwartete Stromproduktion: 120 000 KWh/Jahr). Allein für die Unterkonstruktion der Glasfassade wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Dazu wurde eine Sprinkleranlage mit Löschwasserbehälter, Inhalt 150 m³, nach dem neuesten Stand der Technik als wichtige Verbesserung im Brandschutz errichtet, die einerseits der Sicherheit der Besucher dient und andererseits auch der Feuerwehr [[Heiligenblut am Großglockner]] als "eiserne Wasserreserve“ zur Verfügung steht. | + | Die Gesamtfläche der Verglasung beträgt etwa 3 000 m², dazu sorgen 800 m² Photovoltaik-Module für eine komplette Eigenstromversorgung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (erwartete Stromproduktion: 120 000 KWh/Jahr). Allein für die Unterkonstruktion der Glasfassade wurden 90 Tonnen Stahl verbaut. Dazu wurde eine Sprinkleranlage mit Löschwasserbehälter, Inhalt 150 m³, nach dem neuesten Stand der Technik als wichtige Verbesserung im Brandschutz errichtet, die einerseits der Sicherheit der Besucher dient und andererseits auch der Feuerwehr [[Heiligenblut am Großglockner]] als "eiserne Wasserreserve" zur Verfügung steht. |
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| | Die Arbeiten und Aufträge führten 15 heimische Unternehmen (Bauaufsicht von GROHAG-Prok. [[Thomas Noel]] mit Arch. Egbert Laggner aus Sachsenburg, Kärnten) aus den Regionen der [[Hohen Tauern]] durch. Von der Durchführungsentscheidung bis zur Umsetzung vergingen aufgrund der Behördenverfahren (Naturschutzrechtliche Bewilligung, Naturschutzbeirat, Bewilligung nach § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz, Ortsbildpflegekommission, Baurechtliche Bewilligung inkl. Brandschutzkonzept und Gutachten des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes sowie begleitenden Maßnahmen, wie Brutkästen für die [[Alpendohle]], Mehlschwalbe und Hausrotschwanz) drei Jahre und es konnte dadurch eine breite Unterstützung und Akzeptanz aller Beteiligten erzielt werden. | | Die Arbeiten und Aufträge führten 15 heimische Unternehmen (Bauaufsicht von GROHAG-Prok. [[Thomas Noel]] mit Arch. Egbert Laggner aus Sachsenburg, Kärnten) aus den Regionen der [[Hohen Tauern]] durch. Von der Durchführungsentscheidung bis zur Umsetzung vergingen aufgrund der Behördenverfahren (Naturschutzrechtliche Bewilligung, Naturschutzbeirat, Bewilligung nach § 5 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz, Ortsbildpflegekommission, Baurechtliche Bewilligung inkl. Brandschutzkonzept und Gutachten des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes sowie begleitenden Maßnahmen, wie Brutkästen für die [[Alpendohle]], Mehlschwalbe und Hausrotschwanz) drei Jahre und es konnte dadurch eine breite Unterstützung und Akzeptanz aller Beteiligten erzielt werden. |