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[[Bild:Hoher Göll2.jpg|thumb|Hoher Göll von Voregg]]
[[Bild:Hoher Göll3.jpg|thumb|Hoher Göll]]
[[Bild:Hoher Göll1.jpg|thumb|Hoher Göll mit Eckerfirst, vom [[Roßfeld]]]]
[[Bild:Zinkenkogel 02.jpg|thumb|der [[Zinkenkogel]], rechts unten [[Bad Dürrnberg]], im Hintergrund der Hohe Göll]]
[[Datei:Roßfeld, dahinter Hoher Göll DSC 0144.JPG|thumb|Göllansicht vom Almerberg aus]]
[[Datei:DSC 0006 Gitzenblick auf Maria Plain, Festung und Hoher Göll.JPG|thumb|Blick vom [[Gitzen (Berg)|Gitzen]] in [[Bergheim]] über die [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] und die [[Stadt Salzburg]] (zu erkennen die [[Festung Hohensalzburg]]) zu den [[Nördliche Kalkalpen|nördlichen Kalkalpen]]: die beiden Felsen in der Mitte des Bildes sind die [[Barmsteine]] bei [[Hallein]], oberhalb von [[Kaltenhausen]], darüber erhebt sich der [[Hoher Zinken|Hohe Zinken]] als Vorgebirge zum Massiv des Hohen Gölls]]
Das '''Göllmassiv''', auch ''Göllstock'' bezeichnet, ist ein Kalkgebirgsstock im Westen des [[Tennengau]]s.

== Lage ==
Dieses etwa sechs Kilometer (Ost-Westrichtung) und drei Kilometer (Nord-Südrichtung) große Massiv gehört zu den [[Salzburger Kalkhochalpen]] innerhalb der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]]. Es erhebt sich zwischen dem [[Bluntautal]] im Süden, der [[Roßfeld Panorama Straße]] im Norden, dem [[Salzachtal]] im Osten (westlich von [[Golling]]) und dem [[Königssee]] im [[Berchtesgadener Land]] ([[Bayern]], [[Bundesrepublik Deutschland]]).

== Allgemeines ==
Das Massiv wird zum [[Naturschutzgebiet Kalkhochalpen]], das Teil der Nördlichen Kalkalpen ist, gezählt.

== Charakteristik und Geographie ==
Das Göllmassiv erstreckt sich auf einer Länge von etwa sechs Kilometer zwischen dem [[Eckersattel]] am [[Roßfeld]] und dem Bluntautal bei Golling. In der Gebirgskette erheben sich durchwegs Gipfel von beträchtlicher Höhe: [[Rauchfang]] (2 245 [[m ü. A.]]), [[Hoher Göll]] (2 523 m ü. A.), [[Großer Archenkopf]] (2 391 m ü. A.), [[Grünwandkopf]] (2 384 m ü. A.), [[Hinteres Freieck]] (2 307 m ü. A.), [[Gruberhorn]] (2 237 m ü. A.), [[Vorderes Freieck]] (2 151 m ü. A.), [[Schönbachkopf]] (1 870 m ü. A.), [[Kleiner Göll]] (1 753 m ü. A.) sowie die schroffe Felsnase des [[Bärenstuhl]]s (1 720 m ü. A.), der den Gebirgszug im Südosten beschließt und auf seinem Gipfel das [[Gollinger Heimkehrerkreuz]] trägt.

Gegen Nordwesten entsendet das Gebirge den scharfgezackten ''Mannlgrat'' mit dem [[Kehlstein]] (1 837 m ü. A.), auf dessen Höhe das berühmt-berüchtigte [[Kehlsteinhaus]] thront. Einen weiteren Seitenkamm bildet das Gebirge im [[Brettriedel]] (2 344 m ü. A.) und [[Hohes Brett|Hohen Brett]] (2 341 m ü. A.), das sich südwestlich bis zum [[Torrener Joch]] mit dem [[Carl von Stahl-Haus]] erstreckt. Im westlichen Teil bildet das Gebirge ein kleines Karstplateau mit dem Namen ''Alpeltal''.

== Geologie ==
Der Göllstock besteht aus [[Dachsteinkalk]]. Die Entstehungsgeschichte des Göllstocks gleicht im wesentlichen jener der übrigen Gebirge in den Nördlichen Kalkalpen (vgl. [[Hagengebirge]]). Ganz deutlich sind die Verwerfungslinien und Schichten des Gebirgsauffaltungsprozesses im Bereich der Göll-Ostwand erkennbar. Die Exposition des Massivs insgesamt lässt auf ein ehemaliges Korallenriff mit starker Brandung schließen. Im korrosionsfähigen Riffkalk kommt es bisweilen zu Plateau- und Karbildungen, wie etwa im ''Alpeltal'', am ''Gamskar'' oder im ''Wilden Freithof''. Insbesondere im nordöstlichen Gebirgsteil sorgt die schattenexponierte Lage für die Bildung perennierender Firn- und Eisfelder von allerdings nur geringer Ausdehnung. Des weiteren existiert am ''Gruberhorn'' ein extensives Höhlensystem (Gruberhornhöhle).

== Tier- und Pflanzenwelt ==
Das Göllmassiv weist vor allen Dingen in dessen entlegeneren Teilen einen reichen Fundus an Naturerscheinungen auf. Zu den häufigsten Vertretern der alpinen Tierwelt zählen Gamswild, <nowiki>Alpen</nowiki>[[Murmeltier|murmeltier]], [[Rotwild]], [[Auerhuhn]], [[Birkhuhn]], [[Schneehuhn]], [[Alpendohle]], verschiedene Greifvogelarten usw. Im Göllstock befinden sich auch Brutplätze des [[Steinadler]]s, und auch [[Steinbock|Steinböcke]] wechseln gelegentlich vom benachbarten Hagengebirge in das Gebiet des Höhen Göll. Im Nahbereich der Jochalpen begegnet der Wanderer während der warmen Jahreszeit nicht selten [[ Kreuzotter]]n.

Auch an Pflanzen finden wir hier nahezu alle Vertreter der Nördlichen Kalkalpen vor: an Coniferen namentlich [[Weißtanne]], [[Rottanne]], [[Legföhre]], [[Lärche]], [[Föhre]]; allein das Vorkommen der [[Zirbelkiefer]] ist höchst selten. An Laubgehölzen finden sich am häufigsten [[Rotbuche]] und [[Bergahorn]], in höheren Regionen [[Grünerle]] und [[Zwergbirke]], aber auch die [[Ulme]] wird des öfteren angetroffen. Auf offenen Almflächen und Bergwiesen begegnen wir einem Reichtum an Vertretern phanerogamer Arten.

== Geschichte ==
Obwohl die [[Kelten]] das Gebiet rings um den [[Dürrnberg]] schon sehr früh besiedelten, ist die eigentliche Erschließungsgeschichte des Göllmassivs dürftig genug belegt. Als erster Tourist erreichte der Mönch [[Valentin Stanig]] am [[4. September]] [[1800]] den Gipfel über den Eckerfirst. In der Folge wird der Berg im Windschatten des aufkommenden [[Alpinismus]] das Ziel verschiedener alpinistischer Unternehmungen. Die erste belegbare Überschreitung des Göll-Ostgrates erfolgte im Jahre [[1868]] durch den berühmten Alpinisten [[Hermann von Barth]].

Die erste Skibegehung machten [[1904]] [[Georg Weiß]] und Kameraden.

Der deutsche Schriftsteller Ludwig Ganghofer (* 1855, † 1920) erwähnte den ''Göhl'' in ''Pirsch auf den Feisthirsch''.

Inzwischen genießt das Massiv einen einzigartigen Ruf unter Bergwanderern und Alpinisten, da er als Aussichtsberg ''comme il faut'' außerdem Wander- und Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden aufweist. Namentlich die Göll-Westwand bei der Scharitzkehlalp genießt unter Kletterern einen vorzüglichen Ruf. Der Hohe Göll ist zudem ein vortrefflicher Skiberg, der über das Alpeltal von geübten Tourenbergsteigern, von seiner Ostseite allerdings nur von Extremskigehern erstürmt werden kann.

== Wege und Unterkünfte ==
Der Göllstock gilt als eine der am besten erschlossenen Gebirgsgruppen der [[Berchtesgadener Alpen]]. Von [[Hallein]] oder [[Berchtesgaden]] erreicht man über den Dürrnberg bzw. den [[Obersalzberg]] die berühmte (mautpflichtige) Roßfeld Panorama Straße, deren Geschichte, ebenso wie diejenige des Obersalzberges, man heute vorzugsweise mit der Ära des [[Nationalsozialismus]] verbindet. Auch die (für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gesperrte) Panoramastraße auf den nahen Kehlstein und das Kehlsteinhaus („Adlerhorst“) sind Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus. Im Nahbereich der Rossfeldstraße gibt es eine Vielzahl von Hütten und Raststationen. Am Eckerfirst befindet sich auf einer Höhe von 1 692 m ü. A das wunderschön gelegene [[Purtschellerhaus]].

Auch die ''Dürreckstraße'' oberhalb von Berchtesgaden sowie die bekannte Kabinenseilbahn der [[Jennerbahn]] auf den Gipfel des [[Jenner]]s (1 874 m ü. A.) sorgen dafür, dass der Besucher auf unschwierigen Wegen mitten in das Herz jener unvergleichlichen Alpenlandschaft gelangt. Vom Jenner aus erreicht man in einer kurzen halben Stunde das anmutig gelegene [[Carl-von-Stahl-Haus]] am [[Torrener Joch]]. Aber auch von der Salzburger Seite ist das Torrener Joch vom Bluntautal bei Golling in einer landschaftlich überaus reizvollen Wanderung über die [[Jochalpen]] zu erreichen. Ein lohnender Abstecher führt unterhalb der Jochalpen zur etwas abseits gelegenen, jedoch sagenhaft stillen und wildromantischen [[Alpwinklalm]]. Ein weiteres, beliebtes Wanderziel ist der [[Naturpark Kühschwalb]] am Fuße der mächtigen Göll-Ostwand. Auch der malerische ''Schwarzbachfall'' ([[Gollinger Wasserfall]]) am Kleinen Göll erfreut sich alljährlich zahlreicher Besucher.

Den Höhepunkt einer jeden Göllwanderung stellt sicherlich die Gratüberschreitung vom Purtschellerhaus zunächst auf den Hohen Göll, dann weiter über das Hohe Brett zum Carl-von-Stahlhaus dar. Diese Tour verlangt allerdings Einiges an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und ist deshalb nur geübteren Bergwanderern zu empfehlen. Die bekanntesten Unterkünfte in der Göll-Region sind:

* Ahornalm (D)
* Alpeltalhütte (D)
* Bärenhof (A)
* [[Carl von Stahl-Haus]] (A)
* Göllhof (A)
* Jennerhaus (Dr.-Hugo-Beck-Haus) (D)
* Jenner-Mittelstation (Keine Nächtigung) (D)
* Jochalphütten (A)
* [[Kehlsteinhaus]] (Keine Nächtigung) (D)
* Pechhäusl (D)
* [[Purtschellerhaus]] (D)
* [[Rossfeld]] Skihütte (D)
* Scharitzkehlalm (D)
* Schneibsteinhaus (D)
* Torrener Hof (A)
* Vorderbrand/ Hinterbrand (D)

== Literatur ==
* Hermann von Barth: ’’Aus den nördlichen Kalkalpen’’. Alpine Verlagsanstalt München, 1926, Antiquariat
* Bernd Römmelt/ Willi Schwenkmeier ’’Berchtesgadener Alpen’’. Bergverlag Rother GmbH München, 2006, ISBN 3-7633-7028-5

== Weblink ==
* [http://www.bergruf.de/alpinhistorie/barth/kalkalpen/berchtesgadener_goell.html Aus den nördlichen Kalkalpen]

==Quellen==
* ''Salzburg und seine Landschaften'', Erich Seefeldner, 1961, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]]
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_G%C3%B6ll Wikipedia Hoher Göll]
* [http://www.8ung.at/tennengau/Goell01.html Internet]
* [http://www.diekelten.at/goell.htm www.diekelten.at]
* [http://www.berg-naturwacht.at/downloads/reg_schulung.pdf www.berg-naturwacht.at Flora]

[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Landschaft]]
[[Kategorie:Berg]]
[[Kategorie:Alpinismus]]
[[Kategorie:Tennengau]]
[[Kategorie:Alpen]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Kalkalpen]]
[[Kategorie:Nördliche Kalkalpen]]
[[Kategorie:Kalkhochalpen]]
[[Kategorie:Grenzregion]]
[[Kategorie:Bayern]]
[[Kategorie:Berchtesgadener Land]]

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