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| | ==Hall (Abhang)== | | ==Hall (Abhang)== |
| − | Die norddeutschen Hall-Namen haben mit Ausnahme von Halle an der Saale nichts mit [[Salz]] zu tun. Sie leiten sich nämlich meistens von germanisch Hal(l), was Abhang, Schräge bedeutet, ab. Im Wort "Halde“ lässt sich dies noch heute erkennen. Beispiele dafür finden sich auch im Süden z. B. mit Hallertau: hall-hart-au = Hang-Wald-Au oder sogar mit verdoppelter Bedeutung in [[Hallwang]]: hall (Abhang), wang (Wiesenhang) bei Salzburg. | + | Die norddeutschen Hall-Namen haben mit Ausnahme von Halle an der Saale nichts mit [[Salz]] zu tun. Sie leiten sich nämlich meistens von germanisch Hal(l), was Abhang, Schräge bedeutet, ab. Im Wort "Halde" lässt sich dies noch heute erkennen. Beispiele dafür finden sich auch im Süden z. B. mit Hallertau: hall-hart-au = Hang-Wald-Au oder sogar mit verdoppelter Bedeutung in [[Hallwang]]: hall (Abhang), wang (Wiesenhang) bei Salzburg. |
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| | == Hall (Saline) == | | == Hall (Saline) == |
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| | ===Ursprung und Verbreitung von Hall (Saline)=== | | ===Ursprung und Verbreitung von Hall (Saline)=== |
| − | Die Herkunft des Wortes "Hall“ in der Bedeutung "Saline“ ist noch nicht hinreichend geklärt. [[Bergbau]] war im [[Mittelalter]] aus technischen Gründen nur an Abhängen von Bergen möglich. Deshalb könnte es in dem enorm wichtigen Salzproduktionsort Halle an der Saale zu einem Bedeutungswechsel des Wortes "Hall“ von "Abhang“ zu "Saline“ gekommen sein. Durch Elbgermanen könnte im Zug der [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Stammesbildung der Name "Hall“ mit dieser verwandelten Bedeutung nach Süden gelangt, und in Salinas (Reichenhall) zum ersten Mal als Benennung für einen Salzerzeugungsort angewendet worden sein. Denn [[Saline Reichenhall|Reichenhall]] ist die älteste Saline und der frühest erwähnte Ort mit einem Hall-Namen im Alpenraum, wie sich aus den urkundlichen Erstnennungen ersehen lässt. Alle anderen Hall-Orte im Süden sind später nach dem Vorbild des bis um 1200 konkurrenzlosen Monopolisten Hall (Reichenhall) benannt worden. Dieses so genannte Appellativum ist vergleichbar mit dem [[Belgien|belgischen]] Kurort Spa, der so bekannt war, dass er im Englischen zum Synonym für "Kurort“ wurde. | + | Die Herkunft des Wortes "Hall" in der Bedeutung "Saline" ist noch nicht hinreichend geklärt. [[Bergbau]] war im [[Mittelalter]] aus technischen Gründen nur an Abhängen von Bergen möglich. Deshalb könnte es in dem enorm wichtigen Salzproduktionsort Halle an der Saale zu einem Bedeutungswechsel des Wortes "Hall" von "Abhang" zu "Saline" gekommen sein. Durch Elbgermanen könnte im Zug der [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Stammesbildung der Name "Hall" mit dieser verwandelten Bedeutung nach Süden gelangt, und in Salinas (Reichenhall) zum ersten Mal als Benennung für einen Salzerzeugungsort angewendet worden sein. Denn [[Saline Reichenhall|Reichenhall]] ist die älteste Saline und der frühest erwähnte Ort mit einem Hall-Namen im Alpenraum, wie sich aus den urkundlichen Erstnennungen ersehen lässt. Alle anderen Hall-Orte im Süden sind später nach dem Vorbild des bis um 1200 konkurrenzlosen Monopolisten Hall (Reichenhall) benannt worden. Dieses so genannte Appellativum ist vergleichbar mit dem [[Belgien|belgischen]] Kurort Spa, der so bekannt war, dass er im Englischen zum Synonym für "Kurort" wurde. |
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| | ===Hallein=== | | ===Hallein=== |
| − | Seit [[1210]] ist für den zuvor "Mühlbach“ genannten Ort die Bezeichnung "Hallinum, Hällein, Hallein“ belegt, was "kleines Hall“ bedeutet. In Urkunden war häufig "maior“ (groß) zu Reichenhall gestellt, wenn dieses und Hallein zusammen genannt wurden. In einer [[1273]] von Papst Gregor X. für die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] ausgestellten Urkunde heißt es "salina minor [Hallein], salina maior que Halle dicitur [Reichenhall]“. Allerdings hat [[Hallein]] mit seiner Salzproduktion bereits in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s Reichenhall bei weitem überflügelt. Daher könnte es sich bei "Hallein“ auch um eine Art Koseform handeln, die mit dem von der Salzburger Kirche verwendeten Ausdruck "nostra salina“ – "unsere Saline“ vergleichbar ist. Möglich wäre auch eine Benennung etwa im Sinne von "junges Hall“ durch Salinen-Fachkräfte, die aus dem [[1196]] zerstörten Reichenhall kamen. Unter anderem hatten diese die Bezeichnung der erzbischöflichen Amtsleute, die "Hallinger“, aber auch [[Flurname]]n, wie etwa "Urbais“ oder "Hosewasch“ aus Reichenhall nach Hallein mitgenommen. | + | Seit [[1210]] ist für den zuvor "Mühlbach" genannten Ort die Bezeichnung "Hallinum, Hällein, Hallein" belegt, was "kleines Hall" bedeutet. In Urkunden war häufig "maior" (groß) zu Reichenhall gestellt, wenn dieses und Hallein zusammen genannt wurden. In einer [[1273]] von Papst Gregor X. für die [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] ausgestellten Urkunde heißt es "salina minor [Hallein], salina maior que Halle dicitur [Reichenhall]". Allerdings hat [[Hallein]] mit seiner Salzproduktion bereits in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s Reichenhall bei weitem überflügelt. Daher könnte es sich bei "Hallein" auch um eine Art Koseform handeln, die mit dem von der Salzburger Kirche verwendeten Ausdruck "nostra salina" – "unsere Saline" vergleichbar ist. Möglich wäre auch eine Benennung etwa im Sinne von "junges Hall" durch Salinen-Fachkräfte, die aus dem [[1196]] zerstörten Reichenhall kamen. Unter anderem hatten diese die Bezeichnung der erzbischöflichen Amtsleute, die "Hallinger", aber auch [[Flurname]]n, wie etwa "Urbais" oder "Hosewasch" aus Reichenhall nach Hallein mitgenommen. |
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| | ===Reichenhall=== | | ===Reichenhall=== |
| − | Ab Mitte des [[12. Jahrhundert]]s begegnet zeitweise die Bezeichnung "Paierhalle“ (bayerisches Hall), welches in erster Linie außerhalb [[Bayern]]s verwendet wurde. Nachdem Hallein die Marktführerschaft im Salzhandel übernommen hatte und weitere Produzenten auf den Markt drängten, versuchte sich Hall Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Einführung des Namenszusatzes "reich“ ("das reiche Hall“) davon abzusetzen. | + | Ab Mitte des [[12. Jahrhundert]]s begegnet zeitweise die Bezeichnung "Paierhalle" (bayerisches Hall), welches in erster Linie außerhalb [[Bayern]]s verwendet wurde. Nachdem Hallein die Marktführerschaft im Salzhandel übernommen hatte und weitere Produzenten auf den Markt drängten, versuchte sich Hall Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Einführung des Namenszusatzes "reich" ("das reiche Hall") davon abzusetzen. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | *[[Heinz Dopsch]]: ''Das Zeugnis der Ortsnamen, in: Heimat mit Geschichte und Zukunft'', [[EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] 2004. S. 23-30 | | *[[Heinz Dopsch]]: ''Das Zeugnis der Ortsnamen, in: Heimat mit Geschichte und Zukunft'', [[EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] 2004. S. 23-30 |
| − | *[[Andreas Hirsch]]: ''Der Mythos von "Reich an Salz“'', Reichenhaller Tagblatt, 2. Mai 2015 und Textgestaltung des Artikels | + | *[[Andreas Hirsch]]: ''Der Mythos von "Reich an Salz"'', Reichenhaller Tagblatt, 2. Mai 2015 und Textgestaltung des Artikels |
| | *[[Historische Ortsnamendatei der Salzburger Ortsnamenkommission]] (SONK), 2010 | | *[[Historische Ortsnamendatei der Salzburger Ortsnamenkommission]] (SONK), 2010 |
| | *[[Fritz Koller]]: ''Hallein im frühen und hohen Mittelalter'', [[MGSLK|MGSL]] 116, 1976. S. 67-69 | | *[[Fritz Koller]]: ''Hallein im frühen und hohen Mittelalter'', [[MGSLK|MGSL]] 116, 1976. S. 67-69 |