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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | 1915 geboren in Hallein, absolvierte er in Wien ein Doppelstudium und promovierte 1940 zum Dr. rer. naturarum und Mag. phil. an der Universität sowie an der Akademie der Bildenden Künste zum Mag. artium (bei den Professoren Böckl und Fahringer sowie in der Meisterklasse für Grafik bei Prof. Martin). Als Meteorologe im [[Zweiten Weltkrieg]] als Wetterflieger verwendet, hatte er mannigfache Gelegenheit zu Studien über Atmosphäre, Licht, Farbe und Trübung, worauf er später aufbauen sollte. [[1946]] wurde er zum ersten Kulturreferent der Stadt Salzburg ernannt, setzte sich in dieser Funktion u.a. initiativ für die im Krieg dezimierten Museumsbestände, die Restitution wertvoller Dokumente des Archivs der [[Paracelsusgesellschaft]] sowie die verschiedensten Probleme der Altstadtsanierung ein. Nach nur einem Jahr verließ Steiner die Politik und entschied sich für Kunst und Lehre. [[1953]] berief ihn [[Oskar Kokoschka]] als ersten Assistent; im gleichen Jahr begründete Sepp Steiner mit Oskar Kokoschka die [[Internationale Sommerakademie für bildende Kunst]], die "Schule des Sehens“, die er intensiv betreute. Kernpunkt war das Plädoyer, sich künstlerisch von der dunklen Seite der Kriege abzusetzen und eine neue humanitäre Kunst zu entwickeln. | + | 1915 geboren in Hallein, absolvierte er in Wien ein Doppelstudium und promovierte 1940 zum Dr. rer. naturarum und Mag. phil. an der Universität sowie an der Akademie der Bildenden Künste zum Mag. artium (bei den Professoren Böckl und Fahringer sowie in der Meisterklasse für Grafik bei Prof. Martin). Als Meteorologe im [[Zweiten Weltkrieg]] als Wetterflieger verwendet, hatte er mannigfache Gelegenheit zu Studien über Atmosphäre, Licht, Farbe und Trübung, worauf er später aufbauen sollte. [[1946]] wurde er zum ersten Kulturreferent der Stadt Salzburg ernannt, setzte sich in dieser Funktion u.a. initiativ für die im Krieg dezimierten Museumsbestände, die Restitution wertvoller Dokumente des Archivs der [[Paracelsusgesellschaft]] sowie die verschiedensten Probleme der Altstadtsanierung ein. Nach nur einem Jahr verließ Steiner die Politik und entschied sich für Kunst und Lehre. [[1953]] berief ihn [[Oskar Kokoschka]] als ersten Assistent; im gleichen Jahr begründete Sepp Steiner mit Oskar Kokoschka die [[Internationale Sommerakademie für bildende Kunst]], die "Schule des Sehens", die er intensiv betreute. Kernpunkt war das Plädoyer, sich künstlerisch von der dunklen Seite der Kriege abzusetzen und eine neue humanitäre Kunst zu entwickeln. |
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| | Oskar Kokoschka schrieb wenig später:<br /> | | Oskar Kokoschka schrieb wenig später:<br /> |
| − | "Mein lieber Herr Dr. Steiner, die längste Zeit drängt es mich schon, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu ihrer aufopfernden und künstlerisch so wertvollen Mitarbeit an dem großen Wagnis meiner Schule des Sehens in Salzburg auszusprechen. Niemand hatte mir in den ersten zwei Jahren so helfen können, dass trotz des Widerstandes von mancher Seite, des Unverständnisses der Öffentlichkeit ... ein so glänzender Erfolg zu verzeichnen ist. Sie sind nicht nur ein Künstler mit tiefem Gefühl sondern auch ein Lehrer, der sich mit Takt die Autorität in dieser bunt zusammengewürfelten Schar bald zu erwerben wusste ...“. | + | "Mein lieber Herr Dr. Steiner, die längste Zeit drängt es mich schon, Ihnen meinen herzlichsten Dank zu ihrer aufopfernden und künstlerisch so wertvollen Mitarbeit an dem großen Wagnis meiner Schule des Sehens in Salzburg auszusprechen. Niemand hatte mir in den ersten zwei Jahren so helfen können, dass trotz des Widerstandes von mancher Seite, des Unverständnisses der Öffentlichkeit ... ein so glänzender Erfolg zu verzeichnen ist. Sie sind nicht nur ein Künstler mit tiefem Gefühl sondern auch ein Lehrer, der sich mit Takt die Autorität in dieser bunt zusammengewürfelten Schar bald zu erwerben wusste ...". |
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| | Sepp Steiner lebte in der Stadt Salzburg, wo er 93-jährig verstarb. Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt. | | Sepp Steiner lebte in der Stadt Salzburg, wo er 93-jährig verstarb. Seine Urne ist am [[Kommunalfriedhof]] Salzburg beigesetzt. |
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| | Während ihn die Aquarelltechnik lebenslang begleitete, lösten in den [[1970er]]-Jahren Acrylarbeiten die bisher verwendeten Ölfarben ab, wurden weiterentwickelt und durch verschiedenste Einschlüsse (Sand, Leinen, Gefäße, Metalle u.v.m.) strukturiert. In dieser Phase begann er auf der Basis von langjährigen Forschungen mit der Grundstoffindustrie mit großformatigen Kunstharzgüssen bzw. Kunstharzmalerei auf Folie, gleichsam eine transponierte Renaissance mittelalterlicher Glasmalerei. Mosaike legte er bis in die 1980er Jahre hinein, an Wandgestaltungen aus Marmor arbeitete er noch eine Dekade länger. Die Schüttbilder entstanden erst nach 2000 als Werke des damals bereits 85-jährigen Künstlers. | | Während ihn die Aquarelltechnik lebenslang begleitete, lösten in den [[1970er]]-Jahren Acrylarbeiten die bisher verwendeten Ölfarben ab, wurden weiterentwickelt und durch verschiedenste Einschlüsse (Sand, Leinen, Gefäße, Metalle u.v.m.) strukturiert. In dieser Phase begann er auf der Basis von langjährigen Forschungen mit der Grundstoffindustrie mit großformatigen Kunstharzgüssen bzw. Kunstharzmalerei auf Folie, gleichsam eine transponierte Renaissance mittelalterlicher Glasmalerei. Mosaike legte er bis in die 1980er Jahre hinein, an Wandgestaltungen aus Marmor arbeitete er noch eine Dekade länger. Die Schüttbilder entstanden erst nach 2000 als Werke des damals bereits 85-jährigen Künstlers. |
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| − | Seine Aquarelle beweisen den Besitz der Geheimnisse der Linien, der Farben, der Kontraste, des Lichtes und des Schattens der mit epigrammatisch kurzen Linien festgehaltenen Bewegung. Abstrakt oder figural war für Sepp Steiner sekundär, weil er primär Ausdruck, Gehalt und psychologische Assoziation zum Klingen bringen wollte. Damit sollte die "Sehweise“ seiner Bilder zeitlos auf die für alle Menschen kollektiv gesetzten Werte aufbauen, wobei der Farbe oft eine dominierende Bedeutung zugeordnet wurde. Nach seinem künstlerischen Grundsatz sollte die Farbe erst im Verbund mit der Struktur und dem Graphismus jeden optischen Reiz auslösen, der auch im Profanen die große kosmische Ordnung erahnen lässt. | + | Seine Aquarelle beweisen den Besitz der Geheimnisse der Linien, der Farben, der Kontraste, des Lichtes und des Schattens der mit epigrammatisch kurzen Linien festgehaltenen Bewegung. Abstrakt oder figural war für Sepp Steiner sekundär, weil er primär Ausdruck, Gehalt und psychologische Assoziation zum Klingen bringen wollte. Damit sollte die "Sehweise" seiner Bilder zeitlos auf die für alle Menschen kollektiv gesetzten Werte aufbauen, wobei der Farbe oft eine dominierende Bedeutung zugeordnet wurde. Nach seinem künstlerischen Grundsatz sollte die Farbe erst im Verbund mit der Struktur und dem Graphismus jeden optischen Reiz auslösen, der auch im Profanen die große kosmische Ordnung erahnen lässt. |
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| | Die Achtung vor der Materialqualität und die Ehrfurcht vor der Seele des Materials - Papier, Farbe, Pinsel, Steine, Mosaike, Kunstharze u.a.m. - waren für ihn Leitmotive seines Schaffens. Sepp Steiner zeigte in den Motiven, Techniken und Ausdrucksformen seiner Bilder eine analog umfassende Bandbreite und gab sich nicht mit Routine, gefälligem Dekor oder Ästhetizismus zufrieden. Er suchte vielmehr das eigene Psychogramm mit der prägnanten Kurzformel seiner Motive zu kombinieren und zu einer allgemein gültigen Aussage zu verschmelzen. Die Betonmalereien in Hochhäusern im In- und Ausland (z. B. die durchgehende Betonmalerei im neunstöckigen Hochhaus der [[Salzburger Stadtwerke]]), Mosaiken in Schulen, Krankenhäusern und Industrieanlagen haben nicht nur eine malerisch- ästhetische sondern auch eine wissenschaftlich-medizinische Bedeutung, sollten positiv auf Psyche und Physis wirken und eine positive Erlebnisqualität schaffen. Steiner war im Besitz der Fähigkeit, in einem Bild mehr darzustellen, als die Augen des Betrachters als erstes sehen können, einerseits ein mühevoll erarbeitetes handwerkliches Können, andererseits die Gnade eines großen Talents. Bis wenige Monate vor seinem Tod war er aktiv und malte, in den letzten Lebensmonaten vorwiegend Aquarelle. | | Die Achtung vor der Materialqualität und die Ehrfurcht vor der Seele des Materials - Papier, Farbe, Pinsel, Steine, Mosaike, Kunstharze u.a.m. - waren für ihn Leitmotive seines Schaffens. Sepp Steiner zeigte in den Motiven, Techniken und Ausdrucksformen seiner Bilder eine analog umfassende Bandbreite und gab sich nicht mit Routine, gefälligem Dekor oder Ästhetizismus zufrieden. Er suchte vielmehr das eigene Psychogramm mit der prägnanten Kurzformel seiner Motive zu kombinieren und zu einer allgemein gültigen Aussage zu verschmelzen. Die Betonmalereien in Hochhäusern im In- und Ausland (z. B. die durchgehende Betonmalerei im neunstöckigen Hochhaus der [[Salzburger Stadtwerke]]), Mosaiken in Schulen, Krankenhäusern und Industrieanlagen haben nicht nur eine malerisch- ästhetische sondern auch eine wissenschaftlich-medizinische Bedeutung, sollten positiv auf Psyche und Physis wirken und eine positive Erlebnisqualität schaffen. Steiner war im Besitz der Fähigkeit, in einem Bild mehr darzustellen, als die Augen des Betrachters als erstes sehen können, einerseits ein mühevoll erarbeitetes handwerkliches Können, andererseits die Gnade eines großen Talents. Bis wenige Monate vor seinem Tod war er aktiv und malte, in den letzten Lebensmonaten vorwiegend Aquarelle. |
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| | Salzburg, Alt-Salzburg ([[18. April]] [[2007]]–[[26. Februar]] [[2008]])<br /> | | Salzburg, Alt-Salzburg ([[18. April]] [[2007]]–[[26. Februar]] [[2008]])<br /> |
| | Salzburg-München Bank, München ([[6. Juni|6.]]–[[21. Juni]] 2007)<br /> | | Salzburg-München Bank, München ([[6. Juni|6.]]–[[21. Juni]] 2007)<br /> |
| − | München, Verband der Bayerischen Wirtschaft, "art meets business“, ([[18. Oktober|18.]]–[[21. Oktober]] 2007)<br /> | + | München, Verband der Bayerischen Wirtschaft, "art meets business", ([[18. Oktober|18.]]–[[21. Oktober]] 2007)<br /> |
| | Salzburg, Artport, ([[31. Jänner]]–[[15. März]] [[2008]])<br /> | | Salzburg, Artport, ([[31. Jänner]]–[[15. März]] [[2008]])<br /> |
| | Salzburg, Kulturamt der Stadt, "Rückblick - Überblick", Ausstellung anlässlich bevorstehenden 100. Geburtstages, [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]], ([[9. Juni]]–[[11. Juli]] [[2014]]) | | Salzburg, Kulturamt der Stadt, "Rückblick - Überblick", Ausstellung anlässlich bevorstehenden 100. Geburtstages, [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]], ([[9. Juni]]–[[11. Juli]] [[2014]]) |