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| | [[Datei:Schloss Seeburg, östliche Ansicht.JPG|thumb|Schloss Seeburg (Mitte).]] | | [[Datei:Schloss Seeburg, östliche Ansicht.JPG|thumb|Schloss Seeburg (Mitte).]] |
| | [[Datei:Seekirchen am Wallersee Schloss Seeburg.jpg|thumb|Schloss Seeburg und rechts der Zipf-Wirt.]] | | [[Datei:Seekirchen am Wallersee Schloss Seeburg.jpg|thumb|Schloss Seeburg und rechts der Zipf-Wirt.]] |
| | + | [[Datei:Seewalchen Schloss Seeburg 03.jpg|thumb|Schloss Seeburg.]] |
| | + | [[Datei:Schloss Seeburg um 1780, anomym, in Seekirchen.jpg|thumb|Schloss Seeburg um 1780.]] |
| | '''Schloss Seeburg''' ist ein Schloss in [[Seewalchen (Seekirchen am Wallersee)|Seewalchen]] in der [[Flachgau]]er Stadt [[Seekirchen am Wallersee]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Seekirchen am Wallersee|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt. | | '''Schloss Seeburg''' ist ein Schloss in [[Seewalchen (Seekirchen am Wallersee)|Seewalchen]] in der [[Flachgau]]er Stadt [[Seekirchen am Wallersee]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Seekirchen am Wallersee|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt. |
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| | == Geografie == | | == Geografie == |
| − | Das Schloss befindet sich im Nordosten des Stadtzentrums westlich oberhalb des [[Wallersee]]s auf einer Hügelkante auf 523 [[m ü. A.]]. | + | Das Schloss befindet sich im Nordosten des Stadtzentrums am Nordwestende des [[Wallersee]]s auf einer kleinen Anhöhe auf 523 [[m ü. A.]]. Westliche des Schlosses verläuft die [[Seeburgstraße (Seekirchen am Wallersee)|Seeburgstraße]]. Bis zur Tieferlegung des Wallersee und der damit einhergehenden Regulierung der [[Fischach]] ab [[1890]] stand das Schloss unmittelbar oberhalb des Seeufers. Heute verläuft wenige Meter unterhalb des Schlosses die [[Westbahn]]. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Schon bis zur Einrichtung des [[Pflegegericht]]s um 1100 waren die ansässigen Grafen für die Rechtsprechung, die Steuereinhebung, den militärischen Schutz sowie die Urbarmachung für Ansiedlungen zuständig. Der [[Pfleger]] Ulrich von Dachsberg aus [[Benutzer:Franz Fuchs/Aspach|Aspach]] im [[Innviertel]] begann [[1429]] mit dem Bau der Seeburg als seines Amtssitzes anstelle eines älteren Anwesens. Dieses dürfte [[Mittelalter|mittelalterlichen]] Ursprungs gewesen sein. | + | Schon bis zur Einrichtung des [[Pflegegericht]]s um [[1100]] waren die ansässigen Grafen für die Rechtsprechung, die Steuereinhebung, den militärischen Schutz sowie die Urbarmachung für Ansiedlungen zuständig. Der [[Pfleger]] Ulrich von Dachsberg aus [[Benutzer:Franz Fuchs/Aspach|Aspach]] im [[Innviertel]] soll [[1429]] mit dem Bau der Seeburg als seines Amtssitzes anstelle eines älteren Anwesens begonnen haben. Dieses dürfte [[mittelalter]]lichen Ursprungs gewesen sein. Ein Wilhelm Tachsberger siegelte [[1460]] mit dem Zusatz „zu Seewalhen“. Ein erster sicherer Nachweis vom Bestehen der Seeburg ist aber erst in einer Urkunde aus dem Jahr [[1491]] belegt. Besiegelt ist diese Urkunde von „Hainrich Dachsperger zu Seberg“. Ein weiterer Dachsperger, Bernhard, befand sich während des [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert#Ausbruch der Bauernaufstände 1525|Bauernaufstands 1525]] zusammen mit dem [[Fürsterzbischof|Landesfürsten]] Kardinal Matthäus Lang in der [[Festung Hohensalzburg]]. Bernhard Dachsperger hatte einen langjährigen Streit um Jagdrechte mit Virigl [[Uiberacker]] von [[Schloss Sighartstein|Sieghartstein]]. Daraus entstanden schaurige Legenden, von denen eine in einem Ölgemälde im [[Schloss Sighartstein]] festgehalten wurde. |
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| − | Gegen das [[17. Jahrhundert]] erlosch das Geschlecht der Dachsberger, und der [[Erzbischof]] setzte auch andere Personen als Pfleger ein. Eine der letzten weiblichen Nachkommen der Dachsberger-Familie heiratete Wolf Adam von [[Haunsperger|Haunsperg]]. Als Nachkommen folgten Neidhart von Haunsperg und Christoph von Haunsperg. Letzterer löste um 1600 das Pfleggericht auf. Dieses wird [[Sighartstein (Neumarkt am Wallersee)|Sighartstein]] unterstellt. | + | Gegen das [[17. Jahrhundert]] erlosch das Geschlecht der Dachsberger, und der [[Erzbischof]] setzte auch andere Personen als Pfleger ein. Eine der letzten weiblichen Nachkommen der Dachsberger-Familie heiratete Wolf Adam von [[Haunsperger|Haunsperg]]. Als Nachkommen folgten Neidhart von Haunsperg und Christoph von Haunsperg. Letzterer löste um [[1600]] das [[Pfleggericht]] auf. Dieses wird [[Sighartstein (Neumarkt am Wallersee)|Sighartstein]] unterstellt. |
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| − | Die Tochter von Christoph, Juliane von Haunsperg, heiratete [[Levin von Mortaigne]], einen Salzburger Kammerherr, Gardehauptmann und Pflegerichter aus [[Golling]]. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Dietrich, der [[1647]] die Seeburg in den Besitz der steirischen [[Freiherren von Prankh]] übergibt. | + | Die Tochter von Christoph, Juliane von Haunsperg, heiratete [[Levin von Mortaigne]], einen Salzburger Kammerherr, Gardehauptmann und Pfleger aus [[Golling]]. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Johann Dietrich, der [[1647]] die Seeburg in den Besitz der steirischen [[Freiherren von Prankh]] übergibt. Als Besitzer folgen [[1724]] Adam Franz-Xaver von Paumann, Pfleger in [[Zell am See]], [[1731]] Johann Adam [[Ainkhäs von Petershausen und Ainkhäshofen]] und [[1737]] Josef Rupert von Pfeiffersberg. Die folgenden Besitzer bauten die Seeburg im [[Rokoko]]stil um: [[1752]] Ernst Maria von [[Lodron]] und Antonia Gräfin von [[Arco]]. Dabei wurde die [[Schlosskapelle zum hl. Rupert in der Seeburg]] erbaut. |
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| − | Als Besitzer folgen [[1724]] Adam Franz-Xaver von Paumann, Pfleger in [[Zell am See]], [[1731]] Johann Adam [[Ainkhäs von Petershausen und Ainkhäshofen]] und [[1737]] Josef Rupert von Pfeiffersberg. Die folgenden Besitzer bauten die Seeburg im [[Rokoko]]stil um: [[1752]] [[Lodron|Ernst Maria von Lodron]] und Antonia Gräfin von [[Arco]]. Dabei wurde die [[Schlosskapelle zum hl. Rupert in der Seeburg]] erbaut.
| + | Die folgenden Jahrzehnte stellten dann die wahrscheinlich glanzvollste Zeit von Schloss Seeburg dar. [[1779]]] kam [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] in den Besitz von Schloss Seeburg. Es wurde Treffpunkt seinerzeit berühmter Persönlichkeiten wie [[Wolfgang Amadé Mozart]]. [[1825]] erwarb der geadelte Südfrüchtehändler und Armeelieferant [[Dismas von Widerwald]]. Nach dessen Tod wurde das Anwesen versteigert. Damit endete die Zeit von Schloss Seeburg als Adelswohnsitz. |
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| − | Die folgenden Jahrzehnte stellten dann die wahrscheinlich glanzvollste Zeit von Schloss Seeburg dar. Es wurde Treffpunkt seinerzeit berühmter Persönlichkeiten wie [[Wolfgang Amadé Mozart]]. [[1825]] erwarb der geadelte Südfrüchtehändler und Armeelieferant [[Dismas von Widerwald]]. Nach dessen Tod wurde das Anwesen versteigert. Damit endete die Zeit von Schloss Seeburg als Adelswohnsitz.
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| | [[Mathias Bayrhammer]], „der Seekirchner Geldhiesl“, hatte mit seiner [[Bayrhammersche Stiftung|Bayrhammerschen Stiftung]] aus seinem riesigen Vermögen eine reich dotierte Armenstiftung verfügt. Lorenz Ibertsperger von Erlach, den noch Bayrhammer [[1848]] als Stiftspatron einsetzte, kümmerte sich nach dessen Tod [[1845]] um die Errichtung der Stiftung. Er erwarb [[1849]] die Seeburg und ließ sie gründlich umbauen ([[1850]] wurde sie um ein Stockwerk aufgestockt, einige Steinlagen der Ringmauer dafür abgetragen, die Zimmer- und Bettenanzahl wurde erhöht). [[1850]] starb von Erlach, Carl von Ernst wurde Betreuer des Schlosses und [[1878]] übernahm Amanda Hübsch, Tochter von Lorenz Ibertsperger, das Stiftspatronat bis zum Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]]. [[1919]] ging das Schloss in die Gemeindeverwaltung von Seekirchen über. | | [[Mathias Bayrhammer]], „der Seekirchner Geldhiesl“, hatte mit seiner [[Bayrhammersche Stiftung|Bayrhammerschen Stiftung]] aus seinem riesigen Vermögen eine reich dotierte Armenstiftung verfügt. Lorenz Ibertsperger von Erlach, den noch Bayrhammer [[1848]] als Stiftspatron einsetzte, kümmerte sich nach dessen Tod [[1845]] um die Errichtung der Stiftung. Er erwarb [[1849]] die Seeburg und ließ sie gründlich umbauen ([[1850]] wurde sie um ein Stockwerk aufgestockt, einige Steinlagen der Ringmauer dafür abgetragen, die Zimmer- und Bettenanzahl wurde erhöht). [[1850]] starb von Erlach, Carl von Ernst wurde Betreuer des Schlosses und [[1878]] übernahm Amanda Hübsch, Tochter von Lorenz Ibertsperger, das Stiftspatronat bis zum Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]]. [[1919]] ging das Schloss in die Gemeindeverwaltung von Seekirchen über. |
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| | Durch einen Blitzschlag am [[21. Juli]] [[1930]] brannte der Mansardendachstuhl des Schlosses völlig ab. Vom Juni [[1939]] bis zum Juni [[1941]] waren zusätzlich Landdienstmädel einquartiert. Im Winter 1940–1941 diente das Schloss als [[Schülerheim Seekirchen|Schülerheim]]. 1941 wurde es von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt. Die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pfründner]] müssen ausziehen. Anstatt dessen wird der Reichsbann einquartiert. | | Durch einen Blitzschlag am [[21. Juli]] [[1930]] brannte der Mansardendachstuhl des Schlosses völlig ab. Vom Juni [[1939]] bis zum Juni [[1941]] waren zusätzlich Landdienstmädel einquartiert. Im Winter 1940–1941 diente das Schloss als [[Schülerheim Seekirchen|Schülerheim]]. 1941 wurde es von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt. Die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pfründner]] müssen ausziehen. Anstatt dessen wird der Reichsbann einquartiert. |
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| − | Ab [[1947]] diente die Seeburg als [[Schülerheim Seekirchen|Hauptschulinternat]]. [[1977]]–[[1978]] wurden das Stifts- und Heimatmuseum Schloss Seeburg sowie Standesamt, Gemeindesaal und Kindergarten eingerichtet. Nach einer im April [[1999]] beendeten Sanierung der gesamten Anlage befindet sich die Privatuniversität Schloss Seeburg im Gebäude. Darüber hinaus werden die Räume für Seminare, Feiern und Hochzeiten vermietet. Der Schlosswirt befindet sich ebenfalls innerhalb der Schlossmauern. | + | Ab [[1947]] diente die Seeburg als [[Schülerheim Seekirchen|Hauptschulinternat]]. [[1977]]–[[1978]] wurden das Stifts- und Heimatmuseum Schloss Seeburg sowie Standesamt, Gemeindesaal und Kindergarten eingerichtet. Nach einer im April [[1999]] beendeten Sanierung der gesamten Anlage befindet sich die [[Privatuniversität Schloss Seeburg]] im Gebäude. Darüber hinaus werden die Räume für Seminare, Feiern und Hochzeiten vermietet. Der Schlosswirt befindet sich ebenfalls innerhalb der Schlossmauern. |
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| − | == Bildergalerie ==
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| − | Datei:DSC09997 Schloss Seeburg Seekirchen .jpg|Schloss Seeburg in Seewalchen.
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| − | Datei:Schloss Seeburg um 1780, anomym, in Seekirchen.jpg|Schloss Seeburg um 1780.
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| − | Datei:Seewalchen Schloss Seeburg 02.jpg
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| − | Datei:Seewalchen Schloss Seeburg 03.jpg
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| − | </gallery>
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| | + | == Bilder == |
| | + | {{Bildkat}} |
| | == Weblink == | | == Weblink == |
| − | * Lage auf [http://www.austrianmap.at/amap/index.php?setTo=1%7E382684%7E445806%7E387871%7E443838%7E%40385220%7C444830%7E0%7ELAM_ETRS89%7E1307%7E496 AMap] | + | * Lage auf [https://maps.bev.gv.at/#/center/13.1373,47.9023/zoom/15.2 AMap] (korrigierter neuer Link, Datenstand 26. November 2022) |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * [http://www.seeburg.at/ www.seeburg.at] | | * [http://www.seeburg.at/ www.seeburg.at] |
| − | * [[Burgen und Schlösser|Burgen und Schlösser, Führer zu Burgen und Schlössern in der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] | + | * [[Burgen und Schlösser (Buch Euregio)|Burgen und Schlösser, Führer zu Burgen und Schlössern in der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein]] |
| | + | * [[Burgen und Schlösser in Salzburg (Zaisberger, Schlegel)]], Seite 112f |
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