| | * '''Johann Baptist Oberascher''' (* [[17. Juni]] [[1737]] in [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]]; † [[1797]]) war Sohn eines Bauern und ist der Stammvater der Glockengießerdynastie Oberascher. Er erlernte den Glockenguss bei Johann Georg Leschinger (Meisterbrief [[1753]]). Nach Leschingers Tod heiratete er am [[7. Mai]] [[1765]] dessen Witwe und übernahm den Betrieb. Johann Baptist Oberascher gilt als der bedeutendste Gießer der [[Barock]]zeit in Salzburg. Bis zu seinem Tod 1797 goss er 83 namentlich angeführte Glocken.<ref name="Jungwirth">Augustin Jungwirth: ''Die Glocken und Glockengießer Salzburgs''. In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 75, 1935</ref> Neben zahlreichen Glocken schuf er auch ganze Geläute, darunter eine der größten Gussleistungen der Barockzeit in Österreich, das Stiftsgeläute in [[Mondsee (Ort)|Mondsee]], dessen große Glocke ein Gewicht von 4 383 kg aufwies. Von diesem Geläute überdauerte nur die zweitgrößte Glocke die Kriege. Das Geläute für die [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno|Kirche St. Zeno]] in [[Bad Reichenhall]] dagegen ist noch vollständig erhalten (vier Glocken aus [[1790]]–[[1791]], die große mit 2 268 kg) und zählt zu den klangschönsten der Barockzeit. | | * '''Johann Baptist Oberascher''' (* [[17. Juni]] [[1737]] in [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]]; † [[1797]]) war Sohn eines Bauern und ist der Stammvater der Glockengießerdynastie Oberascher. Er erlernte den Glockenguss bei Johann Georg Leschinger (Meisterbrief [[1753]]). Nach Leschingers Tod heiratete er am [[7. Mai]] [[1765]] dessen Witwe und übernahm den Betrieb. Johann Baptist Oberascher gilt als der bedeutendste Gießer der [[Barock]]zeit in Salzburg. Bis zu seinem Tod 1797 goss er 83 namentlich angeführte Glocken.<ref name="Jungwirth">Augustin Jungwirth: ''Die Glocken und Glockengießer Salzburgs''. In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 75, 1935</ref> Neben zahlreichen Glocken schuf er auch ganze Geläute, darunter eine der größten Gussleistungen der Barockzeit in Österreich, das Stiftsgeläute in [[Mondsee (Ort)|Mondsee]], dessen große Glocke ein Gewicht von 4 383 kg aufwies. Von diesem Geläute überdauerte nur die zweitgrößte Glocke die Kriege. Das Geläute für die [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno|Kirche St. Zeno]] in [[Bad Reichenhall]] dagegen ist noch vollständig erhalten (vier Glocken aus [[1790]]–[[1791]], die große mit 2 268 kg) und zählt zu den klangschönsten der Barockzeit. |
| − | * ''Johann Oberascher'' (* [[26. Jänner]] [[1769]];<ref>Er wurde von Kaplan ''Leopold Lamprecht'' im Salzburger Dom auf den Namen ''Johann Bap. Franz'' getauft; [[Archiv der Erzdiözese Salzburg]], Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/2 1756–1814. Siehe: [http://www.data.matricula.info/php/view.php?ar_id=3670&link=35353032x29#&posX=-0.0012277470841006752&posY=0.45610804174340086&zoom=0.24999999999999997&path=dfc7c76b6e3038f93cf6fc3fc76bf7e0edeec76e3038f93cf6fc3f3d3b35f13330fcfc36c76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0edeec76dd3dce1eac7ecc76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0edeec76dd3dce1eac7ec6be1eec56d30f633366be1ece6ecc739f13f Bildnummer 03-Taufe_0252], aufgerufen am 10. April 2017.</ref> † [[23. Dezember]] [[1847]]) übernahm die Gießerei nach dem Tod seines Vaters 1797 und führte sie bis [[1835]]. Trotz Kriegszeit und Geldentwertung nahm unter ihm der Betrieb an Bedeutung zu. Für Salzburg und Umgebung lieferte die Gießerei 138 größere Glocken. Um der zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden, sah sich Johann Oberascher [[1810]] veranlasst, den Betrieb zu erweitern und die alte Gießstätte vom Stammhaus in der Goldgasse in die Glockengasse und später in die Linzer Gasse zu verlegen. In [[Nonntal]] "vor der Schanze" erwarb der nunmehrige königlich-bayerische Stuk- und Glockengießer eine Werkstätte zum Drehen und Bohren von Kanonenrohren.<ref name="Jungwirth" /> Im Zuge des großen [[Stadtbrand Salzburg 1818|Salzburger Stadtbrandes]] von [[30. April]] bis [[4. Mai]] [[1818]] brannte auch die Gießerei der Firma Oberascher bis auf die Außenmauern ab. Nachdem Johann Oberascher sich bereits am [[13. Mai]] 1818 an die zuständige Salzburger Baukommission mit Plänen zum Wiederaufbau seiner Gießerei gewandt hatte, durfte er den Betrieb zunächst jedoch nicht neu errichten. Hintergrund hierfür war, dass es bereits seit 1810 zu wiederholten Auseinandersetzungen mit den Anrainern über die Gießerei und die damit zusammenhängende Brandgefahr für die Nachbarobjekte gekommen war. Zunächst wurden mehrere Sachverständige und die Landesregierung mit den Wiedererrichtungsplänen der Gießerei Oberascher befasst. Johann Oberascher wandte sich in weiterer Folge direkt an Kaiser [[Franz I.]] und bat diesen um seine Unterstützung, insbesondere mit dem Argument, dass die Gießerei mit ihrer Kanonenproduktion auch für das Militär des [[Kaisertum Österreich|Habsburgerreiches]] von Bedeutung wäre. Die Firma Oberascher setzte sich letzten Endes gegen alle Einwände durch und mit dem Einlangen einer ''allerhöchsten Entschließung'' konnte die Gießerei schließlich bis zum Juni [[1819]] wieder neu errichtet werden.<ref name="Marx">[[Erich Marx]]: ''Wiederaufbau oder Abbruch'', in Erich Marx, [[Peter Husty]], [[Peter F. Kramml]] [Hrsg.] "Die Flammen lodern wütend“ - Der große Salzburger Stadtbrand 1818, S. 185 f., Stadtarchiv und Statistik der Stadt Salzburg, Salzburg 2018</ref> Von Johann Obderascher stammt auch das [[1818]] gegossene große hydraulische Solpumpwerk für die [[Saline Reichenhall|Saline]] in [[Bad Reichenhall]]. Das Pumpwerk gilt allgemein als ein Meisterwerk der Gießkunst und ist heute im Technischen Museum in München ausgestellt.<ref name="Jungwirth" /> | + | * ''Johann Oberascher'' (* [[26. Jänner]] [[1769]];<ref>Er wurde von Kaplan ''Leopold Lamprecht'' im Salzburger Dom auf den Namen ''Johann Bap. Franz'' getauft; [[Archiv der Erzdiözese Salzburg]], Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/2 1756–1814. Siehe: [http://www.data.matricula.info/php/view.php?ar_id=3670&link=35353032x29#&posX=-0.0012277470841006752&posY=0.45610804174340086&zoom=0.24999999999999997&path=dfc7c76b6e3038f93cf6fc3fc76bf7e0edeec76e3038f93cf6fc3f3d3b35f13330fcfc36c76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0edeec76dd3dce1eac7ecc76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0edeec76dd3dce1eac7ec6be1eec56d30f633366be1ece6ecc739f13f Bildnummer 03-Taufe_0252], aufgerufen am 10. April 2017.</ref> † [[23. Dezember]] [[1847]]) übernahm die Gießerei nach dem Tod seines Vaters 1797 und führte sie bis [[1835]]. Trotz Kriegszeit und Geldentwertung nahm unter ihm der Betrieb an Bedeutung zu. Für Salzburg und Umgebung lieferte die Gießerei 138 größere Glocken. Um der zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden, sah sich Johann Oberascher [[1810]] veranlasst, den Betrieb zu erweitern und die alte Gießstätte vom Stammhaus in der Goldgasse in die Glockengasse und später in die Linzer Gasse zu verlegen. In [[Nonntal]] "vor der Schanze" erwarb der nunmehrige königlich-bayerische Stuk- und Glockengießer eine Werkstätte zum Drehen und Bohren von Kanonenrohren.<ref name="Jungwirth" /> Im Zuge des großen [[Stadtbrand Salzburg 1818|Salzburger Stadtbrandes]] von [[30. April]] bis [[4. Mai]] [[1818]] brannte auch die Gießerei der Firma Oberascher bis auf die Außenmauern ab. Nachdem Johann Oberascher sich bereits am [[13. Mai]] 1818 an die zuständige Salzburger Baukommission mit Plänen zum Wiederaufbau seiner Gießerei gewandt hatte, durfte er den Betrieb zunächst jedoch nicht neu errichten. Hintergrund hierfür war, dass es bereits seit 1810 zu wiederholten Auseinandersetzungen mit den Anrainern über die Gießerei und die damit zusammenhängende Brandgefahr für die Nachbarobjekte gekommen war. Zunächst wurden mehrere Sachverständige und die Landesregierung mit den Wiedererrichtungsplänen der Gießerei Oberascher befasst. Johann Oberascher wandte sich in weiterer Folge direkt an Kaiser [[Franz I.]] und bat diesen um seine Unterstützung, insbesondere mit dem Argument, dass die Gießerei mit ihrer Kanonenproduktion auch für das Militär des [[Kaisertum Österreich|Habsburgerreiches]] von Bedeutung wäre. Die Firma Oberascher setzte sich letzten Endes gegen alle Einwände durch und mit dem Einlangen einer ''allerhöchsten Entschließung'' konnte die Gießerei schließlich bis zum Juni [[1819]] wieder neu errichtet werden.<ref name="Marx">[[Erich Marx]]: ''Wiederaufbau oder Abbruch'', in Erich Marx, [[Peter Husty]], [[Peter F. Kramml]] [Hrsg.] "Die Flammen lodern wütend" - Der große Salzburger Stadtbrand 1818, S. 185 f., Stadtarchiv und Statistik der Stadt Salzburg, Salzburg 2018</ref> Von Johann Obderascher stammt auch das [[1818]] gegossene große hydraulische Solpumpwerk für die [[Saline Reichenhall|Saline]] in [[Bad Reichenhall]]. Das Pumpwerk gilt allgemein als ein Meisterwerk der Gießkunst und ist heute im Technischen Museum in München ausgestellt.<ref name="Jungwirth" /> |
| | Der ''bürgerliche Stuk und Glockengießer'' starb ''im 79. Jahre seines thätigen Lebens'' und wurde im Sebastiansfriedhof beigesetzt, seine Gattin Anna Wagner war ihm schon fünf Jahre früher, am [[27. August]] [[1842]], vorangegangen. | | Der ''bürgerliche Stuk und Glockengießer'' starb ''im 79. Jahre seines thätigen Lebens'' und wurde im Sebastiansfriedhof beigesetzt, seine Gattin Anna Wagner war ihm schon fünf Jahre früher, am [[27. August]] [[1842]], vorangegangen. |