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| | Jahn griff dabei eine Idee von Oberbaurat Ing. Raimund Pierl (* [[1846]]; [[1923]]<ref>[http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=44520 www.alpinwiki.at]</ref>) aus dem Jahr [[1895]] auf, der die Realisierung einer Straße über das [[Hochtor (Tunnel)|Hochtor]] zwar untersucht, aber wegen Unmöglichkeit wieder verworfen hatte. Pierl gilt als Gründer der alten Glocknerhausstraße. Jetzt war aber eine neue wirtschaftliche Komponente dazu gekommen: Am [[Alpenhauptkamm]] der [[Zentralalpen]] der [[Ostalpen]] gab es zwischen dem [[Radstädter Tauern]] und dem Brenner auf 156 km Luftlinie keinen anderen befahrbaren [[Alpenübergang]]. Vor allem von [[Nordtirol]] musste man um nach [[Osttirol]] zu gelangen, den Umweg über [[Südtirol]], das mittlerweile zu [[Italien]] gehörte, nehmen (bei Waren gab es zolltechnische Probleme). Eine innerösterreichische, kürzere Verbindung wäre hier also dringend notwendig. | | Jahn griff dabei eine Idee von Oberbaurat Ing. Raimund Pierl (* [[1846]]; [[1923]]<ref>[http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=44520 www.alpinwiki.at]</ref>) aus dem Jahr [[1895]] auf, der die Realisierung einer Straße über das [[Hochtor (Tunnel)|Hochtor]] zwar untersucht, aber wegen Unmöglichkeit wieder verworfen hatte. Pierl gilt als Gründer der alten Glocknerhausstraße. Jetzt war aber eine neue wirtschaftliche Komponente dazu gekommen: Am [[Alpenhauptkamm]] der [[Zentralalpen]] der [[Ostalpen]] gab es zwischen dem [[Radstädter Tauern]] und dem Brenner auf 156 km Luftlinie keinen anderen befahrbaren [[Alpenübergang]]. Vor allem von [[Nordtirol]] musste man um nach [[Osttirol]] zu gelangen, den Umweg über [[Südtirol]], das mittlerweile zu [[Italien]] gehörte, nehmen (bei Waren gab es zolltechnische Probleme). Eine innerösterreichische, kürzere Verbindung wäre hier also dringend notwendig. |
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| − | Das Ministerium hatte aber auch erkannt, dass ein Übergang genau im Zentrum der Hohen Tauern über die [[Tauern]] wahrscheinlich eine der schönsten Panoramastraßen darstellen könnte und somit besonders für den Fremdenverkehr fördernd wäre. Geografisch bevorzugte man den Übergang über das Hochtor, weil kürzer als über den Felber Tauern (26,5 zu 49,6 km), mit dem Nachteil, dass zwischen Hochtor und [[Fuscher Törl]] die Straße auf 5,5 km starken Schneeverwehungen ausgesetzt sein wird. Im Schreiben des Bundesministeriums für Bauten an den damaligen Salzburger [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] vom [[25. August]] 1922 wird die Motivation für die „Mittersiller Amtshandlung“ dargelegt wie folgt:<blockquote>„Zweck der Begehung ist die Feststellung der Ausbauwürdigkeit dieses Weges zu einer fahrbaren Straße behufs Förderung des Fremdenverkehrs, sowie der Herstellung einer kürzeren Verbindung nach Osttirol. Aus diesem Grunde findet die Begehung ihre Fortsetzung in der Besichtigung der Straßenverbindung von Windisch-Matrei über die Felber Tauern nach Mittersill.“ </blockquote> | + | Das Ministerium hatte aber auch erkannt, dass ein Übergang genau im Zentrum der Hohen Tauern über die [[Tauern]] wahrscheinlich eine der schönsten Panoramastraßen darstellen könnte und somit besonders für den Fremdenverkehr fördernd wäre. Geografisch bevorzugte man den Übergang über das Hochtor, weil kürzer als über den Felber Tauern (26,5 zu 49,6 km), mit dem Nachteil, dass zwischen Hochtor und [[Fuscher Törl]] die Straße auf 5,5 km starken Schneeverwehungen ausgesetzt sein wird. Im Schreiben des Bundesministeriums für Bauten an den damaligen Salzburger [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] vom [[25. August]] 1922 wird die Motivation für die "Mittersiller Amtshandlung“ dargelegt wie folgt:<blockquote>"Zweck der Begehung ist die Feststellung der Ausbauwürdigkeit dieses Weges zu einer fahrbaren Straße behufs Förderung des Fremdenverkehrs, sowie der Herstellung einer kürzeren Verbindung nach Osttirol. Aus diesem Grunde findet die Begehung ihre Fortsetzung in der Besichtigung der Straßenverbindung von Windisch-Matrei über die Felber Tauern nach Mittersill.“ </blockquote> |
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| | Jahn erkannte auch, dass der touristische Nutzen einer solchen Straße deutlich höher läge, als jede andere Verwendung einer solchen Straße. Er meinte damit, sie sei nicht als Durchzugsstraße gedacht, die die kürzeste Verbindung zwischen Nord und Süd darstellen sollte. Ähnliche Gedanken hatte später auch der Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl. Die Vertreter Kärntens waren begeistert von der Idee, dass Heiligenblut eine Verbindung nach [[Ferleiten]] erhalten sollte. | | Jahn erkannte auch, dass der touristische Nutzen einer solchen Straße deutlich höher läge, als jede andere Verwendung einer solchen Straße. Er meinte damit, sie sei nicht als Durchzugsstraße gedacht, die die kürzeste Verbindung zwischen Nord und Süd darstellen sollte. Ähnliche Gedanken hatte später auch der Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl. Die Vertreter Kärntens waren begeistert von der Idee, dass Heiligenblut eine Verbindung nach [[Ferleiten]] erhalten sollte. |
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| | == Siehe auch == | | == Siehe auch == |
| − | * „[[Mittersiller Amtshandlung – 100 Jahre Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße (Buchpräsentation)]]“ | + | * "[[Mittersiller Amtshandlung – 100 Jahre Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße (Buchpräsentation)]]“ |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |
| − | * „[[Mittersiller Amtshandlung – 100 Jahre Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße]]“ | + | * "[[Mittersiller Amtshandlung – 100 Jahre Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße]]“ |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * [[Clemens M. Hutter]]: [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]] | | * [[Clemens M. Hutter]]: [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]] |
| | * Presseaussendung der GROHAG am 29. August 2022 anlässlich der 100. Wiederkehr der Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße | | * Presseaussendung der GROHAG am 29. August 2022 anlässlich der 100. Wiederkehr der Geburtsstunde der Großglockner Hochalpenstraße |
| − | * [[Georg Rigele|Rigele, Georg]]: „[[Großglockner Hochalpenstraße: Zur Geschichte eines österreichischen Monuments]]“, 1998, Seite 77 | + | * [[Georg Rigele|Rigele, Georg]]: "[[Großglockner Hochalpenstraße: Zur Geschichte eines österreichischen Monuments]]“, 1998, Seite 77 |
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| | == Einzelnachweise== | | == Einzelnachweise== |