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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
 
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny“ und Enkelkind "Fanni“.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny“ [Kobler] und Enkelin "Fanni“ [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
    
== 1880 ==
 
== 1880 ==
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==== Brief vom 27. Januar 1880 von Richard Schlegel an Franz Spängler ====
 
==== Brief vom 27. Januar 1880 von Richard Schlegel an Franz Spängler ====
 
27. Januar 1880, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18]<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler (* 1839; † 1912):<br />
 
27. Januar 1880, Brief ohne Umschlag [Salzburg] von [Nr. 38] [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) an [Nr. 18]<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler (* 1839; † 1912):<br />
''Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter<ref>wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)</ref> recht krank war, hat Euch die Kathi'' [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau] ''geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen'' [als Arzt, 69 Jahre alt] ''werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880.'' – "Abhandlung“ siehe übernächsten Brief.
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''Lieber Schwiegersohn! Mich freut es sehr, daß ich mit deinem Briefe sehe, daß diese Abhandlung über ein so großes Vermögen ihrem Ende entgegen geht. Daß der Vormund Weihs so dumm war mit seinem Streben wenigstens noch einige Zeit nicht warten zu wollen, ist wieder eine kleine Abwechslung. So viel ich weiß, ist die Mutter dieser beiden Mädchen auch schon vor mehreren Jahren gestorben, u. werden diese Mädchen sicher noch in Traismauer leben, ich stehe mit ihnen in keiner Corespondenz. Ich fühle mich zu einem Vormund gar nicht geeignet, u. weiß auch Niemanden, den ich für diese Stelle vorschlagen könnte. - Daß die Schwiegermutter<ref>wohl Rosina Pump (* 1804; † 1883), verheiratet mit Johann Arrigler (* 1798; † 1885)</ref> recht krank war, hat Euch die Kathi'' [Katharina Arrigler, † 1911, Richard Schlegels zweite Frau] ''geschrieben, es geht ihr jetzt ganz gut; die hatte eine Lungenentzündung linkerseits, u. es ist merkwürdig, daß dieser Prozeß bei dem hohen Alter so schnell u. günstig abgelaufen ist, als Anfang zu dieser Krankheit hatte ich mit ihrem Gehirn zu thun, sie war die letzten 8 Tage ganz wie eine Irrsinnige u. ist ihr Gehirn erst seit zwei Tagen wieder frei. – Mich freut es sehr, daß Euere Kinder so gut gedeihen u. daß es Euch gut geht, ich hoffe daß Ihr im Herbst wieder einen Ausflug nach Salzburg machen werdet, nach Wien werde ich wohl schwerlich mehr kommen, ich brauche das Geld zu anderen Auslagen, denn meine Einnamen'' [als Arzt, 69 Jahre alt] ''werden immer kleiner u. meine Ausgaben immer größer. Lebet wohl u. bleibt gesund. Die herzlichsten Grüße von Allen Euer Vater Richard 27/1 [1]880.'' – "Abhandlung" siehe übernächsten Brief.
 
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==== Brief vom 7. März 1880 von Betti Kobler an Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 7. März 1880 von Betti Kobler an Fanni Spängler ====
Betti Kobler, verheiratet mit Leopold Katzinger, Tante und Herzensfreundin der 1848 verstorbenen [[Zäzilia Amalia Kobler]], Grein, an deren Tochter [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, Wien; beigebunden den Briefen "mit Banderole“ von 1845 bis 1848 an Amalie Kobler-Castelli; ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K“; 3 Seiten beschrieben, das untere Drittel der S. 4 abgeschnitten, Schluss fehlt:<br />
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Betti Kobler, verheiratet mit Leopold Katzinger, Tante und Herzensfreundin der 1848 verstorbenen [[Zäzilia Amalia Kobler]], Grein, an deren Tochter [[Franziska Schlegel]], verheiratet Spängler, Wien; beigebunden den Briefen "mit Banderole" von 1845 bis 1848 an Amalie Kobler-Castelli; ein Bogen mit blauem Prägedruck "B K"; 3 Seiten beschrieben, das untere Drittel der S. 4 abgeschnitten, Schluss fehlt:<br />
 
''Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis!'' [Absatz] ''Deiner herzig lieben guten Franzi<ref>Franziska Spängler, die älteste Tochter von [[Franz Xaver Gregor Spängler]], geboren 1877</ref> sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?<ref>Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879</ref> jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl.'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz]
 
''Grein am 7. März 1880. Liebe gute Fanni. Nim zu Deinem Nahmensfeste meine und meines Mannes besten herzlichsten Glückwünsche freundlich auf; möge Gottes Segen auf Dir und allen Deinen Lieben ruhen, und ihr Alle mitsamen stets gesund froh und glücklich sein! Meine aufrichtig innige Liebe und Freundschaft für Dich heißt mich täglich für Dein und der lieben Deinen Wohl beten, den es ist zu meinem eigenen Zufriedenheit durchaus nothwendig, daß ich Dich meinen Liebling glücklich weis!'' [Absatz] ''Deiner herzig lieben guten Franzi<ref>Franziska Spängler, die älteste Tochter von [[Franz Xaver Gregor Spängler]], geboren 1877</ref> sende ich einen innig warmen Kuß mit den besten Glück und Segens Wünschen, wie oft denke ich mit unsagbarer Liebe an dieses liebliche Kind, wie glücklich machte es mich wenn ich sie in meinen Armen hielt, und sie mich liebkoste und mit ihren herrlichen blauen Augen so freundlich ansah, dieß bleibt meine schönste angenehmste Erinnerung. Und was macht Deine kleine Toni?<ref>Antonia Spängler, die Schwester von Franzi, geboren 1879</ref> jetzt wird sie auch schon bald 1 Jahr alt nicht wahr? gewiß ist sie auch ein liebes gutes Kind, daß Dir viel Freude macht, wie gerne möchte ich sie auch einmahl sehen, lieb habe ich sie auch so und sende ihr viele Bußerl.'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel und Absatz]
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'' - Wegen deiner Stiefel habe ich es der Mutter gesagt, doch sie behauptet, du habest sie mitgenommen. Wenn die Stiefel in unserer Wohnung sind, so sind sie kaum anderswo, als in dem Kleiderkasten in Anna’s Zimmer, frage Anna, ich weiß nicht was mit den Stiefeln geschehen ist. - Hier bin ich untergebracht wie gewöhnlich/ daß ich einiges durchzusezen haben werde, wußte ich, doch bekomm ich, was ich will und brauche, nur mit einigen höchst überflüßigen Umständlichkeiten, übrigens befinde ich mich sehr wol, der Reiß hat mir ganz gut angeschlagen, nur war ich gestern sehr schläfrig und müd. Heute bin ich vollständig ausgeruht. Meine Schwestern helfen mir sehr fleißig bei den Kindern, was mir recht wol thut. - Und nun, du Lieber, wie geht es denn dir? ich freue mich schon sehr auf dich, Franzi schickt die viele Bußerl. Grüße Anna von mir und Franzi. Heute scheint es regnen zu wollen, dann werde ich fleißig nähen. - Nun lebe recht wol, und behalte lieb deine alte Fanni. Grüße alle Bekannten. - Von der Wahl’schen Geschichte scheint hier viel gesprochen zu werden, gestern soll er von hier fort sein. Herr von Zeller, gibt ihm monatlich 40 fl.'' [Florin: Gulden] ''Unterstützung. Ein recht angenehmer Schwiegersohn. Die neuen goldenen Knöpfe fand ich nicht, sollten sie dir unterkommen so nimm sie mit. Großmutter und Betti grüßen dich.''
 
'' - Wegen deiner Stiefel habe ich es der Mutter gesagt, doch sie behauptet, du habest sie mitgenommen. Wenn die Stiefel in unserer Wohnung sind, so sind sie kaum anderswo, als in dem Kleiderkasten in Anna’s Zimmer, frage Anna, ich weiß nicht was mit den Stiefeln geschehen ist. - Hier bin ich untergebracht wie gewöhnlich/ daß ich einiges durchzusezen haben werde, wußte ich, doch bekomm ich, was ich will und brauche, nur mit einigen höchst überflüßigen Umständlichkeiten, übrigens befinde ich mich sehr wol, der Reiß hat mir ganz gut angeschlagen, nur war ich gestern sehr schläfrig und müd. Heute bin ich vollständig ausgeruht. Meine Schwestern helfen mir sehr fleißig bei den Kindern, was mir recht wol thut. - Und nun, du Lieber, wie geht es denn dir? ich freue mich schon sehr auf dich, Franzi schickt die viele Bußerl. Grüße Anna von mir und Franzi. Heute scheint es regnen zu wollen, dann werde ich fleißig nähen. - Nun lebe recht wol, und behalte lieb deine alte Fanni. Grüße alle Bekannten. - Von der Wahl’schen Geschichte scheint hier viel gesprochen zu werden, gestern soll er von hier fort sein. Herr von Zeller, gibt ihm monatlich 40 fl.'' [Florin: Gulden] ''Unterstützung. Ein recht angenehmer Schwiegersohn. Die neuen goldenen Knöpfe fand ich nicht, sollten sie dir unterkommen so nimm sie mit. Großmutter und Betti grüßen dich.''
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"eine reine, kühlere Luft“: das Salzburger Klima gilt traditionell als gesund; dieser Ruf ist mitbegründend für den Tourismus in der Stadt (vgl. Dopsch, 1996, S. 469). "Toni“ * 1879; "Franzi“ * 1877; "Schwägerin Luise“: Aloisia/Louise, geb. Duregger, verh. Otto Spängler; "Großmutter“: wohl Fanny Kobler; der Mann, Franz Xaver Gregor Spängler, ist bereits 1852 gestorben (oder Schwiegermutter Antonia Spängler, geb. Lürzer, † 1882; vgl. ihren Brief oben und Erwähnung unten). Fanni ist im dritten Monat, Rosl wird im Dezember 1880 geboren.
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"eine reine, kühlere Luft": das Salzburger Klima gilt traditionell als gesund; dieser Ruf ist mitbegründend für den Tourismus in der Stadt (vgl. Dopsch, 1996, S. 469). "Toni" * 1879; "Franzi" * 1877; "Schwägerin Luise": Aloisia/Louise, geb. Duregger, verh. Otto Spängler; "Großmutter": wohl Fanny Kobler; der Mann, Franz Xaver Gregor Spängler, ist bereits 1852 gestorben (oder Schwiegermutter Antonia Spängler, geb. Lürzer, † 1882; vgl. ihren Brief oben und Erwähnung unten). Fanni ist im dritten Monat, Rosl wird im Dezember 1880 geboren.
 
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<br />[Salzburg, ca. 1880]''Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte sicher [?] lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard''
 
<br />[Salzburg, ca. 1880]''Lieber Franz! Ich danke dir herzlich für deine freundlichen u. gründlichen Mittheilungen über den Stand der Verlassenschafts-Angelegenheiten, u. freue mich, daß du bereits an End[e] dieser lästigen Arbeit angelangt bist, ich danke dir auch für deine Einladung nach Wien zu kommen, leider aber werde ich diese Reise nicht machen, denn es kostet Geld, u. das wird bei mir immer weniger, während die Auslagen immer steigen, meine Prax[is] ist auf ein Minimum reduziert, mit Ausname der kranken Füsse sind es nur noch einige alte anhängliche Familien, die mich manchmal beschäftigen. Nun, ich bin 69 Jahre, hätte sicher [?] lange genug gearbeitet, u. die Kraft nimmt sehr schnell bei mir in letzter Zeit ab, das Asthma plagt mich sehr, ich muß sehr langsam gehen, und häufig stehen bleiben um tief einathmen zu können, daraus wirst du sehen, daß Wien für mich nicht mehr paßt. Wir freuen uns alle auf Euch, u. die Fanni wird es schon so einrichten, daß Ihr hier seyn könnt. Wegen der 43 se [?] brauchst du dir kein graues Haar wachsen zu lassen, u. auch keine Postporto deshalb auszugeben, du brauchst dirselben nur der Rosa zu geben, der [die] wird sie schon brauchen können. Ich danke dir nochmals herzlich, grüße Euch alle u. bleibe Euer alter Vater Richard''
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[[Richard Franz Schlegel]], * 3. April 1811, Dr. med., Stadtarzt in Salzburg, † 1881 in Salzburg, an seinen Schwiegersohn Dr. jur. Franz Spängler. Der Brief ist nach dem 3. April 1880 geschrieben worden (und wohl bevor Franz Spängler ebenfalls 1880 Bezirksrichter in Pottenstein wird) und weniger als ein Jahr vor dem Tod von Richard Schlegel am 1. März 1881. – "Verlassenschaft“, siehe auch vorstehenden Brief vom 27. Januar 1880; es ist unbekannt, um welche es sich handelt (wohl nicht Familie, sondern vielleicht ein "Fall“ des Schwiegersohns).
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[[Richard Franz Schlegel]], * 3. April 1811, Dr. med., Stadtarzt in Salzburg, † 1881 in Salzburg, an seinen Schwiegersohn Dr. jur. Franz Spängler. Der Brief ist nach dem 3. April 1880 geschrieben worden (und wohl bevor Franz Spängler ebenfalls 1880 Bezirksrichter in Pottenstein wird) und weniger als ein Jahr vor dem Tod von Richard Schlegel am 1. März 1881. – "Verlassenschaft", siehe auch vorstehenden Brief vom 27. Januar 1880; es ist unbekannt, um welche es sich handelt (wohl nicht Familie, sondern vielleicht ein "Fall" des Schwiegersohns).
 
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==== Brief vom 25. Oktober 1880 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ====
 
==== Brief vom 25. Oktober 1880 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ====
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti.<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit rotem Prägestempel "B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
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Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit rotem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
''Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst;'' […] / […] / (Medikamente) ''theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr'' [florin = Gulden, Kreuzer] ''und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo;'' […] ''seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig.'' […] / […] ''Jetzt bleibt er'' [der Ehemann] ''auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm'' [Kobler, ihr Bruder] ''hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal<ref>Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal“ gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus“ (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]</ref> gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort''<ref>Im "Welt-Adressenbuch“, Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.</ref> […] ''Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz'' […] ''zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger''
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''Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst;'' […] / […] / (Medikamente) ''theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr'' [florin = Gulden, Kreuzer] ''und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo;'' […] ''seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig.'' […] / […] ''Jetzt bleibt er'' [der Ehemann] ''auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm'' [Kobler, ihr Bruder] ''hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal<ref>Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal" gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus" (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]</ref> gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort''<ref>Im "Welt-Adressenbuch", Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.</ref> […] ''Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz'' […] ''zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger''
 
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==== Brief vom 21. Dezember 1880 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ====
 
==== Brief vom 21. Dezember 1880 von Betti Katzinger an [[Fanny Kobler]], Salzburg ====
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti.<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel "B K“; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart<br />  
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Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit blauem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen; [?] = unsichere Lesart<br />  
 
''Grein am 21. Dezb. 880. Liebe Großmutter! Heute habe ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß per [?] 30 f [Gulden] erhalten, ich und mein Leopold sagen Dir tausendmahl Dank für dieses reiche Christgeschenk, möge das liebe Christkind Dir vergelten, und auch Dir noch recht viele Freuden schenken, ich bete ja täglich so innig für Dich. Um Dir ja keine Sorgen zu machen schreibe ich heute sogleich damit Du weist, daß wir Geld und Brief richtig erhalten, und heute ist auch mein Kopf ziemlich gut, aber das rechte Auge ist wieder schlechter,'' […] ''Auch sehr erfreut war ich über die Nachricht, daß Fanni am 12tn d. M. [des Monats] glücklich mit einem gesunden, starken Mädchen ./.'' [Zeichen für Seitenwechsel] ''/ entbunden wurde<ref>Rosa [[Spängler]], * 1880 in Wien; † 1967; 1907 verheiratet mit Oswald Grill</ref>, Gott sey Dank das es gut verüber ist'' […] ''und wenn auch kein Bub so wird doch ihr guter Mann über dieses Christgeschenk sehr erfreut sein, und die kleine Rosa ebenso lieb haben, wie Franzi und Toni.<ref>Antonia [[Spängler]], * 1879 in Wien; † 1918; verheiratet mit Rudolf Freiherr von Widerhofer</ref> Auch Fanni hoffe ich wird sich zu trösten wißen, daß ihr Wunsch einen Buben dießmal zu bekommen nicht erfüllt wurde'' […] ''Das Dr. Schlegels Krankheit sich so sehr in die Länge zieht hätte ich nicht gedacht, und bedauere ihn seine Frau und Kinder von ganzen Herzen'' […] / ''Auch an Frau Mutter Spängler bitte ich Dich viele Empfehlungen zu entrichten, und wünsche vom Herzen das sich ihre Gesundheit bald bessere.'' […] (an die Großmutter) ''in jeden Brief bewundere ich Deine gute Schrift, bei Deinen so hohen Alter, ich freue mich immer herzlich'' ./. [Zeichen für Seitenwechsel] ''/ wenn ich ein Schreiben von Dir erhalte, und jeder Brief von Dir wird aufbewahrt als theures Andenken, auch Deine früheren Briefe habe ich alle noch! Nun lebe wohl gute Großmutter und nochmals meinen herzlich wärmsten Dank für die große Wohlthat die Du uns alljährlich erweisest'' […] ''Es küßt Dich in Gedanken Deine dankbare Betti. Die Schneeburger u. Klausnitz bitte auch vielmals zu grüßen.''
 
''Grein am 21. Dezb. 880. Liebe Großmutter! Heute habe ich Deinen lieben Brief sammt Einschluß per [?] 30 f [Gulden] erhalten, ich und mein Leopold sagen Dir tausendmahl Dank für dieses reiche Christgeschenk, möge das liebe Christkind Dir vergelten, und auch Dir noch recht viele Freuden schenken, ich bete ja täglich so innig für Dich. Um Dir ja keine Sorgen zu machen schreibe ich heute sogleich damit Du weist, daß wir Geld und Brief richtig erhalten, und heute ist auch mein Kopf ziemlich gut, aber das rechte Auge ist wieder schlechter,'' […] ''Auch sehr erfreut war ich über die Nachricht, daß Fanni am 12tn d. M. [des Monats] glücklich mit einem gesunden, starken Mädchen ./.'' [Zeichen für Seitenwechsel] ''/ entbunden wurde<ref>Rosa [[Spängler]], * 1880 in Wien; † 1967; 1907 verheiratet mit Oswald Grill</ref>, Gott sey Dank das es gut verüber ist'' […] ''und wenn auch kein Bub so wird doch ihr guter Mann über dieses Christgeschenk sehr erfreut sein, und die kleine Rosa ebenso lieb haben, wie Franzi und Toni.<ref>Antonia [[Spängler]], * 1879 in Wien; † 1918; verheiratet mit Rudolf Freiherr von Widerhofer</ref> Auch Fanni hoffe ich wird sich zu trösten wißen, daß ihr Wunsch einen Buben dießmal zu bekommen nicht erfüllt wurde'' […] ''Das Dr. Schlegels Krankheit sich so sehr in die Länge zieht hätte ich nicht gedacht, und bedauere ihn seine Frau und Kinder von ganzen Herzen'' […] / ''Auch an Frau Mutter Spängler bitte ich Dich viele Empfehlungen zu entrichten, und wünsche vom Herzen das sich ihre Gesundheit bald bessere.'' […] (an die Großmutter) ''in jeden Brief bewundere ich Deine gute Schrift, bei Deinen so hohen Alter, ich freue mich immer herzlich'' ./. [Zeichen für Seitenwechsel] ''/ wenn ich ein Schreiben von Dir erhalte, und jeder Brief von Dir wird aufbewahrt als theures Andenken, auch Deine früheren Briefe habe ich alle noch! Nun lebe wohl gute Großmutter und nochmals meinen herzlich wärmsten Dank für die große Wohlthat die Du uns alljährlich erweisest'' […] ''Es küßt Dich in Gedanken Deine dankbare Betti. Die Schneeburger u. Klausnitz bitte auch vielmals zu grüßen.''