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Zu Beginn wandert das Grüppchen durch das Foyer der Geisteswissenschaften der [[Universität Salzburg]] am [[Rudolfskai]]. Da ist das alte Gebäude der [[Handelsakademie Salzburg|Handelsschule]], an das rückwärtig ein moderner Trakt angebaut wurde. Es geht durch den Innenhof der Neuen Residenz, hinauf auf die Dachterrasse der Neuen Residenz, durch die Bürgerstadt, hinauf zur Festung. Man wandelt zwischen der Baukunst vergangener Jahrhunderte – und diskutiert doch stärker über die großen Bauprojekte der Moderne, die in Salzburg stets so umstritten waren.
 
Zu Beginn wandert das Grüppchen durch das Foyer der Geisteswissenschaften der [[Universität Salzburg]] am [[Rudolfskai]]. Da ist das alte Gebäude der [[Handelsakademie Salzburg|Handelsschule]], an das rückwärtig ein moderner Trakt angebaut wurde. Es geht durch den Innenhof der Neuen Residenz, hinauf auf die Dachterrasse der Neuen Residenz, durch die Bürgerstadt, hinauf zur Festung. Man wandelt zwischen der Baukunst vergangener Jahrhunderte – und diskutiert doch stärker über die großen Bauprojekte der Moderne, die in Salzburg stets so umstritten waren.
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Das geplante Hallenbad neben dem Kongresshaus. Die heiß umfehdete Bebauung des [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]]es. Die Granitplatten, die den [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] zieren sollen. Der [[Unipark Nonntal|Unipark]] im [[Nonntal]]. Noch immer schaut Friedrich Idam freundlich drein, aber seinen Worten fehlt es nicht an Deutlichkeit: All dem kann er wenig abgewinnen. Beim geplanten Hallenbad zeigt er sich froh, dass es aufgrund seiner Konstruktion wohl nach 30 Jahren abbruchreif sein werde. Beim Unipark seien peinliche "Anfängerfehler“ passiert. Und zum [[Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz|Rehrlplatz-Projekt]] sagt er nur, dass er froh sei, dass sich mit dem misslungenen Entwurf gottlob sein Vorgänger habe beschäftigen müssen.
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Das geplante Hallenbad neben dem Kongresshaus. Die heiß umfehdete Bebauung des [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]]es. Die Granitplatten, die den [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] zieren sollen. Der [[Unipark Nonntal|Unipark]] im [[Nonntal]]. Noch immer schaut Friedrich Idam freundlich drein, aber seinen Worten fehlt es nicht an Deutlichkeit: All dem kann er wenig abgewinnen. Beim geplanten Hallenbad zeigt er sich froh, dass es aufgrund seiner Konstruktion wohl nach 30 Jahren abbruchreif sein werde. Beim Unipark seien peinliche "Anfängerfehler" passiert. Und zum [[Bauvorhaben Dr.-Franz-Rehrl-Platz|Rehrlplatz-Projekt]] sagt er nur, dass er froh sei, dass sich mit dem misslungenen Entwurf gottlob sein Vorgänger habe beschäftigen müssen.
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Friedrich Idam liebt die Bauensembles des [[Barock]]. Das geplante [[Paracelsusbad (historisch)|Hallenbad]] von Berger+Parkkinen liebt er eher weniger. Da muss man ihn schon fragen: "''Haben wir Ihrer Meinung nach in der Moderne das Bauen verlernt?''Überraschend schnell kommt die Antwort: "''Ja, durchaus.''
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Friedrich Idam liebt die Bauensembles des [[Barock]]. Das geplante [[Paracelsusbad (historisch)|Hallenbad]] von Berger+Parkkinen liebt er eher weniger. Da muss man ihn schon fragen: "''Haben wir Ihrer Meinung nach in der Moderne das Bauen verlernt?''" Überraschend schnell kommt die Antwort: "''Ja, durchaus.''"
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Idam selbst hat es mit der Kunstgeschichte, mit Fachwissen in Statik und Baumaterial, mit der künstlerischen Arbeit seiner eigenen Hände, und mit der Zurückhaltung von Architekten und Bauherren. Und all diese Eigenschaften vermisst er zu oft bei jenen, die moderne Architektur in Auftrag geben, und noch mehr bei jenen, die sie gestalten und ausführen. "''Man lernt das Handwerk, den Hochbau, im Architekturstudium gar nicht mehr'', sagt Idam. "''Da geht es nur noch darum, möglichst ausgefallene eigene Projekte zu konzipieren und professionell zu präsentieren.''
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Idam selbst hat es mit der Kunstgeschichte, mit Fachwissen in Statik und Baumaterial, mit der künstlerischen Arbeit seiner eigenen Hände, und mit der Zurückhaltung von Architekten und Bauherren. Und all diese Eigenschaften vermisst er zu oft bei jenen, die moderne Architektur in Auftrag geben, und noch mehr bei jenen, die sie gestalten und ausführen. "''Man lernt das Handwerk, den Hochbau, im Architekturstudium gar nicht mehr''", sagt Idam. "''Da geht es nur noch darum, möglichst ausgefallene eigene Projekte zu konzipieren und professionell zu präsentieren.''"
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Ja gut, aber das ist eben der Job von Architekten, oder? Ganz und gar nicht, findet Idam. Er ist gegen den scharfen Kontrast von Alt und Neu, gegen Kontrapunkte und Selbstverwirklichungs-Bauten. Es komme stattdessen darauf an, die Umgebung eines Bauwerks zu studieren. Die Formensprache der Architektur, aber auch der Natur, die Baustoffe und ihre Oberfläche, aufzugreifen und harmonisch weiterzuführen. "''Ein Architekt braucht Demut'', fasst Idam sich zusammen.
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Ja gut, aber das ist eben der Job von Architekten, oder? Ganz und gar nicht, findet Idam. Er ist gegen den scharfen Kontrast von Alt und Neu, gegen Kontrapunkte und Selbstverwirklichungs-Bauten. Es komme stattdessen darauf an, die Umgebung eines Bauwerks zu studieren. Die Formensprache der Architektur, aber auch der Natur, die Baustoffe und ihre Oberfläche, aufzugreifen und harmonisch weiterzuführen. "''Ein Architekt braucht Demut''", fasst Idam sich zusammen.
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Ganz wollen ihm Architektin Mühlfellner und Kunsthistorikerin Breuste da nicht zustimmen. Vor allem glauben sie, dass die Architektur der Moderne schon ihre ganz eigene Qualität habe – und es ganz normal sei, dass viele Bürger sie hässlich fänden und über "''moderne Schuhschachteln''schimpften. "''Auch die Bauten anderer Epochen sind von Zeitgenossen kritisiert worden, selbst jene der [[Gründerzeit]]. Und erst recht jene des [[Jugendstil]]s'', sagt Breuste. "''In der Moderne ist uns einfach das Dekor abhandengekommen. Und die Menschen haben noch Phantomschmerzen.''Mühlfellner assistiert: "''Die schlichte Form der Moderne wird man wohl erst viel später zu schätzen wissen.''
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Ganz wollen ihm Architektin Mühlfellner und Kunsthistorikerin Breuste da nicht zustimmen. Vor allem glauben sie, dass die Architektur der Moderne schon ihre ganz eigene Qualität habe – und es ganz normal sei, dass viele Bürger sie hässlich fänden und über "''moderne Schuhschachteln''" schimpften. "''Auch die Bauten anderer Epochen sind von Zeitgenossen kritisiert worden, selbst jene der [[Gründerzeit]]. Und erst recht jene des [[Jugendstil]]s''", sagt Breuste. "''In der Moderne ist uns einfach das Dekor abhandengekommen. Und die Menschen haben noch Phantomschmerzen.''" Mühlfellner assistiert: "''Die schlichte Form der Moderne wird man wohl erst viel später zu schätzen wissen.''"
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Da hält Icomos-Mann Idam dagegen: "''Wir wären heute dazu aufgerufen, die Denkmäler für das 22. Jahrhundert zu bauen. Aber unsere Bauten sind nach wenigen Jahrzehnten kaputt – eben, weil wir gar nicht mehr so bauen können wie früher.''Das wiederum glaubt Mühlfellner nicht. Neue Baumaterialien seien für viele Generationen beständig. Wenn man sie nur richtig einsetze.
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Da hält Icomos-Mann Idam dagegen: "''Wir wären heute dazu aufgerufen, die Denkmäler für das 22. Jahrhundert zu bauen. Aber unsere Bauten sind nach wenigen Jahrzehnten kaputt – eben, weil wir gar nicht mehr so bauen können wie früher.''" Das wiederum glaubt Mühlfellner nicht. Neue Baumaterialien seien für viele Generationen beständig. Wenn man sie nur richtig einsetze.
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In einem sind Idam, Breuste und Mühlfellner sich aber einig: Dass es tatsächlich ein Merkmal der Moderne sei, dass für Gestaltung und gute Architektur, für hochwertige Materialien zu wenig Geld da sei. Stattdessen regierten zu oft der Kommerz, die Interessen von selbstverwirklichungssüchtigen Politikern und Baulobbyisten, die Maximierung von Kubatur und Gewinn. Und zwar überall. "''Da ist Salzburg noch eher ein positives Beispiel'', sagt Idam mit sogar noch etwas freundlicherem Gesicht. "''Wir jammern da auch ein bisschen auf hohem Niveau.''
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In einem sind Idam, Breuste und Mühlfellner sich aber einig: Dass es tatsächlich ein Merkmal der Moderne sei, dass für Gestaltung und gute Architektur, für hochwertige Materialien zu wenig Geld da sei. Stattdessen regierten zu oft der Kommerz, die Interessen von selbstverwirklichungssüchtigen Politikern und Baulobbyisten, die Maximierung von Kubatur und Gewinn. Und zwar überall. "''Da ist Salzburg noch eher ein positives Beispiel''", sagt Idam mit sogar noch etwas freundlicherem Gesicht. "''Wir jammern da auch ein bisschen auf hohem Niveau.''"
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==

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