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| | == Die Familie Engl und der Salzburger Griesschmied == | | == Die Familie Engl und der Salzburger Griesschmied == |
| − | Der ''Griesschmied'' in der [[Stadt Salzburg]] Anfang des [[18. Jahrhundert]]s war der aus [[Kärnten]] eingewanderte Franz Schnuegg. Am [[21. Jänner]] [[1728]] vermählte sich dessen Sohn, Martin Schnuegg, [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] und „''gemeiner stattschmid''", mit der Bäckerstochter Klara Thaler aus der [[Gstättengasse]] Nr. 6, deren Eltern seit [[1713]] Besitzer des „Bäcker Thaler-Hauses" dortselbst waren. Zur Witwe geworden, heiratete diese am [[22. Februar]] [[1740]] den Franz Anto Langwallner, der als Schmiedgeselle aus Schwaben gekommen war und nach dem Tode ihres ersten Mannes, ihr Altgeselle wurde. Die Mutter dieses Laugwallner war Marie Agathe, eine geborene Dizl. Franz Anton Langwallner starb am [[22. April]] [[1763]], seine Frau [[1770]]. Eine Tochter aus deren Ehe wurde [[1765]] die Ehefrau des Urgroßvaters der salzburgischen Familie Engl. | + | Der ''Griesschmied'' in der [[Stadt Salzburg]] Anfang des [[18. Jahrhundert]]s war der aus [[Kärnten]] eingewanderte Franz Schnuegg. Am [[21. Jänner]] [[1728]] vermählte sich dessen Sohn, Martin Schnuegg, [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] und "''gemeiner stattschmid''", mit der Bäckerstochter Klara Thaler aus der [[Gstättengasse]] Nr. 6, deren Eltern seit [[1713]] Besitzer des "Bäcker Thaler-Hauses" dortselbst waren. Zur Witwe geworden, heiratete diese am [[22. Februar]] [[1740]] den Franz Anto Langwallner, der als Schmiedgeselle aus Schwaben gekommen war und nach dem Tode ihres ersten Mannes, ihr Altgeselle wurde. Die Mutter dieses Laugwallner war Marie Agathe, eine geborene Dizl. Franz Anton Langwallner starb am [[22. April]] [[1763]], seine Frau [[1770]]. Eine Tochter aus deren Ehe wurde [[1765]] die Ehefrau des Urgroßvaters der salzburgischen Familie Engl. |
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| − | Dieser, Franz Ser. Engl, erwarb [[1795]] die Wagnerwerkstätte und [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]], weiters [[1804]] das Schmiedhaus und am [[5. April]] [[1805]]) die reale Hufschmiedmeistergerechtsame „freieigen" von dem [[Magistrat der Stadt Salzburg|Stadtmagistrat]] durch Kauf um 7.500 [[Gulden|fl]]. Beide Gewerbe, sowie das Haus, blieben seither ununterbrochen im Familienbesitz. Das Haus aber erhielt den Namen „''Griesschmied Englhaus''". | + | Dieser, Franz Ser. Engl, erwarb [[1795]] die Wagnerwerkstätte und [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]], weiters [[1804]] das Schmiedhaus und am [[5. April]] [[1805]]) die reale Hufschmiedmeistergerechtsame "freieigen" von dem [[Magistrat der Stadt Salzburg|Stadtmagistrat]] durch Kauf um 7.500 [[Gulden|fl]]. Beide Gewerbe, sowie das Haus, blieben seither ununterbrochen im Familienbesitz. Das Haus aber erhielt den Namen "''Griesschmied Englhaus''". |
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| − | Das Schmiedgewerbe wurde aber nach dem Vorhergesagten im „alten" und im „neuen" Schmiedhause zusammen volle 373 Jahre (Stand im Jahr [[1896]]), im Letzteren bis nun allein volle 130 ausgeübt und das Wagnergewerbe 100 Jahre hindurch von Mitgliedern der Engl-Familie betrieben. | + | Das Schmiedgewerbe wurde aber nach dem Vorhergesagten im "alten" und im "neuen" Schmiedhause zusammen volle 373 Jahre (Stand im Jahr [[1896]]), im Letzteren bis nun allein volle 130 ausgeübt und das Wagnergewerbe 100 Jahre hindurch von Mitgliedern der Engl-Familie betrieben. |
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| | === Abstammung der Bozener Wegscheid- und der Salzburger Griesschmied - Engl-Familie === | | === Abstammung der Bozener Wegscheid- und der Salzburger Griesschmied - Engl-Familie === |
| | Ihre Ansiedlung dort und hier, und das Gesellen- und Bürgerleben noch zu Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. | | Ihre Ansiedlung dort und hier, und das Gesellen- und Bürgerleben noch zu Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. |
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| − | Wie so manche der altsalzburgischen Bürger-Familien, so stammt auch jene der Engl aus [[Tirol]] und zwar aus Bozen in [[Südtirol]]. Sie kamen hieher, weil sie — mehr oder weniger — den großen, prunkvollen [[Salzburger Fürstenhof|Hofhaltungen]] der salzburgischen [[Fürsterzbischof|Fürstregenten]] angezogen, von welchen — hier wie anderwärts — der Volksmund sagt: „''Unter dem Krummstab ist gut wohnen''". | + | Wie so manche der altsalzburgischen Bürger-Familien, so stammt auch jene der Engl aus [[Tirol]] und zwar aus Bozen in [[Südtirol]]. Sie kamen hieher, weil sie — mehr oder weniger — den großen, prunkvollen [[Salzburger Fürstenhof|Hofhaltungen]] der salzburgischen [[Fürsterzbischof|Fürstregenten]] angezogen, von welchen — hier wie anderwärts — der Volksmund sagt: "''Unter dem Krummstab ist gut wohnen''". |
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| − | Die Bozener Schmied-Engl in der Wegscheid, welche gleich der salzburgischen Familie noch heute bestehen, stammen vermutlich aus Hohenbichl, einem ¾ Stunden von Terenten im Pustertal entfernten großen und altberühmten Bauernhof „''Zum Engl in Margen''". Als ältester bekannt gewordener Stämmling der Engl ist im Trauungsbuch der Propstei Bozen am [[5. Mai]] [[1615]] eingetragen: Johann Christoph Engl, ''scriba'' in Neuhaus „verehelicht mit Christine Waßnerin". Im Sterbebuch ist derselbe [[1649]] als Johann Christoph Engl zu Engelsburg und Kämpen verzeichnet. | + | Die Bozener Schmied-Engl in der Wegscheid, welche gleich der salzburgischen Familie noch heute bestehen, stammen vermutlich aus Hohenbichl, einem ¾ Stunden von Terenten im Pustertal entfernten großen und altberühmten Bauernhof "''Zum Engl in Margen''". Als ältester bekannt gewordener Stämmling der Engl ist im Trauungsbuch der Propstei Bozen am [[5. Mai]] [[1615]] eingetragen: Johann Christoph Engl, ''scriba'' in Neuhaus "verehelicht mit Christine Waßnerin". Im Sterbebuch ist derselbe [[1649]] als Johann Christoph Engl zu Engelsburg und Kämpen verzeichnet. |
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| | Der erste Schmiedmeister aus dem Engl-Stamm in Bozen war Andreas. Wie Andreas [[1733]] der Stamm- und Urgroßvater der Bozener Schmiedmeister in der Wegscheide geworden war, so wurde der eine Zwillingssohn Franz Ser. Paul [[1765]] jener der Griesschmied Engl in Salzburg. Franz Ser. Engl verließ im November [[1760]] als 23jähriger Geselle sein Elternhaus, seine Geburtsstadt und sein Heimatsland. Er zog nach Handwerksbrauch auf die Wanderschaft, nach Bayern, Österreich und dann in das Salzburger Land. Als Franz Ser. Engl im Oktober [[1764]] in die Stadt Salzburg kam, nahm er bei der Griesschmied-Witwe Klara Langwallner Arbeit. | | Der erste Schmiedmeister aus dem Engl-Stamm in Bozen war Andreas. Wie Andreas [[1733]] der Stamm- und Urgroßvater der Bozener Schmiedmeister in der Wegscheide geworden war, so wurde der eine Zwillingssohn Franz Ser. Paul [[1765]] jener der Griesschmied Engl in Salzburg. Franz Ser. Engl verließ im November [[1760]] als 23jähriger Geselle sein Elternhaus, seine Geburtsstadt und sein Heimatsland. Er zog nach Handwerksbrauch auf die Wanderschaft, nach Bayern, Österreich und dann in das Salzburger Land. Als Franz Ser. Engl im Oktober [[1764]] in die Stadt Salzburg kam, nahm er bei der Griesschmied-Witwe Klara Langwallner Arbeit. |