| − | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. | + | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein "Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. |
| − | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem „Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). | + | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem "Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). |
| | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. | | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. |