Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
14 Bytes hinzugefügt ,  21:16, 7. Jun. 2011
K
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 7: Zeile 7:  
Hinter der Bezeichnung ''Spitzkramer'' verbirgt sich die Geschichte eines Zweiges der Flachgauer Hausindustrie, nämlich der [[Spitze (Stoff)|Schlingen- und Spitzenklöppelei]] vom [[17. Jahrhundert]] bis zum Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. Es war eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit vorwiegend für Frauen, aber auch für Holzknechte, Kraxenträger, Taglöhner u.a.
 
Hinter der Bezeichnung ''Spitzkramer'' verbirgt sich die Geschichte eines Zweiges der Flachgauer Hausindustrie, nämlich der [[Spitze (Stoff)|Schlingen- und Spitzenklöppelei]] vom [[17. Jahrhundert]] bis zum Beginn des [[19. Jahrhundert]]s. Es war eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit vorwiegend für Frauen, aber auch für Holzknechte, Kraxenträger, Taglöhner u.a.
   −
Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige und teilweise sehr teure Material (Klöppelzwirn aus Baumwolle oder Seide, Rosshaar, gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden „Schlingen“ und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden.  
+
Der Spitzkrämer war der Verleger, der den Heimarbeitern das notwendige, teilweise sehr teure Material (Klöppelzwirn aus Baumwolle oder Seide, Rosshaar, gespaltenes Stroh) zur Verfügung stellte und die erzeugte Ware auf den Wochen-, Saison- und Jahrmärkten im In- und Ausland absetzte (u.a. in München und Augsburg). Es wurden „Schlingen“ und Klöppelspitzen hergestellt. Salzburger und Mondseer Schlingen waren eine Besonderheit, die mit einer einfacheren Klöppeltechnik aus Leinen- und Baumwollfäden produziert wurden.  
    
Die Krämerei mit der „weißen Ware“ hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[Sankt Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel.
 
Die Krämerei mit der „weißen Ware“ hatte sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Land- bzw. [[Pfleggerichte]]n [[Schloss Hüttenstein|Hüttenstein]] ([[Sankt Gilgen]]) und [[Pfleggericht Wartenfels|Wartenfels]] ([[Thalgau]]) etabliert. Zu Beginn erzeugte man bis 1670 vorwiegend Schlingen, anschließend lief die Produktion von Schlingen und Klöppelspitzen parallel.
Zeile 20: Zeile 20:     
== Eine andere Geschichte ==
 
== Eine andere Geschichte ==
Im Spitzkrämerhaus wuchs bei der Hauseigentümerin und Ziehmutter Johanna Tanzberger der am 5. Juli 1891 als lediges Kind einer Bauernmagd in Hof geborene [[Stefan Schlager]] auf. Der spätere verdienstvolle Gendarmerie-Postenkommandant von [[Bad Gastein]] wurde 1938 von der GESTAPO verhaftet und starb nach schweren Misshandlungen am [[4. Dezember]] [[1939]] im KZ Mauthausen.
+
Im Spitzkrämerhaus wuchs bei der Hauseigentümerin und Ziehmutter Johanna Tanzberger der am 5. Juli 1891 als lediges Kind einer Bauernmagd in Hof geborene [[Stefan Schlager]] auf. Der spätere verdienstvolle Gendarmerie-Postenkommandant von [[Bad Gastein]] wurde 1938 von der [[Gestapo]] verhaftet und starb nach schweren Misshandlungen am [[4. Dezember]] [[1939]] im KZ Mauthausen.
    
== Quellen und Literatur ==
 
== Quellen und Literatur ==
 
* Grundbuch Thalgau, EZ 102, Grundstückszahl 1142, KG Hof.
 
* Grundbuch Thalgau, EZ 102, Grundstückszahl 1142, KG Hof.
* Alois Roither: Bild des Spitzkramerhäusls.Roither (†) war Altbauer vom Strumegg-Gut in Hof.
+
* Alois Roither: Bild des Spitzkramerhäusls. Roither (†) war Altbauer vom Strumegg-Gut in Hof.
* [[Stiftsarchiv St. Peter]], Amt Seekirchen: Urbar Folio.324.
+
* [[Stiftsarchiv St. Peter]], Amt Seekirchen: Urbar Folio. 324.
* [[Monika Thonhauser]]: ''Die Spitzenhausindustrie im Raum St. Gilgen.'' In: [[MGSL]] 145 (2005), S.189- 286.
+
* [[Monika Thonhauser]]: ''Die Spitzenhausindustrie im Raum St. Gilgen.'' In: [[MGSL]] 145 (2005), S. 189-286.
 
* Monika Thonhauser: ''Das Salzburgische Flache Land - eine textile Landschaft.'' Phil. Diss. Salzburg 2006.  
 
* Monika Thonhauser: ''Das Salzburgische Flache Land - eine textile Landschaft.'' Phil. Diss. Salzburg 2006.  
* [[Josef Felber]] (†) u.a: Chronik-Heimatbuch Hof, hg. vom Gemeindeamt Hof bei Salzburg, Hof 1990. S. 96- 99 (zu Stefan Schlager).
+
* [[Josef Felber]] (†) u.a: ''Chronik-Heimatbuch Hof'', hg. vom Gemeindeamt Hof bei Salzburg, Hof 1990. S. 96-99 (zu Stefan Schlager).
* Laurenz Krisch: Bad Gastein während der NS-Herrschaft.In: [[MGSL]]147 (2007),S. 255- 322, hier S. 276- 277. (zu Stefan Schlager).
+
* [[Laurenz Krisch]]: ''Bad Gastein während der NS-Herrschaft''. In: [[MGSL]] 147 (2007),S. 255- 322, hier S. 276-277. (zu Stefan Schlager).
 
[[Kategorie:Handwerk]]
 
[[Kategorie:Handwerk]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]

Navigationsmenü