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| − | '''Almgebäude''' dienen der [[Almwirtschaft]] und zählen zum Kulturerbe des [[Alpen]]raumes und auch des [[Nationalpark Hohe TauernNationalparks Hohe Tauern]]. | + | '''Almgebäude''' dienen der [[Almwirtschaft]] und zählen zum Kulturerbe des [[Alpen]]raumes und auch des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]]. |
| | ==Einführung== | | ==Einführung== |
| | Naturräumliche Voraussetzungen und Tradition bestimmen Konstruktion, Bauweise und Gestalt von Almgebäuden mehr als im Talbereich und sind Grundlage ihres regional geprägten Erscheinungsbildes. Größe und Aufteilung des Gebäudes orientieren sich an Gegebenheiten der Landschaft und sind von Klima, Höhenlage und Bodenverhältnissen abhängig. Vor allem anderen die Sicherheit vor Lawinen und Muren, aber auch das Vorhandensein von Wasser und die Erreichbarkeit der Nutzflächen sind dabei ausschlaggebend für die Platzwahl. | | Naturräumliche Voraussetzungen und Tradition bestimmen Konstruktion, Bauweise und Gestalt von Almgebäuden mehr als im Talbereich und sind Grundlage ihres regional geprägten Erscheinungsbildes. Größe und Aufteilung des Gebäudes orientieren sich an Gegebenheiten der Landschaft und sind von Klima, Höhenlage und Bodenverhältnissen abhängig. Vor allem anderen die Sicherheit vor Lawinen und Muren, aber auch das Vorhandensein von Wasser und die Erreichbarkeit der Nutzflächen sind dabei ausschlaggebend für die Platzwahl. |
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| | Mähderhütten waren bis zu 10 m² groß. Geschlafen wurde auf einer mit Erlenreisig bedeckten Bettstatt. Im vorderen Hüttenbereich befand sich die Feuerstelle. Der Rauch zog kaminlos durch das Dach ab. Der Hüttenboden bestand aus gestampfter Erde. | | Mähderhütten waren bis zu 10 m² groß. Geschlafen wurde auf einer mit Erlenreisig bedeckten Bettstatt. Im vorderen Hüttenbereich befand sich die Feuerstelle. Der Rauch zog kaminlos durch das Dach ab. Der Hüttenboden bestand aus gestampfter Erde. |
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| | Im [[Lungau]] gab es eine Sonderform der Mähderhütten, die „Mankai-Hütten“. In ihrer einfachsten Form bestanden sie aus einem Erdloch von 0,5 bis 0, 75 cm Tiefe, das entweder völlig flach oder mit vorne etwas aufgestützten Brettern bedacht und innen mit Heu ausgelegt war. Bei einer zweiten Form wurden kleine rechteckige Rasenstücke zu einer Mauer oder einem kleinen Erdwall aufgeschichtet, darauf kamen die Dachbrettter zum Liegen. Bei einer dritten Form wurde außer den Rasenstücken kaum Erdreich ausgehoben und diese Hütte misst dadurch etwa 80 cm Höhe über dem Erdboden. Mankai-Hütten dienten ausschließlich zum Schlafen. Es wurden daher daneben sog. Kochhütten gebaut: eine Feuerstelle, mit zwei beidseitig in die Erde gerammten Pflöcken, mit einem Querbalken verbunden, von dem zwei Stangen schräg nach hinten auf den Erdboden führten, auf denen dann die Deckbretter befestigt wurden, die einen primitiven Schirm bildeten. | | Im [[Lungau]] gab es eine Sonderform der Mähderhütten, die „Mankai-Hütten“. In ihrer einfachsten Form bestanden sie aus einem Erdloch von 0,5 bis 0, 75 cm Tiefe, das entweder völlig flach oder mit vorne etwas aufgestützten Brettern bedacht und innen mit Heu ausgelegt war. Bei einer zweiten Form wurden kleine rechteckige Rasenstücke zu einer Mauer oder einem kleinen Erdwall aufgeschichtet, darauf kamen die Dachbrettter zum Liegen. Bei einer dritten Form wurde außer den Rasenstücken kaum Erdreich ausgehoben und diese Hütte misst dadurch etwa 80 cm Höhe über dem Erdboden. Mankai-Hütten dienten ausschließlich zum Schlafen. Es wurden daher daneben sog. Kochhütten gebaut: eine Feuerstelle, mit zwei beidseitig in die Erde gerammten Pflöcken, mit einem Querbalken verbunden, von dem zwei Stangen schräg nach hinten auf den Erdboden führten, auf denen dann die Deckbretter befestigt wurden, die einen primitiven Schirm bildeten. |
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| | Im [[Felbertal]] und im [[Amertal]] bestanden oft überhaupt keine Unterstände für Mäher. Sie mussten daher unter Felsvorsprüngen oder unter einer „Scherm-Tax“, einer bis zum Boden beasteten Fichte, Schutz suchen und dort die Nacht verbringen. | | Im [[Felbertal]] und im [[Amertal]] bestanden oft überhaupt keine Unterstände für Mäher. Sie mussten daher unter Felsvorsprüngen oder unter einer „Scherm-Tax“, einer bis zum Boden beasteten Fichte, Schutz suchen und dort die Nacht verbringen. |
| | =====Heustadel und Heutriste===== | | =====Heustadel und Heutriste===== |
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| | Mit dem Ende der Bergmahd, das im [[Bundesland Salzburg]] nach dem [[Zweiter WeltkriegZweiten Weltkrieg]] einsetzte, verloren diese Heuhütten ihre Funktion. | | Mit dem Ende der Bergmahd, das im [[Bundesland Salzburg]] nach dem [[Zweiter WeltkriegZweiten Weltkrieg]] einsetzte, verloren diese Heuhütten ihre Funktion. |
| | =====Besondere Gebäude===== | | =====Besondere Gebäude===== |
| − | Zusätzlich zu den geschilderten Gebäuden fanden sich auf Almen viele Gebäude, die mit almwirtschaftlicher Nutzung nur mittelbar zu tun haben. Es waren dies vor allem der Viehwirtschaft dienende [[SchwaighofSchwaighöfe]], dem Schutz von Tauerngehern dienende [[TauernhausTauernhäuser]] und [[BerghausBerghäuser]], die einst dem Tauernbergbau dienten. | + | Zusätzlich zu den geschilderten Gebäuden fanden sich auf Almen viele Gebäude, die mit almwirtschaftlicher Nutzung nur mittelbar zu tun haben. Es waren dies vor allem der Viehwirtschaft dienende [[SchwaighofSchwaighöfe]], dem Schutz von Tauerngehern dienende [[Tauernhaus|Tauernhäuser]] und [[Berghaus|Berghäuser]], die einst dem Tauernbergbau dienten. |
| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * Michael Jungmeier und Judith Drapela, Almen im Nationalpark Hohe Tauern. Wissenschaftliche Schriften, S. 80. Nationalpark Hohe Tauern. Universitätsverlag Carinthia, 2004, Nationalparkrat | | * Michael Jungmeier und Judith Drapela, Almen im Nationalpark Hohe Tauern. Wissenschaftliche Schriften, S. 80. Nationalpark Hohe Tauern. Universitätsverlag Carinthia, 2004, Nationalparkrat |