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ein Bogen, Brief von [Nr. 79] Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]]), Salzburg 14. Mai 1881, an [Nr. 19] Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br />
 
ein Bogen, Brief von [Nr. 79] Fanny Kobler ([[Franziska Kobler]]), Salzburg 14. Mai 1881, an [Nr. 19] Fanni Schlegel, verheiratet Spängler ([[Franziska Schlegel]]):<br />
 
''[am Rand:] Von der Pepi einen Handkuß. / Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein [Pottenstein] werden wird.<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen. Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.''
 
''[am Rand:] Von der Pepi einen Handkuß. / Salzburg am 14te Mai 1881 / Liebe Fani! / So lange hab ich von dir schon kein Brief mehr erhalten, das ich schon manchmal ängstlich war es sey eines von Euch krank. Doch der Ge dag [Gedanke?] Kindern [Ver]gnüegen [?] zu leisten und sie Mütterlich zu pflügen [pflegen?] beruhigte mich jedesmal; die Rosa wird dir sehr abgehen; du hätest ihr einen Lohn geben sollen; die Schlegl [Katharina Arrigler, verheiratet Schlegel] sagte erst vor kurzen, die Rosa muß auch etwas verdienen lernen; jetzt kommt die Mina ja auch wieder zu Haus, bis sie eine Stelle hat als Lehrerin. Schlegel sagte nochmals zu mir meine Beiden müssen so erzogen werden, das sie in der Welt fort kommen. Vielleicht würde sie wieder zu dir kommen wenn du ihr einen Lohn geben würdest. und wenn es dan[n] nicht der Fall ist, so nehme dir so bald als möglich ein anderes Mädchen das sich die Kinder jetzt schon bis zu euerer Umsidlung gewöhnen. Das ihr alle Gottlob gesund seyd ist ein großes Glück, wofür [ich] den lieben Gott Täglich danke. Mir Gott sey Dank geht es auch zimmlich gut; mein Leben ist wohl nicht einsam; was kann ich mit der Lisi werden. zur Arbeit ist sie braf. Die Frau von Clausniz ist so freundlich und besucht mich in der Woche ein paarmal. Das Fest ist bey uns großartrig gefeuert [!] worden; Beleuchtung und der Facklzug warn auserordentlich schön wie man es in Salzburg noch nie gesehen hat, es soll bey 20000 tausent Gulden dafür ausgegeben worden sein Frau v: Angermeyer und auch meine Bekannten haben von meinen Fenstern alles recht gut gesehen, man hätte ein paar Tage spätter noch auf den Köpfen der Zuschauer geh’n können; das Wetter war gut, 2 Tage haben wir wieder Regen und Schnee. Wir hatten schon ein wares Frühjahr Wetter. Grüße mir deinen guten Mann recht herzlich, bey uns heist es immer das er doch Bezirksrichter von Bottenstein [Pottenstein] werden wird.<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] ist bereits im Oktober 1880 zum Bezirksrichter in Pottenstein an der Triesting ernannt worden, er tritt seine Stelle im November an; im Juni 1881 zieht die Familie nach Pottenstein.</ref> Der liebe Gott wird alles recht machen. Der guten Betti geht es auch noch immer nicht gut. Der Ther[e]s ihre Zimmerfrau ist gestorben und eine andere Partheie hat den Boden gemiethet sie hatte ein schöns Zimmer aber die neue Partheie braucht es selbst, mit aller Mühe könn wir wird[er] erfragen, sie ist sehr heikel; ihre Füße sind immer in gleichen Zustand. Wenn es die Witterung einmal erlaubt wird sie wied[er] nach Gastein reisen. Heut den 14ten wird die Frau v: Trickl [?] begraben sie ist nach lange Leiden an der Wassersucht gestorben. Ihr Mann ist gelämt muß immer auf einen Tragßeßel sitzen. Wie war die schöne Frau inn Hellbrunn immer so heitter. – Lebe wohl meine liebe Fani, im Herbst werdet ihr doch heuer wieder kommen mit deinen 3 Kindern; ich freue mich schon so sehr euch alle, alle wieder zu sehn. Küße deine Kinder tausentmal, und sag ihnen sie sollt recht braf sein, damit sie wieder kommen dürfen zu ihrer Urgroßmutter Fanni.'' [auf Seite 2 oben abgesetzt:] ''Einen Gruß an die Anna von mir wird sie nicht mit Euch gehn.''
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==== Brief vom 22. Mai 1881 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an den Sohn [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling<ref>Der Brief lag bei den Briefen von 1872 (und bleibt in diesem Bündel), muss aber vom Inhalt her auf 1881 datiert werden</ref> ====
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Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
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''Salzburg den 22/5 [1881<ref>oben rechts Kleks und eine „1“ </ref>]. Meine inigst geliebten Theuren! Heute war die Großmutter bey mir mit Fanys Brief, ich sagte ihr sogleich sie solle nur gleich mit das geld schücken Otto wird es schon besorgen, was sie auch sogleich that. Ich schreibe daher in eile nur ein paar Zeilen mit. Ich bedaure das Franz sein Wunsch<ref>von Mödling nach Wien versetzt zu werden</ref> nicht erfühlt wurde, ich bin nicht unglücklich darüber, wer weiß für was es gut ist, den es sey auch in Wehring [Währing] ein zimmlich arges gesindel, und sehr böse soll / es in Ottengrün'' [Wien-Ottakring] ''sein, Gott seys gedannkt, das sie dich nicht nach Ottengrüng [!] gegeben haben. Bottenstein<ref>Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich. Im Oktober 1880 wird Franz Spängler zum Bezirksrichter in Pottenstein ernannt; sie ziehen im Juni 1881 nach Pottenstein um. [[Antonia Spängler]] starb am 15. März 1882 in Salzburg „nach kurzem Leiden“.</ref> soll schön und angenehm sein.''
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''Der liebe Gott wird alles recht machen. Weil du doch endlich einmal an deinen Bestimmungsort kömmst. Die kleinen haben gewiß eine Freude. Ich bin froh das ihr doch schon eine Magd auf genohmen habt, so wird Fany sich doch bey der Verenderung leichter thun.''
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''Mit meinen Fuß geht es wohl etwas beßer aber nicht viel, ich habe mir nun Doktor Münch kommen lassen dieser sagte mir gleich es / wird gewiß noch 8 Wochen dauern bis es gut wird, veil eine Senne [Sehne] gedehnt ist, doch habe ich gottlob im ruhigen sitzen – oder liegen keinen Schmerz, nur muß ich kaum gehen, und empfnde bey jeden Tritt einen Schmerz nicht sehr arg, aber doch empfindlich. Ich gehe bey guter Witterung wohl auß aber nur in die Kirche oder so einen gang machen. Ich weiß noch gar nicht ob ich nach Baumkirchen komme – jedenfall später als sonnst, weil der Fuß doch um vieles beßer werden / muß. Die Schwester Therese ist wohl, aber Leopold ist leider mit seinen Daggmma [?]<ref>Dahhm [m Oberstrich] a; gelöscht, korrigiert</ref> wide[r] behaftet, und fühlt sich sehr schwach. Ich wünsche Euch vor allen eine recht glückliche Wanderung'' [Umzug] ''und das es Euch dort recht gut gefahlen möge. Es küßt und grüßt Euch alle recht herzlich Eure treue Mutter Spängler.<ref>deutlich Doppelpunkt über den a, sonst schreibt sie „Spángler“</ref>
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''Lieber Franz! Louise wurde heute // 1 halb 3 Uhr NhX'' [nachts?] ''// von einem Mädchen<ref>Elisabeth (Elsa) Spängler, Tochter von [[Otto Spängler]], * 22. Mai 1881 in der Stadt Salzburg; † 25. Februar 1911 in Landshut; am 30. August 1905 in der Stadt Salzburg (St. Andrä) verheiratet mit Otto Trammer (* 1878; † 1914).</ref> entbunden; Gottlob geht es ihr recht gut Dein Otto''
 
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