| | ''Salzburg, am 18. 7.'' [oder „J.“ für Juli] ''/ Liebe Rosa! Nun kommen auch an dich noch einige Zeilen. ich danke dir vielmals für deinen Brief u. die Neuichten die darin enthalten waren, daß du wohl bist u. glücklich, weiß ich gewiß, da du unten [nicht in Salzburg] bist, daß die Loni dich so brauchen kann bin ich froh, nun beneide ich dich, weil du die Kleine so haben kannst du weißt ja wie gern ich Kinder hab, u. mein Enkel desto mehr, vielleicht sehe ich es doch auf’s Jahr, die Wegscheider Jrannerl [?] herze ich halt dafür. die ist auch recht lieb, die Buben der Haagn werden immer kleiner, mir kommen sie wie Lichtl vor die immer kleiner werden bis sie verglimmen. / Vorgestern kamen die Hegenbarth an, alle sehen gut aus, der Be[r]tl [?] aber ist vertig, sie lassen dich grüßen, sie sind bei Liebl [?] ganz vergnügt, sind sie doch weniger bei den Gebauerl des Vaters, der wird schon furchtbar grandig, ich zittere täglich, wenn er in die Küche kommt er hat immer die fixe Idee, er muß furchtbar sparen, da die Familie so groß wird. der Vater hat bevor er nach Linz schrieb mit H. Seidl, Laber u. Hinsche gesprochen u. seit der Zeit ist er mit Wien recht gut, zankt aber mit Woni immer, daß sie mir oft erbarmt. Das Violin Consert ist Gottlob recht gut ausgefallen die zwei spielten mit der Woni ein Trio was auch hübsch war, Al[l]es wunderte sich, daß sie so kurz lernen. der Beifall den man ihnen zollte machte den Vater ganz stolz, ich hatte so Angst, weil Mina am Sontag unwohl war, es fällt schlecht aus. die Aua [?] ist schon ein Wasserteufel, gestern schwam sie eine ganze Stunde beinahe in einer Tour, dafür aber ist sie der Stolz des Schwimmeisters, weil Alles staunt über ihr Springen u. die Sicherheit mit der sie schwimmt, Ema ist nicht so flink u. viel eher müde. | | ''Salzburg, am 18. 7.'' [oder „J.“ für Juli] ''/ Liebe Rosa! Nun kommen auch an dich noch einige Zeilen. ich danke dir vielmals für deinen Brief u. die Neuichten die darin enthalten waren, daß du wohl bist u. glücklich, weiß ich gewiß, da du unten [nicht in Salzburg] bist, daß die Loni dich so brauchen kann bin ich froh, nun beneide ich dich, weil du die Kleine so haben kannst du weißt ja wie gern ich Kinder hab, u. mein Enkel desto mehr, vielleicht sehe ich es doch auf’s Jahr, die Wegscheider Jrannerl [?] herze ich halt dafür. die ist auch recht lieb, die Buben der Haagn werden immer kleiner, mir kommen sie wie Lichtl vor die immer kleiner werden bis sie verglimmen. / Vorgestern kamen die Hegenbarth an, alle sehen gut aus, der Be[r]tl [?] aber ist vertig, sie lassen dich grüßen, sie sind bei Liebl [?] ganz vergnügt, sind sie doch weniger bei den Gebauerl des Vaters, der wird schon furchtbar grandig, ich zittere täglich, wenn er in die Küche kommt er hat immer die fixe Idee, er muß furchtbar sparen, da die Familie so groß wird. der Vater hat bevor er nach Linz schrieb mit H. Seidl, Laber u. Hinsche gesprochen u. seit der Zeit ist er mit Wien recht gut, zankt aber mit Woni immer, daß sie mir oft erbarmt. Das Violin Consert ist Gottlob recht gut ausgefallen die zwei spielten mit der Woni ein Trio was auch hübsch war, Al[l]es wunderte sich, daß sie so kurz lernen. der Beifall den man ihnen zollte machte den Vater ganz stolz, ich hatte so Angst, weil Mina am Sontag unwohl war, es fällt schlecht aus. die Aua [?] ist schon ein Wasserteufel, gestern schwam sie eine ganze Stunde beinahe in einer Tour, dafür aber ist sie der Stolz des Schwimmeisters, weil Alles staunt über ihr Springen u. die Sicherheit mit der sie schwimmt, Ema ist nicht so flink u. viel eher müde. |
| − | ''Gerade fällt mir ein wenn du etwas sc[h]icken willst sc[h]icke färbige Strümpfe, ich kann aber das Muster heute nicht schicken sonst wird der Brief zu dick, aber ich bitte dich versäume bei Euch nichts, thu der Rosi einen Handgrif daß es dan nicht zu viel wird. du glaubst nicht wie viel sich noch immer erkundigen warum sie dich nicht mehr sehen besonders in der Schwimschule sogar Herren Mani [?]. / Lorinser Giesela war sehr hübsch bei den zwei Canierten, gestern Rosa heute blau, Seide natürlich, es waren überhaupt schöne Gaderoben, Mina war mit der Zimmerman schon beim Portal, wo sie alle gut sah, sonst ist es still man glaubt nicht, daß eigentlich Festtage sind, gut, daß Mutter gasselln ist, daß die Fremden nicht schimpfen dürfen. / Viele Grüße von der Maili die erholt sich etwas, letzten Sontag war sie sogar in Plain. / XX u. Kasserer sind Verlobte müssen aber ein Jahr warten, sonst gibt es gar nichts neues. Richard'' [Schlegel] ''geht es gut, er ist gern dort, er ist im gleichen Bet. / die junge Reitlechner ist recht lieb u. freundlich im Haus, ich bin recht froh, aber denke bei Wagner brachten sie es so weit, daß die Kathi aus dem Haus mußte. F. Hinterseer räumt auf, die läßt dir vielmahls die Hand küßen. / Nun leb wohl es grüßt dich vielmhls deine aufrichtige Mutter Kathi Sch.[legel] / Viele Grüße an Alle [unterstrichen]'' [mit anderer Schrift verschiedene Zahlenreihen] | + | ''Gerade fällt mir ein wenn du etwas sc[h]icken willst sc[h]icke färbige Strümpfe, ich kann aber das Muster heute nicht schicken sonst wird der Brief zu dick, aber ich bitte dich versäume bei Euch nichts, thu der Rosi einen Handgrif daß es dan nicht zu viel wird. du glaubst nicht wie viel sich noch immer erkundigen warum sie dich nicht mehr sehen besonders in der Schwimschule sogar Herren Mani [?]. / Lorinser Giesela war sehr hübsch bei den zwei Canierten, gestern Rosa heute blau, Seide natürlich, es waren überhaupt schöne Gaderoben, Mina war mit der Zimmerman schon beim Portal, wo sie alle gut sah, sonst ist es still man glaubt nicht, daß eigentlich Festtage sind, gut, daß Mutter gasselln ist, daß die Fremden nicht schimpfen dürfen. / Viele Grüße von der Maili die erholt sich etwas, letzten Sontag war sie sogar in Plain. / XX u. Kasserer sind Verlobte müssen aber ein Jahr warten, sonst gibt es gar nichts neues. Richard'' [Schlegel] ''geht es gut, er ist gern dort, er ist im gleichen Bet. / die junge Reitlechner ist recht lieb u. freundlich im Haus, ich bin recht froh, aber denke bei Wagner brachten sie es so weit, daß die Kathi aus dem Haus mußte. F. Hinterseer räumt auf, die läßt dir vielmahls die Hand küßen. / Nun leb wohl es grüßt dich vielmhls deine aufrichtige Mutter Kathi Sch.[legel] / Viele Grüße an Alle'' [unterstrichen] [mit anderer Schrift verschiedene Zahlenreihen] |