Änderungen

K
Textersetzung - „““ durch „"“
Zeile 4: Zeile 4:     
==Die Wurzeln liegen im Dunklen==
 
==Die Wurzeln liegen im Dunklen==
Die Wurzeln des Aperschnalzens sind unklar. Von der Volkskunde wird das Aperschnalzen jedenfalls dem "Lärmbrauchtum“ zugeordnet. Seine ursprüngliche Bedeutung sei die Vertreibung des Winters sowie das Wecken des Frühlings gewesen. Das Wort aper komme vom althochdeutschen Wort "apir“, das heißt vom Schnee befreit. Früher wurde es auch häufig als "Faschingsschnalzen“ bezeichnet, weil man es nur in der Zeit vom [[Dreikönigstag]] bis zum Faschingsdienstag ausübte.  
+
Die Wurzeln des Aperschnalzens sind unklar. Von der Volkskunde wird das Aperschnalzen jedenfalls dem "Lärmbrauchtum" zugeordnet. Seine ursprüngliche Bedeutung sei die Vertreibung des Winters sowie das Wecken des Frühlings gewesen. Das Wort aper komme vom althochdeutschen Wort "apir", das heißt vom Schnee befreit. Früher wurde es auch häufig als "Faschingsschnalzen" bezeichnet, weil man es nur in der Zeit vom [[Dreikönigstag]] bis zum Faschingsdienstag ausübte.  
    
==Älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens==
 
==Älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens==
Die älteste schriftliche Erwähnung des "Apachschnalzens“ geht auf das Jahr [[1796]] zurück. Allerdings wird hier von einem Schnalzen "der Hirten“ im [[Lungau]] berichtet, das "den ganzen Sommer durch auf den Alpen“ dauerte und im Spätherbst mit dem Almabtrieb endete. Also zeitlich genau das Gegenteil vom Aperschnalzen im bayrischen [[Rupertiwinkel]] sowie im angrenzenden Salzburg, das im Winter ausgeübt wird und auf die Zeit vom [[Stephanitag]] bis Faschingsdienstag begrenzt ist. Umso "dramatischer“ wird uns das Aperschnalzen der Hirten auf den Almen geschildert: Es sei "mit der äußersten Anstrengung der Leibeskräfte“ verbunden gewesen, wobei die Ausübenden "nicht selten darunter Schaden“ gelitten hätten.
+
Die älteste schriftliche Erwähnung des "Apachschnalzens" geht auf das Jahr [[1796]] zurück. Allerdings wird hier von einem Schnalzen "der Hirten" im [[Lungau]] berichtet, das "den ganzen Sommer durch auf den Alpen" dauerte und im Spätherbst mit dem Almabtrieb endete. Also zeitlich genau das Gegenteil vom Aperschnalzen im bayrischen [[Rupertiwinkel]] sowie im angrenzenden Salzburg, das im Winter ausgeübt wird und auf die Zeit vom [[Stephanitag]] bis Faschingsdienstag begrenzt ist. Umso "dramatischer" wird uns das Aperschnalzen der Hirten auf den Almen geschildert: Es sei "mit der äußersten Anstrengung der Leibeskräfte" verbunden gewesen, wobei die Ausübenden "nicht selten darunter Schaden" gelitten hätten.
    
==Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel und in Salzburg==
 
==Aperschnalzen im bayrischen Rupertiwinkel und in Salzburg==
Zeile 15: Zeile 15:     
==Schnalzverbot in Laufen==
 
==Schnalzverbot in Laufen==
Die älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens im [[Rupertiwinkel]] geht auf das Jahr [[1810]] zurück und stammt aus dem Pfleg-, Stadt- und Landgericht Laufen. Hier ist bereits die Rede, dass "an Fastnachtstägen“ von "den Jungen auf dem Lande in regelmäßigen Takte ein Geknalle mit langen Peitschen“ gemacht werde. Ebenfalls aus Laufen wird [[1829]] berichtet, dass eine Gerichts-Verordnung versucht, die durch das Schnalzen verursachte Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen. Es wurde ein Schnalzverbot in Ortschaften, an Straßen sowie nach dem Gebetsläuten und während der Gottesdienste erlassen, für Übertretungen wurde unter anderem "Arrest“ angedroht.
+
Die älteste schriftliche Erwähnung des Aperschnalzens im [[Rupertiwinkel]] geht auf das Jahr [[1810]] zurück und stammt aus dem Pfleg-, Stadt- und Landgericht Laufen. Hier ist bereits die Rede, dass "an Fastnachtstägen" von "den Jungen auf dem Lande in regelmäßigen Takte ein Geknalle mit langen Peitschen" gemacht werde. Ebenfalls aus Laufen wird [[1829]] berichtet, dass eine Gerichts-Verordnung versucht, die durch das Schnalzen verursachte Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen. Es wurde ein Schnalzverbot in Ortschaften, an Straßen sowie nach dem Gebetsläuten und während der Gottesdienste erlassen, für Übertretungen wurde unter anderem "Arrest" angedroht.
    
==Knatternde Takte==
 
==Knatternde Takte==
 
[[bild:Aperschnalzen-um-1916.jpg|thumb|Aperschnalzen um 1916, Eine historische Darstellung des Aperschnalzens um 1916. Gut erkennbar das immer wieder erwähnte, heute aber völlig unübliche, Aufstellen im Kreis.]]
 
[[bild:Aperschnalzen-um-1916.jpg|thumb|Aperschnalzen um 1916, Eine historische Darstellung des Aperschnalzens um 1916. Gut erkennbar das immer wieder erwähnte, heute aber völlig unübliche, Aufstellen im Kreis.]]
Um etwa Jahr [[1889]] liest man zum ersten Mal, dass beim Aperschnalzen mit "langen und kürzeren Peitschen nach der Höhe der Töne ... im Takte ein Knattern“ hervorgebracht wird. Ein noch genauerer Bericht liegt aus dem Jahr [[1916]] vor: Die Schnalzer stellen sich "in langer, gerader Linie oder im ausgedehnten Kreise auf“. Der "Aufdrahrer“ hat die leichtere "Peitsche“. Der letzte in der Reihe, der "Baß“, ist der kräftigste Mann unter den Schnalzern mit der längsten "Peitsche“, die am tiefsten knallt. Auch die Anzahl der Schnalzer wird erwähnt; 7, 9 oder 11 Schnalzer bilden eine Gruppe. Hier wird neben dem hintereinander Schnalzen auch vom gleichzeitigen Schnalzen aller Teilnehmer, dem "Basch“, berichtet.
+
Um etwa Jahr [[1889]] liest man zum ersten Mal, dass beim Aperschnalzen mit "langen und kürzeren Peitschen nach der Höhe der Töne ... im Takte ein Knattern" hervorgebracht wird. Ein noch genauerer Bericht liegt aus dem Jahr [[1916]] vor: Die Schnalzer stellen sich "in langer, gerader Linie oder im ausgedehnten Kreise auf". Der "Aufdrahrer" hat die leichtere "Peitsche". Der letzte in der Reihe, der "Baß", ist der kräftigste Mann unter den Schnalzern mit der längsten "Peitsche", die am tiefsten knallt. Auch die Anzahl der Schnalzer wird erwähnt; 7, 9 oder 11 Schnalzer bilden eine Gruppe. Hier wird neben dem hintereinander Schnalzen auch vom gleichzeitigen Schnalzen aller Teilnehmer, dem "Basch", berichtet.
    
==Geselliges Beisammensein und Kräfte messen==
 
==Geselliges Beisammensein und Kräfte messen==
Um [[1916]] wird von "Ausflügen in die umliegenden Orte, so von [[Siezenheim]] nach [[Wals]],  [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]], [[Himmelreich]], [[Rott]], [[Liefering]] und [[Maxglan]]berichtet. Sind die Schnalzer in einem Nachbarort angesagt, "so werden sie von den Buben des Ortes mit fröhlichem Knallen empfangen; hierauf wird Aufstellung genommen und um die Wette geschnalzt um zu zeigen, wer den besten Baß besitzt“. Offenbar lag hier der Schwerpunkt der Beurteilung noch in der Ermittlung des Lautesten der Gruppe (des Basses) und nicht so sehr bei der Beurteilung von Gleichmäßigkeit, Rhythmik und Lautstärke der gesamten Schnalzer-Gruppe. Vielleicht leitet sich die heutige Bezeichnung "Pass“ für eine Schnalzergruppe von dem Letzten der Gruppe, dem "Baß“, und der besonderen Bedeutung seiner Lautstärke bei Wettschnalzen in früherer Zeit ab.
+
Um [[1916]] wird von "Ausflügen in die umliegenden Orte, so von [[Siezenheim]] nach [[Wals]],  [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]], [[Himmelreich]], [[Rott]], [[Liefering]] und [[Maxglan]]" berichtet. Sind die Schnalzer in einem Nachbarort angesagt, "so werden sie von den Buben des Ortes mit fröhlichem Knallen empfangen; hierauf wird Aufstellung genommen und um die Wette geschnalzt um zu zeigen, wer den besten Baß besitzt". Offenbar lag hier der Schwerpunkt der Beurteilung noch in der Ermittlung des Lautesten der Gruppe (des Basses) und nicht so sehr bei der Beurteilung von Gleichmäßigkeit, Rhythmik und Lautstärke der gesamten Schnalzer-Gruppe. Vielleicht leitet sich die heutige Bezeichnung "Pass" für eine Schnalzergruppe von dem Letzten der Gruppe, dem "Baß", und der besonderen Bedeutung seiner Lautstärke bei Wettschnalzen in früherer Zeit ab.
    
==Die Wettkampf-Idee==
 
==Die Wettkampf-Idee==
Wie es zur Idee kam, nicht nur von Dorf zu Dorf zu ziehen und sich zu messen sondern regelrechte Wettkämpfe zwischen mehreren Orten zu veranstalten, ist nicht ganz klar. Hans Roth führt es auf die verstärkte Brauchtumsbelebung zu Beginn des [[20. Jahrhundert]]s und die damit verbundene Gründung von Gebirgstrachten-Erhaltungsvereinen zurück. Paul Kaufmann dagegen meint, der Wettkampfgedanke sei eingeführt worden, um dem schon fast abgekommenen Brauch einen neuen Aufschwung zu verleihen. Hans Roth erwähnt in diesem Zusammenhang ein Wett-Schnalzen in der Stadt Laufen im Jahr [[1909]] mit "153 Teilnehmern aus den umliegenden Dörfern“, also eine Veranstaltung mit schätzungsweise etwa 15 Gruppen.
+
Wie es zur Idee kam, nicht nur von Dorf zu Dorf zu ziehen und sich zu messen sondern regelrechte Wettkämpfe zwischen mehreren Orten zu veranstalten, ist nicht ganz klar. Hans Roth führt es auf die verstärkte Brauchtumsbelebung zu Beginn des [[20. Jahrhundert]]s und die damit verbundene Gründung von Gebirgstrachten-Erhaltungsvereinen zurück. Paul Kaufmann dagegen meint, der Wettkampfgedanke sei eingeführt worden, um dem schon fast abgekommenen Brauch einen neuen Aufschwung zu verleihen. Hans Roth erwähnt in diesem Zusammenhang ein Wett-Schnalzen in der Stadt Laufen im Jahr [[1909]] mit "153 Teilnehmern aus den umliegenden Dörfern", also eine Veranstaltung mit schätzungsweise etwa 15 Gruppen.
   −
Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr [[1938]] belegt, dass der Wettkampfgedanke den im versiegen begriffenen Brauch wieder beleben sollte. Hier wird vom zweiten Wettschnalzen in Maxglan berichtet und ausgeführt: " Wenn man bedenkt, dass das Faschingsschnalzen in den letzten Jahrzehnten im [[Salzach]]-[[Saalach]]-Winkel allgemach immer mehr in Vergessenheit geriet, ja, dass sich sogar in ehemaligen großen Schnalzerortschaften gar keine Gruppen zur weiteren Betreuung mehr zusammen fanden, sahen wohl manche Volkstumfreunde das gänzliche Verflackern dieses alten Brauchtums voraus“.
+
Ein Zeitungsbericht aus dem Jahr [[1938]] belegt, dass der Wettkampfgedanke den im versiegen begriffenen Brauch wieder beleben sollte. Hier wird vom zweiten Wettschnalzen in Maxglan berichtet und ausgeführt: " Wenn man bedenkt, dass das Faschingsschnalzen in den letzten Jahrzehnten im [[Salzach]]-[[Saalach]]-Winkel allgemach immer mehr in Vergessenheit geriet, ja, dass sich sogar in ehemaligen großen Schnalzerortschaften gar keine Gruppen zur weiteren Betreuung mehr zusammen fanden, sahen wohl manche Volkstumfreunde das gänzliche Verflackern dieses alten Brauchtums voraus".
    
==Die Wandergoaßln von 1936 und 1938==
 
==Die Wandergoaßln von 1936 und 1938==
Zeile 36: Zeile 36:  
[[bild:Wandergoaßln-von-1936-und-1938.jpg|thumb|Wandergoaßln von 1936 und 1938]]  
 
[[bild:Wandergoaßln-von-1936-und-1938.jpg|thumb|Wandergoaßln von 1936 und 1938]]  
   −
Bild rechts: Die beiden Wanderpreise direkt nebeneinander. Oberhalb die "Wandergoaßl der Jungen", die sich seit 1940 im Besitz der Siezenheimer Schnalzer befindet und unterhalb die "Wandergoaßl der Alten", um die noch heute beim [[Rupertiwinkel-Preisschnalzen]] gekämpft wird. Die "Wandergoaßl der Jungen" trägt wahrscheinlich noch den original Poschn, der mit "Ausschußseide“ gefertigt wurde. Neben dem Bast hat man damals nämlich auch Ausschussseide für die Herstellung des Poschns verwendet. Die beiden Goaßln waren ursprünglich wahrscheinlich gleich lang und hatten denselben Abschlussknauf. Da bei der "Wandergoaßl der Alten" auf dem Stiel kein Platz mehr für die vielen Plaketten mit den eingravierten Siegern war, hat man sich in den 1980er Jahren entschlossen, alle Plaketten bis auf die erste Plakette wieder zu entfernen. Dafür hat man den Holzstiel ausgehöhlt und in den Hohlraum eine Papierliste mit allen Siegern hineingesteckt. Der Metallknauf dient jetzt als "Verschluss". Womöglich hat man beim Aushölen sowohl den Stiel als auch den Metallknauf verkürzt.
+
Bild rechts: Die beiden Wanderpreise direkt nebeneinander. Oberhalb die "Wandergoaßl der Jungen", die sich seit 1940 im Besitz der Siezenheimer Schnalzer befindet und unterhalb die "Wandergoaßl der Alten", um die noch heute beim [[Rupertiwinkel-Preisschnalzen]] gekämpft wird. Die "Wandergoaßl der Jungen" trägt wahrscheinlich noch den original Poschn, der mit "Ausschußseide" gefertigt wurde. Neben dem Bast hat man damals nämlich auch Ausschussseide für die Herstellung des Poschns verwendet. Die beiden Goaßln waren ursprünglich wahrscheinlich gleich lang und hatten denselben Abschlussknauf. Da bei der "Wandergoaßl der Alten" auf dem Stiel kein Platz mehr für die vielen Plaketten mit den eingravierten Siegern war, hat man sich in den 1980er Jahren entschlossen, alle Plaketten bis auf die erste Plakette wieder zu entfernen. Dafür hat man den Holzstiel ausgehöhlt und in den Hohlraum eine Papierliste mit allen Siegern hineingesteckt. Der Metallknauf dient jetzt als "Verschluss". Womöglich hat man beim Aushölen sowohl den Stiel als auch den Metallknauf verkürzt.
   −
Bei der Erwachsenen-Wandergoaßl gelang dieses "Kunststück“ erst viel später. Die Pass Ainring I war es, die in den [[1960er]] Jahren die Wandergoaßl gleich 7 x (!) hintereinander gewann und zwar von [[1962]] bis [[1969]], wobei [[1964]] wegen des Armstorfer Gedächtnisschnalzens kein Wettbewerb stattfand. In dieser Zeit war man aber offensichtlich nicht mehr bereit, die bereits damals historische Wandergoaßl von [[1936]] für immer an die Siegerpass auszuhändigen, sodass Ainring I für ihre bis heute einmalige Siegesserie Duplikate der Wandergoaßl bekam. Neben Ainring I ist lediglich Siezenheim III im Besitz eines solchen Duplikates für ihre Siegesserien 1999, 2000 und 2001 sowie 2007, 2008 und 2009.
+
Bei der Erwachsenen-Wandergoaßl gelang dieses "Kunststück" erst viel später. Die Pass Ainring I war es, die in den [[1960er]] Jahren die Wandergoaßl gleich 7 x (!) hintereinander gewann und zwar von [[1962]] bis [[1969]], wobei [[1964]] wegen des Armstorfer Gedächtnisschnalzens kein Wettbewerb stattfand. In dieser Zeit war man aber offensichtlich nicht mehr bereit, die bereits damals historische Wandergoaßl von [[1936]] für immer an die Siegerpass auszuhändigen, sodass Ainring I für ihre bis heute einmalige Siegesserie Duplikate der Wandergoaßl bekam. Neben Ainring I ist lediglich Siezenheim III im Besitz eines solchen Duplikates für ihre Siegesserien 1999, 2000 und 2001 sowie 2007, 2008 und 2009.
   −
Um die "Wandergoaßl der Alten" wurde von 1936 bis 2011 bereits 58-mal gekämpft. In den Jahren 1936, 1938 sowie 1939 bei Bewerben in Salzburg/Maxglan. Die Wandergoaßl dürfte dann bis 1956 verschollen gewesen sein, da bereits einige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges große Wettschnalzen stattfanden, Sieger aber erst wieder ab dem Jahr 1956 auf der Goaßl vermerkt sind. Nach der Gründung der "Schnalzervereinigung Rupertiwinkel“ am [[25. März]] [[1957]] wurde bei den Rupertiwinkel-Preisschnalzen ab dem Jahr 1958 bis heute jedes Jahr um diese begehrte Trophäe gekämpft. Lediglich [[1964]] legte man ein "Pause“ ein, weil man in diesem Jahr das Jakob-Armstorfer-Gedächtnisschnalzen durchführte, ohne dabei einen Sieger zu küren. Man wollte damit den eben erst verstorbenen Jakob Armstorfer junior gebührend ehren, der sich um das Aperschnalzen besonders verdient gemacht hatte.
+
Um die "Wandergoaßl der Alten" wurde von 1936 bis 2011 bereits 58-mal gekämpft. In den Jahren 1936, 1938 sowie 1939 bei Bewerben in Salzburg/Maxglan. Die Wandergoaßl dürfte dann bis 1956 verschollen gewesen sein, da bereits einige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges große Wettschnalzen stattfanden, Sieger aber erst wieder ab dem Jahr 1956 auf der Goaßl vermerkt sind. Nach der Gründung der "Schnalzervereinigung Rupertiwinkel" am [[25. März]] [[1957]] wurde bei den Rupertiwinkel-Preisschnalzen ab dem Jahr 1958 bis heute jedes Jahr um diese begehrte Trophäe gekämpft. Lediglich [[1964]] legte man ein "Pause" ein, weil man in diesem Jahr das Jakob-Armstorfer-Gedächtnisschnalzen durchführte, ohne dabei einen Sieger zu küren. Man wollte damit den eben erst verstorbenen Jakob Armstorfer junior gebührend ehren, der sich um das Aperschnalzen besonders verdient gemacht hatte.
 
==Schnalzen wird UNESCO-Kulturerbe==
 
==Schnalzen wird UNESCO-Kulturerbe==
   Zeile 47: Zeile 47:  
Von Heinz Bayer (SN am 14.5.2013).  
 
Von Heinz Bayer (SN am 14.5.2013).  
   −
Er ist ein umtriebiger Mann, der Goiser Funktionär [[Ernst Müller]]. Jetzt hat er ein Meisterstück geliefert. Dank seiner Initiative wurde das "Aperschnalzen im historischen Rupertiwinkl“ in das Österreichische Verzeichnis der UNESCO als Immaterielles Kulturgut aufgenommen. Die Verleihung findet am 3. Juni im [[Mozarthaus Sankt Gilgen|Mozarthaus]] in [[St. Gilgen]] am Wolfgangsee statt.
+
Er ist ein umtriebiger Mann, der Goiser Funktionär [[Ernst Müller]]. Jetzt hat er ein Meisterstück geliefert. Dank seiner Initiative wurde das "Aperschnalzen im historischen Rupertiwinkl" in das Österreichische Verzeichnis der UNESCO als Immaterielles Kulturgut aufgenommen. Die Verleihung findet am 3. Juni im [[Mozarthaus Sankt Gilgen|Mozarthaus]] in [[St. Gilgen]] am Wolfgangsee statt.
    
Allerdings hat die Sache derzeit noch einen kleinen Haken: Die Anerkennung als Kulturerbe gilt zunächst nur für die Salzburger Schnalzer.
 
Allerdings hat die Sache derzeit noch einen kleinen Haken: Die Anerkennung als Kulturerbe gilt zunächst nur für die Salzburger Schnalzer.
Zeile 55: Zeile 55:  
Die Schnalzer aus Bayern, die ganz maßgeblich Anteil an der Pflege dieses Brauchs im Rupertiwinkl haben und im Verband maximal aktiv sind, müssen einen eigenen Antrag stellen. Das ist erst seit Ende April möglich. Denn in Deutschland ist das Übereinkommen mit der UNESCO erst heuer in Kraft getreten.
 
Die Schnalzer aus Bayern, die ganz maßgeblich Anteil an der Pflege dieses Brauchs im Rupertiwinkl haben und im Verband maximal aktiv sind, müssen einen eigenen Antrag stellen. Das ist erst seit Ende April möglich. Denn in Deutschland ist das Übereinkommen mit der UNESCO erst heuer in Kraft getreten.
   −
Bernhard Kern, Vorstand der Rupertiwinkel Schnalzervereinigung: "Ich sehe da keinen Konflikt. Im Gegenteil. Wir freuen uns mit den Kollegen in Salzburg und reichen unser Ansuchen so rasch es geht nach.
+
Bernhard Kern, Vorstand der Rupertiwinkel Schnalzervereinigung: "Ich sehe da keinen Konflikt. Im Gegenteil. Wir freuen uns mit den Kollegen in Salzburg und reichen unser Ansuchen so rasch es geht nach."
    
Einmal im Jahr, und das seit [[1954]], treffen sich alle Jugend- und Allgemeinen Passen zum [[Rupertiwinkel-Preisschnalzen]]. Das passiert eine Woche vor dem Faschingssonntag. An dieser Brauchtumsveranstaltung beteiligen sich mehr als 1500 aktive Schnalzer aus Bayern und Salzburg. Die sieben Preisrichter beurteilen nach einem Punktesystem die Leistung jeder Passe. Sie hören die Schnalzer, dürfen sie aber nicht sehen, um niemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
 
Einmal im Jahr, und das seit [[1954]], treffen sich alle Jugend- und Allgemeinen Passen zum [[Rupertiwinkel-Preisschnalzen]]. Das passiert eine Woche vor dem Faschingssonntag. An dieser Brauchtumsveranstaltung beteiligen sich mehr als 1500 aktive Schnalzer aus Bayern und Salzburg. Die sieben Preisrichter beurteilen nach einem Punktesystem die Leistung jeder Passe. Sie hören die Schnalzer, dürfen sie aber nicht sehen, um niemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen.
Zeile 89: Zeile 89:  
*Die heute völlig unübliche Aufstellung der Schnalzer im Kreis wird auch bei Karl Adrian (''Von Salzburger Sitt und Brauch'',  Wien 1924, Seite 95) sowie bei Hans Roth (für das Jahr 1833; in: ''Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 21) erwähnt.
 
*Die heute völlig unübliche Aufstellung der Schnalzer im Kreis wird auch bei Karl Adrian (''Von Salzburger Sitt und Brauch'',  Wien 1924, Seite 95) sowie bei Hans Roth (für das Jahr 1833; in: ''Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 21) erwähnt.
 
*Roth  Hans: ''Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 20
 
*Roth  Hans: ''Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 20
*einen ganz ähnlichen Bericht finden wir bei Karl Adrian ''Von Salzburger Sitt und Brauch'', Wien 1924, Seite 96: "Die Peitsche, die am meisten Takt hält und am tiefsten knallt, geht als Sieger hervor.
+
*einen ganz ähnlichen Bericht finden wir bei Karl Adrian ''Von Salzburger Sitt und Brauch'', Wien 1924, Seite 96: "Die Peitsche, die am meisten Takt hält und am tiefsten knallt, geht als Sieger hervor."
 
* Roth, Hans: ''Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 22. Paul Kaufmann, Brauchtum in Österreich, Wien 1982, Seite 98
 
* Roth, Hans: ''Das Aperschnalzen, Sänger- und Musikantenzeitung 1/89'', Seite 22. Paul Kaufmann, Brauchtum in Österreich, Wien 1982, Seite 98
*"[[Salzburger Volksblatt]]vom [[21. Februar]] [[1938]], Seite 7
+
*"[[Salzburger Volksblatt]]" vom [[21. Februar]] [[1938]], Seite 7
*"Salzburger Chronik“ vom [[22. Februar]] [[1938]], Seite 3 oder 5
+
*"Salzburger Chronik" vom [[22. Februar]] [[1938]], Seite 3 oder 5
*"[[Salzburger Volksblatt]]vom [[6. Februar]] [[1940]], Seite 5
+
*"[[Salzburger Volksblatt]]" vom [[6. Februar]] [[1940]], Seite 5