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| | === Wallack persönlich === | | === Wallack persönlich === |
| − | Wallack war mit Josefine Wallack († 1974<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/MagSbg.Web.App.SucheVerstorbene/SucheVerstorbene.aspx#searchResults www.stadt-salzburg.at], Gräbersuche</ref>) verheiratet. Sie war eine altösterreichisches Beamtentochter, deren Vater Heizhausingenieur in Prerau in der Olmützer Region in [[Tschechien]] war. Sie absolvierte die Lizealschule in Mährisch-Ostrau, wo sie Musterschülerin war, und besuchte anschließend mit gleichem Erfolg die Handelsakademie am Hammerlingsplatz in Wien. In Wien lernten sich die beiden kennen. Da Wallack gleich zu Beginn des [[Ersten Weltkrieg]]s einrücken musste, verkürzten sie ihre Verlobungszeit und in Pola (Pula, Kroatien) fand [[1914]] die Kriegshochzeit statt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19350901&query=%22Josefine+Wallack%22&ref=anno-search&seite=12 ANNO], „Neues Wiener Journal“, Ausgabe vom 1. September 1935, Seite 12</ref> | + | Wallack war mit Josefine Wallack († 1974<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/MagSbg.Web.App.SucheVerstorbene/SucheVerstorbene.aspx#searchResults www.stadt-salzburg.at], Gräbersuche</ref>) verheiratet. Sie war eine altösterreichisches Beamtentochter, deren Vater Heizhausingenieur in Prerau in der Olmützer Region in [[Tschechien]] war. Sie absolvierte die Lizealschule in Mährisch-Ostrau, wo sie Musterschülerin war, und besuchte anschließend mit gleichem Erfolg die Handelsakademie am Hammerlingsplatz in Wien. In Wien lernten sich die beiden kennen. Da Wallack gleich zu Beginn des [[Ersten Weltkrieg]]s einrücken musste, verkürzten sie ihre Verlobungszeit und in Pola (Pula, Kroatien) fand [[1914]] die Kriegshochzeit statt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19350901&query=%22Josefine+Wallack%22&ref=anno-search&seite=12 ANNO], "Neues Wiener Journal“, Ausgabe vom 1. September 1935, Seite 12</ref> |
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| − | Sie hatte für ihren Mann und die Glocknerstraße als Sekretärin, technische Assistentin und Managerin in einer Person gearbeitet. Von Wallack wurde sie immer wieder als „treueste Stütze“, „bester Kamerad“ oder als sein „stiller, ungenannter Adjutant“ bezeichnet. Anlässlich der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1936]] wurde sie mit dem „Goldenen Verdienstzeichen“ ausgezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fst&datum=19350806&query=%22Josefine+Wallack%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], „Freie Stimmen“, Ausgabe vom 6. August 1935, Seite 3</ref> | + | Sie hatte für ihren Mann und die Glocknerstraße als Sekretärin, technische Assistentin und Managerin in einer Person gearbeitet. Von Wallack wurde sie immer wieder als "treueste Stütze“, "bester Kamerad“ oder als sein "stiller, ungenannter Adjutant“ bezeichnet. Anlässlich der Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1936]] wurde sie mit dem "Goldenen Verdienstzeichen“ ausgezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fst&datum=19350806&query=%22Josefine+Wallack%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Freie Stimmen“, Ausgabe vom 6. August 1935, Seite 3</ref> |
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| − | Am [[16. August]] [[1962]] wurde sie vom Präsidenten der Großglockner Hochalpenstraßen AG, Landeshauptmann DDr. [[Hans Lechner]] mit dem „Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ ausgezeichnet .<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=FLgegtBD3UZgQF56kQR3kEBPpQyOgX6jlCB8VNgiZ%2BC%2FlGpDwK9KWn9VfA4eYT7suy32hUDh37x1FEDTZziAjprgLJOV667NDhwGOqLpVQIPmjleMhjY%2B5I71%2BQ0mtE5&id1=19620817_10&q=Grohag#slide10 www.sn.at], Archiv der „[[Salzburger Nachrichten]]“, Ausgabe vom 17. August 1962, Seite 10</ref> | + | Am [[16. August]] [[1962]] wurde sie vom Präsidenten der Großglockner Hochalpenstraßen AG, Landeshauptmann DDr. [[Hans Lechner]] mit dem "Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ ausgezeichnet .<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=FLgegtBD3UZgQF56kQR3kEBPpQyOgX6jlCB8VNgiZ%2BC%2FlGpDwK9KWn9VfA4eYT7suy32hUDh37x1FEDTZziAjprgLJOV667NDhwGOqLpVQIPmjleMhjY%2B5I71%2BQ0mtE5&id1=19620817_10&q=Grohag#slide10 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]“, Ausgabe vom 17. August 1962, Seite 10</ref> |
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| − | Zeitzeugen wie Ing. [[Kurt Schwaiger]], der als 22-Jähriger zur GROHAG kam und bis zum Tod von Franz Wallack eng mit ihm zusammenarbeitete, beschrieb ihn anlässlich seines 50. Todestages 2016 „Der Hofrat Wallack war sehr militärisch, barsch, energisch, tatkräftig, bestimmend und hart mit seinen Mitarbeitern, aber auch hart zu sich selbst. Dabei war er aber auch ein gläubiger und humorvoller Mensch.“<ref name="GP">Zitat Quelle [[Großglockner Panorama]], Ausgabe 2/2016</ref>. | + | Zeitzeugen wie Ing. [[Kurt Schwaiger]], der als 22-Jähriger zur GROHAG kam und bis zum Tod von Franz Wallack eng mit ihm zusammenarbeitete, beschrieb ihn anlässlich seines 50. Todestages 2016 "Der Hofrat Wallack war sehr militärisch, barsch, energisch, tatkräftig, bestimmend und hart mit seinen Mitarbeitern, aber auch hart zu sich selbst. Dabei war er aber auch ein gläubiger und humorvoller Mensch.“<ref name="GP">Zitat Quelle [[Großglockner Panorama]], Ausgabe 2/2016</ref>. |
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| | Man erzählte sich, dass es sich Hofrat Wallack zur Gewohnheit machte, seine Rückkehr von Glocknerstraße nach [[Bruck an der Großglocknerstraße]] vom Mautner in [[Ferleiten]] ankündigen zu lassen. In Bruck, wohin er nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] übersiedelt war, lebte er mit seiner Frau Josefine, der Schwiegermutter und einer Nichte. Mit diesem Telefonanruf wusste die Familie, was zu tun war: Die Fahne wurde gehisst, das Einfahrtstor geöffnet und sie nahmen vor dem Haus Aufstellung. Durch dieses Spalier seiner Familienmitglieder kehrte Wallack vom Arbeitstag nach Hause. | | Man erzählte sich, dass es sich Hofrat Wallack zur Gewohnheit machte, seine Rückkehr von Glocknerstraße nach [[Bruck an der Großglocknerstraße]] vom Mautner in [[Ferleiten]] ankündigen zu lassen. In Bruck, wohin er nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] übersiedelt war, lebte er mit seiner Frau Josefine, der Schwiegermutter und einer Nichte. Mit diesem Telefonanruf wusste die Familie, was zu tun war: Die Fahne wurde gehisst, das Einfahrtstor geöffnet und sie nahmen vor dem Haus Aufstellung. Durch dieses Spalier seiner Familienmitglieder kehrte Wallack vom Arbeitstag nach Hause. |
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| − | Sein Auto war ein BMW Sportcabrio 327/28. Ein weiteres "Markenzeichen" des Ingenieurs war seine „Glocknerkleidung“: ein heller, leicht gemusterter Anzug mit Kniehose und orangefarbener Strickkrawatte. Halbschuhe, Pullmannmütze und Trenchcoat trug er bei Betriebsabenden ebenso wie bei den alljährlichen Schneeräumungen der Großglockner Hochalpenstraße. Als passionierter Schlittschuhläufer ließ er sogar mehrmals auf der [[Fuscher Lacke]] und in [[Heiligenblut]] einen Eislaufplatz errichten und lehrte einheimischen Kindern das Eislaufen. Wallack hatte in den [[1920er]]-Jahren an Eiskunstlaufveranstaltungen teilgenommen. So gewann er bei den Klagenfurter Eiswettbewerben Anfang Feburar [[1924]] im Verbands-Herren-Junior-Kunstlaufen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fst&datum=19240205&query=%22Franz+Wallack%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], Freie Stimme, Ausgabe vom 5. Februar 1924, Seite 7</ref> | + | Sein Auto war ein BMW Sportcabrio 327/28. Ein weiteres "Markenzeichen" des Ingenieurs war seine "Glocknerkleidung“: ein heller, leicht gemusterter Anzug mit Kniehose und orangefarbener Strickkrawatte. Halbschuhe, Pullmannmütze und Trenchcoat trug er bei Betriebsabenden ebenso wie bei den alljährlichen Schneeräumungen der Großglockner Hochalpenstraße. Als passionierter Schlittschuhläufer ließ er sogar mehrmals auf der [[Fuscher Lacke]] und in [[Heiligenblut]] einen Eislaufplatz errichten und lehrte einheimischen Kindern das Eislaufen. Wallack hatte in den [[1920er]]-Jahren an Eiskunstlaufveranstaltungen teilgenommen. So gewann er bei den Klagenfurter Eiswettbewerben Anfang Feburar [[1924]] im Verbands-Herren-Junior-Kunstlaufen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fst&datum=19240205&query=%22Franz+Wallack%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], Freie Stimme, Ausgabe vom 5. Februar 1924, Seite 7</ref> |
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| | Ein weiteres Attribut Wallacks war sein beständiges Zigarettenrauchen. | | Ein weiteres Attribut Wallacks war sein beständiges Zigarettenrauchen. |
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| | Während der Bauzeit der Glocknerstraße kehrte er von Heiligenblut nach [[Fusch an der Großglocknerstraße]] zu Fuß zurück, wenn ihm kein Fahrzeug zur Verfügung stand. Vom [[Glocknerhaus]] bis nach Ferleiten benötigte er dazu - nach eigenen Angaben - unglaubliche drei Stunden und zwanzig Minuten. Wollten andere Personen mit ihm gehen, hängte er diese durch seinen forschen Gang stets ab. Daher hat man ihm einst geraten, sich ein Schild umzuhängen, auf dem geschrieben stehen sollte "Warnung! Alleingeher! Nachlaufen gefährlich und aussichtslos!" Sein plötzliches Auftauchen über den Berg bei den verstreut liegenden Straßenbaustellen war gefürchtet und die Arbeiter entwickelten dafür ein eigenes Pfeifwarnsystem. | | Während der Bauzeit der Glocknerstraße kehrte er von Heiligenblut nach [[Fusch an der Großglocknerstraße]] zu Fuß zurück, wenn ihm kein Fahrzeug zur Verfügung stand. Vom [[Glocknerhaus]] bis nach Ferleiten benötigte er dazu - nach eigenen Angaben - unglaubliche drei Stunden und zwanzig Minuten. Wollten andere Personen mit ihm gehen, hängte er diese durch seinen forschen Gang stets ab. Daher hat man ihm einst geraten, sich ein Schild umzuhängen, auf dem geschrieben stehen sollte "Warnung! Alleingeher! Nachlaufen gefährlich und aussichtslos!" Sein plötzliches Auftauchen über den Berg bei den verstreut liegenden Straßenbaustellen war gefürchtet und die Arbeiter entwickelten dafür ein eigenes Pfeifwarnsystem. |
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| − | Eine weitere Leidenschaft von ihm war das Komponieren. Von [[1942]] bis [[1943]] schuf er einen Zyklus von acht „[[Hochtor (Tunnel)|Hochtor]]-Liedern“. | + | Eine weitere Leidenschaft von ihm war das Komponieren. Von [[1942]] bis [[1943]] schuf er einen Zyklus von acht "[[Hochtor (Tunnel)|Hochtor]]-Liedern“. |
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| − | Mitarbeitern, die er besonders mochte, gab er einen Spitznamen. Er selbst erhielt den Spitznamen „Eisbändiger“ (wie noch heute ein im Einsatz befindlicher Rotationspflug „System Wallack“ genannt wird). Ein markanter Fels im Bereich der [[Hexenküche]] an der Großglockner Hochalpenstraße erhielt den Namen „Hexenzahn“ und, wohl mit Respekt gedacht, den Namen „der Keppelzahn vom Hofrat“.<ref name="GP"></ref> | + | Mitarbeitern, die er besonders mochte, gab er einen Spitznamen. Er selbst erhielt den Spitznamen "Eisbändiger“ (wie noch heute ein im Einsatz befindlicher Rotationspflug "System Wallack“ genannt wird). Ein markanter Fels im Bereich der [[Hexenküche]] an der Großglockner Hochalpenstraße erhielt den Namen "Hexenzahn“ und, wohl mit Respekt gedacht, den Namen "der Keppelzahn vom Hofrat“.<ref name="GP"></ref> |
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| − | Franz Wallack, der nach eigenen Angaben mehr als 260 Mal über das [[Hochtor (Kärnten)|Hochtor]] und [[Fuscher Törl]] oder die obere [[Pfandlscharte]]) gegangen war, schrieb bereits im August [[1931]] in sein Tagebuch „Heute gehe ich zum 103. Mal übers Fuschertörl.“<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=omo&datum=1933&page=8&size=45&qid=97B3DHWFWTIDMINRBZMM7RCWS7KYYL ANNO], Österreichischer/Europa Motor, Ausgabe 1933, Heft 1, Seite 8 ganz unten</ref> | + | Franz Wallack, der nach eigenen Angaben mehr als 260 Mal über das [[Hochtor (Kärnten)|Hochtor]] und [[Fuscher Törl]] oder die obere [[Pfandlscharte]]) gegangen war, schrieb bereits im August [[1931]] in sein Tagebuch "Heute gehe ich zum 103. Mal übers Fuschertörl.“<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=omo&datum=1933&page=8&size=45&qid=97B3DHWFWTIDMINRBZMM7RCWS7KYYL ANNO], Österreichischer/Europa Motor, Ausgabe 1933, Heft 1, Seite 8 ganz unten</ref> |
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| − | :''Hauptartikel [[Sonderausstellung „Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner“]] | + | :''Hauptartikel [[Sonderausstellung "Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner“]] |
| | Vom [[10. November]] 2016 bis [[30. April]] [[2017]] hatten interessierte Besucher im Landesmuseum Rudolfinum in Klagenfurt die Möglichkeit, sich eingehend mit der Person Franz Wallack auseinanderzusetzen. Die Sonderausstellung zum 50. Todestag war eine Kooperation des Landesmuseums für Kärnten und der Großglockner Hochalpenstraßen AG. Im Fokus stand der Bau der Straße, aber auch die vielschichtige Persönlichkeit Franz Wallacks, Aussagen von Zeitzeugen und die Erfindung der [[Wallack-Rotations-Schneefräse|Rotations-Schneefräse]]. Außerdem zu sehen waren zahlreiche von Wallacks Fotografien, [[Gestein]]e des Großglockners sowie Gemälde und Landschaftsformate aus den Sammlungen des Landesmuseums. | | Vom [[10. November]] 2016 bis [[30. April]] [[2017]] hatten interessierte Besucher im Landesmuseum Rudolfinum in Klagenfurt die Möglichkeit, sich eingehend mit der Person Franz Wallack auseinanderzusetzen. Die Sonderausstellung zum 50. Todestag war eine Kooperation des Landesmuseums für Kärnten und der Großglockner Hochalpenstraßen AG. Im Fokus stand der Bau der Straße, aber auch die vielschichtige Persönlichkeit Franz Wallacks, Aussagen von Zeitzeugen und die Erfindung der [[Wallack-Rotations-Schneefräse|Rotations-Schneefräse]]. Außerdem zu sehen waren zahlreiche von Wallacks Fotografien, [[Gestein]]e des Großglockners sowie Gemälde und Landschaftsformate aus den Sammlungen des Landesmuseums. |
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