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Nun ließ Napoléon proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Eine aus fünf erfahrenen Salzburger Funktionären bestehende [[General-Landesadministration]] (''administration générale du pays de Salzbourg'') wurde als neue Landes-Oberbehörde gebildet, die allerdings einer französische Leitung – bestehend u. a. aus einem Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und einem [[Camille Périer|Intendanten]] – unterstand.
 
Nun ließ Napoléon proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Eine aus fünf erfahrenen Salzburger Funktionären bestehende [[General-Landesadministration]] (''administration générale du pays de Salzbourg'') wurde als neue Landes-Oberbehörde gebildet, die allerdings einer französische Leitung – bestehend u. a. aus einem Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und einem [[Camille Périer|Intendanten]] – unterstand.
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Zu den Mitgliedern der General-Landesadministration gehörten u. a. [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] ([[Bistum Chiemsee|Bischof von Chiemsee]]) und Regierungsrat [[Josef Felner]]. Als Napoléon am [[15. Mai]] [[1809]] informiert wurde, dass Zeil-Trauchburg und Felner die Hauptagenten Österreichs seien, ordnete er an, dass diese auf der Stelle abzuberufen und zu inhaftieren seien<ref>„Schönbrunn 15 mai. L’Empéreur sait que le conseiller De FELLNER et le comte De ZEIL, « tous deux reconnus comme agents principaux de l’Autriche, font partie de l’administration générale du pays de Salzbourg » ; ces deux individus seront remplacés sur le champ, et arêtes.” Schreiben von Generalmajor Louis-Alexandre Berthier an Marschall Lefebvre vom 15. Mai 1809.</ref>. Hiezu kam es allerdings offenbar nicht – im Juli bewogen Zeil und Felner, von Lefebvre als Vermittler entsandt, noch kämpfende [[Salzburger Schützen]] zur Niederlegung der Waffen.<ref>[http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/1809Mitterer/redolf.htm Felix Redolf: Das Gefecht an der [[Halbstundenbrücke]] bei [[Taxenbach]] 1809]</ref>.
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Zu den Mitgliedern der General-Landesadministration gehörten u. a. [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] ([[Bistum Chiemsee|Bischof von Chiemsee]]) und Regierungsrat [[Josef Felner]]. Als Napoléon am [[15. Mai]] [[1809]] informiert wurde, dass Zeil-Trauchburg und Felner die Hauptagenten Österreichs seien, ordnete er an, dass diese auf der Stelle abzuberufen und zu inhaftieren seien<ref>"Schönbrunn 15 mai. L’Empéreur sait que le conseiller De FELLNER et le comte De ZEIL, « tous deux reconnus comme agents principaux de l’Autriche, font partie de l’administration générale du pays de Salzbourg » ; ces deux individus seront remplacés sur le champ, et arêtes.” Schreiben von Generalmajor Louis-Alexandre Berthier an Marschall Lefebvre vom 15. Mai 1809.</ref>. Hiezu kam es allerdings offenbar nicht – im Juli bewogen Zeil und Felner, von Lefebvre als Vermittler entsandt, noch kämpfende [[Salzburger Schützen]] zur Niederlegung der Waffen.<ref>[http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/1809Mitterer/redolf.htm Felix Redolf: Das Gefecht an der [[Halbstundenbrücke]] bei [[Taxenbach]] 1809]</ref>.
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Auf Napoléons ausdrücklichen Befehl durfte die Grundverfassung des Landes nicht abgeändert werden. Er versprach zwar dem Lande eine „väterliche Regierung“. Die Praxis sah aber wesentlich anders aus – denn die französische Verwaltung war in erster Linie darauf aus, das Land auszubeuten. Von der Salzburger Bevölkerung wurden große Natural- und Dienstleistungen gefordert, ebenso wie Einquartierungen, Verproviantierung der Besatzung und zudem noch Naturalien für französische Truppen, die außerhalb des Landes operierten. Napoléon ließ die Stadt Salzburg befestigen, um sie als Stützpunkt gegen die Tiroler und Österreicher benützen zu können. Vom Land Salzburg wurde eine enorme Kriegskontribution von nicht weniger als 5,300.000 [[Gulden]] gefordert. Im August 1809 reisten drei Mitglieder der General-Landesadministration – Zeil-Trauchburg, Felner und [[Josef Metzger]] – in Napoléons Hauptquartier nach Schönbrunn, um eine Minderung der Forderung zu erbitten – allerdings erfolglos (wobei das Land letztlich ohnedies nur einen Bruchteil der Summe aufbringen konnte).
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Auf Napoléons ausdrücklichen Befehl durfte die Grundverfassung des Landes nicht abgeändert werden. Er versprach zwar dem Lande eine "väterliche Regierung“. Die Praxis sah aber wesentlich anders aus – denn die französische Verwaltung war in erster Linie darauf aus, das Land auszubeuten. Von der Salzburger Bevölkerung wurden große Natural- und Dienstleistungen gefordert, ebenso wie Einquartierungen, Verproviantierung der Besatzung und zudem noch Naturalien für französische Truppen, die außerhalb des Landes operierten. Napoléon ließ die Stadt Salzburg befestigen, um sie als Stützpunkt gegen die Tiroler und Österreicher benützen zu können. Vom Land Salzburg wurde eine enorme Kriegskontribution von nicht weniger als 5,300.000 [[Gulden]] gefordert. Im August 1809 reisten drei Mitglieder der General-Landesadministration – Zeil-Trauchburg, Felner und [[Josef Metzger]] – in Napoléons Hauptquartier nach Schönbrunn, um eine Minderung der Forderung zu erbitten – allerdings erfolglos (wobei das Land letztlich ohnedies nur einen Bruchteil der Summe aufbringen konnte).
    
Den Krieg hatte Napoléon nach der Niederlage von Aspern ([[21. Mai|21.]] und  [[22. Mai]] 1809) mit dem Sieg bei Deutsch-Wagram ([[5. Juni|5.]] und [[6. Juli]] 1809), beide in [[Niederösterreich]], für Frankreich entschieden. Österreich musste am [[14. Oktober]] 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen, in dem u. a. das Herzogtum Salzburg (samt dem [[Berchtesgadener Land]]) an Napoléon abgetreten wurde, der darüber zugunsten eines seiner deutschen Verbündeten disponieren würde. Napoléon trat das Land Salzburg schließlich – im Zuge eines umfassenderen Gebietstausches – an das [[Königreich Bayern]] ab (Pariser Vertrag vom [[28. Februar]] [[1810]] und Frankfurter Konvention vom [[12. September]] 1810). Diese Regelung wurde erst Ende September 1810 wirksam. Somit stand das Land Salzburg insgesamt 17 Monate lang unter französischer Herrschaft – zuerst als besetztes österreichisches, dann als provisorisch französisches Territorium.
 
Den Krieg hatte Napoléon nach der Niederlage von Aspern ([[21. Mai|21.]] und  [[22. Mai]] 1809) mit dem Sieg bei Deutsch-Wagram ([[5. Juni|5.]] und [[6. Juli]] 1809), beide in [[Niederösterreich]], für Frankreich entschieden. Österreich musste am [[14. Oktober]] 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen, in dem u. a. das Herzogtum Salzburg (samt dem [[Berchtesgadener Land]]) an Napoléon abgetreten wurde, der darüber zugunsten eines seiner deutschen Verbündeten disponieren würde. Napoléon trat das Land Salzburg schließlich – im Zuge eines umfassenderen Gebietstausches – an das [[Königreich Bayern]] ab (Pariser Vertrag vom [[28. Februar]] [[1810]] und Frankfurter Konvention vom [[12. September]] 1810). Diese Regelung wurde erst Ende September 1810 wirksam. Somit stand das Land Salzburg insgesamt 17 Monate lang unter französischer Herrschaft – zuerst als besetztes österreichisches, dann als provisorisch französisches Territorium.
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=== 1826 ===
 
=== 1826 ===
Lange nach Napoléons Sturz ließ sich dessen ehemalige Wiener Geliebte [[Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")|Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die „Hundsgräfin“)]] in [[Schallmoos]] (damals zur Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] gehörend) nieder.
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Lange nach Napoléons Sturz ließ sich dessen ehemalige Wiener Geliebte [[Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")|Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin“)]] in [[Schallmoos]] (damals zur Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] gehörend) nieder.
    
== Weitere Salzburgwiki-Artikel in diesem Zusammenhang ==
 
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