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''Franz Ferstl, der ruhige und bescheidene Sportsmann, brachte mit seiner Frau als Seitenwagenpassagier den Titel des österreichischen Straßenmeisters der Beiwagenklasse nach Hause. Grund genug die dornenvolle motorsportliche Laufbahn des Postchauffeurs in Goldegg bei St. Johann näher zu beleuchten.
 
''Franz Ferstl, der ruhige und bescheidene Sportsmann, brachte mit seiner Frau als Seitenwagenpassagier den Titel des österreichischen Straßenmeisters der Beiwagenklasse nach Hause. Grund genug die dornenvolle motorsportliche Laufbahn des Postchauffeurs in Goldegg bei St. Johann näher zu beleuchten.
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''Am 10. Mai 1913 in Bernschlag, N.-Ö., geboren, erlernte Ferstl das Maschinenschlosser-Handwerk und kam nach 11jähriger Militärzeit [[1945]] als Postkraftwagen-Lenker nach St. Johann im Pongau und ist seitdem, wenn auch ein „Zuagroasta“, so doch ein treuer Salzburger geworden. Wenn er sich im Motorsport erst nach dem Kriege seßhaft gemacht hat, so war er schon von [[1932]]–[[1936]] als Radrennfahrer und Skispringer unter den aktiven Sportlern zu finden. So überdauerte die Liebe zu den Rädern, auch die lange Militärzeit und während des [[Zweiter Weltkrieg|Krieges]] kam Ferstl in den Besitz der Rudi Knees 200-ccm-NSU-Rennmaschine, die als sehr schnell bekannt war.
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''Am 10. Mai 1913 in Bernschlag, N.-Ö., geboren, erlernte Ferstl das Maschinenschlosser-Handwerk und kam nach 11jähriger Militärzeit [[1945]] als Postkraftwagen-Lenker nach St. Johann im Pongau und ist seitdem, wenn auch ein „Zuagroasta“, so doch ein treuer Salzburger geworden. Wenn er sich im Motorsport erst nach dem Kriege seßhaft gemacht hat, so war er schon von [[1932]]–[[1936]] als Radrennfahrer und Skispringer unter den aktiven Sportlern zu finden. So überdauerte die Liebe zu den Rädern, auch die lange Militärzeit und während des [[Zweiter Weltkrieg|Krieges]] kam Ferstl in den Besitz der Rudi Knees 200-ccm-[[NSU]]-Rennmaschine, die als sehr schnell bekannt war.
    
''Das erste Mal tauchte Ferstl mit seiner NSU beim 1. Welser Bahnrennen im Frühjahr [[1946]] auf, doch nur als Zuschauer, deswegen aber kaum weniger beachtet als die Aktiven selbst, denn seine NSU, mit der er per Achse nach Wels gekommen war „wirbelte überall Staub auf“ und hinterließ Rizinusdämpfe, die jedem Motorsportfanatiker das Herz höher schlagen ließen. So hatte sich Toni Zangerl, der bekannte Motorsportmann der Vorkriegszeit an Ferstls NSU herangemacht; doch sein „come back“ gefiel ihm selbst nicht recht. Also stieg Franz Ferstl beim [[Nonntal]]er „[[Salzburger Schnürlregen|Schnürlregen]]“-Rennen<ref>siehe [[1. Motorrad-Nachkriegsrennen Salzburg Nonntal]]</ref> im Herbst 1946 selbst in den Sattel. Doch aller Anfang ist schwer. So ein Rennrad hat seine Mucken. Auch der zweite Versuch im Heustadlwasser-Rennen wollte nicht recht glücken. 1947 sah man Ferstl als Solofahrer am Pötschen und in Innsbruck beim Hungerburg-Rennen, doch gegen die starke Konkurrenz konnte er nicht recht aufkommen. Dazu kam noch, daß ihm eine Kriegsverletzung an der Hand immer mehr zu schaffen machte und er schließlich das Spital mit dem Rennrad vertauschen mußte um sich erst einmal seinen Arm zurecht flicken zu lasen.  
 
''Das erste Mal tauchte Ferstl mit seiner NSU beim 1. Welser Bahnrennen im Frühjahr [[1946]] auf, doch nur als Zuschauer, deswegen aber kaum weniger beachtet als die Aktiven selbst, denn seine NSU, mit der er per Achse nach Wels gekommen war „wirbelte überall Staub auf“ und hinterließ Rizinusdämpfe, die jedem Motorsportfanatiker das Herz höher schlagen ließen. So hatte sich Toni Zangerl, der bekannte Motorsportmann der Vorkriegszeit an Ferstls NSU herangemacht; doch sein „come back“ gefiel ihm selbst nicht recht. Also stieg Franz Ferstl beim [[Nonntal]]er „[[Salzburger Schnürlregen|Schnürlregen]]“-Rennen<ref>siehe [[1. Motorrad-Nachkriegsrennen Salzburg Nonntal]]</ref> im Herbst 1946 selbst in den Sattel. Doch aller Anfang ist schwer. So ein Rennrad hat seine Mucken. Auch der zweite Versuch im Heustadlwasser-Rennen wollte nicht recht glücken. 1947 sah man Ferstl als Solofahrer am Pötschen und in Innsbruck beim Hungerburg-Rennen, doch gegen die starke Konkurrenz konnte er nicht recht aufkommen. Dazu kam noch, daß ihm eine Kriegsverletzung an der Hand immer mehr zu schaffen machte und er schließlich das Spital mit dem Rennrad vertauschen mußte um sich erst einmal seinen Arm zurecht flicken zu lasen.