| | Hagenau ist ein Herkunftsname ([[Flurname]]) und setzt sich aus den Begriffen Hagen und Au zusammen, die beide germanische Wurzeln (haga und awjo) haben. Hagen leitet sich von dem althochdeutschen Wort hagan ab, was soviel wie "Hain, Einhegung" bedeutet. Hag wiederum geht auf den germanischen Begriff haga/ hagaz, auch hagjô, hagjôn "Umzäunung", "Gehege" zurück, und umfasst auch den Begriff "Schutz" wie in hegen und behaglich. Unter Hagen verstand man folglich das Umfrieden bzw. die Umfriedigung eines Geländes durch gekapptes Buschholz oder eine lebende [[Hecke]]. Hierzu dienten dornige Sträucher wie Hagedorn (Weißdorn), Hagerose (Hunds-Rose) oder stark verwachsende Pflanzen wie die Hagebuche (Hainbuche), etc.. | | Hagenau ist ein Herkunftsname ([[Flurname]]) und setzt sich aus den Begriffen Hagen und Au zusammen, die beide germanische Wurzeln (haga und awjo) haben. Hagen leitet sich von dem althochdeutschen Wort hagan ab, was soviel wie "Hain, Einhegung" bedeutet. Hag wiederum geht auf den germanischen Begriff haga/ hagaz, auch hagjô, hagjôn "Umzäunung", "Gehege" zurück, und umfasst auch den Begriff "Schutz" wie in hegen und behaglich. Unter Hagen verstand man folglich das Umfrieden bzw. die Umfriedigung eines Geländes durch gekapptes Buschholz oder eine lebende [[Hecke]]. Hierzu dienten dornige Sträucher wie Hagedorn (Weißdorn), Hagerose (Hunds-Rose) oder stark verwachsende Pflanzen wie die Hagebuche (Hainbuche), etc.. |
| − | Das Wort Au (von Wasser durch- oder umflossenes Land) läßt sich auf das germanische Wort awjo (zum Wasser gehörig) zurückführen. Der davon abgeleitete althochdeutsche Begriff Awa (Owa) wandelte sich im Mittelhochdeutschen zu Ouwe, um schließlich als Begriff Au oder Aue unverändert zu bleiben. Unter Au versteht man eine fruchtbare und ebene Flusslandschaft, die für eine Niederlassung bei frühen Urbarmachungen und Besiedlungen ideale Voraussetzungen mit sich brachte. In diesem umfriedeten Gelände stand meist ein Hof, ein Gehöft, ein Weiler oder eine Mühle. In der Grenzlandschaft wurden diese Gebäude später oft mit einem Turm zu einer (vorerst meist hölzernen) Feste ausgebaut. Somit verstand man unter Hagenau eine umzäunte Au, genauer gesagt ein mit "Buschholz begrenztes Land bei einem Fluß“. | + | Das Wort Au (von Wasser durch- oder umflossenes Land) läßt sich auf das germanische Wort awjo (zum Wasser gehörig) zurückführen. Der davon abgeleitete althochdeutsche Begriff Awa (Owa) wandelte sich im Mittelhochdeutschen zu Ouwe, um schließlich als Begriff Au oder Aue unverändert zu bleiben. Unter Au versteht man eine fruchtbare und ebene Flusslandschaft, die für eine Niederlassung bei frühen Urbarmachungen und Besiedlungen ideale Voraussetzungen mit sich brachte. In diesem umfriedeten Gelände stand meist ein Hof, ein Gehöft, ein Weiler oder eine Mühle. In der Grenzlandschaft wurden diese Gebäude später oft mit einem Turm zu einer (vorerst meist hölzernen) Feste ausgebaut. Somit verstand man unter Hagenau eine umzäunte Au, genauer gesagt ein mit "Buschholz begrenztes Land bei einem Fluß". |
| | Die Semantik des Namens Hagenau stimmt sowohl mit dem (redenden) Stammwappen, als auch mit der historischen Rolle der Herren von Hagenau überein. Das Hagenauer Stammwappen ist ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg (1671 durch zwei seitlich auffliegende Adler vermehrt), wobei der Strauch für Hagen und der Dreiberg für eine Landschaft, in dem Fall eine Au, steht. Die Verantwortung der Herren von Hagenau (als meist kirchliche Vögte) bestand in der Verwaltung neuer Gebiete, was auch die Aufsicht über Rodung, Urbarmachung, Pflege und Christianisierung beinhaltet hatte. Also dem "Hagen" neuer Territorien im altbayrischen Grenzgebiet (östlich und südöstlich vom heutigen Bayern). Dabei waren die Hagenauer stets in "Auen" bei Flüssen (Paar, Amper, Moosach, Isar, Perschling, Traisen, Inn, Saalach, Salzach, Donau) angesiedelt. | | Die Semantik des Namens Hagenau stimmt sowohl mit dem (redenden) Stammwappen, als auch mit der historischen Rolle der Herren von Hagenau überein. Das Hagenauer Stammwappen ist ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg (1671 durch zwei seitlich auffliegende Adler vermehrt), wobei der Strauch für Hagen und der Dreiberg für eine Landschaft, in dem Fall eine Au, steht. Die Verantwortung der Herren von Hagenau (als meist kirchliche Vögte) bestand in der Verwaltung neuer Gebiete, was auch die Aufsicht über Rodung, Urbarmachung, Pflege und Christianisierung beinhaltet hatte. Also dem "Hagen" neuer Territorien im altbayrischen Grenzgebiet (östlich und südöstlich vom heutigen Bayern). Dabei waren die Hagenauer stets in "Auen" bei Flüssen (Paar, Amper, Moosach, Isar, Perschling, Traisen, Inn, Saalach, Salzach, Donau) angesiedelt. |