Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
K
Textersetzung - „„“ durch „"“
Zeile 4: Zeile 4:     
== Leben ==
 
== Leben ==
Nach der Matura besuchte Mateschitz die Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, in [[Wien]] und schloss sein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Diplom ab. In den [[1970er]]-Jahren war Mateschitz als Marketing-Fachmann für verschiedene Unternehmen tätig. Danach arbeitete er im Marketing des Unternehmens „Blendax“. Auf einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen lernte er schließlich zu Anfang der [[1980er]]-Jahre in Asien den absatzstarken Markt von Energie- und Aufputschgetränken kennen.  
+
Nach der Matura besuchte Mateschitz die Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, in [[Wien]] und schloss sein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Diplom ab. In den [[1970er]]-Jahren war Mateschitz als Marketing-Fachmann für verschiedene Unternehmen tätig. Danach arbeitete er im Marketing des Unternehmens "Blendax“. Auf einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen lernte er schließlich zu Anfang der [[1980er]]-Jahre in Asien den absatzstarken Markt von Energie- und Aufputschgetränken kennen.  
    
Diese Energiegetränke waren in Europa und den USA zu dieser Zeit noch gänzlich unbekannt, weshalb er [[1983]] in Asien die Lizenz für ein solches Getränk erwarb. Ein Jahr später, [[1984]], gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern Chaleo und Chalerm Yoovidhya das Unternehmen [[Red Bull GmbH]]. Die Abwandlung der Rezeptur des thailändischen ''Krating Daeng'' und die Entwicklung eines Marketing-Konzepts führten [[1987]] schließlich zur Markteinführung des Getränks ''[[Red Bull (Getränk)|Red Bull]]'' in Österreich.
 
Diese Energiegetränke waren in Europa und den USA zu dieser Zeit noch gänzlich unbekannt, weshalb er [[1983]] in Asien die Lizenz für ein solches Getränk erwarb. Ein Jahr später, [[1984]], gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern Chaleo und Chalerm Yoovidhya das Unternehmen [[Red Bull GmbH]]. Die Abwandlung der Rezeptur des thailändischen ''Krating Daeng'' und die Entwicklung eines Marketing-Konzepts führten [[1987]] schließlich zur Markteinführung des Getränks ''[[Red Bull (Getränk)|Red Bull]]'' in Österreich.
Zeile 16: Zeile 16:  
Das bekannte US-Wirtschaftsmagazin ''Forbes'' schätzte Mateschitz' Privatvermögen mittlerweile auf drei Milliarden Dollar. Tendenz deutlich steigend. Der Österreicher zählte damit seit Jahren zum fixen Bestandteil der ''Forbes''-Rangliste der reichsten Weltbürger. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gehört ''Red Bull'' aber nicht Mateschitz allein. Er hielt nur 49 Prozent. Den gleichen Anteil hält die thailändische Familie Yoovidhya. Die restlichen zwei Prozent besitzt mit Chalerm Yoovidhya ebenfalls ein Spross dieser thailändischen Familie. Er lebt in [[London]] und war ein guter Freund von Mateschitz.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] 2012</ref>
 
Das bekannte US-Wirtschaftsmagazin ''Forbes'' schätzte Mateschitz' Privatvermögen mittlerweile auf drei Milliarden Dollar. Tendenz deutlich steigend. Der Österreicher zählte damit seit Jahren zum fixen Bestandteil der ''Forbes''-Rangliste der reichsten Weltbürger. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gehört ''Red Bull'' aber nicht Mateschitz allein. Er hielt nur 49 Prozent. Den gleichen Anteil hält die thailändische Familie Yoovidhya. Die restlichen zwei Prozent besitzt mit Chalerm Yoovidhya ebenfalls ein Spross dieser thailändischen Familie. Er lebt in [[London]] und war ein guter Freund von Mateschitz.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] 2012</ref>
   −
Als Schaltzentrale diente stets der Hangar-7, in dem er mindestens ein Mal wöchentlich anzutreffen war. Auf ein repräsentatives Vorstandsbüro legte er keinen Wert. Seine Führungskräfte lud er zu Kurzpräsentationen und zum anschließenden Diskurs. „Mehr als vier Folien durften es aber nicht sein.“ Er habe stets Ideen und Inputs gehabt, erzählt eine Ex-Mitarbeiterin. In einem der seltenen Interviews mit einem Wirtschaftsmagazin sagte Mateschitz: „Ich bin ein ziemlich unkonventioneller Manager und hasse es zum Beispiel, Berichte zu lesen. Wenn überhaupt, überfliege ich nur kurze Zusammenfassungen. Bei uns läuft vieles mündlich, direkt, ohne viele hierarchische Barrikaden.“<ref name="SN24Okt22">[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/wer-tritt-das-erbe-von-dietrich-mateschitz-an-128815456 www.sn.at] 24. Oktober 2022: „Wer tritt das Erbe von Dietrich Mateschitz an?“, ein Beitrag von [[Marco Riebler]]</ref>
+
Als Schaltzentrale diente stets der Hangar-7, in dem er mindestens ein Mal wöchentlich anzutreffen war. Auf ein repräsentatives Vorstandsbüro legte er keinen Wert. Seine Führungskräfte lud er zu Kurzpräsentationen und zum anschließenden Diskurs. "Mehr als vier Folien durften es aber nicht sein.“ Er habe stets Ideen und Inputs gehabt, erzählt eine Ex-Mitarbeiterin. In einem der seltenen Interviews mit einem Wirtschaftsmagazin sagte Mateschitz: "Ich bin ein ziemlich unkonventioneller Manager und hasse es zum Beispiel, Berichte zu lesen. Wenn überhaupt, überfliege ich nur kurze Zusammenfassungen. Bei uns läuft vieles mündlich, direkt, ohne viele hierarchische Barrikaden.“<ref name="SN24Okt22">[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/wer-tritt-das-erbe-von-dietrich-mateschitz-an-128815456 www.sn.at] 24. Oktober 2022: "Wer tritt das Erbe von Dietrich Mateschitz an?“, ein Beitrag von [[Marco Riebler]]</ref>
   −
Zur Mittagszeit stand nie das Fünf-Hauben-Menü des [[Ikarus]]-Restaurants auf dem Speiseplan. „Der Herr Mateschitz möchte heute einen Lachs mit Gemüse und Salat, ihr wisst, er ist ein großer Mann, daher dürfen es zwei Stücke Fisch sein“, lautete oftmals das Kommando von Küchenchef [[Martin Klein]] an seine Brigade. Im Jahr 2021 war auch immer wieder sein Sohn [[Mark Mateschitz]] im Hangar-7 anzutreffen. Während der Vater stets mit einem in die Jahre gekommenen SUV der Marke Infiniti anreiste, bevorzugte der Sohn den Audi-Kombi-Neuwagen, plakativ und gut erkennbar mit Wunschkennzeichen versehen.<ref name="SN24Okt22"></ref>
+
Zur Mittagszeit stand nie das Fünf-Hauben-Menü des [[Ikarus]]-Restaurants auf dem Speiseplan. "Der Herr Mateschitz möchte heute einen Lachs mit Gemüse und Salat, ihr wisst, er ist ein großer Mann, daher dürfen es zwei Stücke Fisch sein“, lautete oftmals das Kommando von Küchenchef [[Martin Klein]] an seine Brigade. Im Jahr 2021 war auch immer wieder sein Sohn [[Mark Mateschitz]] im Hangar-7 anzutreffen. Während der Vater stets mit einem in die Jahre gekommenen SUV der Marke Infiniti anreiste, bevorzugte der Sohn den Audi-Kombi-Neuwagen, plakativ und gut erkennbar mit Wunschkennzeichen versehen.<ref name="SN24Okt22"></ref>
    
In Salzburg-[[Nonntal]] wohnte Mateschitz in einer 900-Quadratmeter-Villa. Weiters hatte er einen Wohnsitz in [[Maria Alm am Steinernen Meer]], ein Landgut, sowie ein 2&nbsp;000 Hektar großes Forstgut in Authal bei Bretstein in der Steiermark.<ref name="OOEN">[https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Die-Immobilien-des-Herrn-Mateschitz;art4,2530939 www.nachrichten.at]</ref> Sein Vermögen wird auf 24,9 Milliarden Euro geschätzt.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/porsche-piech-mateschitz-sind-die-reichsten-oesterreicher-123943216 www.sn.at], [[SN]],  8. Juli 2022 und [https://nzzas.nzz.ch/international/die-neue-einstiegsdroge-fuer-corona-leugner-ld.1660981?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE nzzas.nzz.ch] "Servus-TV ist die neue Einstiegsdroge für Corona-Leugner", 18. Dezember 2021</ref>
 
In Salzburg-[[Nonntal]] wohnte Mateschitz in einer 900-Quadratmeter-Villa. Weiters hatte er einen Wohnsitz in [[Maria Alm am Steinernen Meer]], ein Landgut, sowie ein 2&nbsp;000 Hektar großes Forstgut in Authal bei Bretstein in der Steiermark.<ref name="OOEN">[https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Die-Immobilien-des-Herrn-Mateschitz;art4,2530939 www.nachrichten.at]</ref> Sein Vermögen wird auf 24,9 Milliarden Euro geschätzt.<ref>[https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/porsche-piech-mateschitz-sind-die-reichsten-oesterreicher-123943216 www.sn.at], [[SN]],  8. Juli 2022 und [https://nzzas.nzz.ch/international/die-neue-einstiegsdroge-fuer-corona-leugner-ld.1660981?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE nzzas.nzz.ch] "Servus-TV ist die neue Einstiegsdroge für Corona-Leugner", 18. Dezember 2021</ref>
Zeile 24: Zeile 24:  
Über sein Privatleben wurde nicht viel bekannt. Die langjährige Lebensgefährtin von Dietrich Mateschitz, Marion Feichtner, ist Geschäftsführerin und Inhaberin eines Reiseveranstalters und -büros mit dem Namen ''[[The Travel Birds]]'' im Salzburger Nonntal.<ref name="SN24Okt22"></ref> Dietrich Mateschitz war im Alter von 78 Jahren nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung verstorben.
 
Über sein Privatleben wurde nicht viel bekannt. Die langjährige Lebensgefährtin von Dietrich Mateschitz, Marion Feichtner, ist Geschäftsführerin und Inhaberin eines Reiseveranstalters und -büros mit dem Namen ''[[The Travel Birds]]'' im Salzburger Nonntal.<ref name="SN24Okt22"></ref> Dietrich Mateschitz war im Alter von 78 Jahren nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung verstorben.
   −
== 2019: „Beflügelt. Dietrich Mateschitz zum 75. Geburtstag“ ==
+
== 2019: "Beflügelt. Dietrich Mateschitz zum 75. Geburtstag“ ==
Ein Beitrag am [[18. Mai]] [[2019]] in den „Salzburger Nachrichten“ von [[Gerhard Kuntschik]].
+
Ein Beitrag am [[18. Mai]] [[2019]] in den "Salzburger Nachrichten“ von [[Gerhard Kuntschik]].
   −
''Das ist eine ganz heikle Geschichte. Doch sind Journalisten an solche ja gewöhnt. Heikel ist fast alles, wird so von der einen Seite empfunden oder von der anderen. Oder allen. In diesem Fall geht es um den 75. Geburtstag des erfolgreichsten Unternehmers und Sportförderers Österreichs der vergangenen Jahrzehnte. Richtig, um „den Didi“, wie ihn Freunde hierzulande gern und ohne Widerspruch des Betroffenen nennen, oder um „Dietrich“, wie ihn vor allem seine britischen Kameraden aus der Formel 1 mit etwas mehr Respekt rufen.
+
''Das ist eine ganz heikle Geschichte. Doch sind Journalisten an solche ja gewöhnt. Heikel ist fast alles, wird so von der einen Seite empfunden oder von der anderen. Oder allen. In diesem Fall geht es um den 75. Geburtstag des erfolgreichsten Unternehmers und Sportförderers Österreichs der vergangenen Jahrzehnte. Richtig, um "den Didi“, wie ihn Freunde hierzulande gern und ohne Widerspruch des Betroffenen nennen, oder um "Dietrich“, wie ihn vor allem seine britischen Kameraden aus der Formel 1 mit etwas mehr Respekt rufen.
    
''Dietrich Mateschitz wird also am 20. Mai 75 Jahre alt, und für ihn ist das kein Grund, in der Zeitung zu stehen – natürlich nicht. Denn eigentlich will er überhaupt nie in Medien vorkommen.
 
''Dietrich Mateschitz wird also am 20. Mai 75 Jahre alt, und für ihn ist das kein Grund, in der Zeitung zu stehen – natürlich nicht. Denn eigentlich will er überhaupt nie in Medien vorkommen.
   −
''Ich fragte ihn kürzlich vorsichtshalber und vor allem scheinheilig: „Didi, was willst du am 20. Mai in den SN lesen?“ Er entgegnete, humorvoll, aber ziemlich bestimmt: „Gar nix.“ Also trafen wir die Entscheidung, am 20. Mai nichts über den Jubilar zu bringen. (Heute ist erst der 18.)
+
''Ich fragte ihn kürzlich vorsichtshalber und vor allem scheinheilig: "Didi, was willst du am 20. Mai in den SN lesen?“ Er entgegnete, humorvoll, aber ziemlich bestimmt: "Gar nix.“ Also trafen wir die Entscheidung, am 20. Mai nichts über den Jubilar zu bringen. (Heute ist erst der 18.)
   −
''Dietrich Mateschitz wurde als Gründer, Miteigentümer (51 Prozent hält die thailändische Familie Yoovidhya) und Alleingeschäftsführer der Firma Red Bull eine international anerkannte Unternehmerpersönlichkeit und Österreichs Nummer eins in der alljährlichen „Forbes“-Rich-List – ein Faktum, das er überhaupt nicht erwähnt haben will und dessen Aussagekraft ihm eigentlich zuwider ist. Erfolg ist genauso sein Markenzeichen geworden wie die Scheu vor öffentlichen Auftritten, besonders in Gegenwart von Medien. Interviews mit ihm waren immer schon rar und wurden zuletzt noch rarer. Aussagen vor TV-Kameras lehnt er rundweg ab, das gehört zu seinem „Profil“ wie Jeans, Cowboyhemd und Lederjacke.
+
''Dietrich Mateschitz wurde als Gründer, Miteigentümer (51 Prozent hält die thailändische Familie Yoovidhya) und Alleingeschäftsführer der Firma Red Bull eine international anerkannte Unternehmerpersönlichkeit und Österreichs Nummer eins in der alljährlichen "Forbes“-Rich-List – ein Faktum, das er überhaupt nicht erwähnt haben will und dessen Aussagekraft ihm eigentlich zuwider ist. Erfolg ist genauso sein Markenzeichen geworden wie die Scheu vor öffentlichen Auftritten, besonders in Gegenwart von Medien. Interviews mit ihm waren immer schon rar und wurden zuletzt noch rarer. Aussagen vor TV-Kameras lehnt er rundweg ab, das gehört zu seinem "Profil“ wie Jeans, Cowboyhemd und Lederjacke.
    
''Doch ein Mal, ein einziges Mal, überwältigte ihn seine Emotion derart, dass er doch ein paar Sätze in die Kameras von ORF, RTL und Sky sprach – am [[14. November]] [[2010]], im Flutlicht des Yas-Marina-Kurses von Abu Dhabi, als eben Sebastian Vettel im Red Bull-Renault seine erste Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, als Außenseiter, der gegen Fernando Alonso und Mark Webber zum lachenden Dritten geworden war.
 
''Doch ein Mal, ein einziges Mal, überwältigte ihn seine Emotion derart, dass er doch ein paar Sätze in die Kameras von ORF, RTL und Sky sprach – am [[14. November]] [[2010]], im Flutlicht des Yas-Marina-Kurses von Abu Dhabi, als eben Sebastian Vettel im Red Bull-Renault seine erste Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, als Außenseiter, der gegen Fernando Alonso und Mark Webber zum lachenden Dritten geworden war.
    
''Schon damals war es nicht mehr vorstellbar, dass Mateschitz seinen ersten, winzigen Bekanntheitsgrad 23 Jahre zuvor in einem Salzburger Gasthaus erlangt hatte. Der
 
''Schon damals war es nicht mehr vorstellbar, dass Mateschitz seinen ersten, winzigen Bekanntheitsgrad 23 Jahre zuvor in einem Salzburger Gasthaus erlangt hatte. Der
[[Salzburger Eissportclub|Salzburger EC]] lud am [[28. August]] [[1987]] zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des Eishockey-Bundesligisten in den [[Liefering]]er [[Gasthof Hartlwirt|Hartlwirt]]. Die Clubführung präsentierte neben der Mannschaft mit den Sowjetstars Viktor Schalimow und Sergej Kapustin auch den neuen Sponsor: „Herrn Mateschitz von der Firma Red Bull.“ Der war tatsächlich persönlich anwesend, stellte seine Firma – die damals niemand kannte –, sein Produkt– kein Mensch wusste mit dem Begriff „Energy Drink“ etwas anzufangen – und sich selbst vor. Die Handvoll Journalisten in dieser kleinen Runde konnte nicht abschätzen, wen sie da eben kennengelernt hatte – und was dieser Herr noch bewegen würde. Mateschitz selbst bestätigte viele Jahre später seine Loyalität zu „seiner“ ersten Sportart: „Dem Eishockey gehört mein Herzblut.“
+
[[Salzburger Eissportclub|Salzburger EC]] lud am [[28. August]] [[1987]] zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des Eishockey-Bundesligisten in den [[Liefering]]er [[Gasthof Hartlwirt|Hartlwirt]]. Die Clubführung präsentierte neben der Mannschaft mit den Sowjetstars Viktor Schalimow und Sergej Kapustin auch den neuen Sponsor: "Herrn Mateschitz von der Firma Red Bull.“ Der war tatsächlich persönlich anwesend, stellte seine Firma – die damals niemand kannte –, sein Produkt– kein Mensch wusste mit dem Begriff "Energy Drink“ etwas anzufangen – und sich selbst vor. Die Handvoll Journalisten in dieser kleinen Runde konnte nicht abschätzen, wen sie da eben kennengelernt hatte – und was dieser Herr noch bewegen würde. Mateschitz selbst bestätigte viele Jahre später seine Loyalität zu "seiner“ ersten Sportart: "Dem Eishockey gehört mein Herzblut.“
   −
''Für Dietrich Mateschitz, den graduierten Diplomkaufmann, bildete Marketing immer die Grundlage des Wirtschaftens. Und da wieder Sport in vielen Facetten – je „wilder“, desto besser, coole Typen, coole Sportarten, oft extrem. Der Siegeszug der blau-silbernen Dose gerade bei jungen Konsumenten gab ihm recht. In deutschen Medien wird er oft mit einem Hauch Abschätzigkeit (Neid?) „Brausefabrikant“ tituliert. Die Art, wie der Konzern Red Bull mittlerweile in der Sportwelt auftritt, ist zwiespältig wegen des Anspruchs, überall führend zu sein. Von kritiklosem Applaus bis protestierendem Aktionismus reicht das Reaktionsspektrum, aus einem Grund: Wenn Red Bull = Dietrich Mateschitz etwas anpackt, dann gründlich. Mit Zielstrebigkeit zum Erfolg. Kontrovers wird vor allem sein Engagement im Fußball gesehen, weil das Jetzt viel, die Zukunft mehr und die Historie nichts zählt.
+
''Für Dietrich Mateschitz, den graduierten Diplomkaufmann, bildete Marketing immer die Grundlage des Wirtschaftens. Und da wieder Sport in vielen Facetten – je "wilder“, desto besser, coole Typen, coole Sportarten, oft extrem. Der Siegeszug der blau-silbernen Dose gerade bei jungen Konsumenten gab ihm recht. In deutschen Medien wird er oft mit einem Hauch Abschätzigkeit (Neid?) "Brausefabrikant“ tituliert. Die Art, wie der Konzern Red Bull mittlerweile in der Sportwelt auftritt, ist zwiespältig wegen des Anspruchs, überall führend zu sein. Von kritiklosem Applaus bis protestierendem Aktionismus reicht das Reaktionsspektrum, aus einem Grund: Wenn Red Bull = Dietrich Mateschitz etwas anpackt, dann gründlich. Mit Zielstrebigkeit zum Erfolg. Kontrovers wird vor allem sein Engagement im Fußball gesehen, weil das Jetzt viel, die Zukunft mehr und die Historie nichts zählt.
    
''Dabei hat Mateschitz auch die Überzeugung (und die Mittel dazu), Visionen anzudenken und auszuführen: nicht nur im Sport mit den außereuropäischen Fußballschulen und der beispielgebenden Nachwuchsakademie (Fußball/Eishockey) in Salzburg, mit Förderung der steirischen Heimat, mit Schaffung eines Bauwerks, das mittlerweile Wahrzeichen ist, sondern auch im Mediengeschäft. Denn als gäbe es mit dem Core Business und allen Sportaktivitäten nicht genug zu tun, wurde Mateschitz auch noch Medienmanager.
 
''Dabei hat Mateschitz auch die Überzeugung (und die Mittel dazu), Visionen anzudenken und auszuführen: nicht nur im Sport mit den außereuropäischen Fußballschulen und der beispielgebenden Nachwuchsakademie (Fußball/Eishockey) in Salzburg, mit Förderung der steirischen Heimat, mit Schaffung eines Bauwerks, das mittlerweile Wahrzeichen ist, sondern auch im Mediengeschäft. Denn als gäbe es mit dem Core Business und allen Sportaktivitäten nicht genug zu tun, wurde Mateschitz auch noch Medienmanager.
   −
''Print, Digital, TV. Die mediale Dose zum Lesen, Schauen, Hören, Mitagieren. Klar: Auf besonderem Niveau. Und ohne Betriebsrat, dieser einmalige Versuch verleitete ihn zu einer Massenkündigung, die er tags darauf zurücknahm. Das Delegieren ist nach einer großen Enttäuschung beim Versuch, eine „rechte Hand“ einzusetzen, so gar nicht seins. Was bei ihm am meisten zählt: neben Einsatz vor allem Loyalität.
+
''Print, Digital, TV. Die mediale Dose zum Lesen, Schauen, Hören, Mitagieren. Klar: Auf besonderem Niveau. Und ohne Betriebsrat, dieser einmalige Versuch verleitete ihn zu einer Massenkündigung, die er tags darauf zurücknahm. Das Delegieren ist nach einer großen Enttäuschung beim Versuch, eine "rechte Hand“ einzusetzen, so gar nicht seins. Was bei ihm am meisten zählt: neben Einsatz vor allem Loyalität.
    
''Pension? In Dietrich Mateschitz’ Wortschatz nicht vorhanden. Wir beginnen zu überlegen, was wir zu seinem Achtziger schreiben werden.
 
''Pension? In Dietrich Mateschitz’ Wortschatz nicht vorhanden. Wir beginnen zu überlegen, was wir zu seinem Achtziger schreiben werden.
Zeile 100: Zeile 100:  
* 2009 ''Relaunch'' als Servus TV.
 
* 2009 ''Relaunch'' als Servus TV.
 
* Über 60 Milliarden Red-Bull-Dosen werden bis 2016 verkauft. Heute (2019) erhält man sie in 169 Ländern.
 
* Über 60 Milliarden Red-Bull-Dosen werden bis 2016 verkauft. Heute (2019) erhält man sie in 169 Ländern.
Quelle dieser Chronologie: [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 18. Mai 2019 „Beflügelt“
+
Quelle dieser Chronologie: [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 18. Mai 2019 "Beflügelt“
 
   
 
   
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==

Navigationsmenü